Frida Skybäck - Eisenblume / Järnblomma

Cover zum Buch Eisenblume

Titel: Eisenblume

, (Übersetzer)

3,4 von 5 Sternen bei 6 Bewertungen

68,3% Zufriedenheit

Band 2 der

Verlag: dtv

Format: Broschiert

Seitenzahl: 432

ISBN: 9783423264297

Termin: Neuerscheinung Juli 2025

Aktion

  • Cold Case mit Höhen und Tiefen

    Eisenblume ist der zweite Band der schwedischen Krimireihe um Fredrika Storm und Henry Calment.

    Schon im Vorwort der Autorin Frida Skybäck erfährt man den realen Hintergrund des Schauplatzes. Das 1879 eröffnete Lunder Hospital, später Sankt-Lars-Krankenhaus, war eine große psychiatrische Klinik mit bis zu 1600 Patienten, die oft furchtbare Behandlungsmethoden über sich ergehen lassen mussten.

    Die Geschichte beginnt fulminant, als zwei Jugendliche eine Leiche in einem der verlassenen Gebäude der Psychiatrie entdecken. Schnell ist dem Ermittlerteam um Fredrika und Henry klar, dass es hier eine Verbindung zu den beiden 1987 spurlos verschwundenen Patienten gibt. Sie rollen den Cold Case wieder auf und begeben sich auf die Suche nach Zeugen, ehemaligen Mitarbeitern und Patienten. Das dies nach über 30 Jahren ein schwieriges Unterfangen ist wird schnell klar, darüber hinaus werden die Ermittlungen von verschiedenen Seiten noch zusätzlich erschwert und der öffentliche Druck wächst.

    Leider verliert die Geschichte nach dem spannenden Beginn zunehmend an Fahrt, die vielen fruchtlosen Zeugenbefragungen oder die nicht zu Potte kommende Gerichtsmedizinerin machen den Mittelteil des Krimis langatmig. Für meinen Geschmack nehmen auch die privaten Befindlichkeiten der beiden Hauptprotagonisten zu viel Raum ein und besonders bei Fredrika versteht man möglicherweise einiges nicht, wenn man den ersten Band nicht gelesen hat. Da hätte ich mir gewünscht, dass die Geschichte der Klinik eine größere Rolle spielt. Zum Ende hin wird es dann aber doch wieder spannend und die Lösung des Falles mit einigen unerwarteten Wendungen überrascht.

    Unterm Strich ist Eisenblume ein solider Krimi, zwar mit ein paar Schwächen, die aber wegen des guten Schreibstils der Autorin zu verschmerzen sind. Sollte es einen dritte Band geben, wovon ich ausgehe, werde ich diesen gerne lesen.

    Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt. Mahatma Gandhi

  • Nordische Krimis - super. Bezüge zur realen Medizingeschichte - noch besser. Die Grundvoraussetzungen waren also sehr gut, so dass ich mich aus diesen Gründen für dieses Buch entschieden habe. Zwischendurch war ich mir dann aber gar nicht mehr so sicher. Die Ermittlungen treten sehr lang auf der Stelle und damit irgendwie auch das Buch. So ein paar mehr kleine Wendungen im Laufe der Geschichte hätten dem ganzen gut getan, so nimmt das Buch doch irgendwie erst im letzten Drittel Fahrt auf und dann war es auch schwer wegzulegen. Mehr davon hätte ich mir auch zwischendurch schon gewünscht.

    Den beiden Ermittlern Frederika und Henry fehlt es etwas an Tiefe bzw. ist das Verhältnis recht ähnlich zu vielen anderen Ermittlerteams, Frederika, die um Anerkennung kämpft, Henry der eifersüchtige Kollege.
    Ich bin fälschlicherweise davon ausgegangen, dass es der erste Teil dieser Reihe ist, war aber während des Lesens nicht ganz so schlimm, war jedoch zwischendurch neugierig zu erfahren, was es mit Frederikas Familie in Bezug auf den vorangegangenes Falles genau auf sich hat. Für das Verstehen der Geschichte dieses Bandes ist es jedoch kaum von Bedeutung.

    Ich mag die Bezüge zur realen Geschichte der Orte im Buch, über die psychiatrische Einrichtung in Lund hatte ich schon in Podcasts gehört und es war somit recht interessant, dass nun ein Fall genau dort spielt, es ist schon erschreckend, wie lang die Psychiatrie in der Fachwelt falschen Annahmen aufsaß und Dinge für normal hielt, die heute keineswegs und zum Glück mehr "state of die art" sind.

    Das Buch kann man durchaus empfehlen, jedoch wird es vermutlich eher keine Reihe, die ich weiter lesen werde, dafür gibt es dann doch genug andere 5-Sterne-Kandidaten auf meiner Liste, die weitergelesen werden wollen.

  • Dies ist der zweite Teil mit der Ermittlerin Fredrika Storm. Das Cover ist düster und geheimnisvoll, den Titel versteht man erst kurz vor Schluss. Kurze Kapitel und flüssiger und detailgetreuer Schreibstiel lassen ein schnelles Lesen zu. Die Geschichte spielt in Lund (Schweden).
    In den 80er Jahren sind zwei Patienten aus einer Psychatrischen Klinik verschwunden. Über 30 Jahre später entdecken Teenager bei einem gewaltsamen Eindringen in dem verfallenen Gebäude, eine in der Wand eingemauerte Leiche. Ist das einer der Verschwundenen? Fredrika Storm und ihr Partner Henry Calment nehmen den damals ungelösten Fall wieder auf. Sie entdecken ein Geheimnis, das nie an die Öffentlichkeit gelangen sollte. Es scheint, als hätten sich die Zeugen von damals, sich in ihren Aussagen abgesprochen. Und dann gibt es einen weiteren Toten.
    Die Zusammenarbeit mit dem Team klappt super, die beiden Ermittler ergänzen sich perfekt. Fredrika die gerne mal über das Ziel hinausschießt und Henry der sie oft von unüberlegten Handlungen zurück hält. Hier wurde gute nachvollziehbare Ermittlerarbeit dargestellt. Mir fehlte es allerdings an spannenden Nervenkitzel. Was mich noch sehr gestört hat, Henry´s ewiger Wunsch nach Essen. Außerdem die vielen Bezüge und Hinweise zu dem ersten Fall. Eigentlich wollte ich das Buch noch lesen, aber da ich den Täter nun kenne, kann ich mir das Sparen.
    Der Schluss lässt vermuten, dass es einen dritten Band aus der Reihe geben wird. Dieser war für mich ein guter solider Krimi, ohne viel Blutvergießen.

  • Spannender Cold Case


    Eine Psychiatrie, die vor Jahren außer Betrieb genommen wurde. Ein alter Vermisstenfall. Das ist die spannende Ausgangslage in „Eisenblume“.
    Frederike Storm und Henry Calment sollen sich um einen Leichenfund in der Psychiatrie von Lund kümmern. Dabei handelt es sich um einen Vermisstenfall aus den 80er Jahren. Je mehr sie ermitteln, desto mehr Abgründe tun sich auf…
    Ich finde den Plot spannend. Ein alter Fall bringt für gewöhnlich Geheimnisse mit sich, von denen kaum jemand etwas ahnt. Auch in diesem Fall sind viele Geheimnisse und Mythen mit dem Fall verknüpft. Das sind alte Familienfehde genauso wie Streit oder Schicksalsschläge. Dazu passt Skybäcks beschreibender und gefühlvoller Schreibstil. Für die nötige Spannung sorgen offene Fragen, die zwischendurch auftauchen sowie Plottwists.
    Allerdings gibt es durchaus Punkte, die ich nicht mochte. So wurde manches in die Länge gezogen, was verhältnismäßig unwichtig war. Hinzukommt, dass nicht immer alles Sinn machte. So verstehe ich den Schluss nur bedingt.
    Insgesamt gebe ich vier Sterne und freue mich auf ein neues Buch der Autorin.

  • hat nicht komplett überzeugt - 3 Sterne

    Worum geht es?
    Zwei Menschen verschwinden 1987 aus der Psychiatrie in Lund. Der Fall bleib ungeklärt. Bis jetzt eine Leiche in einer Gebäudewand gefunden wird und alte Fragen und Wunden zu Tage fördert.

    Worum geht es wirklich?
    Strafe, Familie und Arbeit.

    Lesenswert?
    Ja, auch wenn ich nur zu Teilen überzeugt bin. Die beiden Ermittler*innen Fredrika und Henry rollen einen alten Vermisstenfall wieder auf, doch werden ihnen ständig Steine in den Weg gelegt, bis sie daran zweifeln, den Fall jemals zu lösen. Die Zeug*innen sind unzuverlässig oder nicht auffindbar und eine Gruppe an Privatermittler*innen und Journalist*innen macht ihnen das Leben zusätzlich schwer.

    Der Spannungsaufbau war gut, wobei immer wieder private Ereignisse querschießen. Sprachlich (Übersetzung Julia Gschwilm) konnte mich das Buch ebenfalls überzeugen.

    Fredrika und Henry sind im Grund sympathisch, aber das Privatleben nimmt einfach super viel Raum in der gesamten Handlung ein. Dies gilt auch für Rückblicke und Folgen aus Band 1. Ich würde eher dazu raten, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Ansonsten würde man hier massiv gespoilert werden!

    Fredrikas forsche Art und ihr Durchsetzungsvermögen haben mich echt gut unterhalten, auch wenn sie an anderer Stelle viele Alleingänge startet und unüberlegt handelt.

    Trotz Spannung ist die Ermittlungsarbeit unglaublich zäh und immer wieder landen die beiden nur durch Zufall oder äußere Umstände einen Treffer und kommen weiter. Es wirkt generell sehr kopflos und dadurch auch nicht richtig durchdacht.

    Zum Ende des Buches sind viele Fragen ungeklärt und offen. Ob bewusst oder aus Versehen kann ich nicht beurteilen.

    Das Thema rund um die Psychiatrie ist spannend und erschreckend und die damalige Sicht wird öfters der heutigen (glücklicherweise!) gegenübergestellt. Dies habe ich als recht gelungen empfunden.

    Wer den ersten Band schon gelesen hat, kann hier gut und gerne zugreifen. Für frische Einsteiger in die Reihe finde ich das Buch aber nicht sonderlich empfehlenswert.

  • Cold Case in alter Klinik
    In den Achtzigerjahren verschwanden zwei Patienten spurlos aus der psychatrischen Klinik in Lund. Bei einer Mutprobe finden zwei Jugendliche in dieser Klinik eine stark verweste Leiche in der Wand. Hängt der Fund mit diesem Fall zusammen? Das ungleiche Ermittlerduo Fredrika Storm und Henry Calment übernehmen den Fall und ermitteln in der Vergangenheit der Klinik. Ihre Ermittlungen reißen alte Wunden wieder auf und sie stoßen auf ein Geheimnis, das besser verborgen bleiben sollte. Dann geschieht ein weiterer Todesfall.

    "Eisenblume" ist der zweite Teil der Reihe mit dem Ermittlerduo Fredrika Storm und Henry Calment. Der Fall selbst ist unabhängig lesbar, aber wie bei den meisten Reihen auch empfiehlt es sich hier den Vorgängerband ebenfalls zu kennen. Die Geschichte um Fredrika und Henry selbst wird weiterentwickelt bzw. es besteht die Gefahr gespoilert zu werden.

    Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, die für Abwechslung und Tiefe sorgen. Bei dem Fall handelt es sich um einen Cold Case mit den zwei verschwundenen Patienten. Die Ermittlungsarbeit selbst wirkt stellenweise zäh. Man hat das Gefühl, dass die Ermittlungen nicht voran gehen und nur die Ermittler nur auf der Stelle treten. Dadurch baut sich die Spannung nur langsam auf. Action darf man hier nicht erwarten, was aber für die meisten Cold Cases so üblich ist. Trotzdem wird man für das Durchhalten belohnt, denn in der zweiten Hälfte kommen einige Wendungen, die nochmal frischen Wind einbringen. Die Auflösung kommt überraschend, ist aber dennoch schlüssig.

    Fredrika hat durch ihre Vergangenheit so ihre Ecken und Kanten. Sie kommt sympathisch rüber, ist aber auch eine hartnäckige Ermittlerin, die auch das ein oder andere Mal ihre Grenzen überschreitet um an ihr eigenes Ziel zu kommen. Um an ihr Ziel zu kommen kämpft sie sich meist alleine durch, statt auf ihren Ermittlungspartner zu vertrauen.

    Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Die Umgebungsbeschreibungen sind lebendig und eindringlich. Damit und dem gelungenen Stetting, der verlassenen Klinik, konnte eine düstere und beklemmende Stimmung eingefangen und aufgebaut werden.

    Der historische Hintergrund dieser Klinik, dass psychisch kranke Menschen damals für Behandlungsmethoden zu Versuchszwecken missbraucht wurden, wurde gut aufgegriffen und in die Ermittlungsarbeit mit eingearbeitet.

    Mein Fazit:
    Nicht grade spannungsüberladen, auf der ersten Hälfte wirkte es recht zäh, aber überzeugt dann doch noch in der zweiten Hälfte mit einigen Wendungen. Dafür konnte sich aber die düstere Atmosphäre die meiste Zeit halten. Außerdem fand ich es angenehm und flüssig zu lesen, sodass man dennoch gut durch die Seiten gekommen ist. Man kann es lesen.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Squirrel 28. September 2025 um 21:28

    Hat den Titel des Themas von „Frida Skybäck - Eisenblume“ zu „Frida Skybäck - Eisenblume / Järnblomma“ geändert.
  • Cold Case in ehemaliger Psychiatrie

    In der Wand einer alten Krankenhausruine finden zwei Jugendliche eine Leiche. Das Opfer könnte eine der beiden, im Jahr 1987 verschwundenen, unauffindbaren Personen sein. Alle Angestellten, die damals auf der Station gearbeitet haben, erzählen die gleiche Geschichte. Ihrer Aussage nach haben sie alle nichts mitbekommen und das Fehlen der beiden jungen Patienten erst spät bemerkt. Die Ermittlungen gestalten sich als sehr mühsam. Es fehlt eine Patientenliste von damals, die ehemaligen Angestellten mauern, die Identifikation der Leiche zieht sich und die alten Ermittlungsakten helfen auch nicht weiter. Akribisch und hartnäckig bleiben Fredrika und Henry an dem Fall dran und mit einem neuen Todesopfer nimmt die Ermittlung endlich an Fahrt auf. Auch bei der Suche ihrer Mutter kommt Fredrika voran.

    In diesem zweiten Fall von Fredrika und Henry soll auf die Zustände und Methoden in Psychiatrien des vergangenen Jahrhundert aufmerksam gemacht werden, allerdings wird hier die Geschichte eher nebenbei erwähnt. Die mühsame Suche nach der Lösung des Falles ist gut dargestellt, hat mir jedoch zwischenzeitlich auch das Lesen etwas schwergemacht. Zudem erfährt der Leser mehr aus dem Leben der beiden KommissarInnen, hier finde ich die beiden Charaktere weiterhin gut ausgearbeitet. Alles in allem eine passable Fortsetzung.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

Neue Aktionen

Leserunde: Döner-Massaker

Nimm an der Leserunde teil und gewinne eins von fünf Büchern!

Jetzt mitmachen

Endet in 6 Tagen

Leserunde: Logout

Nimm an der Leserunde teil und gewinne eins von sieben Büchern!

Jetzt mitmachen

Endet in 6 Tagen

Leserunde: Amerikas Aufbruch

Nimm an der Leserunde teil und gewinne eins von fünf Büchern!

Jetzt mitmachen

Endet in 13 Tagen

Leserunde: Düstere Träume

Nimm an der Leserunde teil und gewinne eins von sieben Büchern!

Jetzt mitmachen

Endet in 13 Tagen