Claire Winter - Die Erbin

Cover zum Buch Die Erbin

Titel: Die Erbin

4,7 von 5 Sternen bei 13 Bewertungen

93,8% Zufriedenheit

Verlag: Heyne

Format: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 592

ISBN: 9783453292581

Termin: Neuerscheinung April 2025

Aktion

  • Kurzmeinung

    Pasghetti
    Spannend erzählte Familiengeschichte!
  • Kurzmeinung

    Gartenfee
    Ein absolutes Lesehighlight! Bewegende Familiengeschichte.
  • Cover zum Buch Kinder des Aufbruchs Cover zum Buch Kinder ihrer Zeit Cover zum Buch Die geliehene Schuld
  • Wer die Wahrheit sucht, darf nicht erschrecken, wenn er sie findet. - Chinesisches Sprichwort

    50er Jahre Köln. Mit der Herstellung von Batterien hat Wilhelm Liefenstein ein Industrieimperium gegründet, dass nicht nur vor, sondern auch nach dem Zeiten Weltkrieg weiterhin sehr erfolgreich ist. Nach einem Unfall möchte Enkelin Cosima eine Stiftung für bedürftige Frauen und Mütter ins Leben rufen, aber ihr Onkel Theodor, der das Vorhaben grundsätzlich unterstützt, zeigt Cosima ihre Grenzen auf. Die Begegnung mit dem Journalisten Leo Markgraf, der über den Tod des befreundeten Anwalts Walter Weber recherchiert, dessen öffentliche Anprangerung der Liefensteins für Unruhe sorgte, sowie ein Dachbodenfund alter Fotos lassen Cosima keine Ruhe. Gemeinsam mit Leo geht sie auf Spurensuche und recherchiert in ihrer eigenen Familiengeschichte. Schon bald sieht sich Cosima mit unschönen Wahrheiten konfrontiert. Ihre Recherche bleibt nicht verborgen, so dass sehr einflussreiche Menschen sie unbedingt davon abbringen wollen...

    Claire Winter hat mit „Die Erbin“ einen sehr tiefgründigen und vielschichtigen historischen Roman vorgelegt, der dem Leser nicht nur deutlich macht, wie sehr Macht, Einfluss, Reichtum und Politik miteinander verwoben sind, sondern wie diese vor, während und nach dem Krieg immer noch miteinander verbunden sind und sowohl Politik als auch die Unternehmen voneinander profitiert haben. Der flüssige, bildhafte und empathische Erzählstil schleust den Leser mit den ersten Zeilen mitten hinein in die Handlung, die über zwei Zeitebenen stattfindet und ihn zum einen die Gegenwart in den 50er Jahren gemeinsam mit Cosima erleben, zum anderen die Vergangenheit der Liefensteins ab 1929 wieder lebendig werden lässt, in der auch die Nazis immer mehr an Einfluss gewannen. Die Einblicke von Cosimas Vater Edmund, ihrem Onkel Theodore und dem Kindermädchen Elisa Kopper liefern dem Leser den Rahmen für die in der Gegenwart angestellten Nachforschungen von Cosima. Der Autorin gelingt es hervorragend, die beiden Handlungsebenen miteinander zu verknüpfen. Der Roman gleicht einem Puzzle, dessen Steine nach und nach ein vollständiges Bild ergeben. Die Familiengeschichte der Liefensteins wird aus diversen Perspektiven wiedergegeben, wobei die Ansichten der einzelnen Protagonisten unterschiedlicher nicht sein könnten. Dabei greift Winter nicht nur Themen wie die Zwangsarbeit unter den Nazis auf, sondern spiegelt die Entwicklung der Industriellenfamilie, der Gesellschaft sowie den Kampf gegen damalige Konventionen auf herausragende Weise wider. Auch die unausgesprochenen dunklen Geheimnisse, das Schweigen und die unterschiedlichen Weltanschauungen finden ihren Platz in der Geschichte. Winter lässt den Leser tief in eine Familiengeschichte eintauchen, die genau so sicherlich in der Realität mehr als einmal stattgefunden hat. Die Autorin lässt den Leser das gesamte Gefühlsbarometer durchlaufen, während er an den Seiten klebt und dabei ein sagenhaft spannendes Kopfkino erlebt.

    Die Charaktere wirken mit ihren menschlichen Ecken und Kanten sehr lebendig und vermitteln dem Leser das Gefühl, sich mitten unter ihnen zu tummeln und ihr Schicksal hautnah zu verfolgen. Cosima ist eine Frau, die ihren eigenen Kopf hat. Sie besitzt Durchsetzungsvermögen, Integrität, Sensibilität, aber auch Kraft genug, sich Widrigkeiten in den Weg zu stellen. Sie ist mutig und dabei innerlich auch ängstlich vor den Dingen, die sie wohl herausfinden wird. Leo ist ein ehrlicher Mann, der den Dingen auf den Grund geht und sich davon auch nicht abbringen lässt. Theodor ist ein Patriarch, wie er im Buche steht. Er will die Fäden in der Hand behalten, egal was es kostet. Edmund hat seine Prinzipien und seine Tochter ist ihm darin sehr ähnlich. Aber auch die Bekanntschaft mit Elisa ist ein besonderes Geschenk für den Leser.

    „Die Erbin“ ist ein herausragender historischer Roman, der keine Leserwünsche offen lässt. Dunkle Geheimnisse einer Familie gepaart mit ausgezeichnet recherchiertem Hintergrund sowie einer starken Hauptprotagonistin, die den unter den Teppich gekehrten Dreck endlich ans Licht bringt, verzaubern den Leser von der ersten bis zur letzten Seite. Der Gedanke, dass all dies bestimmt mehrfach so in der Realität geschehen ist, macht die Handlung noch faszinierender. Absolute Leseempfehlung für einen Pageturner der Superlative – Chapeau!!!

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    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)

    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein

    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
    _____________________________________________

    gelesene Bücher 2020: 432 / 169960 Seiten

  • Über die Autorin (Amazon)Claire Winter studierte Literaturwissenschaften und arbeitete als Journalistin, bevor sie entschied, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sie liebt es, in fremde Welten einzutauchen, historische Fakten genau zu recherchieren, um sie mit ihren Geschichten zu verweben, und ihrer Fantasie dann freien Lauf zu lassen. Claire Winters Romane finden sich regelmäßig auf den SPIEGEL-Bestsellerlisten. Die Autorin lebt in Berlin. -

    Produktinformation (Amazon)Herausgeber ‏ : ‎

    Heyne Verlag (16. April 2025)

    Sprache ‏ : ‎ Deutsch

    Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 592 Seiten

    ISBN-10 ‏ : ‎ 3453292588

    ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453292581


    Schlimme Vergangenheit

    Köln in den 50er Jahren. Cosima, Erbin der Liefensteins, gründet eine Stiftung für bedürftige Frauen und geht damit ihren eigenen Weg. Der Journalist Leo Marktgraf tritt in ihr Leben. Er stellt Nachforschungen über den Tod eines Freundes an. Dessen Leiche war, kurz nach dem er schwere Anschuldigungen gegen die Liefensteins erhoben hatte, am Ufer des Rheins gefunden worden. Cosima will Licht in die Vergangenheit ihrer Familie bringen und stellt bald fest, dass nichts so ist wie es scheint. Doch in der jungen Bundesrepublik will niemand mehr an die Zeit des dritten Reiches erinnert werden und es gibt ein Netzwerk von Menschen, die immer noch mächtig sind. Sie wollen unbedingt verhindern, dass Cosima und Leo der Wahrheit auf die Spur kommen.

    Meine Meinung

    Das Buch lie0 sich leicht und flüssig lesen, denn keine Unklarheiten im tEst störten meinen Lesefluss. Ich war auch schnell in der Geschichte drinnen. Die beiden weiblichen Hauptprotagonistinnen waren mir gleich sympathisch. Es fing mit der Gründungsfeier für Cosimas Stiftung an, bei welcher sie cich bemühte, Spenden dafür zu sammeln. Die Stiftung imponiert mir. Ihrem Onkel war sie wohl nicht ganz so recht, auch wenn er das nicht sagte. Dann gab es da das Dienstmädchen Elisa, das 193,3 bei Lauensteins eine Anstellung gefunden hatte. Der Auslöser für Cosimas Nachforschungen war der Fund der Leiche eines Anwalts, eines Freundes von Leo Marktgraf. Diesen hatte Cosima auf eine etwas unerfreuliche Art kennengelernt. Und je tiefer Cosima in die Vergnügtheit eintauchte, desto mehr wollte sie wissen. In Elisas Zeit gab es drei Liefensteinsöhne nämlich Theodor, Albert und Edmund, der der jüngste war. Es gab Reibereien wegen des Regimes und nicht alle waren mit diesem einverstanden. Sogar noch nach <krieg hatten manche noch viel Macht und konnten dafür sorgen, dass z B keine Anklage erhoben wurde, wobei es um die Zwangsarbeiter und deren Entlohnung im Krieg ging. Ich finde das Buch sehr gut geschrieben und auch sehr gut recherchiert. . Es gefiel mir gut ist spannend und hat mich gefesselt, so dass ich es am liebsten in einem Rutsch gelesen hätte. Von mir eine Leseempfehlung sowie fünf Sterne.

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    Liebe Grüße
    Lerchie


    _______________________
    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • Mit „Die Erbin“ ist der Autorin Claire Winter, ein packender Spannungs- und berührender Famlienroman, der bis in die dunkle Vergangenheit einer großen deutschen Industriellenfamilie führt, voller Atmosphäre und unverhoffter Wendungen, gelungen.

    Im Jahr 1957: Ein Unbekannter kommt auf tragische Weise ums Leben und stellt einige Tage später, das Leben der jungen Miterbin Cosima Liefenstein, die einer angesehenen und erfolgreichen Industriellenfamilie angehört, auf den Kopf.

    Nach einem Reitunfall trifft Cosima im Krankenhaus auf die alleinerziehende Lisbeth und ihre drei Kinder. Ihr Schicksal berüht sie, denn als Witwe bekommt Lisbeth so gut wie keine Hilfe vom Staat. Was für Frauen dieser Zeit unmöglich erscheint, gelingt Cosima, eine Stiftung für bedürftige Frauen und Witwen zu gründen. Auf der Feier macht Cosima, eine seltsame Beobachtung, denn ein Mann schüttet ihrem Onkel ein Glas Sekt ins Gesicht und Tage später, ist er tot. Als sie ihren Onkel darauf anspricht, reagiert er etwas sonderbar und die feinfühlige Cosima steht plötzlich vor einer Mauer des Schweigens.

    Cosima lernt den Journalisten Leo Marktgraf kennen, der über ihre Stiftung berichten möchte, aber im Stillen, Nachforschungen über den Tod seines Freundes macht und hofft, mehr über die Liefensteins zu erfahren. Nach einem überraschenden Fund auf dem Dachboden, ist sich Cosima sicher, dass ihr Vater Edmund eine Geliebte hatte doch auch hier leugnet ihr Onkel Theodor und ihre Mutter erzählt ihr sogar wie groß die Liebe zwischen ihr und ihrem Vater war. Gerade die vielen Ungereimtheiten und offenen Fragen im Umfeld ihrer Familie, machen Cosima neugierig und besonders warum ihre Familie unbedingt verhindern will, dass sie in der Vergangenheit herumstöbert? Wird sie herausfinden, was die Familie vor ihr zu verbergen versucht?

    Berlin, im Jahr 1929 kommt die junge Waise Elisa als Dienstmädchen in die Familie der schwerreichen Liefensteins und lernt dort nicht nur ein völlig neues Leben kennen, sondern begegnet auch ihrer großen Liebe.
    Wilhelm Liefenstein, Großvater von Cosima, Vater von Theodor, Albert und Edmund, kauft Beteiligungen und Firmen auf um seinen Reichtum und Einfluss zu vermehren. Liefenstein-Batterien oder Liefenstein-Stahl sind bald international zu einem Namen geworden. Theodor soll die Nachfolge seines Vaters antreten, Albert ist willens aber es fehlt im an Fantasie und Führungskraft für ein Unternehmen. Von seinem jüngsten Sohn Edmund ist er grenzenlos enttäuscht besonders wegen seiner mangelnden Ambitionen der zunehmend engeren Beziehungen zu den Nationalsozialisten. Erst durch die standesgemäße Heirat mit Rita und der Geburt ihrer Tochter Cosima, wird Edmunds Leben, etwas leichter. Während Edmund seine Tochter über alles liebt, entfernt er sich immer mehr von Rita. Trotz des großen Standesunterschiedes, zieht es Edmund immer mehr in Elisas Arme, denn bei ihr findet er sein Glück.

    Die Autorin fächert geschickt die Vergangenheit aus unterschiedlichen Perspektiven auf und lässt dazwischen immer wieder Raum für Cosimas Entdeckungen. Der Kreis schließt sich und die grausame Wahrheit der Vergangenheit kommt ans Tageslicht.

    Besonders hervorheben möchte ich den ausführlichen Anhang der Autorin, mit den fiktiven und realen Fakten sowie der Angabe mit einer Bücherauswahl für Interessierte.
    Die Industriellenfamilie Liefenstein ist fiktiv, während die Geschichte der Liefensteins und ihre Verstrickungen in den Nationalsozialismus angelehnt an wahre Begebenheiten sind. Erschreckend in welchem beträchtlichen Maße, die deutsche Industrie und Wirtschaft im „Dritten Reich“ von den Arisierungen, den Enteignungen und dem Raub jüdischer Betriebe und Firmen und von der Zwangsarbeit profitierten.

    Fazit:
    Die Autorin hat eine wunderbare Gabe, Geschichte lebendig zu erzählen und ihre gut recherchierten historischen Fakten, wie ganz nebenbei zu schildern. „Die Erbin“ ist ein packender und absolut glaubwürdiger Roman mit unverwechselbaren Figuren, voller Atmosphäre und unverhoffter Wendungen, den ich sehr gerne gelesen habe.
    Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

  • Köln in den fünfziger Jahren: Cosima Liefenstein stammt aus einer angesehenen Industriellenfamilie. Der Zufall brachte sie mit einer jungen Mutter zusammen, die es in jener Zeit sehr schwer hatte. Daher will Cosima ihr und anderen bedürftigen Frauen helfen und gründet eine Stiftung. Cosima möchte mehr über ihre Familie erfahren, trifft aber nur auf Schweigen. Leo Marktgraf, ein junger Journalist, will wissen, warum sein Freund gestorben ist, der Vorwürfe gegen die Familie Liefenstein erhoben hatte. Als Cosima und Leo recherchieren, stechen sie damit in ein Wespennest und bringen sich und andere in Gefahr, denn die Netzwerke aus der NS-Zeit funktionieren immer noch perfekt und wollen, dass das auch so bleibt.

    Dieser Roman von Claire Winter ist spannend und erschreckend. Von Anfang an hat mich diese Geschichte gepackt, die so viel mehr ist als eine Familiengeschichte. Wir erfahren, wie sich Industriellenfamilien mit den Nazis gemein gemacht haben und deren Gräueltaten nicht nur toleriert, sondern auch aktiv mitgestaltet haben. Nur dank der Zwangsarbeiter konnten sie ihre Geschäfte weiterführen, wobei Kontakte zur Regierung äußerst hilfreich waren. Die fiktive Familie Liefenstein steht für viele andere Industrie-Dynastien, die ihre Historie gerne im Dunkeln gelassen hätten, um auch in der jungen Bundesrepublik weiterführen zu können.

    Immer wieder gibt es zwischendurch Rückblicke, die das Leben der Familie, der Freunde und der Angestellten in der schrecklichen Zeit des Nationalsozialismus zeigen. Für die einen gab es gute Geschäfte, für andere Not und Tod.

    Nachdem ihr Vater Edmund durch einen Unfall ums Leben kam, ist Cosima bei ihrem Onkel Theodor aufgewachsen. Die beiden haben eine enge Beziehung, aber Fragen nach der Vergangenheit bleiben unbeantwortet. Cosima ist eine starke mitfühlende Person. Als sie mehr über ihre Familie wissen will, bringt sie nicht nur Unruhe in die Familie, sie schreckt auch andere auf. Leo hat andere Gründe für seine Nachforschungen, doch auch die hängen mit der Familie Liefenstein zusammen. Cosimas Onkel Theodor ist ein Mann mit vielen Gesichtern. Er verhält sich ganz im Sinne seines Vaters Wilhelm, für den Geschäft und Ansehen das Wichtigste ist. Doch dann passiert etwas, das in ihm etwas auslöst, was zu einer Weiterentwicklung seiner Persönlichkeit führt.

    Elisa Kopper kommt siebzehnjährig als Hausmädchen in die Familie Liefenstein und wird später dann Kindermädchen für Cosima. Wie ungeschützt Angestellte waren, zeigt sich, als sie Hals über Kopf die Villa verlassen muss. Aber auch das Schicksal von David, Edmunds Freund, hat mich sehr berührt.

    Dieser grandiose Roman erzählt eine Geschichte, die berührt und einen lange nicht loslässt. Meine absolute Empfehlung!

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