Andreas Mäckler - Hans Zimmer - Werksbiografische Betrachtungen

Cover zum Buch Hans Zimmer

Titel: Hans Zimmer

4,5 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

Verlag: Verlag des Biographiezentrums

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 409

ISBN: 9783940210050

Termin: Neuerscheinung Februar 2025

Aktion

  • Das Phänomen Hans Zimmer

    Hans Zimmer wird 1957 in Frankfurt/Main geboren. Seine turbulente Schulzeit, angeblich „flog“ er von einer Vielzahl dieser Einrichtungen, schließt er im englischen Dorking ab. Seit frühester Kindheit fasziniert ihn die Musik, doch sein einziger Klavierlehrer (das kommt uns bekannt vor) soll bereits nach einer Woche Unterricht geflohen sein. Jetzt also in England gelandet, zieht er nach London und startet dort seine Karriere.

    Dr. Andreas Mäckler, Biograf und Schriftsteller, hat sich das große Ziel gesetzt, die umfassende Werksbiografie eines der größten lebenden Hollywood-Komponisten, Hans Zimmer, zu verfassen. In neun Kapiteln erzählt er uns vom Leben und Schaffen des großen Musikers.

    Nach einer kurzen Einführung in die Kindheit und Jugend Zimmers sind wir also bei seinem Karrierestart im London der 1970er Jahre dabei. Er experimentiert mit Synthesizern, leidet an Geldmangel und auch mal unter einer Rattenplage. Doch er knüpft auch erste wertvolle Kontakte und widmet sich zunächst der Popmusik und der Werbebranche. Wir begleiten Hans Zimmer nach Hollywood, wo er mit Talent, Durchhaltevermögen und Beharrlichkeit den Durchbruch schafft ...

    Für die vorliegende Werksbiografie wertete der Autor eine Vielzahl an Rezensionen, Medienberichten, Artikeln und Interviews aus. Er verwendet Anmerkungen und Erinnerungen von Mitarbeitern und Weggefährten Zimmers (z. b. Henning Lohner, S. 175, Christopher Nolan, S. 262), um ein umfassendes Nachschlagewerk erstellen zu können. Dazu diskutiert er Rezensionen, hinterfragt die Intentionen der Kritiker, die stets auch subjektiv sind, je nach Geschmack und Schwerpunkt des Einzelnen. Gefallen hat mir, dass er, um diesen Eindruck zu verdeutlichen, zwei Kritiken zum selben Soundtrack einander gegenüberstellt (z. B. S. 192). Ein weiteres Plus des Buches ist, dass auch kritische Stimmen und negative Rezensionen enthalten sind.

    Die menschliche Seite des vielfachen Preisträgers kommt auch nicht zu kurz. Leider hat Hans Zimmer dem Autor kein Interview gegeben, deshalb hat dieser Interviews und Zitate verwendet, um den Komponisten zu Wort kommen zu lassen. „Das Wichtigste für einen Musiker ist, hören zu lernen - nicht, spielen zu lernen! Die Inspiration kommt von den Anderen."(S. 77) oder "Mit Kritiken ist es so eine Sache. Wenn ich für Filme wie „Besser geht’s nicht“ intimere Musik schreibe und sparsam mit dem Orchester arbeite, werfen sie mir vor, ich kriege den „großen Zimmer-Sound“ nicht mehr hin. Gehe ich’s bombastisch an, schreiben sie „Typisch Zimmer - immer dasselbe“ (S. 136). Am Buchende entdeckte ich, dass ich eine gemeinsame Vorliebe mit Hans Zimmer teile. Er ist ebenfalls ein großer Fan des britischen Komikers Tommy Cooper (S. 411)

    Durch dieses Buch lernte ich ein für mich neues Phänomen kennen. Obwohl flüssig geschrieben, konnte ich, erschlagen von der Fülle an Information, Wissen und Material stets nur wenige Seiten auf einmal lesen. Dann musste sich der neue Input erst einmal setzen. Ich habe viel mehr als erwartet über den Werdegang Hans Zimmers, seine Entwicklung, sein Schaffen und sein Werk erfahren. Ebenso über das Entstehen, die Bedeutung und die Geschichte der Filmmusik. Über das Komponieren und den Weg zur Spitze (Stichwort Mentorenprinzip). Der Autor hat die herausfordernde Aufgabe, die er sich gestellt hat, bravourös gemeistert. Herausgekommen ist ein umfassendes Standardwerk für alle Fans von Hans Zimmer, aber auch für jeden, der sich für die Filmmusik Hollywoods und deren Geschichte interessiert. Mir hat lediglich ein Personen- bzw. Stichwortverzeichnis gefehlt, das mir das Navigieren in dieser umfangreichen Werksbiografie erleichtert hätte. Das ein oder andere Foto würde den komprimierten Text auflockern.

    Von mir 4,5 von 5 Sterne und eine Leseempfehlung für den genannten Leserkreis.

    Bücher sind nichts als Papier, es sei denn, man liest sie.

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