Beate Maly - Mord im Böhmischen Prater

Cover zum Buch Mord im Böhmischen Prater

Titel: Mord im Böhmischen Prater

4,6 von 5 Sternen bei 7 Bewertungen

92,9% Zufriedenheit

Band 9 der

Verlag: Emons Verlag

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 256

ISBN: 9783740823276

Termin: Neuerscheinung November 2024

Aktion

  • Kurzmeinung

    Lavendel
    Gewohnt spannender Fall für Ernestine & Anton, toller Einblick in das Wien der 1920er & schöne Charakterentwicklung.
  • Cover zum Buch Die Bildweberin Cover zum Buch Die Trümmerschule: Jahre der Kinder: ... Cover zum Buch Aurelia und die Jagd nach dem Glück
  • Der neunte Fall für die pensionierte Lateinlehrerin Ernestine Kirsch und ihren Lebenspartner den pensionierten Apotheker Anton Böck führt die beiden in den 10. Wiener Bezirk Favoriten, genauer gesagt in den Böhmischen Prater.

    Bei einem Spaziergang auf dem Gelände des Vergnügungsparks, der eine kleine. bescheidene Kopie des Wiener Praters ist, gräbt Minna, die Hündin von Antons Enkelin Rosa, einen menschlichen Knochen aus. Natürlich wittert Ernestine sofort ein Verbrechen.

    Recht schnell macht das Gerücht die Runde, die Knochen könnten von einer hübschen jungen Frau stammen, von der man bislang glaubte, sie wäre mit einem reichen, geheimnisvollen Liebhaber durchgebrannt. Ein Cold Case?

    Bei ihren Recherchen und Schnüffeleien stoßen Ernestine und Anton auf einige Geheimnisse, die wohl besser unentdeckt geblieben wären.

    Meine Meinung:

    Wie schon in den Vorgängern gelingt es Autorin Beate Maly die Stimmung der 1920er-Jahre bestens einzufangen.

    Wir erfahren einiges über die frühere Macht der Ziegeleibesitzer und die Ohnmacht der sogenannten „Ziegelbehm“, also jene ungelernten Arbeiterinnen und Arbeiter, die unter schier unvorstellbarem Elend in den Ziegelwerken rund um den Böhmischen Prater schuften mussten.

    Die liebevoll gezeichneten Figuren sind immer ein Garant für schöne und amüsante Lesestunden. Ernestine Kirsch und Anton Böck sind einfach ein unverwechselbares Ermittlerpaar. Schmunzeln darf man, wenn Ernestine ihren Anton mit der Aussicht auf eine Mehlspeise zu weiteren Nachforschungen anspornt. Diesmal sind es die böhmischen Mehlspeisen, die es Anton angetan haben, die ihn dazu verleiten, sich selbst in die Küche zu stellen.

    Schwiegersohn Erich Felsberg ist wieder mit den Ermittlungen betraut und obwohl er sich die Einmischungen von Ernestine und Anton (erfolglos) verbittet, tauscht man sich innerhalb der Familie über den Kriminalfall aus. Diesmal allerdings kann er über die neugierige Nase von Ernstine ziemlich froh sein. Warum? Das verrate ich nicht.

    Gut gefallen hat mir, dass erstens das Fräulein Irmi, die Sekretärin in Erich Felsbergs Dienststelle eine größere Rolle spielen darf und zweitens, dass Werner Wedel, einer seiner Mitarbeiter, sich von den antisemitischen Sprüchen seines Kollegen Julius Pinter distanziert. Ob das so bleiben wird?

    „Er ist mein Vorgesetzter“ entgegnete Wedel „und solange er mich ordentlich behandelt, werde ich nicht gegen ihn schießen. Jude hin oder her. Es ist mir hundertmal lieber an einem spannenden Fall zu arbeiten, als immer bloß Akten von einem Zimmer ins andere zu tragen. Dafür bin ich nicht zur Kriminalpolizei gegangen. Irgendwann will ich auch die Karriereleiter hochklettern. Dafür muss ich Erfolge vorweisen können.“

    Es ist zu hoffen, dass diese Einstellung Wedels Erich gegenüber länger anhält.

    Das Cover ist wieder einmal super gelungen und passt perfekt zu den anderen der Reihe.

    Fazit:

    Gerne gebe ich hier abermals 5 Sterne und warte gespannt auf den nächsten Band.

    "Ein Tag ohne Buch ist ein verlorener Tag"

    "Nur ein Lesender kann auch ein Schreibender sein oder werden" (Maria Lassnig/1919-2014)

  • immer wieder spannend und unterhaltsam

    Anton und Ernestine verbringen ihre Zeit im Jahre 1925 bei schönem Wetter im böhmischen Prater. Das bunte Treiben und die Polkamusik haben es ihnen angetan. Auch die Cockerspaniel-Dame Minna ist mit dabei. Minna geht ihrem ganz eigenen Vergnügen nach und gräbt einen großen Knochen aus. Der Knochen entpuppt sich als menschlich und schon ist die gute Stimmung dahin. Ernestine geht natürlich direkt von einem Verbrechen aus und Anton sieht seine gemütlichen Nachmittage dahin schwinden.

    Bereits zum neunten Mal darf ich die passionierte Lateinlehrerin Ernestine und den Apotheker Anton bei einem ihrer Abenteuer begleiten. In diesem Fall geht es in den böhmischen Prater zu Musik und Tanz. Wieder einmal ist es der Autorin Beate Maly gelungen, einen guten Krimi zu erzählen. Dabei gelingt es ihr mühelos, die neue Handlung zu schildern und gleichzeitig auch eine Brücke zu den vorherigen Abenteuern zu schlagen. Die Wiederholungen fließen so mit ein, dass sie den Lesefluss nicht stören und nur das Gedächtnis ein wenig auffrischen. Neue Leser dürften dabei vielleicht auch auf den Geschmack kommen und einen anderen Teil der Reihe lesen wollen.

    Mit dem Auftauchen der Knochen stellt sich Ernestine natürlich gleich die Frage: Was ist hier passiert und zu wem gehören die Knochen? Den Fall übernimmt hier wieder der Schwiegersohn von Anton. Erich ist durchaus ein erfahrener Ermittler und nicht nur der Mann von Antons Tochter, doch Ernestine kann es auch diesmal nicht lassen und stellt ihre eigenen Ermittlungen an, zum Ärger von Anton und zur Unterhaltung der Leser.

    Neben der eigentlichen Suche nach der Wahrheit gewährt die Autorin Einblicke in das Leben dieser Zeit. Erich als Kommissar gehört dem jüdischen Glauben an und hat damit zu kämpfen, dass seine ihm unterstellten Mitarbeiter ihn nicht immer ernst nehmen oder akzeptieren. Die Zeit um 1925 zeigt schon deutlich, wie schwer die Zeiten werden.

    Die Suche nach der Wahrheit findet zudem nicht nur in einer bestimmten Gesellschaftsschicht statt. Man erfährt hier durchaus, wie die Menschen in dieser Zeit lebten und arbeiteten, während die bessergestellte Gesellschaft es sich gut gehen ließ. Die Hinweise und Spuren hat die Autorin gut gelegt, auch wenn man als erfahrener Krimileser der Lösung recht schnell sehr nahe kommt. Mich hat das aber nicht gestört.

    Mir gefallen diese ruhigen Krimis aus der Feder von Beate Maly sehr gut. Sie versteht es, die Atmosphäre dieser Epoche einzufangen und gleichzeitig einen unterhaltsamen Krimi zu erzählen.

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