Ryan La Sala - Die Honeys / The Honeys

Cover zum Buch Die Honeys

Titel: Die Honeys

, (Übersetzer)

3,7 von 5 Sternen bei 3 Bewertungen

Verlag: Cross Cult Entertainment

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 384

ISBN: 9783986666507

Termin: Neuerscheinung Oktober 2024

Aktion

  • Kurzmeinung

    Murphy12
    spannend, flüssig zu lesen - eine gelungene phantasievolle Geschichte
  • Kurzmeinung

    easymarkt3
    Viel Verwirrung um ein Gespinst und Schattenhonig
  • "Die Honeys" - Nicht nur der Titel, sondern auch wichtiger Teil der Geschichte.

    Mars, dessen Schwester Caroline eines Nachts grausam stirbt, bleibt mit unzähligen Fragen zurück. Die reiche, sehr auf das äußere Ansehen bedachte, Familie ist bei Mars Suche nach Antworten auch keine Hilfe. So fasst Mars den Entschluss. Xier muss zurück nach Aspen, das Sommercamp aus dem Caroline diesen Sommer zum letzen Mal als eine andere Person zurück kam. In Aspen war sie Teil der Honeys, eine alles andere als normale Mädchenclique. Mars stellt sich seiner Vergangenheit und auch den Herausforderungen der Gegenwart als genderfluide Person in einem binären Sommercamp.

    Ich habe es geliebt über eine queere Person in der Hauptrolle zu lesen, ohne, dass es darum ging, wie sie sich/ ihre Identität findet und welche Herausforderungen dabei auftreten. Mars wusste wer er war und wurde von Seite 1 an als mutige, sympathische und humorvolle Person dargestellt. Auch als mich die Handlung wie eine Achterbahn herumgewirbelt hat, war ich froh diese Erlebnisse mit Mars zu teilen. La Salas Schreibstil ist unglaublich packend und die Geheimnisse genau so dosiert, dass man sich Seite für Seite tiefer einbuddeln kann. Auch als die Geschichte einen Twist in Richtung Übernatürliches genommen hat, war ich nach kurzer Verwirrung schnell wieder dabei.

    Meine einzige kleine Kritik betrifft das Ende, welches auf mich etwas abgehackt gewirkt hat. Ich hätte mir gewünscht, dass ich zum Schluss weitere detaillierte Beschreibungen finde und es sich für mich noch etwas runder anfühlen würde.

    Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven, spannend bis zuletzt und hat alles, was ein guter Thriller braucht. Eine große Leseempfehlung für alle, die gerne Achterbahn fahren und sich nicht von Übernatürlichem abschrecken lassen.

  • Squirrel 13. Oktober 2024 um 17:40

    Hat den Titel des Themas von „Honig ist nie wieder dasselbe!“ zu „Ryan La Sala - Die Honeys / The Honeys“ geändert.
  • Pollykatz Bitte schreib in die Titelzeile nur Autor & Buchtitel, keine freien Texte. Sonst findet niemand die Rezension wieder.

    Ich habe auch die ISBN für das Buch nachgetragen. Für Dich: die Eingabezeile öffnet sich, sobald du unten auf "Buch" klickst. Dadurch wird das Buch mit deiner Rezension verlinkt und oben abgebildet.

    Und hier noch das Original :wink:

    viele Grüße vom Squirrel


    :study: Kai Lehmann - Hexen vor Gericht

  • Viel Verwirrung um ein Gespinst und Schattenhonig

    Das Cover wirkt in seiner bunten Aufmachung sommerlich einladend, leicht und jung im Gegensatz zu mysteriösen Abenteuern im Aspen Sommercamp. Hauptakteure sind die Zwillinge Caroline und Mars, der mit seiner Genderfluidität Problemen im dortigen sozialen Natursetting selbstbewusst begegnet. Da seine geliebte Schwester unter seltsamen Umständen verstirbt, begibt sich Mars als wichtigen Teil seiner Trauerbewältigung und unterschwelliger Aufklärungsarbeit nach Aspen. Seine Tagträume, nächtlichen Alpträume wechseln sich ab mit magischen Visionen im Zusammenhang mit den Honeys, der Gruppe Mädchen der Hütte H, die sich rundum mit Bienenhaltung und Honigverkauf auf dem Bauernmarkt beschäftigen. Bis zur Wahl der neuen Königin im Bienenstock geschehen viele abenteuerliche, auch surreale Dinge in teils philosophischem, poetischem Schreibstil, neben Satire als Provokation hinsichtlich Geschlechter-Binarität, aber auch gegenüber familiärer Scheinheiligkeit und Ausbeutung der Kinder. Der unbändige Hunger bzw. Bedarf an Honig, teils blutig verfärbt, mag eine Metapher für die menschliche Gier sein, die alles verschlingen will: Menschen, Leben, Liebe. Eine Ansage gegen Kapitalismus. Das Horror-Szenarium rund um triefende Honigwaben verwirrt am meisten neben vielen Ritualen, Treuetests und Wettkämpfen. Thematisiert werden auch Ausgrenzung, Manipulation, Mobbing, Machtdünkel, Sexismus, Schwesternschaft, Selbstfindung und Glück. Gegen die scheinheiligen Werte von Aspen -TRADITION CHARAKTER GEIST – wird rebelliert. Dieses Leseabenteuer voller diabolischer Machenschaften könnte auch einem LSD-Trip entsprungen sein.

  • Freund oder Feind?

    Das Buch hat mich durch das aufwendig gestaltete Cover mit den vielen versteckten glänzenden Bienen und den schönen Farbschnitt praktisch angezogen. Der Klappentext war zudem vielversprechend. Die ersten Seiten sind zwar für sich genommen eher verwirrend- so dass ich sie passagenweise mehrfach gelesen habe, aber der Schreibstil ist ansprechend und lässt sich flüssig lesen, so dass ich mich für dieses Buch entschieden habe.

    Mars ist die Hauptperson dieser Erzählung. Er ist genderfuid und möchte keinem Geschlecht ausschließlich zugeordnet werden. Dieser Wesenszug wird nicht übermäßig beleuchtet, sondern „ist“ einfach. Die Beiläufigkeit der wenigen Erklärungen hierzu und der Umstand, dass die Person Mars noch so vieles mehr ausmacht, als seine geschlechtliche Einordnung haben mir gut gefallen.

    Mars verliert seine Zwillingsschwester Caroline. Sie greift ihn zu Hause im Schlaf an und stirbt im weiteren Handgemenge. Da die Mutter der beiden Politikerin ist, darf dieser Angriff nicht bekannt werden. Deshalb wird erklärt, dass Caroline an einem Hirntumor gestorben ist.

    Mars wird auf der Totenfeier von Freundinnen seiner Schwester eingeladen sie in einem Sommercamp zu besuchen, in dem Caroline viele Sommer verbrachte hatte, während Mars dort angegriffen wurde und deshalb von einigen Jahren bereits das Camp verlassen hat und nicht zurückkehren wollte. Nun jedoch ist er auf der Suche nach seiner Schwester und bricht gegen den Willen seiner Eltern dorthin auf.

    Vor Ort gibt es einige irritierende Begebenheiten und Probleme für Mars, der sich im weiteren Verlauf jedoch zurechtfindet. Es fällt Mars -ebenso wie mir als Leser- schwer, Freunde und Feinde zu benennen. Auf wen kann Mars sich verlassen? Die Geschichte wird immer spannender und begibt sich schleichend in den phantastischen Bereich. Dieser Übergang ist gelungen, jedoch hat mich die Auflösung nicht ganz überzeugt.

    Insgesamt hatte ich ein ansprechendes Lesevergnügen, so dass ich 4 Sterne vergebe.

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Sommerlich und unheimlich - 4 Sterne

    Worum geht es?

    Als Caroline plötzlich ums Leben kommt, bleibt Mars ohne die Schwester zurück. Daraufhin begibt sich Mars ins Camp Aspen, um Carolines letztem Sommer nachzuspüren.

    Worum geht es wirklich?

    Gemeinschaft, Identität und Geheimnisse.

    Lesenswert?

    Ja, das Buch hat mich sehr überrascht. Es startet recht düster und unheimlich, verliert diesen Schauer dann im Laufe der Zeit und kehrt zum Ende hin genau wieder in diesen Zustand zurück.

    Das Zwischenspiel ist gefüllt von Sommercamp-Atmosphäre und Mars’ Suche nach der eigen Identität. Mars ist genderfluid und somit eine Art Störfaktor in der klassischen binären Rollenverteilung im Camp. Nicht nur was die Schlafunterkünfte betrifft, sondern das gesamte Leben, die Spiele, die Erwartungen an die jeweiligen Geschlechter. Das klassische Rollenbild wird hier aufrecht erhalten und kommt durch Mars’ Existenz regelmäßig Risse. Wie interessant, dass schon die bloße Anwesenheit von Mars dafür ausreicht.

    Mars hat das Camp früher schon einmal besucht, musste es dann aber wegen einem zu Beginn nicht näher erklärten Vorfall wieder verlassen. Für Mars ist es also ein Heimkommen in gewohnte Gefilde, aber auch in gewohnte Konflikte.

    Während die Mädchengruppe mit Mars’ Identität ganz gut umgehen können und motivierend und hilfreich zur Seite stehen, fühlen sich die Jungen angegriffen und können das in ihren Augen unmännliche Auftreten teilweise kaum aushalten.

    Mars als Protagonist*in fand ich sehr interessant und sympathisch, die humorvolle Art richtig nett.

    Die anderen Figuren bleiben dagegen eher wenig charakterisiert und treten nur als Randfiguren auf. Da gibt es eigentlich nur drei Typen: Stereotypes Mädchen, stereotyper Junge und Jungen, die nicht der gewohnten Heteronormativität entsprechen.

    Die ganze Geschichte ist sehr spannend und wie erwähnt auch recht düster mit Tendenz zum Ekel. Fantastische Elemente spielen definitiv eine Rolle.

    Man bekommt hier ein Buch über das Erwachsenwerden in strenger Rollenverteilung, ein bisschen Sommercamp, ein bisschen Thriller und ein bisschen botanical horror - ich denke das trifft es ganz gut. Eine rundum überraschende Lektüre.

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