Inhalt:
Es ist der letzte Schultag vor den Ferien und Deutschlehrer Moritz Brandl betritt das Klassenzimmer seines Leistungskurses. Doch statt des Unterrichts beginnt ein Spiel um Leben und Tod: Brandl verriegelt die Tür und zieht eine Waffe. Er will herausfinden, wer sein Leben ruiniert hat. Seine Frau hat vor Kurzem Suizid begangen und in seiner Verzweiflung versucht er, die Schuldigen zu finden. Nur wenn die Klasse zusammenhält, haben alle eine Chance zu überleben …
Meine Meinung:
Bücher, die einen Amoklauf in der Schule thematisieren, habe ich bereits gelesen. Hier ist es allerdings kein Schüler, der plötzlich seine Mitschüler bedroht, sondern ein Lehrer. Der Deutsch-LK glaubt eigentlich, sich auf eine Debatte vorzubereiten, doch Ihr Lehrer hat einen anderen Plan. Oder hat er vielleicht sogar gar keinen Plan?
Aus drei verschiedenen Perspektiven erleben wir die Stunden, in denen die Schüler mit Ihrem Lehrer in einem Raum gefangen sind. Herr Brandl bedroht Sie alle mit einer Pistole. Unter den Schülern befinden sich auch Liam und Sam, aus deren Sicht wir die Geschichte erleben. Zusätzlich bekommen wir noch die Perspektive von Alex, die vor dem Gebäude gemeinsam mit den Einsatzkräften dafür sorgen möchte, dass alle den Raum unverletzt wieder verlassen können.
Mir kam das Buch künstlich in die Länge gezogen vor, obwohl es nicht mal besonders lang war. Für mich war nur nie richtig zu verstehen, warum niemand zwischendurch mal eingegriffen hat. Für mich hat sich also permanent die Frage ergeben, ob so eine Geiselnahme über so viele Stunden so wirklich stattfinden würde, ohne dass sie vorher bereits beendet wird. Vielleicht ist es so, aber ein wenig mehr Begründung, warum es so ist, wäre ganz gut gewesen.
Dann habe ich mir gleich zwei Charaktere über das gesamte Buch sehr falsch vorgestellt. Ich habe nichts dagegen, geschlechterneutrale Personen in ein Buch einzubauen, aber nachdem ich mir Alex beispielweise die ganze Zeit mit einem männlichen Aussehen vorgestellt hatte und dann irgendwann plötzlich weibliche Pronomen verwendet wurden Ihr gegenüber, war ich erst mal kurz verwirrt.
Sam selbst ist non-binär und verwendet die Pronomen they/them. Was mich hier gestört hat, war die Verwendung der Worte "Niemensch" etc. Ich wusste nicht, dass "Niemand" ein Geschlecht impliziert, daher bin ich da erst mal drüber gestolpert und fand das Lesen insgesamt dadurch erschwert.
Fazit:
Mir wurde hier ein Thema zu sehr in den Vordergrund gestellt, das in dem Setting für mich persönlich nichts verloren hatte. Insgesamt wirkte die ganze Geschichte daher zu gezwungen und zu sehr konstruiert. Es hat für mich einfach nicht zusammen gepasst.
Mir wurden die Charaktere generell zu wenig beleuchtet, vielleicht hätte ich dann mehr Bezug dazu gesehen, aber allein durch das Geschehen habe ich mir viele gar nicht richtig vorstellen können und manche eben leider nur sehr falsch.
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