Melanie Levensohn - Der Morgen nach dem Regen

Cover zum Buch Der Morgen nach dem Regen

Titel: Der Morgen nach dem Regen

3,5 von 5 Sternen bei 4 Bewertungen

Verlag: Insel Verlag

Format: E-Book

Seitenzahl: 447

ISBN: 9783458644484

Termin: Neuerscheinung September 2024

Aktion

  • Die Leseprobe führte den Leser bereits in die idyllische Gegend um Sankt Goar und den Loreleyfelsen und lies eine interessante Mutter-Tochter-Geschichte vermuten. Da ich eine großer Fan der wunderschönen Gegend um Sankt Goar bin, wollte ich diese Geschichte lesen.

    Ich wurde positiv überrascht. Vor dem tiefgreifenden Hintergrund der beruflichen Tätigkeit der beiden Protagonistinnen erzählt die Autorin die berührende Geschichte von Johanna und ihrer Tochter Elsa. Seit 10 Jahren haben sie kaum noch Kontakt zueinander. Nach einem furchtbaren Streit zerbrach die durch die berufliche Tätigkeit der Mutter seit Jahren stark belastete Beziehung der beiden endgültig.

    Das große Thema der Mehrfachbelastung berufstätiger Mütter wird hier auf einer hohen Ebene des monatelangen Einsatzes in Kriegsgebieten dargestellt.

    Indem Ereignisse der Vergangenheit aus Sicht von Mutter und Tochter erzählt werden, wird deutlich, wie die Gräben in der Familie durch das Totschweigen von Geschehnissen vor dem Kind immer stärker anwachsen und schließlich zum Zerbruch der Familie führen.

    Nach Jahren treffen Mutter und Tochter in dem von der geliebten Tante geerbten Haus am Rhein unerwartet aufeinander und konfrontieren sich mit den gegenseitigen Vorwürfen. Plötzlich wächst Johanna über sich hinaus und erzählt der Tochter die ganze Wahrheit.

    Unerwartet gesundet dadurch nicht nur ihre Beziehung zueinander, sondern beide Frauen sind wieder bereit für das eigene persönliche Glück.

    Ein tolles Buch über die Kraft des gesprochenen Wortes und über die verheerende Wirkung von Geheimnissen und Totgeschwiegenem.

    Neben der idyllischen Gegend am Rhein wird der Leser in viele andere Regionen unseren Planeten geführt, in denen Johanna tätig war.

    Das Cover passt sehr gut zum Inhalt des Buches und zeigt eine der beiden Frauen am Fenster des Hauses am Rhein mit Blick auf die gegenüberliegende Rheinseite und den Apfelbaum von Tante Toni, von dessen Äpfeln die Tante die geliebten Apfelpfannkuchen herstellte. Perfekt!

  • Squirrel 16. September 2024 um 22:20

    Hat den Titel des Themas von „Der Morgen nach dem Regen“ zu „Melanie Levensohn - Der Morgen nach dem Regen“ geändert.
  • Hohleborn8 Bitte denk daran, in die Titelzeile den Autorennamen & den Titel zu setzen. Und die ISBN bitte immer in die Eingabezeile einkopieren, die sich öffnet sobald Du auf den Reiter "Buch" klickst. Dann wird das Buch mit deiner Rezension verlinkt und man findet sie auch wieder. Danke. :wink:

    viele Grüße vom Squirrel


    :study: Nina Polak, Stefanie Ochel - Landleben

  • Ich war mir erst nicht sicher ob ich mich mit diesem Buch wirklich “anfreunden” kann. Aber anhand der Leseprobe, die mir sehr gut gefallen hat, wurde ich dann richtig neugierig auf die Geschichte zwischen Mutter und Tochter die eine sehr angespannte und vor allem auch distanzierte Beziehung zueinander haben.


    Und so habe ich mich anfangs tatsächlich etwas schwer getan mit Johanna und auch Elsa. Aber je mehr ich in die Geschichte hinein gekommen bin, desto emotionaler und interessanter fand ich diese. Denn sowohl Johanna, als auch ihre Tochter Elsa sind beides sehr starke und charismatische Persönlichkeiten die sich das Leben gegenseitig schwer machen.


    Im geerbten Haus der Tante in St. Goar treffen Mutter und Tochter aufeinander, und versuchen ihre nicht gerade innige Beziehung zu retten bzw. aufzuarbeiten. Aber wird das tatsächlich gelingen? Werden sie sich wieder näher kommen?


    Die Situation wird abwechselnd aus der Sicht der Mutter und der Tochter geschildert, so dass das Ganze flüssig zu lesen ist und und keine Langeweile aufkommt.


    Mit hat es viel Freude bereitet dieses Buch zu lesen, denn man sieht hier dass Mutter-Tochter Beziehungen manchmal sehr kompliziert und emotional sein können.

  • In diesem Roman geht es um Johanna und Elsa, Mutter und Tochter, die ein schwieriges, bzw mehr oder weniger gar kein Verhältnis mehr zueinander haben.

    Das liegt daran das Johanna früher für die vereinten Nationen gearbeitet hat und während Elsas Kindheit auf humanitären Einsätzen in der ganzen Welt in Kriegsgebieten unterwegs gewesen ist. Durch diese Umstände war Johanna immer wieder wochenlang unterwegs und hat sich zwischendurch, zurück zu Hause, in New York, mehr und mehr nur noch als Gast in ihrer eigenen Familie gefühlt.

    Jahre später erbt Johanna das Haus ihrer Tante Toni in Sankt Goar am Rhein und entschließt sich daraufhin New York den Rücken zu kehren und zurück nach Deutschland zu gehen.

    Fast Zeitgleich erleidet Elsa in Den Haag, wo sie mittlerweile lebt einen Burnout. Daraufhin entschließt Elsa sich in das Haus von Tante Toni zu gehen um sich dort zu erholen. Als faden Beigeschmack wird sie sich allerdings mit ihrer Mutter dort arrangieren müssen.

    Soweit, so gut. Der Roman wird damit beschrieben, das Elsa nach und nach begreift dass sie ihre Mutter besser verstehen kann, als ihr bewusst war und das Johanna ihrer Tochter ein schwerwiegendes Geheimnis offenbart, das beinahe sie selbst und ihre Familie zerstört hätte.

    Wenn dem dann wirklich so gewesen wäre, hätte mir dieser Roman sehr gut gefallen und ich hätte auch die vollen fünf Sterne gegeben. Doch leider kam die Geschichte anders als erwartet.

    Johanna habe ich durchweg als sehr egoistisch empfunden, vollkommen egal in welcher Hinsicht. Sie wurde mir auch nie so richtig sympathisch.
    Elsa konnte ich viel besser verstehen und ihr Verhalten konnte ich gut nachvollziehen.

    Im Vordergrund standen hier immer wieder die Erzählungen aus den Kriegsgebieten die für mein Empfinden viel zu viel Raum eingenommen haben, das hätte alles viel mehr eingekürzt werden müssen.
    Ja, natürlich auch mit dem Hintergrund der Liebesgeschichte, dennoch lag für mich hier definitiv der Focus.

    Der Burnout von Elsa wurde sehr gut beschrieben, so dass jeder nachvollziehen kann wie schlimm das wirklich werden kann. Dem geschuldet lag Elsa ja dreiviertel in diesem Roman "nur" im Bett und wurde von ihrer Mutter lediglich mit abgestellten Tabletts vor der Zimmertüre mit Essen versorgt. Selbstverständlich ist es so, dass man sich während einer solchen Erkrankung in einem Ausnahmezustand befindet und dankbar dafür ist, wenn man es auf die Toilette schafft und es schafft seine Körperhygiene einigermaßen zu vollziehen.

    Nichts desto Trotz möchte ich hier nochmal explizit auf die Passage vom Klappen Text hinweisen:
    ...während Elsa nach und nach begreift, dass sie ihre Mutter besser verstehen kann, als ihr bewusst war...

    Dem ist leider absolut nicht so!
    Ich habe hier viele Gespräche erwartet, das Elsa und Johanna sich nach und nach annähern, ganz langsam Stück für Stück, das sie immer wieder Geschehnisse ansprechen und eventuelle Missverständnisse aus dem Weg schaffen, das einer den anderen besser verstehen lernt, doch leider bleibt bei mir eine große Enttäuschung zurück.

    Unterm Strich herrscht zwischen Elsa und Johanna eine regelrechte Endzeitstimmung, Elsa ist so gut wie unsichtbar, die Erzählungen aus den Kriegsgebieten werden gefühlt immer mehr und zwischen Mutter und Tochter passiert genau nichts.

    Dazu gesellen sich noch ständige Wiederholungen mit denen man erstmal nichts anzufangen weiß. Der Spannungsbogen über dieses Geheimnis ist auch ab einem gewissen Punkt nur noch nervend, weil man sich denken kann worum es geht. Ganz besonders hier hat die Autorin den Egoismus von Johanna sehr gut heraus gearbeitet.

    Zum guten Schluss findet ein Streit Gespräch zwischen Johanna und Elsa statt in dem dann gerade einmal vier Worte!!!!!!!! ausreichend sind und alles ist vergeben und vergessen.
    Da sitzt man dann da vor diesem Roman und denkt sich nur, echt jetzt???
    Denn um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen ist ab diesem Moment alles ganz toll und Friede Freude, Eierkuchen wäre stark untertrieben. Mir hat hier nur noch gefehlt das Elsa sich bei Johanna auf den Schoß gesetzt hätte.

    Als ob das dann noch nicht genug Enttäuschung war bleibt die Frage offen, was ist mit Niklas?

    Das Ende ist einfach nur zack, bum, abgehakt und für mich nicht zufriedenstellend.

    Mein Fazit
    Wenn man keine hohen Erwartungen hat was die Gespräche zwischen Mutter und Tochter angeht kann man diesen Roman mal ganz gut lesen, es liest sich flüssig und angenehm.

  • Späte Aussprache

    Wenn man zu viel arbeitet, kann das gravierende Folgen haben- das reicht von Einsamkeit zu zerbrochenen Beziehungen bis hin zum Burnout. In „Der Morgen nach dem Regen“ werden direkt mehrere Folgen exemplarisch aufgezeigt.

    Johanna war jahrzehntelang Krisenreporterin für die Vereinten Nationen. Beruflich war sie viel unterwegs und bekam dadurch selten mit, was zuhause vor sich ging . Darunter litt nicht nur ihre Ehe, sondern vor allem ihre Beziehung zu Tochter Elsa. Diese ist mit der Mutter zerstritten und sucht nach einem Burnout gezwungenermaßen Ruhe- ehe es im Haus der verstorbenen Tante zur Aussprache kommt.

    Ich war vor allem durch das Cover und den fesselnden Schreibstil auf das Buch aufmerksam geworden. Doch die Themen erwiesen sich als immer wichtiger. Wut, verletzte Gefühle, Verzweiflung und dann auch noch Fehlkommunikation führen zu zahlreichen Konflikten zwischen den beiden Frauen, die zeigen, wie wichtig Ehrlichkeit ist. Entscheidend ist die Bereitschaft, aufeinander einzugehen- das passiert im Alltag leider zu selten. Erst Offenheit und Hilfsbereitschaft führen dazu, dass die Themen gut umgesetzt werden können. Natürlich kann ich Elsas Wut verstehen, aber ebenso gut kann ich ihre Überforderung verstehen, da sich sehr viele Gefühle aufgestaut haben.

    Ich finde das Buch klasse und kann es jedem empfehlen, der sich manchmal etwas überfordert oder zu wenig wertgeschätzt fühlt. Fünf Sterne.

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