Original: Französisch, 2024
INHALT:
"Jeanne ohne Personenstand und Handtasche." So stellt sich diese gebrechliche junge Frau vor, als sie im September 1939 aus dem "Zug der Verrückten" steigt. Nach dem Tod ihres Neugeborenen in Ville-Evrard bei Paris interniert, wird sie mit den anderen Patienten nach Saint-Alban verlegt. In diesem hoch gelegenen Schloss inmitten der Lozère führte ein ehrgeiziges Team von Psychiatern, darunter der Katalane Tosquelles, neue therapeutische Praktiken ein. Das Schlüsselwort ist Freiheit. Freiheit zu arbeiten, zu erfinden, zu kreieren, sich auszutauschen. Patienten, Ärzte, Nonnen, Kinder des nahegelegenen Instituts und Dorfbewohner rücken durch den drohenden Krieg noch näher zusammen. In einer atypischen Gemeinschaft, die von der fleißigen Mutter Oberin geleitet wird, öffnet sich für jeden ein neuer Weg. Durch den Kontakt mit den anderen wird Jeanne langsam wieder zum Leben und zu sich selbst erweckt.
(Quelle: franz Klappentext - übersetzt mit DeepL.com, kostenlose Version)
BEMERKUNGEN:
Mit grossem Interesse entdeckte ich vor einiger Zeit diese Autorin mit Paola Pigani – Venus d'ailleurs .Sie nimmt sich – in weitestem Sinne – sozialer Themen an. Hier also die Geschichte von Jeanne Rouaud, die nach einer Totgeburt “den Verstand verliert” und Ende der 30iger Jahre in einer Banlieue von Paris in ein damals noch so genanntes Irrenhaus eingeliefert wird. Ihr Mann Lucien ist wohl überfordert. Wahnvorstellungen, Phantasien, Depressionen... begleiten Jeanne.
Bei drohendem Ausbruch des Krieges werden die Insassen sämtlich evakuiert. Sie landen in einem “Schloss der Narren” (Titel des Buches). Doch diese Versetzung ins ländliche Lozère erweist sich bei aller Armut bei den Kriegsverhältnissen und unter fehlender Unterstützung vonseiten des Vichy-Regimes in gewissem Sinne als Glücksgriff. Denn die leitenden Ärzte B und Tosquelles , als auch die die Ordensschwestern anführende Schwester Rolande haben Gutes im Sinn, wenden neue Methoden an. Jeanne bleibt im Mittelpunkt, doch daneben begegnet sie anderen Kranken, anderen Geschichten. Aussichtslos? Oder etwas versteckend und sich teils lösend mit der Zeit?
Man kann durchaus von einem historischen Roman sprechen, denn dieses Schloss und auch die genannten Ärzte haben wirklich gelebt und versucht, den Kranken eine Würde zu geben anstatt reine Verwahranstalt zu sein. Und ich habe mich gefreut, inmitten dieser grausamen Zeit einen Ort der Menschlichkeit zu entdecken! Das sollte man hervorheben!
So wie Jeanne einen Heilungsweg durchgeht (und andere Patienten ebenfalls), so auch mancher Pfleger, manche Schwester, die unter dem Ärzteteam lernen, die Kranken anders zu behandeln, ihnen Würde zuzusprechen. Angesichts des Agnostizismus’ mancher Ärzte auch für Schwester Rolande eine Weise, weiter und noch grosszügiger zu werden.
Ein wunderbares Buch, aus dem eine Autorin spricht, die mit Quellenmaterial gearbeitet hat und vielleicht auch einen eigenen Umgang mit der Thematik hat(te)?!
AUTORIN :
Paola Pigani wurde 1963 geboren und ist eine französische (nach einer Angabe : italienische?!) Autorin mit Eltern italienischer Abstammung und einer großen Familie, die in der Charente ansässig ist. Sie ist Erzieherin von Kleinkindern. Ein slowvenischer Verwandter schenkte ihr den Geschmack für die Stille, die Lektüre, und eröffnete ihr einen Weg zur Poesie. Sie reiste viel in Italien, Osteuropa, Canada und verschiedenen französischen Städten. Sie veröffentlichte bereits mehrere Lyrikbände.
Sie lebt in Lyon.
Bislang erst auf Französisch erschienen...: freddoho ?, Bretonne ?
ASIN : B0CNSTG34T
Éditeur : LEVI (7 mars 2024)
Langue : Français
Broché : 288 pages
ISBN-13 : 979-1034908783
Poids de l'article : 346 g
Dimensions : 14.5 x 1.8 x 21.9 cm


