Ranulph Fiennes - Mad, bad and dangerous to know

  • Ranulph Fiennes gilt als einer der großen Abenteurer des 20. Jahrhunderts. Er ist der erste Mensch, der den Nord- und auch den Südpol über Land erreichte und unternahm Expeditionsfahrten und hält zahlreiche Ausdauerrekorde. Seine berühmteste und auch längste Expedition ist die Transglobe-Expedition, die ihn von 1979 bis 1982 entlang des Nullmeridians von London aus zum Südpol, über entlang der Datumsgrenze zum Nordpol und entlang des Nullmeridians zurück nach London führte.


    "Bad, mad and dangerous to know" waren die Worte, mit denen der Vater seiner ersten Frau Virginia seinen zukünftigen Schwiegersohn beschreibt und ich kann verstehen, warum er so gegen die Beziehung seiner Tochter war. Fiennes sah sich schon früh als Abenteurer, aber auf Außenstehende hat sein Verhalten wahrscheinlich eher verantwortungslos und leichtsinnig gewirkt. Auch mir ging es so, obwohl ich beim Lesen seiner Biografie einen Blick auf seine Motivation werfen konnte. Aber genau das war mein Problem bei diesem Buch: ich konnte nichts über seine Motivation erfahren. Auf mich wirkt es so, als ob er einfach macht, weil er gerade die Idee zu seinem jeweiligen Unternehmen oder man ihm eine neue Expedition angeboten hatte. Dabei kann er durchaus erzählen, aber manchmal wirkt er zu bemüht, als ob er beim Schreiben schon die Reaktion seines Publikums im Blick hat.


    Bei den Berichten über seine Expeditionen wirkte es auf mich so, als ob er nur selten die Meinung anderer zulassen würde, zumindest nicht beim ersten Versuch, sondern erst, wenn ein Scheitern drohte. Die Hartnäckigkeit, mit der sich sich in seine Unternehmungen fast gestürzt hat und alle Schwierigkeiten auf dem Weg dorthin beseitigt hat, kann ich nur bewundern. Zu seiner Zeit war es noch nicht so einfach wie es anscheinend heute ist, Gelder aufzutreiben und von den Einkünften zu leben. Das ist heute einfacher.


    Fiennes' Autobiografie kam mir über weite Strecken wie ein Bericht über eine andere Person vor. Mir haben Gefühle und Persönliches gefehlt, die habe ich nur wenig wahrgenommen. So verspricht der Titel, was er für mich nicht halten kann.

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:


    Eine deutsche Ausgabe habe ich nicht gefunden.