Jaan Kross - Gegenwindschiff (ab 06.05.2024)

  • ob es für diesen Begriff eine Erklärung gibt.

    :) Es hörte sich im Text so an, als ob das für Schmidt und seine Zeitgenossen ein üblicher Begriff war.

    Ja, so wie es überhaupt so normal erscheint, dass er seine Bedürfnisse bei Prostituierten stillt. Zumindest spricht er so und insgesamt macht es in der Erzählung (auch später) so auf mich den Eindruck.

    Ich habe den Begriff noch nie gehört, wie schön, dass man nie auslernt.

    Ich kannte bisher nur "Rohrreinigung" :loool:


    Gamnz rational geht das nicht vor sich, sagt er. es braucht auch schon das, was er die Eingebung nennt; so etwas wie die Muse, die den Dichter küsst. Bei Schmidt ist es so, dass er die Natur beobachtet und :idea: da ist er: der Geistesblitz. Und der besteht darin, dass sich in ihm etwas verbindet: das, was er gerade beobachtet hat mit dem, was schon lange in ihm schmorte.

    Was wohl völlig normal ist. Ich kann mir grad im wissenschaftlichen Bereich nicht vorstellen, dass alles planbar ist. Und ich bin vom Fach! Oft ist es beim Ausprobieren eben dieser Geistesblitz - spontane Eingebung oder eben die Verbindung zum ständigen Unbewussten, was so im Hinterkopf vor sich hingärt. Und abends beim Zähneputzen machts dann :idea:

    Aber Grinsen musste ich wiederum wie er von der Lesung berichtet :totlach: Nein, das ist nicht seine Welt.


    wie das Verhältnis Schmidt + Johanna von der Mitwelt eingeschätzt wird.

    Sie wurden bestimmt von allen Seiten stark beäugt und beobachtet. Mittweida ist ein Dorf, die Nachbarn sind allzeit aufmerksam; da ist Sachsen nicht anders als Oberschwaben

    Ich finde es tatsächlich schade, dass die beiden keine engere Verbindung eingingen. Mit ihren Einstellungen hätten sie so gut zueinander gepasst, sich sicherlich ihre Freiräume gelassen. Ich hoffe, wie erfahren noch weiter wie es Johanna erging.


    So nebenbei rauscht die Zeitgeschichte an uns vorbei, die Besetzung des Ruhrgebiets, die galoppierende Inflation, die unruhige Zeit. Und der Hunger Schmidts.

    und wieder tauchten weiße Flecke im Wissen auf :ergeben: Klar haben wir in der Schule dies alles durchgenommen, aber in meinem Kopf betraf das ganz Europa. Aber daran, dass so ein kleiner Agrarstaat wie Estland ziemlich ungeschoren durch die Weltwirtschaftskrise kam, daran dachte ich nicht und das wurde uns auch nicht erklärt. Doch tatsächlich ist es ziemlich logisch wenn man drüber nachdenkt.


    Ja O:-) , und wie ich schon geschrieben habe waren es mehrere Begriffe die ich gegoogelt habe :mrgreen: .

    Was denn noch? :-,

    viele Grüße vom Squirrel



    :study: Jaan Kross - Gegenwindschiff

    :study: Kai Seyfarth - Entscheidung in Aleppo: Walter Rößler, Helfer der verfolgten Armenier


  • Ja, so wie es überhaupt so normal erscheint, dass er seine Bedürfnisse bei Prostituierten stillt.

    Mich hat die Art, wie er es erzählt, so verblüfft. Das steht auf seiner To-do-Liste, und deswegen wird das erledigt. Zusammen mit dem Einkauf und dem Gang zur Post - so in etwa.



    ber daran, dass so ein kleiner Agrarstaat wie Estland ziemlich ungeschoren durch die Weltwirtschaftskrise kam, daran dachte ich nicht und das wurde uns auch nicht erklärt.

    Dafür war bestimmt auch keine Zeit im Geschichtsunterricht! Und mit Deinen Wissenslücken zur estischen Geschichte bist Du nicht alleine. Was soll man denn alles noch wissen...


    Wobei die wirtschaftliche Situation Deutschlands wieder andere Ursachen hatte, die im Ausgang des I. Weltkriegs lagen. Die widerrechtliche Besetzung des Ruhrgebiets durch Frankreich und Belgien führte zu diesen wirtschaftlichen Engpässen und der unglaublichen Inflation etc. Estland muss in diesen Jahren wirtschaftlich gut dagestanden haben, jedenfalls eine Zeitlang.


    Wer es genauer wissen will:


    https://www.bpb.de/shop/zeitsc…schluesseljahr-fuer-1933/

    Aber Grinsen musste ich wiederum wie er von der Lesung berichtet

    Meint er den Autor Walter Hasenclever?


    Ich kannte bisher nur "Rohrreinigung"

    ... und ich mal nicht den. Ich sags ja: Leserunden bilden. Ein weißer Fleck weniger :lol: !

    :study: Jaan Kross, Gegenwindschiff. MLR.

    :study: Walt Whitman, Besondere Tage.


    "Der echte Bibliophile liebt mehr als Form und Inhalt eines Buches seine Existenz; er muss es erst gar nicht lesen" (Werfel, Die vierzig Tage des Musa Dagh, S. 49).

  • Dafür war bestimmt auch keine Zeit im Geschichtsunterricht! Und mit Deinen Wissenslücken zur estischen Geschichte bist Du nicht alleine. Was soll man denn alles noch wissen...


    Wobei die wirtschaftliche Situation Deutschlands wieder andere Ursachen hatte, die im Ausgang des I. Weltkriegs lagen. Die widerrechtliche Besetzung des Ruhrgebiets durch Frankreich und Belgien führte zu diesen wirtschaftlichen Engpässen und der unglaublichen Inflation etc. Estland muss in diesen Jahren wirtschaftlich gut dagestanden haben, jedenfalls eine Zeitlang.

    Da fühlte ich mich ein bisschen an "Wikmanns Zöglinge" erinnert. Da lässt Kross das Weltgeschehen auch in einem lockeren Plauderton nebenher laufen, bis die Ereignisse dann über den Protagonisten zusammenschlagen.

    Veritas temporis filia - Die Wahrheit, Tochter der Zeit (Aulus Gellius)
    :study: Jaan Kross - Gegenwindschiff

    :study:William Maxwell - Zeit der Nähe


  • Da fühlte ich mich ein bisschen an "Wikmanns Zöglinge" erinnert.

    Ja, das stimmt. Wobei ich mich bei "Wikmanns Zöglinge" an leichte antirussische Anklänge erinnere.

    Was kein Wunder war.

    :study: Jaan Kross, Gegenwindschiff. MLR.

    :study: Walt Whitman, Besondere Tage.


    "Der echte Bibliophile liebt mehr als Form und Inhalt eines Buches seine Existenz; er muss es erst gar nicht lesen" (Werfel, Die vierzig Tage des Musa Dagh, S. 49).

  • Wobei die wirtschaftliche Situation Deutschlands wieder andere Ursachen hatte, die im Ausgang des I. Weltkriegs lagen. Die widerrechtliche Besetzung des Ruhrgebiets durch Frankreich und Belgien führte zu diesen wirtschaftlichen Engpässen und der unglaublichen Inflation etc. Estland muss in diesen Jahren wirtschaftlich gut dagestanden haben, jedenfalls eine Zeitlang.

    Danke, da hab ich wohl die Weltwirtschaftskrise ein wenig nach vorne verlegt :pale: Man sollte nie mit müdem Kopf schreiben. Trotzdem weiß ich wirklich extrem wenig über den Osten, das hab ich auch in Leipzig auf der Lesung einer finnischen Autorin feststellen müssen.

    Meint er den Autor Walter Hasenclever?

    Keine Ahnung :ergeben:

    Da fühlte ich mich ein bisschen an "Wikmanns Zöglinge" erinnert.

    Ist das auch so gut geschrieben wie "Gegenwindschiff"? Mir gefällt unser Buch nämlich ausnehmend gut.


    Und trotz erneut müdem Kopf lass ich meine ersten Gedanken zu diesem langen Kapitel 4 mal hier. Dann könnt Ihr weiterschreiben bis ich Sonntag nachmittag wieder zu Hause bin.


    Seit drawe uns auf die geschickten Übergänge der Kapitel aufmerksam gemacht hat, achte ich auch drauf. Und wieder schafft es Kross ganz geschickt: wir wechseln von der Zeit des absoluten Erfolgs in die Zeit der absoluten Niederlage. Schmidt kehrt halb verhungert und tief beschämt nach Hause zurück, er flieht vor den Zuständen in Deutschland in die Heimat, die Geborgenheit verspricht. Doch auch die ist nicht mehr wie sie war, es ist zuviel Zeit vergangen, zu viel geschehen. Erneut bekommen wir ganz nebenher Zeitgeschichte erzählt, von der ich nichts weiß. Das russische Zarenreich hat 1913 ein Bollwerk an der Ostsee errichten wollen - wen hat der Zar gefürchtet? Die Deutschen? Vermutlich ...

    Wie so oft in der Geschichte werden Menschen großmäulige Versprechen gegeben und dann werden sie doch nur deportiert. So auch auf Naissar. Aber die Menschen kommen zurück, ein Teil zumindest. Die Insel ist verändert und doch gleich und bietet den sicheren Hafen, den Schmidt sucht. Doch die Zukunft ist ungewiss, seine Kunst wird hier nicht gebraucht.

    Er hat Zeit nachzudenken und zur Ruhe zu kommen, doch Ruhe ist nur teilweise sein Ding. Er genießt die Insel, die Einsamkeit, aber er kann nicht anders als bauen, experimentieren, daran zweifeln wozu er nütze ist und sich in seine Werkstatt zurücksehnen.


    Er ist findig und versucht, wenigstens einigermaßen für sich zu sorgen, was ihm auch teils gelingt. Doch die Wartezeit bis zur Rückkehr ist lang, er ist auf Hilfe angewiesen und verabscheut das. Nur diese eine Gelegenheit, sein selbst gebautes Teleskop und der erfolgreiche Verkauf, zeigen den Schmidt, den wir schon kennen: den selbstbewussten Entwickler in der Kosmo-Optik, der weiß was seine Arbeit wert ist.


    Die Rückschau auf Schmidts Kindheit, auf die Familie, das alte Leben gibt einen Blick in seine Seele, warum er so ist wie er ist. Inselmenschen sind ja meist ein besonderer Schlag - jemanden wie Schmidt prägt die Insel nochmals mehr. Aber auch die Einblicke in das damalige Leben generell fand ich spannend.


    Witzig die Wahrsagerei, die sich wiederholt - von einer Schale von Schnaps als Medium hatte ich bisher noch nichts gelesen oder gehört. :loool: Aber der Alte wiederholt was er bereits vor Jahren sagte und was wir als Leser schon als wahr erkennen. Nur Schmidt kann es nicht glauben. Doch nach der erfolgreichen Rückkehr nach Mittweida bestätigt sich bereits die eine bewusste Voraussage des Alten. Das wirkt so echt, so nah, so warm - wie schade, dass es nicht so bleiben wird wie wir ja von Anfang an wissen.


    So, jetzt seid Ihr dran. Ich bin Sonntag nachmittag wieder da. :winken:

    viele Grüße vom Squirrel



    :study: Jaan Kross - Gegenwindschiff

    :study: Kai Seyfarth - Entscheidung in Aleppo: Walter Rößler, Helfer der verfolgten Armenier


  • Ist das auch so gut geschrieben wie "Gegenwindschiff"?

    Bislang hat mir "Wikmanns Zöglinge" besser gefallen. Da erzählt Kross episch breit, in bester realistischer Tradition; hier im "Gegenwindschiff" gibt es Sprünge und Brüche, wechselnde Erzähler und diesen neumodischen Kram :wink: . "Wikmanns Zöglinge" fließt ruhig und breit dahin. Oder , comnenos , wie siehst Du das?

    Das russische Zarenreich hat 1913 ein Bollwerk an der Ostsee errichten wollen - wen hat der Zar gefürchtet?

    Das ist die berühmte Seefestung Peter der Große. Die richtete sich nicht dezidiert gegen Deutschland, sondern sollte Petersburg schützen: das lag völlig ungeschützt am Ende dieses Teils der Ostsee. Wer Genaueres wissen will:


    https://de.wikipedia.org/wiki/…ator_Peter_der_Gro%C3%9Fe


    Aber mit welcher Kaltschnäuzigkeit und Menschenverachtung die Russen hier vorgehen...


    Ich habe meine Notizen nicht zu Hand, morgen melde ich mich wieder.

    :study: Jaan Kross, Gegenwindschiff. MLR.

    :study: Walt Whitman, Besondere Tage.


    "Der echte Bibliophile liebt mehr als Form und Inhalt eines Buches seine Existenz; er muss es erst gar nicht lesen" (Werfel, Die vierzig Tage des Musa Dagh, S. 49).

  • Zu Kapitel 4

    von einer Schale von Schnaps als Medium hatte ich bisher noch nichts gelesen oder gehört.

    :)

    Ich fand diese Szene insgesamt sehr menschlich und sehr warmherzig. Villem wird von der Sage umgeben, dass er einmal mit dem Zaren gesprochen habe. Mit dem Zaren! Hut ab! Was für ein bedeutender Mann Villem doch gewesen sein muss!

    Schmidt lässt sich die Szene genauer schildern und relativiert die Sache: Villem hat tatsächlich mit dem Zaren gesprochen, aber nicht im Sinne eines Gesprächs. Schmidt vermeidet es aber, Villem zu belehren oder zu kritisieren. Er hat Humor.


    S. 160 "Und ich löschte das Licht."

    Mit diesem Satz hat mich Kross wieder einmal eingefangen. Da wird nichts totgeredet, es gibt keine Bettszene für voyeuristische Gemüter oder ähnliches. Die Kunst des Auslassens - sehr schön! Hier wird sie noch verstärkt dadurch, dass Schmidt sich nicht mehr so genau an Details erinnern kann, aber er will auch nicht alles preisgeben.

    Eines aber ist wichtig: Johannas Umgang mit seiner Behinderung. Johannas Verhalten weckt in Schmidt eine "Befreiungsbegeisterung" (S. 165).

    :study: Jaan Kross, Gegenwindschiff. MLR.

    :study: Walt Whitman, Besondere Tage.


    "Der echte Bibliophile liebt mehr als Form und Inhalt eines Buches seine Existenz; er muss es erst gar nicht lesen" (Werfel, Die vierzig Tage des Musa Dagh, S. 49).

  • Ich habe gestern auch das 4. Kapitel gelesen und möchte euch meine Eindrücke schreiben :lol:

    Und trotz erneut müdem Kopf lass ich meine ersten Gedanken zu diesem langen Kapitel 4 mal hier.


    Seit drawe uns auf die geschickten Übergänge der Kapitel aufmerksam gemacht hat, achte ich auch drauf. Und wieder schafft es Kross ganz geschickt: wir wechseln von der Zeit des absoluten Erfolgs in die Zeit der absoluten Niederlage. Schmidt kehrt halb verhungert und tief beschämt nach Hause zurück, er flieht vor den Zuständen in Deutschland in die Heimat, die Geborgenheit verspricht. Doch auch die ist nicht mehr wie sie war, es ist zuviel Zeit vergangen, zu viel geschehen.

    Da habe ich jetzt auch auf die Übergänge aufgepasst und war nur kurz enttäuscht, dass es nicht wieder mit der "Aussenansicht" weitergegangen ist.

    In diesem Kapitel sind mir wieder einige interessante Bonmonts aufgefallen, die die sprachliche Genialität des Autors zeigen.

    Z.B. S. 130: Ich bin zurückgekehrt in den Mutterleib. Aber der Krieg hatte die Mutter vergewaltigt.

    Oder S. 135: Es war windig und der Himmel grau, und das Meer schien so randvoll mit Wasser zu sein,....



    Zu Kapitel 4

    von einer Schale von Schnaps als Medium hatte ich bisher noch nichts gelesen oder gehört.

    :)

    Ich fand diese Szene insgesamt sehr menschlich und sehr warmherzig. Villem wird von der Sage umgeben, dass er einmal mit dem Zaren gesprochen habe. Mit dem Zaren! Hut ab! Was für ein bedeutender Mann Villem doch gewesen sein muss!

    Schmidt lässt sich die Szene genauer schildern und relativiert die Sache: Villem hat tatsächlich mit dem Zaren gesprochen, aber nicht im Sinne eines Gesprächs. Schmidt vermeidet es aber, Villem zu belehren oder zu kritisieren. Er hat Humor.

    Schnaps finde ich witzig zum Wahrsagen - da Villem auch nach vielen Jahren immer noch Schnaps nimmt, scheint es eine verbreiterte Methode zu sein. Wir lernen wieder :totlach:

    Aber hier kommt für mich der wirklich tolle Charakter von Schmidt ganz klar heraus, wie Du drawe es ja auch bemerkt hast.


    S. 160 "Und ich löschte das Licht."

    Mit diesem Satz hat mich Kross wieder einmal eingefangen. Da wird nichts totgeredet, es gibt keine Bettszene für voyeuristische Gemüter oder ähnliches. Die Kunst des Auslassens - sehr schön! Hier wird sie noch verstärkt dadurch, dass Schmidt sich nicht mehr so genau an Details erinnern kann, aber er will auch nicht alles preisgeben.

    Eines aber ist wichtig: Johannas Umgang mit seiner Behinderung. Johannas Verhalten weckt in Schmidt eine "Befreiungsbegeisterung" (S. 165).

    Diese Szene hat mir auch sehr gut gefallen (wie eigentlich alles andere auch :loool: ), und wieder muss ich mich wiederholen: Johanna finde ich eine beindruckende Frau.


    Was mich in diesem Kapitel auch wirklich beeindruckt hat ist die Beschreibung wie Schmidt aus "Abfall" - den er sich noch dazu erbetteln musste - ein voll funktionstüchtiges und auch teures Teleskop bauen konnte. Und auch die Szene wie er sein Teleskop dann an den Händler verkaufte brachte mich zum schmunzeln. Wir haben ja schon im zweiten Kapitel von seiner Fähigkeit zu Handeln gelesen.

    Wobei mich dann sein verleugnen, dass er der Hersteller ist, irgendwie wieder nachdenklich machte.


    Auf S. 147 wird der Film "Sodom und Gomorrha" erwähnt, diesen Film habe ich erst letzte Woche in einem geschichtlichem Zusammenhang gehört. Ich arbeite in einem Pflegeheim, im 10. Wiener Gemeindebezirk und unser Haus hat 10 Wohnbereiche, die nach Bezirksteilen benannt sind. Einer heisst "Filmteich". Wir haben zu den Namen recherchiert und der Name kommt von der Filmteichstrasse die in die Filmstadt am Laaer Berg (übrigens auch ein Wohnbereichsname) führte. Dort wurden in den 1920er Jahren einige berühmte Filme gedreht, darunter 1922 "Sodom und Gomorrha" :dance:


    Jetzt gehe ich Kapitel 5 an, werde mich wieder melden. Wünsche euch ein schönes Pfingstwochenende :flower:

    Liebe Grüße
    Gabi


    "Welchen Kummer deiner Seele du auch ertränken willst,
    deine Bibliothek ist der beste Keller!"
    Jean Cocteau

  • Ist das auch so gut geschrieben wie "Gegenwindschiff"?

    Bislang hat mir "Wikmanns Zöglinge" besser gefallen. Da erzählt Kross episch breit, in bester realistischer Tradition; hier im "Gegenwindschiff" gibt es Sprünge und Brüche, wechselnde Erzähler und diesen neumodischen Kram :wink: . "Wikmanns Zöglinge" fließt ruhig und breit dahin. Oder , comnenos , wie siehst Du das?


    Da bin ich ganz drawes Meinung, in Wikmanns Zöglinge wird die Handlung linear und chronologisch erzählt, und das auch, ich habe mir das Buch gerade extra aus dem Regal geholt um nachzusehen, ob ich mich richtig erinnere, in der dritten Person.

    Ein Perspektivwechsel fällt also nicht derart auf, wie es bei Erzälungen in der ersten Person.


    Und ich merke immer, dass mir noch die Erfahrung mit Leserunden fehlt. Ich lese eine Textpassage, die mir gefällt, schmunzele ein wenig, lese sie vielleicht ein zweites mal -und dann weiter im Text.

    Wenn dann hier jemand dieselbe Stelle, oder eine ähnliche erwähnt, sitz ich hier und "Wo war das denn noch...?"

    Ich sollte mir wieder diese Klebefähnchen organisieren. Sehen die Bücher zwar wieder aus wie die Papierigel aus dem Studium - aber wenns hilft -

    Jetzt aber über die Feiertage in den Endspurt - die drei Wochen Urlaub sind jetzt um und ich hab nicht ein Buch beendet :pale:

    Veritas temporis filia - Die Wahrheit, Tochter der Zeit (Aulus Gellius)
    :study: Jaan Kross - Gegenwindschiff

    :study:William Maxwell - Zeit der Nähe


  • Ich sollte mir wieder diese Klebefähnchen organisieren. Sehen die Bücher zwar wieder aus wie die Papierigel aus dem Studium - aber wenns hilft -

    :lol:

    Ich lese immer mit Bleistift, das war schon im Studium so.

    Jetzt habe ich zwei Methoden:


    1. Ich schreibe das Buch voll. Leider reicht da oft der Platz nicht. Mal ganz abgesehen, dass mein Mann dazu gelegentlich die Stirn runzelt.

    2. Ich exzerpiere. Mit Anmerkungen und den Seitenzahlen dazu. Das ist zwar zeitaufwändiger, aber ich fühle mich sicherer.


    Jetzt interessiert es mich natürlich, wie die anderen vorgehen?

    :study: Jaan Kross, Gegenwindschiff. MLR.

    :study: Walt Whitman, Besondere Tage.


    "Der echte Bibliophile liebt mehr als Form und Inhalt eines Buches seine Existenz; er muss es erst gar nicht lesen" (Werfel, Die vierzig Tage des Musa Dagh, S. 49).

  • Jetzt interessiert es mich natürlich, wie die anderen vorgehen?

    Ich mach keins von beiden. Ich lese und poste hier :lol:

    viele Grüße vom Squirrel



    :study: Jaan Kross - Gegenwindschiff

    :study: Kai Seyfarth - Entscheidung in Aleppo: Walter Rößler, Helfer der verfolgten Armenier