Annerose Sieck & Jörg-Rüdiger Sieck - Das Leben im Mittelalter

  • Inhalt (Klappentext):


    Vom Mittelalter geht auch heute noch eine große Faszination aus: Auf mittelalterlichen Märkten und Festen werden das Essen, die Musik, das Handwerk und die Kostüme zelebriert.

    Das Mittelalter war in vielerlei Hinsicht richtungsweisend für unser gegenwärtiges Leben und Handeln. Die Anfänge der Medizin, die Gründung von Universitäten, die Stadtentwicklung und die Bildung von Gemeinden und Kommunen stammen aus dieser Zeit.

    Man darf aber nicht vergessen, dass das Mittelalter auch ein dunkles und grausames Zeitalter war, geprägt von Hexenverbrennungen, Ketzerei, Ständegesellschaft, Armut und Krankheit.

    Annerose und Jörg-Rüdiger Sieck beschreiben anschaulich den Alltag der Menschen im Mittelalter und geben Antwort auf interessante Fragen:


    Wie war die Gesellschaft gegliedert und welche Bedeutung hatte die Familie?

    Welchen besonderen Stellenwert hatte die Kirche?

    Wie war die Stadt aufgebaut?

    Wie waren das Handwerk und das Gewerbe organisiert?

    Wie unterschied sich das Leben der Bauern von dem des Adels?

    Wie sah die medizinische Versorgung aus?


    Farbige und detaillierte Abbildungen sowie zeitgenössische Bilder vermitteln einen lebendigen Eindruck vom Leben in dieser Epoche.



    Beurteilung:


    Dieses Büchlein habe ich zusammen mit einem anderen Büchlein im Shop einer Burg gekauft. Es ist kein umfassendes Werk von über 1000 Seiten. Nur so 120 Seiten. Allein an der Seitenzahl kann man schon erkennen, dass die oben genannten Themen nur grob zusammenfassend erläutert werden. Wer also nach einem Werk sucht, dass sehr ausführlich die Gesellschaft und das Leben im Mittelalter beschreibt, dürfte von dieser Lektüre enttäuscht werden. Leute, die hingegen eher einen kurzen Überblick über die Gesellschaft und das Leben im Mittelalter - ohne allzu viel Hintergrundwissen - haben wollen, sind hier genau richtig. Mir hat es gefallen. Ist ein schöner Überblick über das Leben im Mittelalter ohne riesigen Datenwulst. Und es ist sehr schön bebildert. Von mir gibt es 4 Sterne.

  • Man darf aber nicht vergessen, dass das Mittelalter auch ein dunkles und grausames Zeitalter war, geprägt von Hexenverbrennungen,

    Der Klappentext ist nicht ganz korrekt, denn erst die frühe Neuzeit war von den Hexenverbrennungen geprägt, im Mittelalter gab es eher Ketzerprozesse.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Stimmt, da ist wohl jemand übers Ziel hinausgeschossen und hatte in zwei Bilder zu viel hineininterpretiert. Vor allem das, wo Jan Hus auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird. :roll: Hexen (bzw. die Gefahr als Hexe gebrandmarkt zu werden) werden hier hauptsächlich im Zusammenhang mit Kräuterfrauen und Hebammen erwähnt.

  • Im Vorwort heißt es:

    Zitat

    Vieles wird verklärt, anderes zu Unrecht verteufelt. So ist das auch mit dem Mittelalter, eine Bezeichnung, die übrigens erst seit dem 17. Jahrhundert Gültigkeit hat. Die Epochengrenzen variieren. So wurde z. B. der Sieg Konstantins des Großen über Licinius 324, der seine Alleinherrschaft begründete, der Einbruch der Hunnen 375, der die eigentliche Völkerwanderung einleitete, das Ende des weströmischen Kaisertums 476, der Langobardeneinfall in Italien 568, ja, sogar die Kaisererhebung Karls des Großen im Jahr 800 als Datum für die Zeitenwende vorgeschlagen. Doch keines dieser Ereignisse markierten den Übergang in ein neues Zeitalter. Deshalb geht man heute von einer Übergangszeit aus, der Völkerwanderung vom 4. bis 6. Jahrhundert. Der Fall Konstantinopels im Jahr 1453 durch die Türken kündigte dann das Ende des Mittelalters an; 1517 läutete Martin Luther mit seinen 95 Thesen schließlich die Reformation ein.