Eva Reisinger - Männer töten

Cover zum Buch Männer töten

Titel: Männer töten

3,9 von 5 Sternen bei 9 Bewertungen

77,8% Zufriedenheit

Verlag: dtv

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 288

ISBN: 9783423149228

Termin: Neuerscheinung Mai 2025

Aktion

  • Kurzmeinung

    Lavendel
    Schließe mich an: Zu oberflächlich, nicht ausgearbeitete Grundidee mit Potential. Der Schluss ist eigentlich keiner.
  • Kurzmeinung

    Sarange
    Interessante Grundidee, aber in der Ausführung leider zu holzschnittartig. Der Schluss verweigert eine echte Auflösung.
  • Cover zum Buch Das Pen!smuseum: Mit Texten von Jovan... Cover zum Buch Was geht, Österreich?
  • Worum geht es?

    Anna Maria flüchtet nach einer Beziehung ist österreichische Engelhartskirchen. Idyllisch, bäuerlich und ab und zu rätselhafte Todesfälle. Die Protagonistin lernt nach und nach die Wahrheit kennen.

    Worum geht es wirklich?

    Wehrhaftigkeit, Grenzüberschreitung und Freundschaft.

    Lesenswert?

    Ja, ein spannendes Buch mit dystopischen Stellen. Man begleitet die Protagonistin Anna Maria bei ihrem neuen Leben in einem kleinen Dorf. Man erfährt, wie sie nach und nach ihre Nachbarinnen kennenlernt und sich irgendwann ein Herz nimmt und die entscheidenden Fragen stellt.

    Der Titel ist doppeldeutig und ich finde es sehr interessant, wie hiermit gespielt wird.

    Gewalt ist in diesem Buch definitiv ein Thema, auch wenn dies nicht ausgeschlachtet oder provokativ ausführlich geschildert wird. Es ist mehr das Grauen nebenbei, das durch die Sätze dringt und bei dem man sich als Leser*in den Rest zusammen reimen kann.

    Die Protagonistin finde ich sympathisch, ebenso die meisten ihrer Freundinnen. Gerade auch Anna Marias Kampf gegen die Ansichten der eigenen Mutter finde ich sehr bewegend und die Szenen schwer zu ertragen. Mir gefällt, wie viele starke und zusammenarbeitende Frauen in diesem Buch vorkommen, auch wenn ich ihre Lösungswege ablehne. Trotzdem ist es schön zu sehen, dass es eine Gemeinschaft aus Frauen gibt.

    Der Roman spricht mehrere feministische Themen an, geht jedoch einen ganz eigenen und anderen Weg, mit dem Leben im Patriarchat umzugehen. Auf jeden Fall spannend, aber eher dystopisch als utopisch. Wobei natürlich schon die Frage aufkommt, warum man beim Lesen diese Szenen so fremd empfindet, sich aber auf erschreckende Art an Femizide im Alltag gewöhnt hat.

    Sprachlich angenehm und auch wenn es nur vier große Kapitel gibt (deren Benennung im Zusammenhang auch eher speziell ist), so gibt es dennoch viele kleine Abschnitte, die das Lesen gut möglich machen.

    Ich glaube, dass es ein Buch ist, das man erneut lesen muss um wirklich alles zu durchdringen. Mir hat es auf jeden Fall gefallen und mich zum Nachdenken und Hinterfragen angeregt.

    Ich empfehle dieses Buch, wenn man feministische Grundkenntnisse hat und sich dafür interessiert. Sonst könnte es eher schwer zu lesen sein.

  • Anna Maria will weg aus ihrem Leben in Berlin und weg von ihrer Beziehung. Daher beschließt sie spontan, ihrer Cluberoberung Hannes in seinen oberösterreichischen Heimatort Engelhartskirchen zu folgen. Den passenden Vornamen habe sie schon, finden die Frauen des Dorfes, und nehmen sie schnell in ihre Gemeinschaft auf. Während Hannes sich um den Hof kümmert, verbringt Anna Maria viel Zeit mit ihnen und wird irgendwann misstrauisch. Warum gibt es im Ort so wenige Männer und so viele Unglücksfälle? Und warum predigt eine Frau in einer katholischen Kirche?

    „Männer töten“ ist der erste Roman der österreichischen Journalistin Eva Reisinger. Erzählt wird aus der Perspektive der Protagonistin in der dritten Person und der Gegenwartsform, was dem Text eine gewisse Unmittelbarkeit verleiht. Zudem fällt auf, dass wörtliche Rede nur durch Bindestriche gekennzeichnet wird, wie in einem Theaterstück. Die Kapitel tragen alle Namen aus der Landwirtschaft, können – im Nachhinein betrachtet – aber auch anders verstanden und auf den Handlungsverlauf bezogen werden.

    Zunächst geht im Dorf alles seinen gewohnten Gang und Anna Maria findet eine ganz neue Sicherheit und Ruhe. Doch dann tauchen nacheinander ihre beiden Freundinnen aus Berlin und Exfreund Friedrich auf und wir erfahren einige Details ihrer Beziehung. In dieser Situation zeigt sich leider auch, wo die Loyalitäten der Freundinnen liegen. Während die vorlaute Yama bedingungslos hinter Anna Maria steht, hält die zurückhaltende Evîn stattdessen zu Friedrich – und so steuert alles auf eine Katastrophe zu.

    Schon die Triggerwarnung zu Beginn des Buches lässt schmunzeln, verkündet sie doch ganz unverblümt „In diesem Buch sterben Männer.“ Damit setzt die Autorin den Grundton des Buches: satirisch, voller schwarzem Humor, aber doch mit einem bitteren, wahren Kern. Denn es sterben Männer, weil sie ihre Stellung im Patriarchat ausnutzen, um Frauen zu quälen. Gleichzeitig entwirft Eva Reisinger aber eine, wenn auch kurze und fragile Utopie, nämlich die einer Welt, in der Frauen sich gegenseitig bedingungslos unterstützen. Koste es, was es wolle. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

  • Bei diesem Roman bin ich in meiner Bewertung zwiegespalten. Einerseits liegt hier eine wirklich interessante Grundidee vor, bei der die herrschenden Verhältnisse umgedreht und streckenweise herrlich gegen den Strich gebürstet werden. Insgesamt bleibt mir das aber in der Ausführung leider zu holzschnittartig; die Szenen wiederholen sich, etwas mehr Vielfalt und Tiefgang wären wünschenswert gewesen statt immerwiederkehrender Sauf- und Speimomente. Der Schluss verweigert eine echte Auflösung. Dennoch ist dies ein Buch, über das ich sicher noch eine Weile nachdenken werde. Wenn auch der Plot teilweise sehr an "Meine Schwester, die Serienmörderin" (siehe unten) erinnert, sind die Ansätze zum Patriarchat vs. Matriarchat, wo statt ewiger Intellektualisierung einfach mal Fakten geschaffen werden, eine interessante Abwechslung, die Anknüpfungspunkte für Gespräche, Kritik und Schmunzeln bietet. Ich hätte das Buch gern mit viel Wein und Schokolade in einem Lesekreis besprochen. Vielleicht ein Anstoß, einen zu gründen? :lol:

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

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