Emma Cline - Die Einladung / The Guest

Cover zum Buch Die Einladung

Titel: Die Einladung

, (Übersetzer)

3,6 von 5 Sternen bei 6 Bewertungen

71,7% Zufriedenheit

Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

Format: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 320

ISBN: 9783446277571

Termin: Juli 2023

Aktion

  • In "Die Einladung" von Emma Cline geht vorrangig gar nicht so sehr um eine Einladung, sondern viel mehr um eine Frau, die sich mit ihrem Körper Zutritt in die Welt der Reichen und Schönen erarbeitet hat, und dann quasi über Nacht wieder ausgeladen wird.

    Alex ist jung, schön und in einer finanziell angespannten Situation. Mit ihrem alternden Sugardaddy verbringt sie lange, sorglose Tage in seinem Haus in den Hamptons bis ein Fehltritt auf dem gesellschaftlichen Parkett zu ihrem Rauswurf aus diesem Leben führt, in dem sie nur ein Gast auf Zeit gewesen ist. Danach irrt sie ziellos durch die Gegend. Eine Art Zaungast, ein Abfallprodukt, im schrecklichsten Sinne des Wortes, dieser Gesellschaft, in der nur Materielles und Oberflächlichkeiten zu zählen scheinen.

    "Die Einladung" ist ein spannendes Porträt einer Protagonistin, die sich nicht recht einfügen will in die gängigen Klischees eines Täter-Opfer-Bilds. Sie tut, was getan werden muss, um mit den für sie zur Verfügung stehenden Mitteln das beste Ergebnis zu erzielen. Dabei geht sie nicht immer den legalen oder den moralisch saubersten Weg. Der Roman lotet jedoch feinsinnig aus, wie sehr Alex' Schicksal und ihr Handlungsspielraum durch eine vorgegebene Klassenzugehörigkeit und nicht zuletzt durch ihr Dasein als Frau begrenzt werden. Wie sie trotz aller Gegenwehr doch so oft ein Spielball der Mächtigeren bleibt.

    Das Buch ist auch eine Klassenstudie eines Amerikas, in dem Überdruss und eine auf unverhältnismäßigem Reichtum begründete emotionale Verwahrlosung vorherrschen, und es ist eine Auseinandersetzung mit der Frage, was es bedeutet, in der heutigen Welt eine Frau zu sein. Welche Anforderungen, Klischees, Grenzen, Vorurteile, Möglichkeiten und Perspektiven damit einhergehen. Besonders gefallen an der Geschichte hat mir die Ambivalenz, mit der Alex gezeichnet ist. Sie ist nicht gut und nicht schlecht, keine Heldin, aber auch keine Schurkin. Sie ist herrlich echt, roh, verwundbar, berechnend, verschlagen, verloren, suchend.

    Ich finde, das Buch ist ein großartiges und spannendes Stück Gesellschaftskritik, das einen Nerv unserer Gegenwart trifft.

  • Squirrel 14. August 2023 um 20:09

    Hat den Titel des Themas von „Emma Cline - Die Einladung“ zu „Emma Cline - Die Einladung / The Guest“ geändert.
  • Klappentext:

    Eine abgründige Geschichte von Abhängigkeit und Macht, von Manipulation und Grenzüberschreitung. Nach „The Girls“ der neue Roman von Emma Cline

    Der Sommer in den Hamptons neigt sich zum Ende, und Alex ist nicht mehr willkommen. Denn egal, wie nahe sie der Welt der Reichen und Schönen gekommen ist: Sie ist immer nur zu Gast – und keine Einladung gilt für immer. Ein Fehltritt bei einem Dinner, und schon setzt Simon, der ältere Mann, dem Alex Gesellschaft geleistet hat, sie vor die Tür. Und so geistert sie durch Gärten und über Dünen, während die Sonne vom Himmel brennt. Darin geübt, sich den Wünschen und Erwartungen anderer anzupassen, lässt Alex sich von einer Zufallsbekanntschaft zur nächsten driften und hinterlässt dabei eine Spur der Zerstörung, die nur ein Ziel kennt: Simons Gartenparty am Ende der Woche. Nach dem gefeierten Debüt „The Girls" der langersehnte neue Roman von Emma Cline.


    Mein Lese-Eindruck:

    Der Roman eines Scheiterns, ein Roman über Selbsttäuschung, über den Verlust von Illusionen.

    Im Mittelpunkt steht Alex, 22 Jahre. Wir erfahren von ihr wenig mehr als ihren Namen und ihr Alter. Sie stiehlt, betrügt, konsumiert Drogen, prostituiert sich, manipuliert – sie ist alles andere als eine sympathische Figur. Und dennoch empfindet der Leser Mitleid mit ihr, weil er gezwungen wird, die Welt aus ihren Augen zu sehen.

    Zu Beginn des Romans lässt sie sich von Simon aushalten, einem älteren Mann, einem der unendlichen reichen Hausbesitzer in den Hamptons. Im Zusammensein mit ihren Kunden darf ihr kein Fehler unterlaufen. Sie gibt ihre eigene Identität auf, passt sich den Wünschen ihres Kunden an, ihr Verhalten wird ausschließlich von ihrem Geldgeber bestimmt. Dabei wirkt sie wie ein gut gekleidetes Anhängsel, wie ein Gegenstand, der auf einen Stuhl gesetzt wird und dort herumlächelt. Sobald sie einen Fehler macht, wird sie entfernt. Eigentlich will sie eins: sie will dazugehören zu dieser Schicht der Reichen und Superreichen, sie will von deren Geld beschützt werden und so sorglos leben wie sie. Das gelingt ihr nicht. Sie gehört nicht dazu, trotz ihrer angesagten Kleidung, mit der Simon sie versorgt, und trotz ihrer Bemühungen um Anpassung. Und die anderen erkennen das genau: ihr Nicht-Dazu-Gehören, so wie sie auch die anderen jungen Frauen in ihrer Situation sofort erkennt.

    Alex‘ Blick auf ihr Umfeld ist nüchtern und geprägt von ihrem Überlebenskampf. Auch ihr Blick auf die Oberschicht ist nüchtern. Einige ihrer Mitglieder haben zwar einen Namen, wir erfahren von Scheidungen und desolaten Familien, aber wir erfahren nichts über ihren Charakter oder ihren menschlichen Kern. Sie bleiben für Alex leere Hüllen, ebenso leer wie ihre Häuser, wenn sie nach dem Sommer wieder in die Stadt zurückkehren. Ihre Kinder ahmen das verwöhnte Leben der Eltern nach, konsumieren Drogen jedweder Form, hängen ab. Ihre Eltern bieten ihnen keine Orientierung und erst recht kein Vorbild. Sie spiegeln das wider, was man Wohlstandsverwahrlosung nennt.

    Ihr Leben wird ermöglicht durch eine breite Schicht an Angestellten. Auch diese Schicht durchschaut Alex und grenzt sich von ihr ab. Sie erlebt zwar einmal in ihrer Obdachlosigkeit ein kurzes Aufleuchten von Solidarität, aber letztlich erweisen sie sich als der verlängerte Arm der Reichen.

    Das ist der unreflektierte Blick von Alex: die Reichen sind mehr oder weniger beziehungslos, seelisch verarmt, ohne Bindung an ihre Kinder. Offensichtlich nimmt Alex die Wirklichkeit als Klischee wahr; da wäre etwas Differenzierung gut gewesen.

    So nüchtern wie Alex auf ihr Umfeld blickt, so nüchtern ist die Sprache der Autorin. Mit einer kühlen Prägnanz stellt sie ihre Figuren vor und legt ihr Inneres gnadenlos bloß. In kurzen Gedankenfetzen werden die große Zukunftsangst und die wachsende Verzweiflung der Protagonistin deutlich, die sich schließlich nur noch mit einem hohen Maß an Selbsttäuschung aufrecht halten kann.

    Fazit: ein beklemmender Roman über die Selbsttäuschung einer jungen Frau

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

    P.S. Cover und Titel sind schlecht gewählt - Alex wird niemals eingeladen, sondern sie stiehlt sich hinein, und niemand hält ihr seine Hand hin.

    :musik: Henning Mankell, Der Verrückte.

    :study: Margaret Laurence, Glücklichere Tage. Übersetzung: Monika Baark.


    "Der echte Bibliophile liebt mehr als Form und Inhalt eines Buches seine Existenz; er muss es erst gar nicht lesen" (Werfel, Die vierzig Tage des Musa Dagh, S. 49).

  • So nüchtern wie Alex auf ihr Umfeld blickt, so nüchtern ist die Sprache der Autorin. Mit einer kühlen Prägnanz stellt sie ihre Figuren vor und legt ihr Inneres gnadenlos bloß. In kurzen Gedankenfetzen werden die große Zukunftsangst und die wachsende Verzweiflung der Protagonistin deutlich, die sich schließlich nur noch mit einem hohen Maß an Selbsttäuschung aufrecht halten kann.

    Das hört sich jetzt nicht ganz nach meinem Geschmack. Nüchterne Sprache, kurze Gedankenfetzen. :-k

    Bin gespannt, ich habe das Buch der Beschreibung Dank, auf meinem SuB.

    Ich werde berichten. :winken:

    2026: Bücher: 21 Seiten: 9 277
    2025: Bücher: 168 Seiten: 75 214
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    Mein Blog: Zauberwelt des Lesens
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von Etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz "
    Dalai Lama
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  • Meine Gedanken zu dem Roman:

    Der Roman bedarf keine Einführung, denn die Hauptperson bietet nicht viel Vielseitigkeit ihres Wesens oder Charakters, wie auch die Handlung. Diese ist minimalistisch gehalten, und es passiert so gut wie nichts. Aber kurz zusammengefasst. Alex, eine 22zig jährige junge Frau, etwas verbraucht, da die einigen älter erscheint, lässt sich aushalten. Sie arbeitet nicht, ist praktisch obdachlos und tut auch nichts Vernünftiges, um diese Situation zu ändern. Das einzige, was sie sich wünscht, wobei auch für starke Wünsche, bietet sie zu wenig emotionale Beweglichkeit, dennoch kann man sagen, sich wünscht, ist zu den Reichen und Schönen zu gehören. Dafür tut sie alles. Sie passt sich an, allem und jedem. Ihre Persönlichkeit kommt gar nicht zu Geltung, außer der Tatsache, dass sie sich ein Leben in Reichtum wünscht, dafür allerdings eigenständig nichts tut, außer sich von einem Mann an den anderen zu hängen und aushalten lassen. Die Einladungen werden ausgesprochen und sie nimmt sie bedingungslos an. Doch bei kleinem Verhaltensfehler, bei kleinem Fehltritt kann ihr Zauberschloss in sich zusammenfallen, und Alex steht wie so oft auf der Straße.

    Ob es eine großartige soziale Studie ist, sei dahin gesagt. Ich fand den Roman sehr gut, doch nicht nach meinem Geschmack. Die Handlung des Romans kann man auf drei Seiten zusammenfassen. Die Erzählart ist ebenfalls minimalistisch gehalten: trocken, kurz, abgehackt. Wer es mag, schön, dann hat er für sich den passenden Lesestoff entdeckt. Ich mag es nicht sonderlich.

    Was jedoch der Autorin zugutegehalten werden muss, sie beherrscht hervorragend die Technik der Aussparung. Vieles wird nicht gesagt. Der Leser weiß es aber dennoch. Das Leben der Protagonistin ist ein einziger Abgrund. Das Gefühl, das der Leser ihr gegenüber empfinden kann, ist entweder Verachtung oder Mitleid. Oder auch beides zusammen. Ein tragisches Schicksal, der jedoch selbstverschuldet ist. Was der Roman auf jeden Fall ist, der ist aufwühlend. Ich persönlich konnte die Lektüre nicht genießen, denn ich bin kein Freund von nüchternen, reduzierten Sprache. Doch für viele Leser wäre die Geschichte, vor allem die Machart der Geschichte, von Interesse. Von mir gibt es 3,5 Sterne.

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  • Ich habe mich mit dem Buch schwer getan. Auf der einen Seite zeigt Emma Cline gerade in der zweiten Hälfte die Oberflächlichkeit der Kreise, in denen sich Alex bewegt. Die Menschen interessieren sich nicht wirklich füreinander, sonst würde ihnen auffallen, dass Alex ihr Leben nur imitiert. Zugegeben, sie ist darin sehr gut. Aber manchmal fällt sie trotz aller Bemühungen aus ihrer Rolle, meistens ohne dass es Konsequenzen gibt.

    Auf mich hat Alex' Geschichte gewirkt, als ob sie mitten aus einer anderen Erzählung gerissen wurde. Ich erfahre kaum etwas von ihrem Leben, das sie vor der ersten Seite geführt hat und auch das Ende ist mir zu offen. Ein offenes Ende stört mich meistens nicht, aber vielleicht hätte ich mehr Verständnis für Alex gehabt, wenn ich ihre Motive besser verstanden hätte. So blieb sie für mich leider zu eindimensional.

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Roman mit Sogwirkung

    Die 22jährige Alex ist ständig auf der Suche nach einem Sugardaddy, der sie aushält. Momentan geht es ihr gut: sie verbringt den Sommer mit dem wesentlich älteren Simon auf dessen Luxusanwesen in den Hamptons, wo die Reichen und Schönen der Ostküste ihre Sommer verbringen. Als Gegenleistung ist sie ihm stets sexuell zu Diensten, sie passt sich seinen Stimmungen und Neigungen an wie ein Chamäleon.

    Tagsüber arbeitet Simon, während sie die endlosen heißen Tage am Pool oder Strand verbringt, abends gehen sie zu Partys, bei denen die Gastgeber sie oft spüren lassen, dass sie genau wissen, welche Sorte Frau sie ist und sie entsprechend herablassend behandeln. Gerne lässt sie bei diesen Gelegenheiten etwas mitgehen und durchsucht die Badezimmer der Gastgeber nach Schmerzmitteln und anderen Medikamenten. Bei einer dieser Partys leistet Alex sich einen Fauxpas und Simon hat genug von ihr. Er setzt sie vor die Tür, doch wo soll sie hin? Zurück in die Stadt ist keine Option, denn auch aus ihrer WG ist sie geflogen, da sie monatelang keine Miete bezahlt hat. Ihr letzter Sugardaddy, Dom, ist sauer auf sie, da sie ihn um eine große Summe Geld und Drogen erleichtert hat. Er bombardiert sie mit Anrufen, die sie jedoch ignoriert. Allerdings lebt sie in ständiger Angst, er könnte sie ausfindig machen.

    So streunert sie obdachlos und auf der Suche nach einem neuen Opfer durch die Gegend. Sie ist eine Meisterin der Manipulation und weiß genau, wie sie am besten zu ihrem Ziel kommt. Dabei geht sie äußerst skrupellos vor. Empathie ist ihr fremd. Es ist ihr egal, wenn sie andere in Schwierigkeiten bringt. Man erfährt nichts über Alex‘ früheres Leben, wieso sie so wurde, wie sie ist. Irgendwann hatte sie einen Job, was ist passiert? Wann und warum hat sie beschlossen, sich zu prostituieren? Obwohl Alex, die permanent zugedröhnte und kleptomanisch veranlagte Schmarotzerin alles andere als eine sympathische Protagonistin ist, hat ihre Geschichte eine Sogwirkung auf mich ausgeübt, die sich wie ein Thriller liest. Sie hat sich in den Kopf gesetzt, zu Simon zurückzukehren. Eine Woche nach ihrem Rauswurf gibt er eine große Labor Day Party, jetzt gilt es nur, die Zeit bis dahin zu überbrücken, dann wird er sie schon wieder aufnehmen.

    Das Ende des Romans ist offen, was mich nach all der Spannung und der Erwartung einer Auflösung ziemlich unbefriedigt zurückgelassen hat. Emma Clines Vorgängerwerk „The Girls“ konnte mich nicht ganz überzeugen, „Die Einladung“ hat mich gefesselt. Allerdings hätte ich eine wörtliche Übersetzung des Originaltitels „The Guest“ sehr viel passender gefunden. Ein äußerst spannender Roman über eine überaus unsympathische Protagonistin. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

  • All diese Mühe für nichts

    Alex schmarotzt sich durch die Gegend, nach allen Regeln der Kunst, und überall wo sie auftaucht, geht etwas zu Bruch, aus reiner Schusseligkeit. Gerne lässt sie auch etwas mitgehen. So fliegt sie raus bei ihrem Sugar Daddy, der plötzlich der Schnauze voll hat von ihr, und um einfach nicht obdachlos zu werden, schmeißt sie sich an die nächste sich bietende Gelegenheit ran. Die Skrupellosigkeit, mit der sie vorgeht, gepaart mit der Naivität der Opfer sorgt für erheiternde Momente.

    Dabei muss sie so manchen Abstieg in Kauf nehmen, aber irgendetwas in ihrem 22jährigen Leben hat ihr den Boden unter den Füßen weggezogen. Ein schlechtes Elternhaus oder eine problematische Kindheit waren es nach ihrem eigenen Bekunden wohl nicht, vielleicht eher etwas mit Drogen, die sie hauptsächlich in Form von zusammengeklauten Schmerzmitteln konsumiert. Zusätzlichen Stress verursachen ihr die Nachrichten des zwielichtigen Dom auf ihrem Handy.

    Für die subtilen Codes der Reichen und Schönen entwickelt sie einen feinen Instinkt, die sie dann aber doch nicht als ihresgleichen annehmen und allemal ihr Fremdsein erkennen. Während sie jeden, der sich entlang ihres Weges anbietet, kaltblütig benutzt, geht ihr Stück für Stück die Selbstwahrnehmung verloren.

    Mit Hilfe des sechsjährigen Calvin bricht sie in einen Strandclub für Familien ein, lernt dort Margaret kennen, und so hangelt sie sich durch den Tag. Sie sucht bei dem labilen Jack Zuflucht, dann erscheint Dom auf der Bildfläche - und da wird es noch mal richtig spannend.

    Diese sarkastische psychologische Gesellschaftsstudie hat mich amüsiert und erschüttert zugleich.

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • August in den Hamptons, dem Sommerfrischeort der New Yorker Upper Class. Diese Halbinsel, der Fluchtort der Superreichen, der den wohlhabenden US-Amerikanern als Wochenend- bzw. Sommerresidenz dient. Die Grundstückspreise sind weltweit die Höchsten. Und sollte sich jemand auf einen Küstenstreifen in deren Privatbesitz verlaufen haben, wird die Security losgeschickt, um diese Eindringlinge zu verscheuchen. Selbst kommt man nie auf die Idee, im Meer zu baden, wofür hat man den Pool im Garten. Der Pöbel soll sich gefälligst fernhalten, gleich wohl er dieser abgehobenen Gesellschaft zu Reichtum verholfen hatte.

    Und dann möchten die alten Knacker mit frischem Blut und knackigem Fleisch zum Zeitvertreib horizontal und vertikal unterhalten werden, für Kost und Logis und anderes. Da bietet sich das 22-jährige Escort-Girl Alex besonders gut an. Gerade läuft es in der Stadt miserabel, ihre Kunden wollen nichts mehr von ihr wissen, ihre WG-Mitbewohner hassen sie, sie ist ihnen monatelang die Miete schuldig geblieben. Sie wird von ihrem Ex bedroht.

    In einer Bar hat sie Simon zu ihrem, doppelt so alten Sugardaddy auserkoren. Sie spielt ihm das schüchterne Mädchen vor und bekommt den „Job“ in seinem Sommerhaus auf den Hamptons. Sie wird ausgehalten, versucht zu gefallen und keine Fehler zu machen. Doch mit Ende August ist ihre Zeit bei Simon abgelaufen, sang- und klanglos. Sie wird von Simons Sekretärin zu Bahnhof gefahren, die ich noch das Bahnticket kauft. Doch für Alex ist die Rückkehr in die Stadt keine Option. In ein paar Tagen will sie auf Simons Party „auftreten“ und hofft auf ein Revival. Doch wie die Tage bis dahin überbrücken?.

    Sie mischt sich in ein Gruppe junger Urlauber und verbringt in deren Unterkunft eine Nacht. Sie schmeißt sich an einen jungen Typen, täuscht Liebe vor, bricht mit ihm in ein unbewohntes Haus ein, verbringt dort einige Tage und schlussendlich taucht sie in Simons Party auf.

    Eine verzweifelte junge Frau manipuliert ihre Umwelt und sich selbst bis zum Realitätsverlust. Mitleid muss ich mit ihr nicht haben, dazu ist keine Sympathie für Alex vorhanden.

    Es ist ein mitreißendes Buch, ein schreckliches Buch, voller Sommer und Untergang.

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

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