Robert Marasco - Burnt Offerings. Haus der toten Seelen / Burnt Offerings

  • Kurzmeinung

    LACK OF LIES
    - atmosphärischer Haunted-House-Klassiker mit unterschwelliger Spannung -
  • Robert Marasco - Burnt Offerings - Haus der toten Seelen

    (Festa Verlag)


    - atmosphärischer Haunted-House-Klassiker mit unterschwelliger Spannung -


    New York, in den 70ern des vergangenen Jahrhunderts. Ben Rolfe, seine Frau Marian und ihr gemeinsamer Sohn David bewohnen eine stickige, hellhörige Altbauwohnung in Queens. Stress, Kindergeschrei, unbeholfenes musizieren der Nachbarn, Straßen- und Flugzeuglärm, Parkplatzprobleme, sowie eine Mischung aus Abgasen, Ausdünstungen diverser Straßenbars, Lieferrestaurants und Supermärkte inklusive. Da kommt den Rolfes das Angebot, ein abgelegenes und freistehendes Ferienhaus, nein eher ein ganzes Anwesen mit Pool, Strand und eigenem Anleger über den gesamten Sommer zu mieten, sehr gelegen. Endlich können sie ihrem stressigen, nachgerade zermürbenden New Yorker Alltag für einige Wochen entfliehen. Das zumindest glauben die Rolfes, die Bens 74-jährige Tante Elizabeth im Schlepptau haben. So lange, bis sie alle eines Besseren belehrt werden.


    Obschon das Original zu "Burnt Offerings" bereits im Jahre 1973 veröffentlicht wurde, hat der atmosphärische Haunted House Klassiker in den letzten 50 Jahren kaum Patina angesetzt. Der 1936 in den Bronx geborene und bereits im Jahre 1998 verstorbene US-amerikanische Schriftsteller Robert Marasco setzt in der Vergangenheitsform auf die empathische Einführung einer netten kleinen Familie. Er bemächtigt sich hierbei eines lebendigen, humorvollen und locker-flockigen Erzählstils, der einem runtergeht wie Öl. Der subtile, aber stete Spannungsaufbau der authentischen Geschichte wird nach und nach mit Mystery-Elementen angereichert. Auf diese Weise jongliert Marasco spielerisch mit den Ängsten seiner Protagonisten, wie auch seiner Leser.


    Beim alten, in die Jahre gekommenen und stark heruntergewirtschafteten Herrenhaus angekommen, können Ben, Marian, David und Elizabeth ihr Glück kaum fassen. Das Angebot, das Ihnen die Hausherrin Mrs. Roz Allardyce und ihr Bruder Mr. Arnold Allardyce machen, ist so traumhaft günstig, dass es abzulehnen einer Farce gleichkäme. Lediglich eine Sache gilt es zu beachten. Die Rolfes sollen der 85-jährigen Mutter von Roz und Arnold dreimal am Tag ein Tablett mit einer warmen Mahlzeit auf den Tisch ihres Salons stellen. Wenn doch alles so einfach wäre, denkt Marian und ist sogleich verliebt in das Anwesen. Doch was hat es mit den alten Bildern und den leeren Blicken der Personen darauf auf sich? Warum geraten das Haus und die alte Mrs. Allardyce für Marian zur Obsession? Was macht sie nur so nervös und unruhig?


    Robert Marasco setzt die verschiedenen Gefühlsregungen aus stressigem Arbeitstag, neuen, aufregenden Erfahrungen, erholsamen Urlaubstagen und Marians beginnendem Wahn exzellent in Szene. Das merkwürdige Verhalten der Rolfes, unter dem auch das Zwischenmenschliche leidet, gerät zu einem immer gefährlicheren Spiel. Die gesamte Familie, die immer weitere Wesensveränderungen an sich bemerkt, entfremdet sich allmählich. Alles wird nebulös, die Wahrnehmung verschwimmt. Halluzinationen und Trugbilder erscheinen absolut real. Das emotionale Empfinden, das sich von Anfang an einwandfrei auf den Leser überträgt, wurde vom Autor gut dosiert. Das Haus, das sich nach und nach zu verändern beginnt, vernebelt ihre Sinne und vereinnahmt die Rolfes immer mehr. Eine Flucht aus diesem wahrgewordenen Albtraum scheint schier unmöglich. Beim Lesen des charismatischen, 336-seitigen Horror-Romans "Burnt Offerings", den stets eine bedrohliche und verstörende Aura umgibt, fiel mir auf, dass ich meine, die Verfilmung von Dan Curtis, mit Karen Black, Oliver Reed und Bette Davis, aus dem Jahre 1976, schon einmal gesehen zu haben. Ich werde sie mir die nächsten Tage auf jeden Fall einmal (wieder?!?) zu Gemüte führen!


    (Janko)


    Brutalität/Gewalt: 10/100

    Spannung: 48/100

    Action: 28/100

    Unterhaltung: 87/100

    Anspruch: 40/100

    Atmosphäre: 80/100

    Emotion: 77/100

    Humor: 15/100

    Sex/Obszönität: 10/100


    LACK OF LIES - Wertung: 83/100


    Robert Marasco - Burnt Offerings - Haus der toten Seelen

    Festa Verlag

    Horror

    Festa Must Read - Band 42

    ISBN: 978-3-98676-052-6

    336 Seiten

    Mit Leseband, gebunden in der Festa-Lederoptik

    Originaltitel: Burnt Offerings

    Aus dem amerikanischen Englisch von Simona Turini

    Erscheinungstermin: 23.03.2023

    EUR 26,99 Euro [DE] inkl. MwSt.


    Weitere Formate:

    ISBN eBook: 978-3-98676-053-3

    Erscheinungstermin: 08.02.2023

    EUR 7,99 Euro [DE] inkl. MwSt.


    "Burnt Offerings - Haus der toten Seelen" beim Festa Verlag: https://www.festa-verlag.de/bu…aus-der-toten-seelen.html


    Leseprobe: https://www.festa-verlag.de/mp…ent/file/download/id/647/

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Robert Marasco - Burnt Offerings - Haus der toten Seelen“ zu „Robert Marasco - Burnt Offerings. Haus der toten Seelen / Burnt Offerings“ geändert.
  • Ja, ja, Lehrer*innen wissen, was wahrer Horror ist 😏


    Hier noch das Original:

  • Robert Marasco - Burnt Offerings/Haus der toten Seelen


    Mein Leseeindruck :montag:


    Dieser Klassiker ist als Hardcover Ausgabe beim Festa Verlag in der Reihe "Must Read" erschienen und umfasst 335 Seiten, die liebevoll mit kleinen Zeichnungen gestaltet sind. Die Kapitel haben außerdem eine angenehme Leselänge. Die Aufmachung des Buches finde ich insgesamt gut gelungen, und auch das Design des Covers fängt die Atmosphäre des Inhalts sehr gut ein und ist passend. Soweit so gut.


    Der Schreibstil ist einfach und leicht, und dadurch sind schnell mal ein paar Seiten weggelesen. Leider sind die Charaktere alle farblos und oberflächlich geblieben, ja eigentlich sogar unsympathisch. Ein großes Problem für mich war allerdings die fehlende Spannung. Die Geschichte plätschert einfach so dahin, es passiert die ganze Zeit über nichts - wirklich gar nichts. Eine gewisse Grundstimmung und Atmosphäre war durchaus unterschwellig da. Aber mir fehlte hier ein bisschen was. Für mich war die Geschichte fast durchgehend langweilig und erst gegen Ende nimmt das Ganze so etwas wie Fahrt auf.


    Mein Fazit:
    Netter Gruselroman, dem man allerdings sein Alter (1973) beim Lesen anmerkt. Ich hatte mir von dem Buch mehr versprochen und deswegen gibt es 3 :bewertung1von5: .

    :study:  Tanja Wekwerth - Das Leben ist ein Seidenkleid


    2024: 9 Bücher/ 2.998 Seiten

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