Katharina Oswald - Ein Neuanfang für uns

  • Zum Inhalt: Anfang der 1950er Jahre möchte die junge Marianne den Familienbetrieb wiedereröffnen und sie lernt den Wanderarbeiter Alexandre kennen, der eigentlich Künstler ist, aber nach seinen Erlebnissen im Krieg nicht mehr so malen kann, wie er es möchte. Es entwickelt sich eine Liebesbeziehung zwischen ihnen, die jedoch vom Dorf missbilligt wird, genauso wie es moniert wird, dass eine Frau ein Geschäft leitet. Schauplatz ist vorwiegend der abseits gelegene Lindenhof in Hohenlohe in Süddeutschland.


    Meine Meinung: Die Autorinnen haben es durchaus geschafft, mich in ihre Geschichte hineinzuziehen. Als Erstes fand ich die Idee, dass Marianne entsprechend ihrer Möglichkeiten aus der Schreinerei des Vaters etwas Eigenes macht, interessant und habe gern dabei zugesehen, wie sich ihr Geschäft entwickelt. Dann fand ich einige der Figuren (Alexandre, Ludwig, Henni) ansprechend, aber selbst diese blieben vergleichsweise blaß. Die Darstellung ist zwar sehr detailreich, verliert sich aber in Nebensächlichkeiten, so dass außergewöhnliche Ideen und Passagen, die dieser Roman sehr wohl enthält, fast darin untergehen. Mit der Schreibe bin ich nie wirklich warm geworden. Ich fand die Figuren eindimensional. Es ist für mich uninteressant, wenn es "die Guten", "den Bösen" oder "die Naive" gibt. Zum Ende hin fand ich die Darstellung überhastet. Da hätte es geholfen zu bemerken, dass der Roman eine umfangreiche Leseprobe für den folgenden Teil enhält. So stand ich unvermutet vor dem Schluß. Zusammengefasst vergebe ich drei Sterne :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Katharina Oswald - Die Frauen vom Lindenhof - Ein Neuanfang für uns“ zu „Katharina Oswald - Ein Neuanfang für uns“ geändert.
  • Marianne und der Familienbetrieb

    Nach einigen Buchprojekten von Claudia Hornung und Andrea Bottlinger haben die beiden Autorinnen (Katharina Oswald) sich nun zusammengetan und ihr neustes Werk „Die Frauen vom Lindenhof“, das im Januar 2023 im Fischer Verlag erschienen, vorgelegt. Ich muss leider gestehen, dass ich weder die beiden kenne, noch eins ihrer Bücher gelesen habe und so wurde dieser Roman auch mein Debüt. Seit einigen Jahren bin ich ein großer Fan von historischen Romanen bzw. Familiensagas und daher auch immer wieder auf der Suche nach interessanten Geschichten. Das Cover hat mich sofort angesprochen und nachdem ich den Klapptext gelesen hatte, war meine Neugierde geweckt und ich wusste, dass ich das Buch unbedingt lesen muss.


    Der flüssige und leichte Schreibstil der beiden Autorinnen hat mich angenehm überrascht und gefiel mir auf Anhieb. Bereits nach der ersten Seite merkte ich, wie mich dieses Buch immer mehr und mehr in seinen Bann zieht und ich in Mariannes Geschichte ein – und abtauchte. Den Roman konnte bzw. wollte ich kaum noch aus den Händen legen. Zu jedem Zeitpunkt musste ich wissen, wie die Handlung weitergehen wird. Wird Marianne ihren Traum verwirklichen oder nicht? Nicht nur der Erzählstil gefiel mir, auch die Charaktere waren ein perfekt. Authentisch und lebensnah wurden sie eingefangen und wieder gespiegelt. Irgendwie hatte ich fast den Eindruck, dass ich sie alle schon seit Jahren kenne, so vertraut waren sie mir. Ich könnte noch nicht einmal schreiben, wer mir besonders gut gefallen hat. Jede einzelne Person hatte ihren Platz und bereicherte die Geschichte. Zu den brillanten Figuren gesellt sich eine perfekte Kulisse. Nicht nur die Umgebung von Hohenlohe um 1953 wurde detailliert beschrieben, sondern auch die Schreinerei. Wer schon einmal in einer Schreinerei besucht hat, kennt den Duft von frisch geschnittenem Holz, den feinen Staub, der noch in der Luft schwebt oder die Hobelspäne, die auf dem Fußboden liegen und genau dieses Bild hatte ich während meiner gesamten Lesezeit permanent vor Augen. Einfach herrlich! Jetzt aber zu der Handlung. Marianne, die älteste Tochter der Familie Wagner lebt mit ihrer Mutter, ihrem Großvater und den beiden jüngeren Schwestern (Henni und Lottchen) auf dem Hof, wo auch die Schreinerei ihres Vaters steht. Nach dessen Tod wurde der Betrieb eingestellt und das Gebäude verfällt immer mehr. Marianne, die die Arbeit mit Holz immer geliebt hat, möchte die Schreinerei „wieder zum Leben“ erwecken. Nur wie? Ohne Geld und dann noch als Frau, der man eine Geschäftsführung schon gar nicht zutraut. Marianne weiß, dass sie kämpfen muss und mit ihrer Idee könnte es vielleicht klappen. Aber nicht nur beruflich, sondern auch privat hat sie einige Hürden zu meistern. Ihre Liebe zu dem geheimnisvollen Alexandre ist bei den Dorfbewohnern ein Dorn im Auge. Werden die beiden dennoch eine Zukunft haben oder wird Alexandre Hohenlohe verlassen, um seinen Traum zu verwirklichen?


    Die beiden Autorinnen Katharina Oswald haben einen warm herzigen und wunderschönen Roman über eine starke Frau namens Marianne Wagner geschrieben. Als Leserin fieberte ich mich durch die Geschichte. Zum einen freute man sich, wenn der eine oder andere Erfolg gefeiert wurde, aber zum anderen litt man auch, wenn Marianne „die berühmten Steine“ in den Weg gelegt wurden. Schade, dass das 440seitige Buch so schnell ausgelesen war. Zum Glück dauert es nicht mehr lange, am 24.05.2023 (ebenfalls im Fischer Verlag) der zweite Band Die Frauen vom Lindenhof „Zusammen können wir träumen“. Ich freu mich auf ein Wiedersehen auf dem Lindenhof.


    Kaum hat dieses Jahr begonnen, schon habe ich, dank dieses Auftaktbandes, schon mein erstes Lesehighlight 2023. So kann es weitergehen.

    5 von 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung obendrauf!

    "Bücher sind fliegende Teppiche ins Reich der Phantasie." (James Daniel) :study:

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    Zeit zum verzeihen - Hera Lind :study: