Tania Witte – Einfach nur Paul

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  • Klappentext/Verlagstext
    In Pauls Leben läuft alles schief: Er liebt ein Mädchen, das er nicht bekommen kann, ist Frontmann einer Band, in der alle besser singen als er selbst und jedes Gespräch mit seinem Vater endet in einer Brüllorgie. Als er dann auch noch erfährt, dass er nicht der biologische Sohn seiner Eltern ist, scheint das Leben am Höhepunkt von „kompliziert“ angekommen. Allerdings ahnt er da noch nicht, was die Suche nach seiner Mutter aufdecken wird … und dass die Erfüllung seiner Sehnsucht nicht der einzige Weg zum Glück ist.

    Die preisgekrönte Autorin Tania Witte schreibt authentisch und ehrlich mit viel Einfühlungsvermögen und Humor über die wichtigste Frage im Leben: wer bin ich?


    Die Autorin
    Tania Witte ist Schriftstellerin, Journalistin und Spoken-Word-Performerin. Sie lebt und schreibt hauptsächlich in Berlin und am liebsten in Den Haag (NL). Ihre Bücher sind preisgekrönt, die Arbeit daran wurde durch zahlreiche Arbeitsstipendien gefördert. (... gekürzt)


    Inhalt

    Der 16jährige Paul singt in der Schul-Band „Going Under“, weil seiner besten platonischen Freundin Amira die Teilnahme der Band an einem Band-Casting wichtig ist. Das Casting gilt als Vorstufe zur Teilnahme am ESC. Der icherzähler hält sich nicht für begabt genug und zeigt seine Identität als Girl-Magnet allein Amira zu Gefallen. Doch sein mangelnder Ehrgeiz könnte Amiras Traum zum Platzen bringen. Der Widerspruch zwischen Pauls Bühnen-Präsenz und seiner Zurückgezogenheit im Privatleben beunruhigt seine Eltern und der Dauerkonflikt mit seinem Vater Martin um Pauls Berufspläne (DJ oder Producer) setzt dem Stress noch eins drauf. In dieser Situation erfährt Paul eher zufällig, dass er nicht der biologische Sohn seiner Mutter Charlotte sein kann, als seine jüngere Schwester Linn für ein Schulprojekt die Blutgruppen der Familie Mérida untersucht. Könnte der Konflikt mit seinem Vater darin begründet sein, dass Paul „nicht dazugehört“, fragt er sich.


    In einem parallelen Handlungsstrang schreibt eine Person „K.“ seit dessen Geburt jedes Jahr zum Geburtstag an „Mein geliebtes Kind“. Mit immer kürzer werdenden Abständen bauen die Briefe Spannung auf, aus welchem Motiv K. es damals zurückgelassen hat. Ebenso spannend bleibt die Frage, warum Paul Amira seit fünf Jahren liebt, obwohl sie Sex mit ihm damals bereits ausdrücklich ausgeschlossen hat. Während die Beziehung zwischen Paul, Linn und Mutter Charlotte sich in der Krise festigt, hat Martin Mérida deutlich damit zu kämpfen, sein Männerbild und sein Leistungsethos mit einem Sohn zu vereinbaren, der Glitzerklamotten und schrillen Nagellack trägt. Linn dagegen (Spitzname: Keks, Idol: Ruth Bader Ginsberg) zeigt sich als Fels in der Brandung, als sie die Familienfotos systematisch nach einer Spur zu Pauls biologischer Mutter durchsucht. Durch das Bashing einer bestimmten Person zu Anfang des Buches, ahnt man als Leser:in zwar, wohin die Handlung sich entwickeln wird, der Weg dahin zeigt sich durch die Ahnung jedoch kaum weniger spannend. Für Paul und seine Unterstützer:innen ist ein Weg voller Irrtümer und voreiliger Schlüsse zu bewältigen, ehe er das Rätsel seiner Herkunft lösen kann.


    Fazit

    Aus wechselnder Perspektive erzählt, ein glaubwürdiger, berührender Roman einer Identitätssuche zwischen asexueller, nichtbinärer und trans Identität.


    Altersempfehlung: ab 12 Jahre

    :study: -- Bergner - Gute Entscheidungen treffen

    :study: -- Bartens - Ist das Medizin ode rkann das weg?

    :musik:-- Ronnefeldt - Quendel (1.)

    "The three most important documents a free society gives are a birth certificate, a passport, and a library card!" E. L. Doctorow

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