Manfred Faschingbauer - Der fünfte Junge

Anzeige
  • Wer hat Grund, den 84 Jahre alten Georg Koller zu ermorden?

    Moritz Buchmann, seines Zeichens Kriminalhauptkommissar und bekennender Naturhasser, muss aus München in den Bayerischen Wald nahe der Grenze zu Tschechien. Es gilt den Mord an Georg Koller aufzuklären, einem Eigenbrötler in einem ebensolchen Dorf. Koller hat vor seinem Tod noch einen Hinweis gegeben, mit dem allerdings noch keiner etwas anfangen kann: „Polak“ hat er mit zittriger Hand in den Untergrund gekratzt.


    Wer hat Grund, den 84 Jahre alten Mann zu ermorden? Diese Frage stellen sich nicht nur die Ermittler, sondern auch die Dorfbewohner. Die allerdings wissen mehr, als sie zu sagen bereit sind.

    Nur die alte Resi erzählt verschiedene Geschichten aus der Vergangenheit und einem Neffen, der seit langer Zeit seinen Onkel wieder besucht hat. Moritz Buchmann misst den Geschichten anfangs nicht allzu viel Bedeutung bei und konzentriert sich auf den weißen Lieferwagen mit polnischen Kennzeichen, der beim Anwesen des Opfers gesehen worden sein soll. Ob der mit Kollers Nachricht zusammenhängt?


    Dann entdeckt Buchmann im Schlafzimmer des Toten ein Foto und es scheint, als ob sich hier eine andere vielversprechende Spur auftut.


    Meine Meinung:


    Dieser Krimi ist das Debüt von Manfred Faschingbauer und führt uns in den Mikrokosmos eines kleinen Dorfes im Bayerischen Wald.

    Dieses Erstlingswerk schildert nicht nur die Ereignisse wenige Tage vor der Kapitulation des NS-Regimes, sondern auch den aktuellen Handel mit Crystal Meth. Diese Droge ist, wie der geneigte Leser erkennen wird, die Verbindung in die Vergangenheit, denn Crystal Meth war während des Zweiten Weltkriegs als Pervitin vulgo „Panzer- oder Fliegerschokolade“, bekannt. Und ja, ein abgestürzter Flieger, dessen Marterl auf dem Arber steht, spielt auch eine Rolle.


    Buchmann mit seiner Abneigung für alles Nicht-Städtische ist manchmal unfreiwillig komisch. Im Laufe der Zeit wird er eines Besseren belehrt, woran auch seine Zimmervermieterin Rosi und deren Freundin Claudia nicht ganz unschuldig sind.


    Fazit:


    Mir hat dieses Debüt sehr gut gefallen, weshalb es 5 Sterne erhält.

Anzeige