Karl Rittner - Die Toten von Wien

  • Interessanter historischer Krimi


    Alexander Baran ist Kommissar bei der Kriminalpolizei in Wien, er ist kein gebürtiger Wiener und er hat ein Geheimnis, welches nicht jedem bekannt ist. Eigentlich ist Alexander Ungar und von Adel, aber diese Tatsache verbirgt er, so gut er eben kann. Dann wird er zu einem Mord gerufen. Eine junge Frau wurde am Donaukanal gefunden. Sie ist furchtbar entstellt. Wer hat der jungen Frau dies angetan und warum? Im Laufe der Ermittlungen stellt sich heraus, dass sie Tänzerin an der Wiener Oper war. Ein weiterer Todesfall gibt Alexander Baran Rätsel auf.


    Mit dem Krimi „Die Toten von Wien“ startet der Autor Karl Rittner eine neue Krimireihe, die in den 20er-Jahren in Wien spielt. Der Autor war mir bisher unbekannt und bei näherer Betrachtung habe ich festgestellt, dass dieser historische Krimi sein erster dieser Art unter dem Namen Karl Rittner ist. Hinter dem Namen verbirgt sich ein Schriftsteller aus Österreich.

    Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, der ein Ereignis schildert, welches sich einige Jahre vor der eigentlichen Handlung abgespielt hat. Zunächst scheinen diese Szenen nichts mit der späteren Handlung zu tun zu haben, aber im Laufe der Zeit wird die Verbindung immer klarer.


    Die spätere Suche nach dem Täter fand ich dann spannend zu lesen. Auch haben mir die Charaktere wie eben Alexander Baran gut gefallen. Allerdings hat er ein Geheimnis in der Vergangenheit, welches ihn nicht loslässt. Als Leser weiß man schnell, um was es dabei geht. Ich fand auch, dass diese Ereignisse gut in die Geschichte einfließen, aber teilweise waren sie dann so vordergründig und die Gedanken von Alexander zu sehr mit der Vergangenheit beschäftigt, dass der eigentliche Fall im Jahre 1922 dabei ins Hintertreffen geriet. Der Autor hat da wohl zeitweise die Orientierung verloren. Er hat es aber auch verstanden, wieder zum eigentlichen Inhalt zurückzukehren und den Todesfall der Tänzerin aufzuklären. Die Lösung war schon gut versteckt und das Ende ein echtes Highlight der Geschichte.


    Gefallen hat mir auch, dass Karl Rittner die politischen Aspekte dieser Zeit hat mit einfließen lassen. Die Probleme, die der Kommissar bei der Aufklärung seines Falles hat, wurden glaubhaft geschildert. Auch wenn der Erzählstil an manchen Stellen eventuell etwas holprig war und mir die Gedankensprünge von Alexander nicht immer gefallen haben, im Ganzen gesehen, ist es aber eine gute Geschichte.


    Fazit:

    „Die Toten von Wien“ ist ein durchaus gelungener Auftakt zu einer neuen Krimireihe, auch wenn es sicherlich noch Luft nach oben gibt. Da dieser Teil doch mit einem etwas ungewöhnlichen Cliffhanger endet, gehe ich davon aus, dass es eine Fortsetzung geben wird. Ich würde sie lesen.


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