Klappentext
Der Hase Skarabäus Lampe ist ein genialer Detektiv, analytischer Kopf und ganz nebenbei auch Hobby-Entomologe. Im Mittelpunkt seines ersten Falles steht ein grausames Verbrechen in einem kleinen Wanderzirkus. Die städtische Polizei stößt mangels ordentlicher Ausstattung und fehlender Weitsicht wie üblich an ihre Grenzen, so dass Skarabäus einmal mehr helfen muss, Licht ins Dunkel zu bringen...
Der Löwe Helios, Direktor eines Wanderzirkus, wurde ermordet und die Umstände seines Todes sind so seltsam, dass Skarabäus Lampe schnell klar wird: Dahinter steckt mehr als die drohende Auflösung des Zirkus, wie die Polizei vermutet. Zwischen bunten Zelten und schummrigen Schaustellerwagen liegt vieles im Schatten und nach und nach findet der Meisterdetektiv heraus, dass jeden der »Freaks« eine ganz eigene Geschichte mit dem Direktor verband. Doch welche reicht für ein Mordmotiv? Bei seinen Ermittlungen wird der Detektiv unterstützt von seinem ehemaligen Kindermädchen Helene Pick, sowie dem kleinen Straßenkater Teddy, den Lampe wie einen Sohn liebt, was er aber nie zugeben würde. Als Teddy mitten in den Ermittlungen entführt wird, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit und der nüchterne Verstand des Detektivs gerät an seine Grenzen.
Meine Meinung
Vor einigen Jahren gab es mal eine Zeit, da hab ich gefühlt überall Tier-Fantasy oder Tier-Krimis entdeckt ... mittlerweile sind die total selten, oder ich finde sie einfach nicht. Für Kids ja, da gibts wirklich massenweise, aber für Erwachsene ist die Auswahl doch eher gering.
Jedenfalls hab ich mich total gefreut, dieses Buch entdeckt zu haben! Skarabäus Lampe als Ermittler im Stil eines Sherlock Holmes. Allerdings ohne Watson, aber mit einem jungen Kater, Teddy, einem Straßen-Streuner, der immer wieder gerne beim Herumschnüffeln unter die Arme greift.
Das ganze spielt in einer fiktiven Stadt: Überstadt. Die einzelnen Viertel und typischen Trennungen zwischen Armen und Reichen sind recht einfach gehalten - dafür ist der Rest ein kunterbuntes Sammelsurium, das eine Menge Spaß gemacht hat zu entdecken. Kleine Gesellschaftskritik kann man finden, wenn man sie sucht, aber das Augenmerk liegt nicht darauf. Man merkt aber, dass die Autorin ein gutes Gespür für "menschliche" Schicksale und Entscheidungen hat.
Die Charaktere zählen alle zu unterschiedlichen Tierarten: ob der Detektiv Lampe als Hase, das schon alt gewordene Kindermächen Helene als Henne, der Anwalt von Oben als Fisch oder der ermordete Zirkusdirektor Helios als Löwe. Um nur ein paar Beispiele zu nennen. Fleisch darf übrigens keines verzehrt werden, das steht sogar unter Strafe. Nach einer "Konferenz der Tiere" ist nur noch das Essen von wirbellosen Tieren erlaubt; fand ich eine coole Idee!
Natürlich gibts auch den schnüffelnden und treudoofen Polizisten, hier als geruchtsempfindlicher Hund, der auf die Kombinationsgabe von Lampe angewiesen ist. Denn der Mord im Zirkus ist verzwickter als gedacht und an Verdächtigen mangelt es auch nicht.
Der Fall selbst ist ein typisches Muster das man schon oft gelesen hat, dennoch hat das miträtseln Spaß gemacht. Motive gibt es einige und auch wenn ich schon bald auf ein bestimmtes Geheimnis gestoßen bin, hatte ich doch keine Ahnung, wie es tatsächlich zusammenhängt.
Besonders mochte ich aber den Schreibstil, der durchwegs unterhaltsam war und einfach Spaß gemacht hat beim Lesen. Die Autorin hat eine sehr bildhafte Art und bringt auch in den unmöglichsten Situationen den passenden Tropfen Humor unter. Sie spielt gekonnt mit der Sprache, verknüpft verschiedenste Redewendungen mit den Tierarten aber auch mit menschlichen Charaktereigenschaften.
Einmal z. B. mit den Hupfdohlen, die in einem Varieté auftreten ![]()
Der Fall ist abgeschlossen und das Ende ein guter Abschluss - aber ich könnte mir gut vorstellen, dass es hier noch weitere spannende Ermittlungen mit Lampe und seinem Kompagnon Teddy gibt.
Mein Fazit: 4 Sterne



