Alexander Schwarz - Die Entdeckerin der Welt

Cover zum Buch Die Entdeckerin der Welt

Titel: Die Entdeckerin der Welt

4,8 von 5 Sternen bei 3 Bewertungen

Band 9 der

Verlag: Aufbau Taschenbuch

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 418

ISBN: 9783746638812

Termin: Juli 2022

Aktion

  • In diesem historischen Roman widmet sich Alexander Schwarz dem Leben einer ungewöhnlichen Frau: Maria Sibylla Merian.

    Maria Sibylla Merian wird 1648 als Tochter des bekannten Verlegers und Kupferstechers Matthäus Merian in Frankfurt geboren. Als sie 1717 stirbt, hat sie sich einen eigenen Namen gemacht als herausragende Malerin und Kupferstecherin, vor allem aber als Naturforscherin.

    Das Hauptaugenmerk liegt hier auf der Zeit in Amsterdam und den Vorbereitungen zu ihrer Reise nach Suriname. Merians Leidenschaft für Raupen und deren Verwandlung in Schmetterlinge führte sie 1699 bis in den tropischen Urwald von Südamerika. Kein leichtes Unterfangen, doch mit eisernem Willen, mit dem sie so manchen vor den Kopf stößt, gelingt es ihr, gemeinsam mit Tochter Dorothea die Reise nach Südamerika anzutreten. Sie wird sich dort (vermutlich) mit Malaria anstecken und kommt schwer krank nach Amsterdam zurück. Unermüdlich arbeitet sie an ihren Büchern weiter und gibt Malunterricht. Ihr Buch über die Insekten Surinams machte sie endgültig berühmt.

    Meine Meinung:

    Autor Alexander Schwarz hat hier einen penibel recherchierten Roman geschaffen, der zwar nur einen Teil von Maria Sibylla Merians Biografie abdeckt, aber den dafür eindrücklich schildert. Wir können mit der Naturforscherin den Surinam hinausrudern, durch den Urwald streifen und Gast auf den Zuckerrohrplantagen sein. Hier erleben wir die Ausbeutung und das Elend der Sklaven mit. Interessant ist das kleine Detail, dass zwischen „roten“ (indigenen) und „schwarzen“ (also afrikanischen) Sklaven unterschieden wurde.

    Gekonnt verknüpft der Autor Fakten mit Fiktion. So ist die Figur der indianischen Sklavin grundsätzlich historisch belegt, ohne allerdings einen Namen zu nennen. Hier hat sich der Autor behutsam dichterische Freiheit genommen.

    Wer noch mehr über diese interessante Frau lesen möchte, dem sei Barbara Beuys Biografie „Maria Sibylla Merian - Künstlerin, Forscherin, Geschäftsfrau“ empfohlen.

    Fazit:

    Eine Hommage an eine unbequeme Frau, die sich gegen alle Widerstände durchsetzen konnte. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

    "Ein Tag ohne Buch ist ein verlorener Tag"

    "Nur ein Lesender kann auch ein Schreibender sein oder werden" (Maria Lassnig/1919-2014)

  • Squirrel 24. Juli 2022 um 18:30

    Hat den Titel des Themas von „Alexander Schwarz - Die Entdeckung der Welt“ zu „Alexander Schwarz - Die Entdeckerin der Welt“ geändert.
  • 1691 zieht Maria Sibylla Merian mit ihren beiden Töchtern nach Amsterdam. Sie ist da schon keine Unbekannte mehr, hat mehrere Bücher veröffentlicht und sich mit der Metamorphose der Schmetterlinge beschäftigt. Ihre künstlerische Tätigkeit und ihre naturkundlichen Arbeiten will sie nun wieder aufnehmen und vertiefen, vor allem aber will sie sich endlich ihren größten Wunsch erfüllen und eine Forschungsreise nach Suriname machen.

    Die letzten Jahre hat sie, nach der Trennung von ihrem Ehemann, bei der Labadistensekte verbracht, doch nun will sie endlich wieder auf eigenen Beinen stehen und ihre Profession und Berufung nachgehen. Ein bisschen Angst, ob sie alles schaffen wird, ob man sie und ihr Können auch in Amsterdam zu schätzen weiß, ob sie das eigene Leben und das ihrer Kinder sicherstellen kann, ist natürlich auch da. Doch bald zeigt sich, dass Amsterdam eine gute Wahl war.

    Der Roman setzt ein als die Protagonistin schon eine gestandene Frau ist, die weiß, was sie will, und die vor allem ein großes künstlerisches Können und ein fast ebenso großes Faible für die Erforschung der Natur mitbringt. Beides zu verbinden, und der Welt zu zeigen, wie zum Beispiel eine Raupe mit einem Schmetterling zusammenhängt, und das im tatsächlichen Umfeld, in dem beide leben, ist das Einzigartige, das sie nicht nur ihren Zeitgenossen, sondern auch der Nachwelt gegeben hat, sie war auch die erste, die die Natur Surinames in Wort und Bild erfasst hat. Neben der Protagonistin und ihrer Familie trifft man hier eine ganze Reihe weiterer historischer Persönlichkeiten.

    Maria Sibylla Merians Leben vor ihrem Umzug nach Amsterdam wird immer wieder rückblickend aufgegriffen. Der Roman endet zwei Jahre vor ihrem Tod, als sie schon von Krankheit gezeichnet ist, so dass man am Ende einen guten Eindruck ihres gesamten Lebens erhalten hat.

    Dem Roman gelingt es gut, den Leser:innen diese faszinierende Frau nahezubringen. Ihre Sorgen und Nöte, aber auch ihr Wissen und ihr Wollen kann man fühlen, der Autor hat dazu noch die verschiedenen Techniken, die sie nutzte, um ihre Bücher zu gestalten und zu veröffentlichen, recherchiert und lässt sie mit in den Roman einfließen, das Sammeln und Züchten der Exponate, das Präparieren, das naturnahe Zeichnen, das Kupferstechen, das Drucken. Das las sich für mich alles sehr interessant, und die Protagonistin und ihr Umfeld kamen mir dabei sehr nahe. Im Nachwort erläutert der Autor einiges zur Datenlage und zu Fakten und Fiktion.

    Der Roman hat mir eine interessante und beeindruckende Frau und ihr Werk nahe gebracht, und mir zugleich eine spannende Geschichte erzählt.

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