Sibylle Narberhaus - Syltstille

  • „Syltstille“ von Sibylle Narberhaus, Verlag SAGA Egmont, habe ich als ungekürztes Hörbuch mit einer Spieldauer von 9 Stunden und 25 Minuten gehört. Gesprochen wird es von Ulla Wagener. Es ist der 2. Teil mit Anna Bergmann.
    Anna lebt mit ihrem Mann, dem kleinen Sohn und einem Hund auf Sylt und arbeitet als Landschaftsarchitektin. Das Buch beginnt mit einem Klassentreffen, zu dem Anna mit ihrer Schulfreundin Britta, die ebenfalls auf Sylt lebt, nach Hannover fährt. Dort treffen sie unter anderem auch Stella wieder, die sehr arrogant auftritt und protzt, wie gut es ihr geht. Wieder zu Hause bekommt Anna einen neuen Auftrag. Im Garten der Kundin findet sie eine Leiche. Ihr Mann Nick ist Polizist und arbeitet mit seinen Kollegen an dem Fall. Der Tote ist ein Bauunternehmer. Plötzlich taucht auch Stelle auf Sylt bei Anna auf.
    Die Geschichte wird hauptsächlich aus Anna’s Sicht in der Ich-Perspektive erzählt und dreht sich hauptsächlich um sie und ihren Alltag. Dabei werden viele Handlungen sehr detailreich beschrieben. Die Aufklärung des Mordes wird ab und an mal erwähnt. Erst gegen Ende nimmt die Erzählung Fahrt auf und wird spannend und dramatisch. Allerdings nicht in Sachen Mord, der geht ziemlich unter.
    Es ist eigentlich mehr eine schöne, leichte, klischeebehaftete Sommer-Urlaubs-Geschichte mit ein bisschen Krimi, der ich aber sehr gut zuhören konnte. Die Lokalitäten werden anschaulich und Personen authentisch beschrieben. Anna und ihre Familie haben einen sehr liebevollen Umgang untereinander. Sie selbst ist manchmal etwas naiv und gutgläubig, macht Dinge, die sie eigentlich nicht will, nur, weil sie gut erzogen ist. Sie scheint ein richtiger Gutmensch zu sein, was sie mir aber nicht unsympathischer macht. Auch Nick und seine Kollegen arbeiten sehr gut zusammen. Man könnte fast schon sagen, dass die Personen langweilig sind, nur Stelle peppt die Sache auf.
    Die Sprecherin hat mir gefallen, sie hat versucht, den Personen eigenen Charaktere zu geben, was ihr auch gut gelungen ist. Auch das Sprachtempo war angenehm.
    Im Gegensatz zur meist sommerlich, sonnigen Handlung wirkt das Cover düster, passt weniger zur Geschichte, gefällt mir aber ansonsten sehr gut.
    Aufgrund der fast fehlenden Spannung für einen Krimi vergebe ich leider nur 3 Sterne, auch wenn mir das Hörbuch für eine Urlaubsgeschichte gefallen hat.

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Nur das letzte Viertel hat mich begeistert


    Buchmeinung zu Sibylle Narberhaus – Syltstille


    „Syltstille“ ist ein Kriminalroman von Sibylle Narberhaus, der 2018 bei Gmeiner erschienen ist. Das ungekürzte Hörbuch ist 2022 bei SAGA Egmont erschienen. Es wird von Ulla Wagener vorgetragen.


    Zum Autor:
    Sibylle Narberhaus wurde in Frankfurt am Main geboren. Nach einigen Jahren in Frankfurt und Stuttgart zog sie schliesslich in die Nähe von Hannover. Dort lebt sie seitdem mit ihrem Mann und ihrem Hund.


    Sprecher:
    Ulla Wagener (* 7. Oktober 1968 in Frankfurt am Main) ist eine deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin. Ulla Wagener macht einen soliden Job. Die Figuren sind gut erkennbar und der Vortrag ist jederzeit gut verständlich.


    Klappentext:
    Annas Freude über den neuen Auftrag ist schnell verflogen, als die Landschaftsarchitektin auf dem Grundstück ihrer Kundin die Leiche eines Sylter Bauunternehmers entdeckt. Die polizeilichen Ermittlungen ergeben, dass der Mann auf besonders heimtückische Art und Weise ermordet wurde. Auch Anna bekommt am eigenen Leib zu spüren, wozu Menschen aus Neid und Missgunst fähig sind. Eine alte Schulfreundschaft wird zur Bedrohung für ihre gesamte Familie.


    Meine Meinung:
    Lange Zeit war es eher kein Kriminalroman, denn die Geschichte um die junge Mutter Anna mäandert vor sich hin. Klassentreffen in Hannover, glückliches Familienleben mit Mann Nick und Sohn Christopher auf Sylt und der Job als Landschaftsarchitektin wird auch bedient. Meist begleiten wir die Ich-Erzählerin Anna, deren Leben extrem harmonisch verläuft. Dann findet sie eine Leiche und eine ehemalige Klassenkameradin drängt sich in ihr Leben. Das Erzähltempo zieht etwas an, aber die Ermittlungen im Todesfall bleiben eher Beiwerk. Stella, die ehemalige Klassenkameradin Annas, wird immer aufdringlicher und dann steht das Leben der ganzen Familie auf der Kippe. In diesem Teil ist es ein mitreißender Kriminalroman, der mich sehr gut unterhalten hat. Hier zeigt die Autorin ihr Talent, aber warum so ein langer Vorlauf?
    Bei der Figurenzeichnung hätte ich mir ein paar mehr Grautöne gewünscht, denn es war jederzeit klar, wer gut und wer böse ist. Der Erzählstil ist angenehm und passt sich der Situation an.


    Fazit:
    Nur das letzte Viertel hat mich begeistert, denn davor passierte einfach zu wenig. Auch in der Figurenzeichnung ist noch Luft nach oben. Deshalb bewerte ich das Buch mit drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten).

    :study: James Lee Burke - Die Tote im Eisblock


    :musik: Hanna von Feilitzsch - Bittersüße Mandeln