Ina Taus - Better than a Fake-Boyfriend

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  • Kurzbeschreibung (Amazon):


    »Du wolltest doch herausfinden, ob du mehr als einen Kuss von mir möchtest.« »Ja«, krächzte er und senkte den Blick. »Hunderte. Fürs Erste.«

    Niklas hat alles, wovon jeder 18-Jährige träumt: Einen coolen Freundeskreis, mit dem man Spaß haben kann, eine Familie, die immer hinter ihm steht, und noch dazu jede Menge Follower auf seinen Social-Media-Konten. Sein Leben ist perfekt. Zumindest, wenn man nur die Videos kennt, die er im Internet hochlädt. In Wahrheit ist Niklas der reinste Chaot. Auch seine Noten lassen zu wünschen übrig, weswegen er sich eigentlich auf die Schule konzentrieren sollte, doch sein neuer Mitschüler Alexej ist viel interessanter als der langweilige Unterricht. Und obwohl die Anziehung zwischen den beiden nicht zu leugnen ist, lässt sich Niklas auf eine Fake-Beziehung mit einem anderen ein, um mehr Follower zu gewinnen. Vor Alexej verheimlicht er sein Social-Media-Leben, denn er sieht Niklas so, wie er wirklich ist. Doch dann wird ihm klar, dass er nicht der Einzige ist, der ein Geheimnis mit sich herumträgt ...



    Meine Meinung:


    Diese Geschichte wird aus der Perspektive von Niklas erzählt und gehört zur "Festivalsommer"-Reihe. Es wird an einigen wenigen Stellen auf die Figuren und Ereignisse der Reihe Bezug genommen, man kann das Buch aber auch unabhängig von den anderen Büchern lesen.


    Niklas' halbe Familie arbeitet in seiner Schule, und obwohl Niklas seine große Familie liebt, fühlt er sich in gewisser Weise auch wie ein Außenseiter. Niklas rebelliert, indem er die Erwartungen an ein typisches Lehrerkind untergräbt; er schwänzt regelmäßig, raucht gelegentlich Gras und weiß noch nicht, was er mit seinem Leben anfangen will. Er ist offen homosexuell und hat auf Social Media aufgrund seiner Outing-Geschichte einige Aufmerksamkeit generiert, die er durch eine Fake-Beziehung mit einem Kumpel noch vergrößern will. Von festen Beziehungen im Real Life hält er jedoch nichts. Als ein neuer Junge in seine Klasse kommt, ist Niklas sofort interessiert, auch wenn Alexej nicht schwul ist und ihm etwas zu verheimlichen scheint. Zwischen den beiden entsteht irgendwie eine Art Freundschaft, aber kann es auch mehr werden?


    Ich mochte Niklas und Alexej sehr, auch wenn ich Niklas gelegentlich gern wach geschüttelt hätte, weil er nicht nur seinem Umfeld, sondern auch sich selbst etwas vormacht. Seine Besessenheit mit seinem Social Media Account konnte ich nur bedingt nachvollziehen und irgendwie hätte es für mich diesen ganzen Handlungsstrang auch gar nicht gebraucht, denn ich fand die Annäherung zwischen ihm und Alexej, die Ungewissheit, was in Alexej's Kopf und Herz vor sich geht, und Niklas' eigene innere Zerrissenheit viel spannender als den Plot um die Fake-Beziehung. Ich mochte die süßen, unsicheren Momente zwischen den beiden, genauso wie ihre Konflikte und die etwas heißeren Szenen. Mit Alexej's "Geheimnis" hätte ich niemals gerechnet, und diese Entwicklung hat nochmals sehr viel Tiefe in die Geschichte gebracht. Ich hatte oft gemeinsam mit den Figuren Herzschmerz und wurde durchgängig gut unterhalten.


    Das Ende fand ich dann etwas schwächer als den Rest der Geschichte, da mir das Auftauchen einer bestimmten Figur zu unwahrscheinlich und erzwungen erschien. Dennoch habe ich mich über den Ausgang der Geschichte gefreut und nur schweren Herzens Abschied von Niklas und Alexej genommen.


    Fazit:

    Eine sehr süße, spannende und bewegende Liebesgeschichte, mit der richtigen Portion Herzschmerz. Aufgrund der zuvor angemerkten Kritikpunkte ziehe ich einen halben Stern ab und vergebe sehr empfehlenswerte :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: Sterne.

    Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen. Kurt Tucholsky :wink:


  • Das Buch hat mir insgesamt gut gefallen, auch der Schreibstil war wieder toll.

    Niklas Handlungen konnte ich manchmal nicht nachvollziehen, ich fand schade, dass er sich wegen der Follower-Zahlen mit jemand anderem eingelassen hat, obwohl er wusste, dass diese Person Gefühle für ihn hat. Wegen seiner Follower Zahlen hat er in Kauf genommen, andere zu verletzen, auch wenn er gegenüber des Fake-Freunds von Anfang an mit offenen Karten gespielt und ihm nichts vorgemacht hat.


    Die eine Sache am Ende, die auch schon Cookie02 in ihrer Rezension angesprochen hat, war mir auch zu konstruiert und der Ausgang der Fake Beziehung von Beginn an sehr vorhersehbar. Das hat der Lesestimmung und den besonderen Momenten zwischen Alexej und Niklas aber nicht geschadet. Ich vergebe 4 Sterne. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.
    (Jorge Luis Borges)

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