Michael Wolffsohn - Eine andere Jüdische Weltgeschichte

Cover zum Buch Eine andere Jüdische Weltgeschichte

Titel: Eine andere Jüdische Weltgeschichte

5 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

Verlag: Verlag Herder

Format: Broschiert

Seitenzahl: 368

ISBN: 9783451396564

Termin: Oktober 2023

Aktion

  • Der Historiker und Publizist Michael Wolffsohn erzählt in seinem neu erschienenen Buch "Eine andere Jüdische Weltgeschichte" die Geschichte der Juden von den Anfängen bis heute. Es ist eine recht kurze (360 Seiten) und komprimierte, übersichtliche, klar und unkomliziert und auch spannend und unterhaltsam geschriebene Darstellung. In neun Kapiteln thematisiert Wolffsohn die möglichen Näherbestimmungen des Begriffs "Juden", ihre Geschichte in den einzelnen Ländern/Reigionen der Erde, die Theologie und Religion, das Rechtswesen, Vorstellungen von Körperlichkeit und Sexualität und natürlich auch den Antisemitismus. Eine Übersicht über bedeutsame Jüdinnen und Juden sowie eine ausführliche Literaturliste, in der auch Filme und literarische Werke aufgenommen wurden, schließen das Buch ab.

    Bei der Lektüre habe ich auf sehr unangestrengte Weise sehr viel Neues gelernt. Das Buch ist deshalb gerade auch für alle Nicht-Historiker, auch für ältere Schüler, sehr passend und geeignet. Ich wünsche dem Buch viele Leser, gerade angesichts der starken Verbreitung antisemitischer Vorurteile und Verschwörungstheorien, wie wir sie in Deutschland gerade erleben müssen.

  • Gesine 15. Mai 2022 um 07:28

    Hat den Titel des Themas von „Michael Wolffsohn - Eine andere Jüdische Weltgeschichte9783451389788“ zu „Michael Wolffsohn - Eine andere Jüdische Weltgeschichte“ geändert.
  • Danke für Deine Besprechung, Gesine , Wolffsohn war Dozent für neuere Geschichte an der Hochschule der Bundeswehr und hat sich dort und auch medial permanent für den Dialog zwischen deutschen Christen oder Atheisten und Juden eingesetzt, sowie er in Israel immer auch zum Dialog mit den Palästinensern gedrängt hat. Er ist ein Anhänger der Friedensverträge von Gaza und Jericho I und II von 1993 - 1996 und war ein Freund von Jitzchak Rabin. Er kennt die israelische Lebenswelt so gut wie die deutsche und hat sich auf allen Podien und in allen Foren für Verständigung eingesetzt. Das gibt ihm eine sehr hohe Glaubwürdigkeit und Kompetenz.

    Ich habe eine Reihe von Wolffsohns Büchern im Regal und nach Deiner Besprechung wird sich auch dieses Buch dazugesellen. :winken:

  • Danke für Deine Besprechung, Gesine , Wolffsohn war Dozent für neuere Geschichte an der Hochschule der Bundeswehr und hat sich dort und auch medial permanent für den Dialog zwischen deutschen Christen oder Atheisten und Juden eingesetzt, sowie er in Israel immer auch zum Dialog mit den Palästinensern gedrängt hat. Er ist ein Anhänger der Friedensverträge von Gaza und Jericho I und II von 1993 - 1996 und war ein Freund von Jitzchak Rabin. Er kennt die israelische Lebenswelt so gut wie die deutsche und hat sich auf allen Podien und in allen Foren für Verständigung eingesetzt. Das gibt ihm eine sehr hohe Glaubwürdigkeit und Kompetenz.

    Ich habe eine Reihe von Wolffsohns Büchern im Regal und nach Deiner Besprechung wird sich auch dieses Buch dazugesellen. :winken:

    Und mich würde interessieren, welches seiner Bücher Du dann empfehlen könntest, insbesondere in der Thematik der palästinensisch-israelischen Konflikte. Ich hatte gerade die Gelegenheit, vor Ort einiges zu erleben und (christlichen) Palästionensern zu begegnen. Die Schikaniererei scheint ohne Grenzen. Und die erbärmichen Szenen bei der Beerdigung der gerade getöteten Journalistin unerträglich...

  • tom leo ,ich halte das untengenannte Buch für Wolffssohns kontroversestes und auch bestes.

    Es ist auf dem Stand der Gaza - Jericho - Verträge von 1994/96, aber die traurige Realität ist ja, es hat sich seit dem kaum etwas zum Besseren hin verändert. Die Gemeinsamkeiten von Juden und Arabern in Palästina bleiben, wie auch das Trennende, bestehen. Frieden und Existenz in gesicherten Grenzen für Israel, die Selbstbetimmung des palästinensischen Volkes und das Recht auf einen eigenen Staat. Das haben die Verträge nicht erfüllt. Dazu haben beide Seiten beigetragen, Netanjahu und seine Falken, die Siedler im Westjordan - Land, sowie die Fatah, Hamas, Hizbollah und viele andere Gruppen. Wolffsohn analysiert nüchtern und es gelingt ihm dabei eine ausgewogene Einschätzung.

    Die Gaza - Jericho - Verträge ( Oslo I +II), waren Thema einer wissenschaftlichen Arbeit von mir und es sei mir noch eine Bemerkung dazu gestattet:

    Viertausend Jahre Gewalt kennzeichnen den Konflikt um das "Heilige Land" oder Palästina, der Konflikt ist der älteste bekannte der Menschheit. Die historischen und religiösen Ansprüche waren dabei immer nur für die eigene Seite überzeugend. Nationale Rechte, religiös motivierte Ansprüche, regionale und Großmacht - Interessen stießen hier aufeinander.

    Juden wie auch Araber waren zu verschiedenen Zeiten Eigentümer gewesen, die Rechtsnachfolger der eigentlichen Eigentümer, der Kanaaniter, sind nicht mehr zu ermitteln.

    Was macht den heutigen Konflikt aus?

    Gleiche Rechte des israelischen Volkes und der Palästinenser sind nicht verwirklicht. Wird das nicht akzeptiert werden, kann es keine Lösung geben. Jerusalem, die Wasserproblematik, das Westjordanland, alles ist verhandelbar, das haben die Verträge gezeigt. Aber die Gerechtigkeit fehlt, sogar die Bereitschaft dazu.

    Die Prognose ist schlecht, zumal weder die angrenzenden arabischen Staaten, Israels Siedler und Falken, die palästinensischen rivalisierenden Gruppen, noch die Weltöffentlichkeit sehr viel tun, den 'status quo' zu ändern. Viele haben sich auch allzu bequem eingerichtet in ihrer "Konfliktexistenz" und hätten einiges zu verlieren, käme es tatsächlich zu einer tragfähigen Lösung für beide Seiten.

  • Herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort. Ich war viel auf palästinensischem Gebiet unterwegs und sah mit eigenen Augen, was mir SO nicht klar gewesen war, oder einfach distanziert erschienen war. Ich werde das Buch auf die Wuli setzen...

  • Herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort. Ich war viel auf palästinensischem Gebiet unterwegs und sah mit eigenen Augen, was mir SO nicht klar gewesen war, oder einfach distanziert erschienen war. Ich werde das Buch auf die Wuli setzen...

    tom leo, sehr beeindruckt hat mich damals das Buch von Frau Ashrawi, einer Palästinenserin aus dem Westjordanland und damalige Mitstreiterin Arafats. Sehr persönlich, aber dann auch analytisch, gibt sie einen Einblick in die palästinensischen Sicht des Friedensprozesses. Nur noch als persönlicher Tipp. :winken:

Neue Aktionen

Leserunde: Mord à la Lavande

Nimm an der Leserunde teil und gewinne eins von sieben Büchern!

Jetzt mitmachen

Endet heute

Leserlieblinge: BücherTreff Leserlieblinge 2025

Nominiere deine Lieblingsbücher des Vorjahres!

Jetzt mitmachen

Endet in 7 Tagen