Ales Pickar - Kalion

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  • Vorstellung der eigenen Bücher? Was kann da schon schiefgehen? Vermutlich alles. Aber schlimmer wäre es, es nicht zu tun.


    "Kalion" reflektiert mein grundsätzliches Interesse an den Möglichkeiten der Fantasy. Doch zugleich gepaart mit einer Abneigung gegen fast alle typischen Fantasy-Klischees, die mich ein Leben lang davon abgehalten haben, selbst Fantasy zu lesen. Bergkristalle und Magiertöchter. Elfen und Drachen. Mit all dem wollte ich nichts zu tun haben.


    So entstand "Kalion", eine feudale Fantasy, die vollständig auf übersinnliche Themen und märchenhafte Elemente verzichtet. Keine Drachen, keine Elfen, keine Magier und keine Zwerge. Kalion ist eine Fantasy-Geschichte für Erwachsene und hat das Lesegefühl eines historischen Romans. Die vielschichtige Handlung gleicht einer gewobenen Tappiserie, die süchtig macht nach mehr. Oder auch nicht. Lassen wir mal die Marketingsprache.


    Der Leser begegnet einer rauen Welt, die historische Tiefe und Hypotheken einer gewaltsamen Vergangenheit besitzt. Es ist aber auch eine Geschichte des Aufbruchs aus der Beengung des eigenen Standes und der gesellschaftlichen Bestimmung. Es ist eine Geschichte der ungleichen Gegensätze, die doch zueinander finden können. All dies geschieht unter dunklen Vorzeichen einer ungewissen Zukunft, einem klassischen Sujet des Fantasy-Genres.

    Die Buchreihe ist eindeutig für jene gedacht, die eine große Leinwand schätzen und sich einer Orgie aus dutzenden Handlungspersonen mit seltsamen fremden Namen stellen wollen. Jene, die gerne beklagen, ein Buch hätte zu viele Personen, sollten von dieser Geschichte unbedingt die Finger lassen.

    Und ja, mir ist bewusst, dass diese Bestandsaufnahme hier wenig darüber sagt, worum es in den vorhandenen Bänden geht. Nun, das hole ich dann in einem weiteren Posting, direkt darunter, nach. Ohnehin kämpfte ich stets mit einer gewissen Langatmigkeit. Aber ich werde brav alles unter einem einzigen "Thread" hier verstauen, damit nicht das Gefühl von digitalem Unkraut entsteht.

    Anbei die berüchtigte Fantasy-Karte. Ein wenig Klischee bediene ich durchaus.

  • Sujet / Synopsis:

    Vier Reiche namens Kendaré, Gorkonai, Ximanté und Demené liegen im Schatten einer finsteren Bedrohung aus dem Westen.


    Genre: Fantasy-Saga

    Zielgruppe: Erwachsene oder Jugendliche über 16 Jahre. Fantasy-Leser, die dem feudalen Charakter des Genres zugeneigt sind.

    Umfang: bis jetzt 3 Bände zu je 350 Seiten.

    Erzählperspektive: Auktorialer Erzähler


    Exposé:

    Im Westen ziehen sich dunkle Wolken zusammen. Ein vergessenes Volk, die Argan-Khôr, tritt wieder in Erscheinung, stärker und mächtiger als je zuvor. Wie eine Welle fluten ihre Armeen ostwärts über das Land. Sie verbünden sich mit den lokalen Unruhestiftern, den Peleori – die von nun an als ihre Handlanger für das schmutzige und blutige Geschäft des territorialen Eroberns auftreten werden.


    Romordes glaubt trotz allem an die Komplexität internationaler Politik und an die Kunst der Diplomatie. Belkar, seinen König und Onkel, findet er zu altmodisch und ewig gestrig. Doch als er in seinen Bemühungen um Modernität auf einen Pakt mit dem Feind setzt, wird er zum Verräter an seinem eigenen Volk.


    Nelei, die unangepasste Tochter des geehrten Volkshelden Harada Dei, hat ihre eigenen Mühen, in der Gesellschaft ihre Rolle zu finden. Ihr Herz ist vergiftet durch den Mord an ihrer älteren Schwester Helei, die dem Gorkonen Gellen angelastet wird. Als Gellens Hinrichtung immer weiter hinausgeschoben wird, entführt sie ihn kurzerhand aus der Festungshaft, mit der Absicht, ihn selbst zu töten. Ein Plan, der nicht aufgeht.


    Dem entlaufenen Gellen ist bald eine Strafexpedition auf den Fersen, angeführt von General Tagran, einem verdienten und eigentlich im Ruhestand lebenden Helden des Sklavenaufstands. Doch Tagran hat mit Gellen noch eine Rechnung offen. Der Gorkone Gellen war einst ein gefeierter Feldherr, der auf dem Schlachtfeld mit einem Schwerthieb Tagrans Gesicht entstellt hatte. Über die breite Narbe wird mehr gesprochen, als über Tagrans militärische Verdienste. Der General sinnt auf Rache.


    „Kalion“ handelt auch vom einsamen Leben der jungen Prinzessin Linederion, die an einen alten König in einem fernen Reich verheiratet wird. Es ist die Kunde von Intrigen am Hof von Denroen Tai und von Ränkespielen machtgieriger Aristokraten und Priester. Es ist die Suche nach der verschollenen Wahrheit. Und die Geschichte großer Freundschaften. Ein Fantasy-Roman mit rauen Kanten und feudaler Politik, epischen Gefechten und rätselhaften Geheimnissen. All das am Vorabend einer Völkerschlacht – dem Leibgericht der Fantasy.

  • Romordes betrachtete stumm seine Mutter, während sie den Brief las. Er war immer ein wenig über diese makellose Nase und den sanften Mund erstaunt. Unverkennbar war auch ihr hellbraunes Haar, das ihr entweder lang bis in den Rücken floss oder kunstvoll mit Zöpfen, Bändern und Korkenzieherlocken aufgesteckt war. Es bestand kein Zweifel daran, dass er sein schlechtes Aussehen von seinem Vater Tarzim geerbt hatte und – wie manche flüsterten – von Ostris den schlechten Charakter. Doch dies hätte dem Reichstruchsess niemand ins Gesicht gesagt. Und doch erfuhr er dank seiner Spitzel alle Lästereien und kannte auch ihre unglückseligen Urheber.


    Durch ihre Schönheit konnte Ostris liebenswürdig, gar gütig erscheinen. So war es ihr stets leichtgefallen, ihre wahren Absichten vor jedem zu verbergen. Er wusste: Seine Mutter war alles andere als gütig. Dieser Umstand beschäftigte seinen Geist so sehr, dass er das Bett lieber mit jenen Frauen teilte, die ihm wenig gutaussehend erschienen, da er von der Idee besessen war, so leichter ihre wahren Absichten zu erkennen.


    Ostris faltete das Papier wieder zusammen und schob es ihm über die Tischplatte zu. Der Reichstruchsess griff nach dem Siegelwachs und hielt es über die Kerze. „Und?“, fragte er trocken.

    (Kalion I)

  • Doch auch Wut verklingt zu müdem Hauch. Trauer schleift sich ab. Und Hass erlahmt unter den Anforderungen des Alltags. Wie die Glut eines Kamins mögen sie noch eine ganze Weile störrisch glimmen. Wenn niemand sie mit neuen Scheiten nährt, erlischt sie. Andere Dinge werden wichtig.

    (Kalion I)

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