Stephanie von Wolff - Goldene Zeiten

Cover zum Buch Fräuleinwunder: Goldene Zeiten

Titel: Fräuleinwunder: Goldene Zeiten

4,1 von 5 Sternen bei 7 Bewertungen

81,4% Zufriedenheit

Band 1 der

Verlag: Bastei-Lübbe

Format: Broschiert

Seitenzahl: 416

ISBN: 9783785727980

Termin: März 2022

Aktion

  • Kurzmeinung

    Frühlingsfee
    kurzweilig, aber klischeehaft.
  • Kurzmeinung

    easymarkt3
    Historisch interessante Infos zum NWDR – interessant im Frauenroman eingebettet.
  • Cover zum Buch Fräuleinwunder: Damenwahl Cover zum Buch Die Frauen von der Davidwache: Lichtb... Cover zum Buch Die Frauen von der Davidwache: Hoffnu...
  • Fräuleinwunder – oder: „Aus Küken werden Hühner.“

    Die zunächst naive und unerfahrene 19jährige Protagonistin Elly entwickelt sich während der Geschichte zu einer modernen, selbstbewussten Frau der deutschen Nachkriegszeit. Es handelt sich um eine Mischung aus Fiktion und Realität. Die Anfangszeiten des Fernsehens in Deutschland und dessen Prominenz werden auf interessante und amüsante Art und Weise geschildert. Das Frauenbild der damaligen Zeit ist realistisch beschrieben und es wird einem mal wieder bewusst, wie viel sich diesbezüglich in den letzten Jahrzehnten Gott sei Dank getan hat. Auch weitere ernste Themen der damaligen Zeit finden Platz in dem Roman.

    Aufgrund des einfachen und unkomplizierten Schreibstils ist der Einstieg leicht, aber über weite Strecken leider auch ein wenig oberflächlich. Die Gefühle kommen nicht immer genug zum Ausdruck und manchmal wirken auch die Dialoge hölzern. Die Handlung ist teilweise sehr vorhersehbar. Trotzdem habe ich mich gut unterhalten gefühlt und kann das Buch als leichte Lektüre für zwischendurch empfehlen.

    Ich hatte mehr erwartet und vergebe deshalb 3,5 Sterne.

  • Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar! (Astrid Lindgren)

    1953 Hamburg. Die 19-jährige Elisabeth „Elly“ Bothsen ist mit ihren Geschwistern wohlbehütet in einer gutbetuchten Kaufmannsfamilie aufgewachsen und soll dem Wunsch ihrer Eltern entsprechend mit einer Heirat dem Familienunternehmen zusätzlichen Glanz verleihen. Doch Elly ist zwar mit dem ausgesuchten Ehemann Thies gut befreundet, liebt ihn jedoch nicht. Als sie von ihren Eltern vor vollendete Tatsachen gestellt wird, weigert sie sich zu heiraten, weshalb ihr Vater sie des Hauses verweist. Mit gepackten Taschen und ihrer Freundin Ingrid im Gepäck, die ebenfalls von ihren Eltern verstoßen wurde, mietet sie sich in einem Hotel auf dem Hamburger Kiez ein. Peter, den sie durch Ingrid kennengelernt hat und der eine Stelle beim neuen Fernsehsender NWDR hat, nimmt sie dorthin mit, wo sie schnell ein Arbeitsangebot bekommt. Elly arbeitet erst als Tippse und Mädchen für alles, um schon bald als Redaktionsassistentin Karriere zu machen, was ihr auch viel Neid in den eigenen Reihen beschert. Doch mit ihren innovativen Ideen kann sie schnell bei ihrem Programmchef punkten und steigt die Karriereleiter bald nach oben. Und auch die Liebe schneit unverhofft in Ellys Leben, während ihre eigene Familie langsam auseinander bricht…


    Stephanie von Wolff hat mit „Fräuleinwunder“ einen unterhaltsamen historischen Roman vorgelegt, dessen Handlung den Leser in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts entführt, um dort nicht nur die Anfänge des Fernsehens, sondern auch eine mit Familiengeschichte, Liebe und Freundschaft gespickte Geschichte mitzuerleben. Der flüssige, bildhafte und gefühlvolle Erzählstil lässt den Leser schnell in der Zeit zurückreisen, um dort Elly, ihre Familie und ihr Umfeld kennenzulernen, die sich in den betuchten Hamburger Kreisen bewegen. So wird auch von Elly, ihrer jüngeren Schwester Kari und dem älteren Bruder York erwartet, sich an die gesellschaftlichen Regeln zu halten, wo vor allem für Frauen eher die Rolle der Hausfrau und Mutter vorgesehen war als eine berufliche Karriere. Die Autorin hat die 50er Jahre sehr schön in ihre Handlung integriert und lässt den Leser die Anfänge des Fernsehens gut miterleben. Da werden sowohl Koch- als auch Tiersendungen mit Hagenbeck entwickelt, aber auch die Übertragung der Krönungsfeierlichkeiten von Elisabeth II. gekonnt in Szene gesetzt, so dass der Leser das Gefühl hat, hautnah dabei zu sein. Ebenso werden aber auch ernstere Themen aufs Tablett gebracht, so geht es um Intrigen und Neid unter Kollegen, illegale Schwangerschaftsabbrüche, aber auch um sexuelle Belästigung. Der Spannungsbogen liegt zwar nicht sehr hoch, doch die Lektüre ist durchaus kurzweilig und lässt ein Stück deutsche Geschichte am Leser vorbeiziehen.


    Die Charaktere sind sympathisch und lebendig gestrickt, ihre menschlichen Ecken und Kanten durchaus authentisch, was dem Leser die Möglichkeit gibt, sich als Teil von ihnen zu fühlen und mit ihnen zu fiebern. Elly ist ein kluger Kopf mit vielen innovativen Ideen. Recht selbstbewusst, ehrlich und optimistisch geht sie durchs Leben und ist sich für nichts zu schade, um ein selbstbestimmtes Leben nach ihren Vorstellungen zu haben. Peter ist ein liebenswürdiger und offener Mann, der Ehrgefühl besitzt. Thies ist ein farbloser Kerl, der recht fies werden kann. Ellys Vater sowie Bruder York sind wahre Kotzbrocken. Aber auch Ellys Mutter, Schwester Kari, Ingrid und weitere Protagonisten spielen wichtige Rollen in dieser Geschichte.


    „Fräuleinwunder“ beschert dem Leser mit einer guten Mischung aus Familiengeschichte, Historie, Liebe und Intrigen einige interessante und unterhaltsame Lesestunden sowie eine Reise in die alten 50er Jahre. Ein schöner Schmöker mit verdienter Leseempfehlung!

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)

    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein

    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    gelesene Bücher 2020: 432 / 169960 Seiten

  • Historisch interessante Infos zum NWDR – interessant im Frauenroman eingebettet.


    Starke Frauen im Hamburg des Jahres 1953 stehen ihren Mann in einer neuen Branche, nämlich der Fernsehwelt als neuem Medium der Nachrichtenübertragung neben bisherigen Radiosendungen nach dem 2. Weltkrieg. Veränderungen nicht nur an der Arbeitsfront, sondern auch im gesellschaftlichen, familiären Gefüge dominieren hier, was dem männlichen Geschlecht als Familienoberhaupt schwer zu schaffen macht. Zudem geht es um den Erhalt des ‚GUTEN RUFS‘ nicht nur in der Geschäftswelt, sondern auch bei der geschäftlich günstigsten Verkupplung der weiblichen Familienangehörigen ohne jegliche Rücksprachen. Dass Frauen sich von diesen Fesseln befreien möchten, selber berufliche und private Entscheidungen treffen wollen und ihr eigenes Geld verdienen wollen, verändert die bisher meist behütete Welt der Frauen in den 50-er Jahre in Deutschland – auch dank der Anfänge des NWDRs in Hamburg.

  • Dieser Roman liest sich leicht und flüssig, ich habe Elly gerne auf ihrem Weg begleitet.

    Jedoch ist es schon seeeeehr klischeehaft. Das war mir fast zuviel. Keine korrekten Papiere - egal. Vom Vater aus dem Haus gewiesen - egal, Elly findet im Handumdrehen eine günstige Bleibe, wo sie auch ihre Freundin Ingrid mitnehmen kann. Die Freundin hat ernste Schwierigkeiten, doch es findet sich sogleich ein passender Ausweg. Das ist eindeutig zu viel des Guten.

    Das Thema des Romans, neues berufliches Umfeld beim Fernsehen und welche Möglichkeiten dabei für Frauen gegeben waren, gefällt mir sehr gut. Auch das Aufwachsen in einer gut situierten Kaufmannsfamilie und die Entwicklung des behüteten Mädchens in eine berufstätige und unabhängige junge Frau sind gut ausgearbeitet. Es ist spannend, wenn auch ein bisschen vorhersehbar geschrieben.

    Ich hoffe, der Fortsetzungsband ist nicht so klischeehaft. Lesen werde ich ihn auf jeden Fall.

    ich vergebe :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    Nicht jeder, der das Wort ergreift, findet ergreifende Worte :-,


    (frei nach Topsy Küppers)

  • K.-G. Beck-Ewe 15. April 2023 um 17:10

    Hat den Titel des Themas von „Stephanie von Wolff - Fräuleinwunder“ zu „Stephanie von Wolff - Goldene Zeiten“ geändert.

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