Marie Benedict - Mrs Agatha Christie / The Mystery of Mrs. Christie

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  • Mrs. Agatha Christie von Marie Benedict

    Die Geschichte beschreibt aus verschiedenen Perspektiven und in verschiedenen Zeitscheiben die Begegnung und die Ehe zwischen Agatha Christie und ihrem Ehemann Archibald (Archie) Christie. Die Geschichte eskaliert durch ein elf tägiges Verschwinden von Agatha Christie und die sich überstürzenden Vermutungen über ihren Verbleib und ihr Schicksal durch die Polizei, der Öffentlichkeit, der Freunde und der Familie. Die verblüffende Auflösung aller Rätsel erfolgt in typischer Agatha Christie Manier und steigert die Geschichte zu einem großen Finale.

    Ich habe einige Seiten gebraucht, um mich mit dem Stil der Erzählung anzufreunden. Das ganze Buch besteht aus Zeitscheiben, in fast jedem Kapitel ein anderes Datum, anfangs in Zeitsprüngen von bis zu 16 Jahren vor und zurück, im Verlauf des Buches verringern sich die Abstände bis sie sich im jetzt der Handlung vereinen. Auch die handelnden Personen muss man sich erst einmal erarbeiten, teilweise wird das Buch in der Ich Form geschrieben, die Namen der handelnden Personen verändern sich ebenfalls, mal Vornamen, mal Nachnamen, mal Ehenamen, mal Mädchennamen. Dies ist den unterschiedlichen Beziehungsebenen der Personen geschuldet, deren Nähe und Staus sich im Laufe der Zeitscheiben eben auch verändern! Wenn sich diese Besonderheiten aber dem Leser einmal erschlossen haben, beginnt man diesen Stil zu schätzen und die Geschichte gewinnt immer mehr an Fahrt und vor allem an Tiefe.

    In der Mitte des Buches stellte ich mir die Frage, ob die Geschichte denn biografisch oder eine Fiktion ist, daher habe die Lektüre unterbrochen und im Netz Informationen zu Agatha Christie gesucht und gefunden. Achtung Spoiler Alarm, daher nur so viel: Die Rahmenkonstruktion der Erzählung ist biografisch, dieser Rahmen wird durch eine plausible und spannende Geschichte miteinander verknüpft und es könnte sich alles so aber auch anders zugetragen haben.

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen, ich würde es sogar als feministisch bezeichnen. Es erzählt den Entwicklungsweg eines schwärmerischen Backfischs, die scheinbare Befreiung von Erwartungen der Familie und Gesellschaft, den Wunsch, eine perfekte Ehefrau zu werden bis hin zur Emanzipation und Erkenntnis des eigenen Wertes und Weges. Dabei ist es spannend und kurzweilig.

  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Spannend!“ zu „Marie Benedict - Mrs Agatha Christie“ geändert.
  • PinguinWellen Bitte schreib in die Titelzeile immer den Autorennamen sowie den Buchtitel, niemals eine Bewertung oder ähnliches. Und die ISBN gib bitte in die Eingabezeile ein, die sich öffnet, sobald du auf "Buch" klickst. So wird die Buchinfo mit deinem Beitrag verlinkt. Nur auf diese Art kann deine Rezension zum Buch erkannt und über die Suchfunktion auch gefunden werden. Danke :wink:

    viele Grüße vom Squirrel



    :study: Nino Haratischwili - Das mangelnde Licht


  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Marie Benedict - Mrs Agatha Christie“ zu „Marie Benedict - Mrs Agatha Christie / The Mystery of Mrs. Christie“ geändert.
  • PinguinWellen, danke für die Vorstellung, klingt sehr interessant. Mit wie vielen Sternen würdest du das Buch bewerten?

    Ich hab den 1. Teil der Reihe "Frau Einstein" gelesen, der mir gut gefallen hat. Der 2. Band "Lady Churchill" liegt auf dem SuB und der 3. ist auf der Wunschliste.

    "Es ist leichter das Buch zu behalten, als das was drinnen steht." (Michel de Montaigne) :study:


    Liebe Grüße

    Lorraine :)

  • Agatha Miller lernt 1912 ihren Mann Archibald Christie auf einem Ball kennen und sie heiraten während des ersten Weltkrieges.Jahre später im Dezember 1926 verschwindet Agatha Christie auf mysteriöse Weise.In England gibt es eine beispiellose Fahndung bis Agatha genauso mysteriös wieder auftaucht.


    Der Schreibstil ist ruhig,bildhaft und zügig zu lesen.Die Protagonisten passen hervorragend in diesen Roman hinein.Die Spannung steigert sich schon auf den ersten Seiten und erhöht sich dann spürbar.


    Fazit:Dieser Roman ist fiktiv aber die Autorin hat im Anhang noch einige lesenswerte Biographien aufgeführt die ich persönlich interessant fand.Das Buch besteht aus zwei Teilen wobei der erste der größere ist.Die Geschichte beginnt am 12.Oktober 1912 in Devon,England. Es stimmt dass Agatha Christie elf Tage im Dezember 1926 verschwunden war.Immer wieder kehrt die Geschichte dorthin um dann wieder in die Vergangenheit zurückzukehren. So ist meiner Meinung nach dieser Roman komplex und interessant angelegt.Die Geschichte spielt sich ja im ersten Weltkrieg und in den 20er Jahren ab.Die Autorin hat es sehr gut verstanden diese Atmosphäre schriftlich wie auch bildhaft festzuhalten.Ich war positiv davon überrascht.Dazu stellte ich nach einiger Zeit des lesens fest dass während Agatha's Verschwinden aus Sicht ihres Ehemanns Archibald berichtet wird und in der Vergangenheit aus Agatha's Sichtweise.Dies und die recht kurzen Kapitel machen dieses Buch kurzweilig und sehr spannend.Die zwei Handlungsstränge könnten nicht unterschiedlicher sein:Einmal die Ermittlungen im Falle der Agatha Christie und einmal wieso und weshalb es soweit kam.Ich wurde immer weiter in die Wirrungen dieser elf Tage hineingezogen so dass mich diese Geschichte und das Buch fesselte.Das Ende ist genial hat aber bei mir auch viele Fragen hinterlassen.Zudem kamen mir die letzten Seiten etwas unterkühlt vor im Gegensatz zum Rest des Buches.Es lag aber bestimmt auch an der Situation in der sich Agatha befand.Dieser historische Roman gefiel mir sehr gut und bekommt von mir fünf Sterne.

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Agatha Miller lernt im Jahr 1912 ihren späteren Mann Archibald Christie kennen. Obwohl ihre Familien dagegen sind, heiratet sie Christie während des Ersten Weltkrieges. Wie es zu der Zeit üblich ist, ordnet sich Agatha ihrem Mann unter und will ihm eine perfekte Ehefrau sein. Sie ist so auf ihn fixiert, dass sogar ihre Tochter Rosalind zurückstehen muss. Aber Archibald distanziert sich immer mehr von Agatha, je erfolgreicher sie mit ihren Büchern wird. Im Dezember 1926 dann verschwindet Agatha Christie. Man findet ihr leeres Auto mit ihrem Pelzmantel, dabei ist es in der Jahreszeit doch sehr kalt. Überall wird nach ihr gefahndet. Nach elf Tagen taucht sie wieder auf, behauptet sie hätte eine Amnesie gehabt. Mehr ist von ihr nicht zu erfahren.


    Sie wurde auf ihre Rolle als Ehefrau durch ihre Erziehung vorbereitet. Daher versuchte sie, für Archibald die perfekte Ehefrau zu sein und es ihm immer recht zu machen. Doch das gelingt ihr nicht. So sehr sie sich auch bemüht, nie ist es richtig. Mit ihrem schriftstellerischen Erfolg kommt er nicht klar und sucht sich andere Beziehungen. Daher gerät er auch nach Agathas Verschwinden unter Mordverdacht.


    Dieses elftägige Verschwinden nimmt die Autorin Marie Benedict als Grundlage, um daraus einen interessanten und spannenden Roman zu machen. Agatha Christie verschwand unter mysteriösen Umständen und tauchte auf, als sei nichts geschehen. Was wirklich passiert ist, weiß niemand, denn sie hielt sich zu dem Thema bedeckt. Nach Benedicts Version hat Agatha Christie ihr Verschwinden selbst initiiert. Danach gelingt es ihr, sich aus der Rolle, die sie als Frau bisher eingenommen hatte, zu befreien und ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten.


    Was damals wirklich geschehen ist, weiß niemand, aber diese Lösung erscheint mir schlüssig.


    Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen.

  • Rätselhaftes Verschwinden ein PR-Gag?

    Das Buchcover zusammen mit dem Klappentext haben mich auf das Buch neugierig gemacht.

    Ich habe das Buch verschlungen und die Figuren haben mich nicht mehr losgelassen. Vor allem das Schicksal von Agatha hat mich sehr berührt. Für die heutige Zeit unglaublich, wie lange sie doch an der Ehe festhielt und ihre eigenen Wünsche hinten anstellte.

    Archie, der erste Ehemann von Agatha wirkt auf mich sehr egoistisch und er wurde mir immer unsympathischer.

    Die Autorin vertritt ihre These für das Verschwinden der Agatha Christie sehr schlüssig. Der Spannungsbogen wird auch anhand der ständigen Zeitenwechsel aufrecht erhalten. Mit einem „Paukenschlag“ wird noch einmal dem Ehemann Archie alles erklärt, so wie Agatha Christie in ihren Romanen dem Leser ganz zum Schluss die Lösung des Rätsels präsentiert.

    Fazit:

    Dies ist ein leicht und flüssig lesbarer Roman über das Verschwinden der Agatha Christie.

    Im Nachwort erläutert die Autorin Marie Benedict ihre Beweggründe für diesen Roman.

    So passt alles wunderbar zusammen und ich gebe die volle Punktzahl.

  • Agatha Christies größtes Rätsel

    Das Buchcover mit einer jungen Dame im Vordergrund, die einen Koffer in der Hand hält und einem englischen Landhaus im Hintergrund gefällt mir sehr gut.

    Durch den ständigen Zeitensprung (beginnend mit dem Manuskript, das mit dem Kennenlernen von Agatha und Archie Christie beginnt und chronologisch fortgeführt wird, dann die 11 Tage im Dezember 1926, als die Polizei Agatha sucht) schafft es die Autorin den Leser so geschickt in die Geschichte zu entführen, dass ich bis zum Ende des Buches meinen Blick nicht von den Zeilen lösen konnte. Ich fand diese Geschichte so faszinierend, dass ich parallel dazu auch im Internet nach weiteren Informationen über diese rätselhafte Tage gesucht habe.

    Mir hat der flüssige und leicht zu lesende Schreibstil von Marie Benedict sehr gefallen und ich bin mir sicher, dass dies nicht mein letztes Buch von ihr sein wird.

    Eine klare Kauf- und Leseempfehlung für alle Fans von historischen Romanen. Das ist eine absolute Pflichtlektüre für alle Agatha Christie Fans.

  • Raffiniert und gut durchdacht

    Nachdem ich bereits zwei Bücher von Marie Benedict gelesen und sehr geschätzt habe, war dieses Buch ein 'Muss' für mich, und ich wurde nicht enttäuscht. Zwar geht es diesmal nicht um starke Frauen im Schatten ihrer berühmten Männer (wie bei Mrs Churchill und Frau Einstein), sondern um die weltberühmte Krimi-Autorin, von deren Privatleben ich bislang wenig wusste.

    Agatha heiratet den damaligen Mann ihrer Träume, den Oberst der Luftwaffe Archie Christie. Sie setzt sich damit auch gegen ihre Mutter durch, die sich einen anderen Schwiegersohn ausgeguckt hatte. Archie ist zunächst ein lebenslustiger und adäquater Partner, ändert sich aber sehr schnell und wird missmutig und depressiv, oft auch zornig. Er liebt die Stille und wendet sich immer mehr von Agatha ab. Hier hat mich sehr verwundert, dass diese intelligente Frau sich Archies Wünschen total unterordnet und ihn nach seinen Wünschen bemuttert. Sie setzt sogar ihre Tochter Rosalind an zweite Stelle und engagiert ein Kindermädchen, um sich besser um Archie kümmern zu können. Ein Jahr lang zieht sie mit Archie zu Werbezwecken durchs Empire und lässt die kleine Tochter allein. Der Dank für ihre Aufopferung bleibt leider aus, ganz im Gegenteil: Archie hat bald eine junge Geliebte und möchte sich scheiden lassen. Und nun kommen wir zum Thema des Buches: Plötzlich verschwindet Agatha, ihr Auto wird gefunden und Archie wird verdächtigt, seine Frau beseitigt zu haben....

    Genauso geheimnisvoll, wie Agatha verschwand, taucht sie auch wieder auf, und zwar nach elf Tagen. Was ist geschehen? Es ist äußerst spannend, die Entwicklungen zu verfolgen, die aus verschiedener Perspektive beschrieben werden. Für mich war das Buch ebenso aufregend wie ein Krimi. Auch gelingt es der Autorin sehr gut, die Atmosphäre einzufangen, besonders die wachsende Schuldzuweisung durch die Öffentlichkeit und Archies Gefühl des Eingekesseltwerdens. Es werden reale und fiktive Elemente gemixt, ohne dass man es bemerkt, denn sie passen gut zusammen. Die von der Autorin präsentierte Erklärung für Agathas Abtauchen ist geradezu brillant, denn sie gleicht einer Geschichte aus Agatha Christies Feder. Dadurch gewinnt die Hauptprotagonistin ihre Stärke zurück, die jahrelang blockiert war, und für den Leser ist die Welt wieder in Ordnung.

    Mich hat das Buch begeistert, es ist sehr lesenswert, und ich hoffe, dass die Autorin noch weitere Biographien starker Frauen präsentieren wird.

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Ich habe schon mehrere Romane der Autorin Marie Benedict über mehr oder weniger bekannte Frauengestalten gelesen, so dass klar war, das ich auch in dieses einen Blick werfen würde. Und ich wurde nicht enttäuscht: Inhaltlich geht es in diesem Roman um das Leben der Krimi - Autorin Agatha Christie und ganz konkret um ihr zeitweiliges Verschwinden im Jahre 1926. Die Hintergründe sind bis heute nicht komplett geklärt, so dass Raum für Spekulationen bleibt. Einen möglichen Erklärungsansatz liefert das hier vorliegende Buch und es gelingt der Autorin dabei, den Leser_innen ein Gefühl für den Mensch Agatha Christie zu ermöglichen. Dabei wählt sie nicht den Weg der Idealisierung, sondern stellt die Krimiautorin in all ihrer Menschlichkeit mit all den damit zusammenhängenden Gefühlen dar.
    Das Buch ist so spannend und berührend geschrieben, das mensch als Leser_in direkt in den Bann der Geschichte gezogen wird. Es fällt schwer, das Buch zur Seite zu legen, bis nicht die letzte Seite gelesen werden konnte.

  • Alle Verfehlungen werfen lange Schatten. (Agatha Christie)

    1926. Agatha Christie ist von einer Krankenschwester und Apothekenhelferin inzwischen zu einer bekannten Schriftstellerin mutiert, die 1912 in dem Kriegsveteranen Colonel Archibald Christie ihre große Liebe gefunden und geheiratet hat. Doch die anfangs glückliche Ehe der beiden leidet bald unter Agathas wachsendem Erfolg und ihrer damit einhergehenden Emanzipierung, schon bald haben sie sich kaum noch etwas zu sagen. Als Agatha im Dezember 1926 spurlos verschwindet und ihr Wagen nebst Handtasche an einem See gefunden wird, haben sowohl ihr Ehemann Archie als auch die gemeinsame Tochter Rosalind keine Erklärung dafür. Agathas Verschwinden beherrscht die Schlagzeilen, eine großangelegte Suche bleibt erfolglos. Als Agatha 11 Tage später wieder auftaucht, behauptet sie, keinerlei Erklärung für ihr Verschwinden zu haben und schiebt dies auf einen angeblichen Gedächtnisverlust, was viele für fragwürdig hielten. Doch Agatha gab nie preis, was in diesen 11 Tagen passiert ist…


    Marie Benedict hat mit „Mrs. Agatha Christie” einen sehr unterhaltsamen und gleichsam spannenden historischen Roman mit biografischen Zügen vorgelegt, der dem Leser eine eindrucksvolle literarische Persönlichkeit näher bringt, die zu Lebzeiten ganz England mit ihrem Verschwinden Rätsel aufgab, die bis heute ungelöst blieben. Der flüssige, farbenprächtige und einfühlsame Erzählstil lässt den Leser eine Zeitreise ins England des vergangenen Jahrhunderts antreten, wo er auf die Schriftstellerin Agatha Christie trifft. Die Autorin spannt ihre Handlung über den Zeitraum von 1912 bis 1926 und gibt dem Leser mit wechselnden Perspektiven sowohl einen guten Einblick in Agathas Leben, als auch in das mit ihrem Ehemann Archibald Christie. In der Rolle erzogen, als Ehefrau ihrem Mann jeden Wunsch von den Lippen abzulesen, tut Agatha genau das und dabei muss sogar Tochter Rosalind zurückstehen. Doch je erfolgreicher Agatha mit ihrer Schriftstellerei wird, umso mehr nabelt sie sich von diesem Verhalten ab, wobei die Ehe allmählich Risse bekommt. Ihr plötzliches Verschwinden lässt die Eheprobleme in einem besonderen Licht erscheinen und macht Archibald zum Verdächtigen. Der Autorin gelingt es mit einer wohldosierten Mischung aus Fiktion und tatsächlicher Biografie, die Persönlichkeit ihrer Protagonisten herauszustellen, aber auch das Verschwinden Agathas als spannendes Kriminalstück zu präsentieren. Dabei kommt ihr auch die ausgezeichnete Recherche zugute, die der Geschichte das gewisse Etwas gibt. Nach und nach verwebt Benedict die Fäden miteinander, um am Ende eine Lösung zu präsentieren, die glaubwürdig als Lösung herhalten könnte.


    Die Charaktere sind sehr liebevoll ausgestaltet und können mit realistischen menschlichen Ecken und Kanten den Leser schnell überzeugen, der sich gern an ihre Fersen heftet, um den Dingen auf den Grund zu gehen. Agatha entspricht zu Beginn dem Rollenbild der Frau zur damaligen Zeit, wurde sie doch dementsprechend erzogen. Doch je erfolgreicher sie mit ihren Romanen wurde, umso mehr emanzipierte sie sich von den veralteten Strukturen und Denkweisen. Ihr Handeln damals wirkt wie ein Rachefeldzug gegen ihren Ehemann. Archibald ist ein Mann, der es gewohnt ist, seinen Willen zu bekommen. Er wirkt egoistisch, unterkühlt und vor allem ungnädig. Aber auch Charlotte und Rosalind gehören zur Handlung und machen diese rundum gelungen.


    „Mrs. Agatha Christie” ist ein wunderbarer Mix aus Realität und Fiktion, der von der Autorin fesselnd und gleichzeitig als spannender Kriminalfall aufbereitet wurde, während sie dabei gleichzeitig Agatha Christie sogar noch ein Denkmal setzt. Absolute Leseempfehlung für alle, die sich für starke Frauenpersönlichkeiten interessieren!


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    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    gelesene Bücher 2020: 432 / 169960 Seiten

  • Dezember 1926 - die Autorin Agahtha Christie wird vermisst. Ihr Auto wird von den Ermittlern an einem tiefen düsteren Teich gefunden, darin lag noch ihr Pelzmantel, sehr ungewöhnlich, denn die Nacht war eisig kalt gewesen. Ihr Ehemann, ein Veteran des ersten Weltkrieges, und ihr junge Tochter wissen nicht wo Agatha sein könnte. In England beginnt daraufhin eine große und beispiellose Fahndung um die Krimiautorin zu finden. 11 Tage bleibt sie verschwunden und dann taucht sie so mysteriös wieder auf, wie sie verschwunden ist. Laut Agatha Christie wäre eine Amnesie verantwortlich für ihr Verschwinden, aber ist das die Wahrheit?


    Mrs Agatha Christie ist der dritte Teil der Reihe "Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte" von Marie Benedict.


    Agatha Christie verschwindet im Dezember 1926 spurlos, sie ist zu diesem Zeitpunkt eine relativ bekannte Krimiautorin, aber bei weitem noch nicht so bekannt und berühmt, wie sie noch werden sollte. Nach außen hin führt sie eine glückliche Ehe, aber die Ehe ist zerbrochen. Schnell stellt sich die Frage was der untreue Ehemann mit dem Verschwinden zu tun hatte. Mit diesem Roman erschafft die Autorin eine mögliche Erklärung, die mir gut gefällt.


    Die Geschichte verläuft in zwei Zeitlinien die aufeinander zusteuern, was mir ausgesprochen gut gefallen hat. Die eine Zeitlinie beginnt und dreht sich um Agatha Christies Verschwinden, hier steht vor allem ihr untreuer Ehemann im Vordergrund und als Leser begleitet man ihn wie er versucht unbeschadet durch diese Ereignisse zu kommen. In der zweiten Zeitlinie erzählt Agatha Christie aus der Ich-Perspektive über ihr Leben, wie sie ihren Ehemann kennenlernte, über ihr Familienleben und wie sie zum schreiben kam. Agahtas Christies Erzählung über ihr Leben und ihre Einstellungen über die Ehe und das Rollenbild der Frau, die ihr alle anerzogen wurden, lösten bei mir Kopfschütteln und manchmal auch Wut aus, aber auch Mitleid für die damaligen Frauen. So hält sie verzweifelt an einer Ehe und einem Ehemann fest, der nur sich und seine Bedürfnisse kennt und von seiner Frau erwartet sich diesen unterzuordnen. Ihre "Schreiberei" nimmt er trotz erster Erfolge nicht wirklich ernst und sie werden für ihn auch zu einem Ärgernis, denn er ist nicht mehr Agathas alleiniger Mittelpunkt. Über ihr Schreiben hätte ich persönlich gerne noch mehr gelesen, aber natürlich stand das Verschwinden im Vordergrund.

    Während diese Zeitlinie bei mir die unterschiedlichsten Gefühle auslösten, empfand ich den Erzählstrang um das Verschwinden vor allem spannend. Man beobachtet als Leser wie sich Christies Ehemann versucht sich durch die Ereignisse zu winden, und sich dabei immer in einem positiven Licht zu präsentieren, während man natürlich einen genaueren Einblick hat. Zum Ende hin werden die beiden Zeitlinien zusammengeführt und eine Auflösung präsentiert, die mir ausgesprochen gut gefallen hat, und der Krimiautorin Agatha Christie auch würdig ist.


    Mein Fazit:

    Eine unterhaltsame Geschichte über Agatha Christies Verschwinden, bei der fiktionale und biografische Details gut verwoben wurde und dem Leser einen guten und der Krimiautorin würdigen Grund für ihr Verschwinden liefert.

  • Im Dezember 1926 verschwindet Agatha Christie für elf Tage spurlos, bis heute ist der Grund nicht geklärt. Marie Benedict bietet in diesem Roman einen Erklärungsversuch.


    Erzählt wird abwechselnd in zwei Zeitebenen. In Ich-Form und im Präteritum erzählt Agatha selbst in den mit „Das Manuskript“ betitelten Kapiteln, wie sie 1912 ihren späteren Ehemann Archibald Christie kennenlernt und danach von ihrem Eheleben. Das Geschehen rund um Agathas Verschwinden wird aus Perspektive ihres Ehemannes in Präsens und und der dritten Person erzählt. Archibald, genannt Archie, geriet seinerzeit selbst unter Mordverdacht. Diese Erzählweise finde ich gelungen, auch, weil man sich so zu Anfang gar nicht erklären kann, wie es so weit kommen konnte, im Laufe des „Manuskripts“ dann aber besser versteht.


    In einem zweiten Abschnitt wird, nach Auffinden Agathas, die Erklärung geliefert, die Marie Benedict wohl am wahrscheinlichsen hält, und die auch tatsächlich wahr sein könnte. Agathe Christie hat bis zu ihrem Tod selbst keine Erklärung geliefert.


    Schon bei „Lady Churchill“ hat mich die Autorin nicht bis zum Ende packen können, und leider ist es mir hier ähnlich ergangen. Zunächst fand ich es noch interessant zu lesen, doch mit der Zeit konnten mich die Figuren nicht mehr packen, und ich fragte mich schnell nach dem Warum. Nicht nach dem Warum Agatha verschwunden ist (das war ja sowieso die Grundfrage) sondern nach dem Warum Agatha und Archie so handeln. Gut, eine Sache wurde erst im zweiten Teil klar, aber das war für mich leider kein Aha-Erlebnis, wie es wohl beabsichtigt ist, eher war ich unzufrieden, weil ich nicht ganz nachvollziehen konnte, was ich da las. Da mich zudem die Charaktere nicht für sich einnehmen konnten, und die Geschichte schließlich auch Längen aufweist, habe ich den Roman am Ende nicht den Lesegenuss gehabt, wie ich ihn erhofft hatte.


    Interessant war der Roman trotzdem, zumindest teilweise. Bisher kannte ich zwar die meisten Romane Christies, in meiner Jugend habe ich sie gerne gelesen, aber über ihr Leben wusste ich kaum etwas. Hier habe ich einiges über ihre Herkunft, ihre Sozialisation, ihre erste Ehe und die Anfänge ihres Schreibens erfahren. Auch wenn sicher nicht alles genau so stattgefunden hat, im wesentlichen war es wohl so. Und ich habe Lust bekommen, mal wieder etwas von Christie zu lesen.


    Leider hat der Roman meine Erwartungen nicht ganz erfüllt. Ich habe zwar ein bisschen mehr über eine berühmte Autorin erfahren, und auch die Erzählweise auf zwei Zeitebenen finde ich gelungen, aber der Roman hat Längen, die Charaktere können mich nicht komplett überzeugen, und die Auflösung ist zwar möglich, aber nicht überzeugend erzählt.

  • Agatha Christie ist sicherlich eine Legende auf dem Gebiet von Kriminalromanen. Daher habe ich dieses Buch durchaus mit Freude und Interesse gelesen, um mehr über ihr gesamtes Leben und nicht nur über ihr Verschwinden zu erfahren.

    Das Buch ist leicht leserlich und abwechslungsreich aufgebaut, sodass man alternierend über die Zeit nach Agathas Verschwinden und die Zeit ihrer Jugend und ihres Lebens vor dem Verschwinden erfährt. So lässt sich das Buch recht zügig und angenehm lesen, auch wenn ich mir eine etwas malerische Schreibweise gewünscht hätte. Die Spannungskurve war mir teils etwas zu flach und den Charakteren fehlt es stellenweise etwas an Farbe, aber insgesamt kann man sich gut in ihre Situation versetzen und mit ihnen mitfiebern.

    Insgesamt ist das Buch für mich ein netter, aber nicht nachhaltend beeindruckender Zeitvertreib – vor allem für Fans von Agatha Christie, aber auch für alle anderen.

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