Rachel Givney - Das verschlossene Zimmer / Secrets My Father Kept

Cover zum Buch Das verschlossene Zimmer

Titel: Das verschlossene Zimmer

, (Übersetzer)

3,6 von 5 Sternen bei 14 Bewertungen

72,9% Zufriedenheit

Verlag: Bastei-Lübbe

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 544

ISBN: 9783404192236

Termin: Neuerscheinung November 2023

Aktion

  • Kurzmeinung

    easymarkt3
    Bewegend und überzeugend geschrieben!
  • Kurzmeinung

    claudi-1963
    War für mich leider eine Enttäuschung. Flache Handlung, Charaktere übertrieben dargestellt und waren oft nicht glaubhaft
  • Cover zum Buch Jane in Love
  • Gute und spannende Idee, jedoch literarisch nicht ausgereift

    Als ich das Cover von "Das verschlossene Zimmer" das erste mal sah, war ich sofort interessiert. Der Klappentext war ebenfalls vielversprechend. Die Leseprobe hat mich dann gefangen genommen. Ich wollte unbedingt weiterlesen und gemeinsam mit der Protagonistin Marie herausfinden, warum ihr Vater immer sein Schlafzimmer abschließt und was mit ihrer Mutter passiert ist.

    Dieser Frage widmet sich ein Großteil des Buches und Marie wird von ihren Emotionen hin- und hergeworfen. Das ist ja auch unter den Umständen völlig nachvollziehbar und für so ein junges Mädchen an der Schwelle zum Erwachsenenwerden sowieso. Trotzdem ist Marie (speziell auch für ihre im Buch geschilderte Intelligenz) doch extrem naiv, übergeht trotzig beinahe jede Warnung und ist von vielen Ereignissen oder Einstellungen der damaligen Zeit völlig überrollt, dass es beim Lesen an einigen Stellen ziemlich genervt hat. Eine Entwicklung für sie als Figur findet auch nur bedingt statt und auch andere Figuren wirken blass oder unausgewogen. Darüber hinaus gibt es im Buch auch viele Handlungen von Maries Vater Dominik, die nicht nachvollziehbar sind, manchmal gar übermenschlich anmuten.

    Am schlimmsten fand ich jedoch, dass es sowohl Nebenfiguren als auch Handlungsstränge gibt, die vielsagend eingeführt werden, dann jedoch im Nichts verschwinden oder (unnachvollziehbarer) Weise nur als stumme Figuren dabeistehen. Da das an vielen Stellen passiert, wirkt das gesamte Buch leider wie ein unfertiges Manuskript, das mit ein paar Streichungen/ Ausschmückungen wirklich großes Potential gehabt hätte. Denn die grundlegende Idee der Handlung ist eigentlich toll und spannend. So liest es sich jedoch wie eine unfertige Arbeit, bei der man gerne den Rotstift zum Korrigieren ansetzen würde.

  • K.-G. Beck-Ewe 28. Februar 2022 um 13:33

    Hat den Titel des Themas von „Rachel Givney - Das verschlossene Zimmer“ zu „Rachel Givney - Das verschlossene Zimmer / Secrets My Father Kept“ geändert.
  • Am schlimmsten fand ich jedoch, dass es sowohl Nebenfiguren als auch Handlungsstränge gibt, die vielsagend eingeführt werden, dann jedoch im Nichts verschwinden oder (unnachvollziehbarer) Weise nur als stumme Figuren dabeistehen.

    Vielen Dank für deine Rezension und die Warnung. Solche Szenarien mag ich gar nicht, dabei wäre das Buch schon fast auf meiner WuLi gelandet.

  • *** Interessante Idee, in der Umsetzung noch ausbaufähig ***

    Ich habe ein Faible für historische Frauenromane; insbesondere Werke, die handlungstechnisch vor dem Hintergrund der zwei Weltkriege angesiedelt sind, faszinieren mich ungemein. Folglich war mein Interesse sofort geweckt, als ich den vielversprechenden Klappentext zu Rachel Givneys im Krakau des Jahres 1939 spielenden Roman "Das verschlossene Zimmer" las. (Neben dieser Zeitebene gibt es zudem im Jahr 1918 beginnende Rückblicke.)

    Erzählt wird in der dritten Person und abwechselnd aus mehreren Perspektiven, hauptsächlich aus Sicht der 17-jährigen Marie, die gerne Medizin studieren möchte, und ihrem Vater Dominik, einem angesehenen Arzt, der seine einzige Tochter lieber heute als morgen verheiratet sehen würde, um sie abgesichert zu wissen. Marie hingegen hat nur Augen für ihren Jugendfreund Ben, einen sympathischen Burschen, dessen einziger Makel sein jüdischer Glaube ist – denn die antisemitische Stimmung im Land heizt sich immer weiter auf und es wird gemunkelt, dass Hitlers Einmarsch bevorsteht. Ausgerechnet jetzt beginnt die bisher stets fügsame Marie zu rebellieren: Sie konvertiert heimlich zum Judentum, um Ben heiraten zu können, stellt unbequeme Fragen über den Verbleib ihrer Mutter und erkennt zunehmend, dass sie ihren allseits für seine Wohltätigkeit bekannten Vater scheinbar gänzlich falsch eingeschätzt hatte. Was ist mit ihrer Mutter geschehen? Wird Marie sie jemals wiedersehen?

    Aus einem solch bedeutungsschweren Familiengeheimnis wie einer verschwundenen Mutter lässt sich gewiss eine spannende Geschichte zaubern, sollte man meinen; das geschmackvoll gestaltete, in dunklen Farben gehaltene Cover unterstreicht den Eindruck des Mysteriösen. Insgesamt erfüllte das Werk meine Erwartungen nur bedingt.

    Der Schreibstil ist unkompliziert und flüssig, aber leider wirkte er insgesamt irgendwie farblos und lustlos auf mich. Vom Flair der Stadt Krakau spürte ich rein gar nichts, der historische Hintergrund war – abgesehen von der vorherrschenden Judenfeindlichkeit – komplett nebensächlich und auch mit Marie haderte ich; sie war für mich eine blasse Figur, die mir nicht in Erinnerung bleiben wird. Am interessantesten gestaltet fand ich ihren Vater, der schwer einzuschätzen war. Im Krankenhausalltag wurde deutlich, dass er das Herz am rechten Fleck hat und ein sehr gütiger Mensch ist – wieso ist er also strikt gegen Maries Ehe mit einem Juden? Das verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht!

    Ein weiterer Minuspunkt waren die zahlreichen Schreibfehler; gerade bei Namen sollte man auf die korrekte Schreibweise achten [Karska ≠ Karski], alles andere führt nur zu Verwirrung.

    Zwar erschienen mir ein, zwei Passagen etwas langatmig, doch im letzten Drittel überraschte mich die Autorin mit einem kreativen Twist. Ich war so fixiert auf die Romanze des jungen Paares gewesen, auf Maries Nachforschungen sowie ihr auf Vorhaben, zum Medizinstudium zugelassen zu werden, dass ich diese Möglichkeit nie in Betracht gezogen hätte, mit der das Verschwinden von Maries Mutter erklärt wird. Realistisch und glaubwürdig ist die Story nicht, allerdings kann ich das bei einem Unterhaltungsroman hin und wieder verschmerzen.

    Mein Lieblingszitat aus dem Werk lautet: "[…] wenn ich nicht mit Liebe leben darf, dann sehe ich keinen Sinn darin, überhaupt zu leben." – Ein durchaus romantischer Gedanke, der typisch ist für die teenagerhafte Naivität der jungen Marie; so schön diese Idee in ihren Ohren klingen mag, über ihre spontane, wenig durchdachte Konversion zum Judentum zu Zeiten der Judenverfolgung habe ich nur ungläubig den Kopf schütteln können.

    Fazit: In meinen Augen ist es kein rein historischer Roman, da man von der Atmosphäre der damaligen Zeit kaum etwas spürt (abgesehen von der antisemitischen Stimmung), für eine Einstufung als Liebesgeschichte fehlt es an emotionalen Momenten. Am ehesten sehe ich das Werk noch als Familiengeschichte. Meine 3 Sterne vergebe ich für die hübsche Covergestaltung (inklusive der edlen Gesamtaufmachung mit Lesebändchen), die Grundidee und den allgemein nicht schlechten Schreibstil. Von mir gibt es eine kleine Empfehlung für Fans von Storys über Familiengeheimnisse.

  • „Oh ja, die Vergangenheit kann wehtun. Aber wie ich das sehe, läuft man entweder davon oder man lernt daraus.“ (Der König der Löwen)

    Krakau 1939:

    Polen steht kurz davor, von Deutschland eingenommen zu werden und alles steht auf Krieg. Unterdessen beschäftigen die 17-jährige Marie ganz andere Fragen, nämlich wer ist ihre Mutter. Warum verschwand sie und hat sich bisher nie wieder gemeldet? Ihr Vater Dominik Karski ist ein angesehener Arzt in Krakau, lässt sie jedoch seit Jahren im Ungewissen, was ihre Mutter betrifft. Selbst in seinem verschlossenen Zimmer findet sie keine Antworten. Das Medizinstudium wird ihr verwehrt, stattdessen möchte Dominik, dass sie heiratet. Für Marie kommt dafür jedoch nur einer infrage, nämlich Jugendliebe Ben Rosen. Doch der ist ausgerechnet Jude, was in diesen Zeiten nicht gerade einfach ist. Wird sich Marie durchsetzen?

    Meine Meinung:

    Das unscheinbare Cover hat für mich so gar keinen Bezug zum Inhalt. Vor allem, da Marie für das verschlossene Zimmer keinen Schlüssel hat. Die Geschichte selbst hat mich jedoch in vielerlei Hinsicht eher enttäuscht als überrascht. Der Schreibstil ist zwar flüssig und unterhaltsam, doch werden viele Handlungen begonnen und verlaufen dann im Sande. Genauso hat sie Charaktere eingeführt, bei der ich eine Wendung erwartet habe, die dann jedoch nicht stattfand. Die Handlung selbst spielt zum einen in der Gegenwart Krakaus sowie der Vergangenheit von Maries Mutter in Lemberg. Dominik präsentiert sich als vorbildlicher, fürsorglicher Vater, was ich allerdings viel zu übertrieben empfand. Nicht nur, dass er seine Tochter bekocht und sogar ein Kleid näht. Er nimmt ihr im Grunde alles ab, obwohl sie das als junge Frau durchaus alleine tun kann. Gleichzeitig traut er ihr nichts zu, nicht einmal bei ihrem Wunsch Ärztin zu werden, unterstützt er sie. Dieses Verhalten passt für mich so gar nicht in die Zeit um 1939 und ich empfinde es zu konträr. Dazu wirkt er auf mich oft gefühlskalt und distanziert. Dann jedoch rebelliert Marie, das eher naive Mädchen wird plötzlich so selbstständig, dass sie konvertiert, ohne vorher ihren Vater zu fragen. Auch dies fand ich dies total übertrieben, da Marie einerseits naiv bleibt, was die Probleme des Alltags und der Juden betrifft, dann wiederum hochintelligent daherkommt und alles schafft, was ihr im Weg steht. Gleichzeitig bekommt sie die ersten Probleme mit Juden- und Frauenfeindlichkeit zu spüren, die im Land zunehmen. In der Zwischenzeit erfährt der Leser mehr über das Geheimnis um Mutter Helena, das gegen Ende zu recht interessanter war. Dadurch hat die Autorin bei mir Pluspunkte gesammelt, weil ich Helenas Probleme und Handeln verstehen konnte. Trotzdem finde ich, dass die gesamte Geschichte Helenas total übertrieben und zum großen Teil unglaubwürdig bleibt. Sie würde meiner Ansicht nach eher in die heutige Zeit passen. Die meisten Charaktere im Buch blieben für mich weitestgehend emotionslos und wurden maßlos übertrieben. Dominik, Helena und Marie erscheinen wie Übermenschen, die alles Können und nirgendwo Schwächen haben, geschweige den zeigen. Selbst das Schießen lernt Dominik aus einem Buch und trifft bei jedem Schuss. Für mich hat sich dieses Buch immer mehr zu einer unglaubwürdigen Story entwickelt, die meiner Ansicht nach so gar nicht in die Zeit passt. Selbst ihre Recherchen, die Rachel Givney wohl extra nach Polen geführt hat, kamen für mich so gar nicht zum Tragen. So bleibt mir Krakau genauso unbedeutend in Erinnerung wie die polnische Bevölkerung, die sie hier präsentiert. Am Ende ist es sogar offen, was aus den ganzen Charakteren wird, und es schreit förmlich nach einer Fortsetzung. Von mir gibt es nur 3 von 5 Sterne für die ausgedachte Geschichte, die mich mehr enttäuscht als überrascht hat. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: [-(

  • Das Cover hatte mich sofort angesprochen, denn es deutet auf ein Geheimnis hin.
    Der Roman findet an zwei Orten und auf zwei Zeitebenen statt: 1. Lemberg in den 1920iger Jahren zu Polen gehörend und
    2. Krakau, Polen, Ende der 1930iger Jahre.

    Es beginnt in Krakau 1939, wo Marie als junge Frau zusammen mit ihrem Vater Dominik Karski lebt. Der Vater, ein bekannter Arzt in einem Krankenhaus in Krakau, hat ein brisantes Geheimnis zu verbergen. Und Marie möchte endlich von ihm wissen, wer ihre Mutter war. Auch das ist ein großes Geheimnis, das der Vater ihr nicht verrät.

    Marie begibt sich auf die Suche und rebelliert gegen ihren Vater, der sie gegen alles beschützen möchte. Etwas merkwürdig ist es, dass der Vater sie immerzu bekocht und sogar ein Kleid für sie näht. Im nachhinein ergibt das allerdings einen Sinn. Denn ihr Vater ist nicht der, für den er sich für die Welt und für Marie ausgibt.

    Marie- ist es heroisch oder einfach naiv- lässt sich für ihre Liebe zum Judentum konvertieren und verschließt ihre Augen vor den Gefahren. Diese bekommt sie selbst zu spüren, als Bekannte die sie bislang respektierten, nun übel beschimpfen und eine lebensgefährliche Hetzjagd auf sie veranstalten.


    Parallel wird die traurige Geschichte von Helena- der Mutter von Marie- erzählt, die aber schlussendlich durch das Wagnis einer Lüge die Wendung ihres Schicksals und das ihrer Tochter herbeiführen kann. Das die Lüge allerdings zu jener Zeit geklappt haben kann, ist meines Erachtens sehr unglaubwürdig.

    Die Handlung ist eine bunte Mischung aus einer Liebesgeschichte, dem Thema Repressalien gegen Frauen und Missbrauch, Darstellung des gesellschaftlichen Lebens in Polen, Einblicke in jüdische Glaubenspraxis und Antisemitismus gegenüber Juden in Polen kurz vor dem Einmarsch des Deutschen Reiches in Polen im September 1939.

    Insgesamt gibt es Licht und Schatten bei diesem Roman, denn unglaubwürdige Handlungen ( z.B. Dominik, der noch nie geschossen hat, trifft bei jedem Schuss, weil er vorher ein Buch gelesen hat) wechseln sich mit spannender und interessanter Romanhandlung ab.
    Insgesamt war der Roman flüssig und gut zu lesen.

    Das Ende ist auf jeden Fall eine Überraschung für den Leser!

  • hoigbaerchen99 Autorinnen- und ISBN-freie Titel an bereits bestehenden Thread angehängt. Hier ein paar Bitten:

    1. Guck nach, ob ein Titel bereits besprochen wurde und wenn ja, dann hänge Deine Beiträge an den bereits bestehenden Thread an.
    2. Schreib immer zuerst die Verfasser:innennamen in die Titelzeile.
    3. Gib im Editor unter dem Reiter 'Buch' die ISBN ein.

    Danke 8)

  • Das Geheimnis meines Vaters

    Marie lebt im Krakau des Jahres 1939. Noch wägen sie sich in Sicherheit, doch das Deutsche Reich bereitet seinen Angriff auf Polen vor. Doch für Marie ist das nicht wichtig, sie treibt schon seit Jahren die Frage um, wer war meine Mutter und warum verschwand sie? Ihr Vater ist ein bekannter Arzt und beliebt, aber auf ihre Fragen gibt er ihr keine Antworten. Schließlich beschließt die junge Frau, nicht länger zu warten. Sie öffnet gewaltsam die Tür zum Zimmer ihres Vaters und durchsucht es immer in der Hoffnung, auf Hinweise zu stoßen. Was wird sie finden? Welches Geheimnis verbirgt ihr Vater vor ihr? Und kann sie mit dem entdeckten Leben?

    Die Autorin Rachel Givney war mir bisher unbekannt und „Das verschlossene Zimmer“ ist ihr erster Roman, der auch in deutscher Sprache erschienen ist. Mir hat das Buch gut gefallen. Maries Geschichte war bewegend zu lesen. Die Handlung spielt zum größten Teil im Jahre 1939, es gibt aber auch kleine Rückblenden, die aus dem Leben der Mutter von Marie erzählen. Die Geschichte von Marie und ihrer Mutter geht durchaus unter die Haut.

    Das Leben von Marie selbst gestaltet sich als nicht so einfach. Sie muss damit kämpfen, dass sie eine Frau ist. Ihr Berufswunsch wird im Krakau dieser Zeit nicht ernst genommen. Sie will Ärztin werden, da ihr Vater ihr ein großes Vorbild ist. Dann kommt der drohende Krieg dazu. Der Autorin ist es gut gelungen, diese Ängste und Sorgen der Menschen wiederzugeben. Marie fühlt sich zwar selbst nicht so davon betroffen, ihr gehen andere Gedanken durch den Kopf. Sie ist noch sehr jung und naiv, die Frage nach ihrer Mutter ist ihr für den Augenblick wichtiger.

    Erst so nach und nach klärt sich eben diese Frage. Mir hat der Weg dahin gut gefallen. Die Menschen, die Marie auf ihrem Weg begleiten, haben ihre eigenen Besonderheiten und bereichern die Geschichte ungemein. Marie trifft zudem ihren Freund aus Kindertagen wieder und sie verlieben sich ineinander. Einzig dass Ben jüdischen Glaubens ist, würde eine gemeinsame Zukunft verhindern. Marie beschließt spontan zum Judentum überzutreten. Dass sie ihr Handeln nicht mit ihrem Vater abspricht, wirkt ein klein wenig unglaubwürdig, zumal die zwei ein gutes Verhältnis zueinander hatten. Auch dass dies alles heimlich geschehen kann, ohne dass irgendjemand im Umfeld von Marie etwas merkt, scheint mir doch eher unglaubwürdig, aber die Umstände und was es für die Zukunft bedeuten würde, hat die Autorin gut eingefangen.

    Der Erzählstil von Rachel Givney lässt einen nur schwere los und so war das Buch in nur einigen Tagen ausgelesen und lässt einen etwas nachdenklich zurück, gerade in unserer jetzigen Zeit.

    Was sich mir allerdings nicht erschlossen hat, war die Frage, warum man diesem Buch einen neuen Titel geben musste. Im englischen Original heißt es „Secrets my father kept“, also hätte es doch wunderbar zum Beispiel: „Das Geheimnis meines Vaters“ heißen können, denn der englische Titel passt perfekt zu der Geschichte.

    Fazit:

    „Das verschlossene Zimmer“ ist ein bewegender Roman aus dem Jahre 1939 mit Handlungsraum Krakau/Lemberg. Ich habe ihn gern gelesen, es war eine spannende Reise in die Vergangenheit und die Frage, was macht uns eigentlich aus. Auch das sich das Geheimnis um Maries Mutter erst so nach und nach klärte und für mich nicht offensichtlich war, fand ich gut. Ich hoffe nun auf weitere Bücher dieser Autorin, mir gefällt ihre Art zu erzählen.

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Bewegend und überzeugend geschrieben!

    Gern würde ich Krakau mit seinen mittelalterlichen Gebäuden und seine Kultur erkunden nach dem Genuss dieses Romans, der im Original mit dem Titel ‚ Secrets My Father Kept‘ den Kern des Familiengeheimnisses preisgibt. Mit dem 1. September 1939 endet der Roman und der 2. Weltkrieg beginnt, mit Polen und seiner jüdischen Bevölkerung in starker Bedrängnis. Vortrefflich herausgearbeitet ist der Kampf intelligenter Frauen im patriarchalischen System, mit anspruchsvollen Ambitionen beruflicher Art und gleichzeitiger Elternschaft klar zu kommen. Marie und ihre Mutter verkörpern die Frauen in einer krassen, lebensfeindlichen Welt, die Karriere machen wollen und welche unwürdigen Opfer man im Extremfall dafür bringen müsste, auch aus Liebe zum eigenen Kind. Das Schicksal der Hauptakteure bleibt ungewiss, was aber der finalen, emotionalen Klärung vorhandener Geheimnisse keinerlei Abbruch tut.

  • Die Suche nach der verschwundenen Mutter

    Krakau im Jahr 1939: Die siebzehnjährige Marie will endlich die Wahrheit erfahren – warum hat ihre Mutter sie verlassen, als sie noch ein Kleinkind war? Die Tochter kennt nicht einmal deren Namen, hat nur noch Ansätze verschwommener Erinnerungen an sie, und ihr Vater Dominik Karski, ein angesehener Chirurg am städtischen Krankenhaus, hüllt sich hartnäckig in Schweigen.

    Marie sieht keine andere Lösung mehr, als in das titelgebende verschlossene Zimmer einzubrechen, was eine Kette von Entwicklungen in Gang setzt und ihr Leben für immer verändern wird.

    Neben Maries Suche nach Antworten bilden einige weitere zentrale Themen die Grundlage für die Handlung dieses Romans. Zum einen die sich zuspitzende politische Lage rund um die Bedrohung Polens durch die Nazi-Diktatur, zum anderen Maries Wunsch, Medizin zu studieren und in die Fußstapfen ihres hochbegabten Vaters zu treten – die Verantwortlichen legen der wissbegierigen jungen Frau allerdings nichts als Steine in den Weg.

    Und dann wäre da auch noch ihr Kindheitsfreund Ben, dem sie nach Jahren der Trennung wieder begegnet. Als Jude sieht er sich zunehmend rassistischen Anfeindungen ausgesetzt und die Liebe der Beiden wird auch für Marie zum Spiel mit dem Feuer.

    Die Protagonistin ist eine sympathische und beeindruckende Hauptfigur, die mit Intelligenz und Hartnäckigkeit tapfer ihren Weg geht und sich auch von Rückschlägen nicht unterkriegen lässt.

    Doch auch Dominik, der in manchen Kapiteln im Mittelpunkt steht, entpuppt sich zunehmend als liebenswerte Persönlichkeit. Der spröde und hundertprozentig korrekte Arzt verbirgt in der eher abweisenden Schale einen weichen Kern und versucht, seine Tochter vor allen Gefahren zu beschützen. Weitere interessante Punkte ergeben sich unter anderem durch Dominiks frühe Antibiotika-Forschungen, seinen fiesen Rivalen um den Chefarzt-Posten mit einem Faible für die menschenverachtende Ideologie der Nazis und einen neuen Kollegen, der trotz aller Abweisungen seine Freundschaft sucht. Dominik möchte niemanden zu nah an sich heranlassen, um nicht die im Raum stehenden dunklen Geheimnisse der Vergangenheit preiszugeben.

    Der Schreibstil konnte mich überzeugen, besonders angetan haben es mir die Formulierungen, etwa in den Betrachtungen der Nebencharaktere und gesellschaftlichen Eigenarten bzw. des menschlichen Zusammenlebens. Die Leseprobe vermittelt davon schon einen guten Eindruck – Interessenten sollten also unbedingt mal hineinschnuppern. Sowohl Marie als auch Dominik sind gute Beobachter und die Autorin hat es geschafft, trotz der durchaus ernsten Themen zwischendurch immer wieder feinen Humor aufblitzen zu lassen, besonders in der ersten Hälfte. Im späteren Verlauf nehmen dann eher die düsteren Elemente etwas zu, die Liebe zu den Kuriositäten unseres Lebens und den Menschen bleibt aber immer spürbar.

    Fazit: Das verschlossene Zimmer ist für mich durch seine interessanten Themen und die sympathischen Charaktere ein lesenswerter historischer Roman. Im Mittelteil verläuft die Handlung vielleicht ein klein wenig zu gemächlich, dafür ergeben sich am Ende aber noch diverse spannende Ereignisse und Wendungen. Das in sich abgeschlossen Buch kommt zu einem gelungenen Ende, mit dem ich so nicht gerechnet hatte.

  • Was ist mit Maries Mutter?

    Das verschlossene Zimmer, historischer Roman von Rachel Givney, EBook erschienen im Lübbe-Verlag.

    Die Menschen sehen nur, was sie sehen wollen.

    Krakau 1939, ein Krieg droht. Immer schon sehnte sich Marie nach ihrer Mutter, an die sie sich nur undeutlich erinnern kann. Sie ist von ihrem Vater aufgezogen worden. Eines Tages bricht sie in das verschlossene Zimmer ihres Vaters ein und immer mehr verschärft sich der Wunsch, zu erfahren was mit ihrer Mutter geschehen ist. Ihr Vater, Dominik Karski, ist ein hervorragender Arzt und kümmert sich aufopferungsvoll um Marie. Doch als sie erwachsen wird, sehnt sie sich immer mehr nach ihrer Mutter. Bald wird Marie klar, dass ein großes Geheimnis ihre Familie betrifft.

    Das Buch ist in 19 Kapitel gegliedert. Jedes Kapitel trägt eine das Kapitel zusammenfassende Überschrift. Ort und Datum sind angegeben, das ist sehr hilfreich, denn die Erzählung umfasst zwei Zeitebenen, die schwierige Zeit nach dem ersten großen Krieg und die Zeit die die Geschehnisse 1939 in Krakau beschreibt. Der Erzählstil hat mir gut gefallen, die Sprache war flüssig und angenehm, durch die bildhafte Erzählweise hatte ich das Setting immer perfekt vor Augen. Die ausführlichen medizinischen und chemischen Erklärungen sind interessant und zeugen für eine umfassende Recherche.

    Durch das aufregende Geschehen, gleich zu Beginn des Buches, hat sich bei mir unmittelbar Lesefluss eingestellt. Viele Szenen sind so spannend erzählt, dass ich das Buch nur ungern aus der Hand legen wollte. Leider hat sich mir schon viel zu früh das Geheimnis um Maries Mutter erschlossen, sodass die Auflösung am Ende für mich nicht überraschend war. Viel mehr hat mich das Schicksal der Frauen in der Zeit nach dem ersten großen Krieg und das der Juden in Krakau so sehr betroffen gemacht. Die Figuren sind wirklich gut beschrieben und die Autorin lässt ihre Leser ganz tief in die Seele der Akteure blicken, trotzdem war mir Marie nicht sympathisch, manchmal dachte ich wie naiv sie agiert und handelt( z.B. ihr Alleingang in Lemberg). Dabei kam im Buch gut rüber wie klug sie eigentlich ist. Intelligenz kann keine Lebensklugheit ersetzen. Wie Domek das Geheimnis in all den Jahren vor seiner Tochter verbergen konnte, das zweifle ich stark an. Trotzdem war Dominik Karski für mich die beste Figur im Buch. Sein Schicksal, auch das, was im Buch nicht mehr beschrieben wird hat mich sehr stark betroffen gemacht. Ben Rosen, Maries Geliebter ist eigentlich nur blass geblieben, diese Figur hätte sicher auch mehr zu bieten gehabt.


    Einige Stellen im Buch haben mich zweifeln lassen, ob Marie bei der Aufnahmeprüfung zum Studium, die ihr gestellten Aufgaben ohne Chemieunterricht so gut beantworten konnte, das glaube ich schlichtweg einfach nicht. Aus eigener Erfahrung, als Sportschützin weiß ich auch, dass Schießen diszipliniertes und fleißiges Training voraussetzt, das kann man nicht aus einem Buch, das man einmal gelesen hat lernen. An solchen Stellen im Buch habe ich schon sehr mit der Autorin gehadert. Die Fäden die ins Leere laufen z.B. die Geschichte von Daniel Blumberg lassen mich unbefriedigt zurück. Auch das Ende ist mir viel zu offen, schade.

    Am meisten haben mich jedoch die Parallelen zum aktuellen Krieg im beinahe selben Gebiet traurig gemacht. Ich habe Probleme dieses Buch zu bewerten, und entscheide mich für 3 von 5 möglichen Sternen. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    :study::musik::montag:

    Und wenn mir alle Königskronen für meine Bücher und meine Freude am Lesen angeboten wären: Ich würde sie ausschlagen.
    François Fénelon

  • Trivial und unglaubwürdig

    Zu Beginn dieses im Jahr 1939 spielenden Romans lernen wir die 17jährige Marie Karski kennen, die in Krakau von ihrem Vater Dominik, einem angesehenen Arzt, allein erzogen wird. Was mit Maries Mutter geschah, ist ein großes Geheimnis, ihr Vater spricht nicht darüber. Daraufhin beschließt Marie, in das permanent verschlossene Schlafzimmer des Vaters einzubrechen, um eventuelle Hinweise zu finden. Sie wird tatsächlich fündig, auch wenn ihr der Fund nicht wirklich weiterhilft.

    Zur selben Zeit erleben wir Dominik als engagierten Arzt, der fortschrittliche und unerprobte Behandlungsmethoden zur Heilung seiner Patienten anwendet und sich dabei nicht nur Freunde macht. Von der Leseprobe hatte ich mir versprochen, dass dieser Aspekt im Buch weiter ausgebaut wird, was jedoch leider nicht der Fall war.

    Marie scheint für ihr Alter ausgesprochen naiv zu sein. Dass es so etwas wie Judenfeindlichkeit gibt, scheint an ihr völlig vorbeigegangen zu sein, und das obwohl schon vor Jahren die jüdische Nachbarsfamilie aus dem Haus gejagt und die Wände mit judenfeindlichen Parolen beschmiert wurden. Marie benimmt sich teilweise wie eine Fünfjährige, sie schmollt und hüpft vor Freude auf und ab. Nach ihrem ersten Kuss sinniert sie darüber, wie erstaunlich es doch ist, dass man sich mit dem Mund küsst, mit dem man sonst isst, spricht und sich erbricht. Grundgütiger! Dann wiederum schreibt sie einen Einstufungstest für Medizin, der fundiertes Wissen in Chemie voraussetzt. Obwohl Marie keine Ahnung von den chemischen Formeln hat, bringt sie sich innerhalb der Prüfungszeit anhand des Periodensystems selbst alles Erforderliche bei. Szenen wie diese sind einfach nur lachhaft und vollkommen unglaubwürdig.

    Angesichts des drohenden Kriegs will Dominik seine Tochter unbedingt verheiraten und hat dabei einen reichen, aber unattraktiven und unsympathischen Angeber im Blick. Für den Tanzabend, den die beiden miteinander verbringen sollen, näht Dominik seiner Tochter sogar ein Kleid, was mich einigermaßen erstaunt hat. Marie verliebt sich jedoch in ihren jüdischen Jugendfreund Ben und tritt zum jüdischen Glauben über, um ihn zu heiraten.

    Die ganze Zeit über ist klar, dass Dominik ein Geheimnis hat und seine Tochter in sicheren Händen sehen möchte. Was dieses Geheimnis ist, erfährt der Leser erst ganz zum Schluss. Die Auflösung ist erstaunlich und ganz und gar absurd und unrealistisch. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, das ich so grottenschlecht fand. :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Leider nur Mittelmaß

    1939 Krakau. Als Marie Karska zwei Jahre alt war, ist die Mutter spurlos verschwunden. Nun im Alter von 17 Jahren will Marie unbedingt mehr über sie herausfinden, vor allem den Grund ihres Verschwindens. Ihr Vater, der Chirurg Dominik Karska, gibt ihr weder Antworten auf ihre Fragen noch nennt er ihr den Namen ihrer Mutter. Lieber möchte er seine Tochter in diesen unruhigen Zeiten baldmöglichst aus Sicherheitsgründen verheiraten. Das will Marie auf keinen Fall, denn sie möchte lieber Medizin studieren und mit ihrer Jugendliebe, dem Juden Ben Rosen, zusammen sein. Obwohl sie ein schlechtes Gewissen gegenüber ihrem Vater hat, öffnet Marie eines Tages mit Hilfe einer Haarnadel dessen verschlossenes Schlafzimmer, um dort endlich die gewünschten Informationen über ihre Mutter zu finden…


    Rachel Givney hat mit „Das verschlossene Zimmer“ einen unterhaltsamen historischen Roman vorgelegt, der den Leser zum einen in das düstere Kapitel deutscher Geschichte zurückreisen lässt, zum anderen die distanzierte Beziehung zwischen Rachel und ihrem Vater zeichnet und ein altes Familiengeheimnis ans Tageslicht bringt. Der flüssige und bildhafte Erzählstil lässt die alte Zeit wieder lebendig werden und vor dem Auge des Lesers entstehen. Der Einmarsch der Nazis in Polen steht kurz bevor, die Bevölkerung ist bereits in Alarmbereitschaft, spaltet sich in unterschiedliche Lager. Währenddessen will Maries Vater Dominik seine Tochter in Sicherheit wiegen. Als Arzt ist er hingebungsvoll und engagiert, doch ansonsten lebt er recht zurückgezogen. Auch die Beziehung zu seiner Tochter Marie wirkt eher kühl und distanziert, die beiden haben sich kaum etwas zu sagen. Interessanterweise ist Dominik Maries Vorbild, auch sie will Ärztin werden und der Einbruch in sein Schlafzimmer kommt für sie einem Vertrauensbruch ihm gegenüber gleich, obwohl er ihr jahrelang alles über ihre Mutter verschwiegen hat. Mit Maries Wunsch, Medizin zu studieren, zeigt die Autorin die gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten auf, denn Frauen wurde damals ein Studium weder zugetraut, noch waren sie an den Universitäten zugelassen oder erwünscht. Sollte es doch eine die Aufnahmeprüfung schaffen, wurde sie danach von ihren männlichen Kollegen regelrecht tyrannisiert. Interessant ist auch Maries Hartnäckigkeit, mit Ben einen Juden zu ehelichen, obwohl sie weiß, was das für sie zu jener Zeit bedeutet, zumal die Autorin diese Epoche mehr als bildhaft und grausam detailliert beschreibt. Schön eingeflochten sind die Riten und Gebräuche des Judentums, wobei diese ruhig ausführlicher hätten sein können. Der Spannungslevel ist allein durch den geschichtlichen Hintergrund ein ständiges Auf und Ab mit einigen Längen.


    Die Charaktere sind gut ausgestaltet und in Szene gesetzt, der Leser folgt ihnen gern, obwohl zu ihnen leider von Beginn an eine Distanz herrscht, die sich auch im Verlauf des Buches nicht auflöst. Marie ist eine naive, neugierige junge Frau, die sich keinerlei Gedanken darüber macht, was andere von ihr denken. Gleichzeitig wirkt sie mit ihren unbedachten Handlungen trotz ihrer Intelligenz manchmal ignorant oder auch strohdumm, wenn man den politischen Hintergrund bedenkt. Vater Dominik ist ein Mann, der zwar präsent ist, sich aber von der Außenwelt abschottet. Zudem hat er gegenüber den äußeren Umständen eine neutrale Haltung, die man schon fast rückratslos nennen könnte. Ben bleibt leider völlig farblos, während andere Protagonisten mit Menschlichkeit und Wärme punkten können.


    „Das verschlossene Zimmer“ ist ein durchaus unterhaltsamer Roman vor historischem Hintergrund, der neben einem alten Geheimnis auch eine Liebesgeschichte beinhaltet. Leider wachsen einem die Charaktere nicht ans Herz, so dass der Roman nur eine eingeschränkte Leseempfehlung verdient.

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)

    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein

    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
    _____________________________________________

    gelesene Bücher 2020: 432 / 169960 Seiten

  • Marie lebt mit ihrem Vater Dominik in Krakau. Leider kennt sie ihre Mutter nicht und ihr Vater möchte auf sie gar nicht angesprochen werden. Nun mit 17 Jahren möchte Marie mehr über ihre Mutter rausfinden und wissen warum sie Dominik alleine grossgezogen hat. Als Dominik nicht zu Hause ist, versucht sie in sein Zimmer, das immer abgeschlossen ist, zu gelangen. In einer losen Bodendiele findet sie ein Kistchen in dem sich ein abgeschnittener blonder Zopf befindet. Ist das ein Hinweis auf ihre Mutter? Während sie weiterhin versucht mehr Informationen zu ihrer Mutter zu bekommen, trifft sie auf ihre Kinderliebe Ben. Der junge Jude ist wieder zurück in Krakau und Marie fühlt sich immer noch sehr zu ihm hingezogen. Doch ihr Vater findet die Verbindung zwischen diesen beiden nicht wirklich gut, da sich anzeigt, dass Juden immer mehr aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen werden. Aber Marie lässt sich davon nicht beirren und konvertiert zum Judentum, damit sie Ben heiraten kann. Ihren grossen Traum, Medizin studieren zu dürfen, scheint im Jahr 1939 für eine Frau unmöglich zu sein. Überall wird sie abgewiesen, doch sie möchte ihren grossen Traum nicht aufgeben müssen.

    In einem zweiten Erzählstrang wird auf das Leben von Marie’s Eltern im 1918 zurückgeblickt. Helena arbeitet für Dominik’s Vater in dessen Apotheke. Auch sie verfolgt bereits das Ziel, als Frau grosses Erreichen zu können. Doch ihr bleibt das verwehrt und sie kann in der Apotheke nur Fuss fassen, weil der Apotheker immer vergesslicher wird. Damit die Kunden nicht zu schaden kommen, wird Helena zur Aufpasserin und darf sogar selbst Medikamente zubereiten. Als Dominik aus dem Krieg zurückkehrt fühlt er sich zu Helena hingezogen und die beiden beginnen eine Affäre. Doch bald wird Dominik wieder eingezogen und Helena bleibt schwanger bei seinem Vater zurück.

    «Das verschlossene Zimmer» konnte mich leider nicht so packen. Der Klappentext und auch die Leseprobe waren sehr interessant. Leider hat danach die Spannung abgenommen und ich musste mich durch die Seiten zwingen, erst im letzten Drittel des Buches nahm die Geschichte wieder an Fahrt auf. Als Leser wollte man dann unbedingt wissen, was es genau mit der verschollenen Mutter auf sich hat und ob es Marie gelingen wird, das Familiengeheimnis aufzudecken. Der Schreibstil selbst empfand ich als angenehm und man konnte den Ausführungen gut folgen. Das die Geschichte in zwei Zeitepochen erzählt wurde, finde ich eine gute Idee. Als Leser konnte man sich beide Situationen gut vorstellen und so auch die Geschichte von Marie’s Eltern in einer sehr schwierigen Zeit kennen lernen.

    Die Geschichte dreht sich rund um Marie, die versucht ihre Mutter zu finden. Eine junge, sympathische Frau, die ihr Ziel nicht aus den Augen verliert und gegen jeden Widerstand ankämpft. In dieser Zeit ein sehr schwieriges Unterfangen, was für uns heute unvorstellbar ist. Dominik, Marie’s Vater, der als anerkannter Arzt arbeitet hält sich bewusst immer im Hintergrund. Er möchte einfach keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen und überlegt sich auch mehrmals ob er sich wirklich als Klinikleiter bewerben soll. Die weiteren Charaktere sind gut ausgearbeitet und passen gut in die beiden Zeitepochen. Sie geben dem Leser einen guten Eindruck, wie die Situation dazumal ausgesehen hat.

    Nach der Leseprobe habe ich ein spannendes Buch erwartet, das ich in einem Zug verschlingen werde. Leider war die Fortsetzung danach eher enttäuschend. Das Ende der Geschichte, finde ich für diese Zeit eher unrealistisch und kommt dadurch auch unglaubwürdig rüber.

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Leserunde: Düstere Träume

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Leserunde: Der Schattenmacher

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