Liam Erpenbach - Solange wir die Sterne sehen

  • Kurzmeinung

    xxmarie91xx
    Teilweise recht blumige Formulierungen, für die Sicht eines 21-Jährigen. Aber insgesamt sehr schöne Story...
  • Klappentext

    Mit seinen Kommilitonen den Beginn der Semesterferien feiern und sich einfach treiben lassen – genau das ist es, was Cole will, als er in den Zug Richtung Strand steigt. Unter all den Fremden in seinem Abteil sitzt auch Sora, der ihn mit einem Lächeln sofort in seinen Bann zieht. Eine flüchtige Begegnung, von der er denkt, sie schon bald wieder vergessen zu haben. Doch ein Zufall führt die beiden erneut zusammen und mit jedem Blick, jeder Berührung kommen sie sich näher … Und dann beginnt sich Sora zu verändern. Er geht seinen Freunden aus dem Weg, sein Blick schweift immer häufiger ab, nicht einmal seinem Cello schenkt er noch Beachtung. Eine überraschende Diagnose stellt sein Leben auf den Kopf, aber Cole ist bereit, alles für ihn zu tun und ihm zur Seite zu stehen. Egal, was es ihn kostet.


    AutorIn

    Liam Erpenbach wurde 1993 mit der Nase im Buch geboren. Sechs Jahre lang studierte er am Bodensee Germanistik und sammelte dort die ersten Ideen zu seinem ersten Roman "In Love with Adam". Heute lebt er mit seinem Partner und zwei Katzen in Hamburg.


    Meine Meinung

    Schon, als ich das erste Kapitel – und damit das erste Zusammentreffen von Sora und Cole, den Protagonisten – auf dem Instagram-Account des Autors gelesen habe, war ich hin und weg von dem wunderschönen Schreibstil. Entsprechend gespannt war ich darauf, wie sich die Geschichte zwischen den beiden fortsetzen wird.


    Die Gefühle zwischen Sora und Cole entwickeln sich eigentlich recht schnell, aber es dauert ein bisschen, bis die beiden zueinanderfinden, nicht zuletzt weil Cole zunächst denkt, dass Sora mit Carey zusammen ist, welche die Schwester von Cole ist.

    Erst ein gemeinsamer Roadtrip nach Wien bringt die beiden einander näher.

    Doch danach geht es zunehmend bergab, denn Sora wird krank und versucht seine zunehmende Schwäche vor seinen Freunden und vor allem vor Cole zu verstecken…


    Die Geschichte ist komplett aus Coles Sicht geschrieben, einem 21-jährigen Studenten, weswegen man vor allem etwas über seine Gefühlswelt und Gedanken erfährt. Allerdings muss ich an dieser Stelle auch schon Kritik mit einpflegen, denn so schön ich den Schreibstil des Autors finde, so unpassend erscheint er als Gedankengang eines 21-jährigen Menschen im 21. Jahrhundert. Am Anfang fand ich die vielen Vergleiche und Metaphern noch schön und malerisch, bald aber fingen sie an, die Geschichte für mich in die Länge zu ziehen und ich ertappte mich dabei, dass ich sogar teilweise die Augen verdrehte und mir wünschte, mal mehr von Sora zu erfahren.


    Meiner Meinung nach kamen durch die vielen, zum Teil echt langen, Gedankengänge des Protagonisten andere Sachen ein bisschen zu kurz, wie zum Beispiel die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden jungen Männern, die ja eigentlich im Mittelpunkt stehen sollte. Generell muss ich im Nachhinein sagen, dass durch die etlichen Metaphern die Charaktere selbst ein bisschen blass geblieben sind, zumindest hatte ich Schwierigkeiten, sie zu greifen.


    Da sind mir tatsächlich eher noch die Nebencharaktere, wie Coles Schwester Carey und sein bester Freund Finn näher gebracht worden. Vor allem Sora bleibt leider ein bisschen zweidimensional und geht bei den ganzen Gedankenkarussellen ein bisschen unter.


    Fazit

    Ein wunderschöner Schreibstil, der aber ein bisschen zu viel wollte und dadurch das – für mich persönlich – Wesentliche aus den Augen verloren hat.

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    Unter dem Fell einer Katze

    lebt eine der freiesten Seelen der Welt.

    (Claudine Delville)