Ayelet Gundar-Goshen - Wo der Wolf lauert / רילוקיישן

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  • Lilach Schuster und ihr Mann stammen aus Israel. Mittlerweile leben sie jedoch im Silicon Valley, in den USA, und fühlen sich dort wohl. Ihr Sohn Adam wächst als Amerikaner heran und Lilach ist froh, dass sie dort sicheres Leben führen. Doch dann stirbt ein Mitschüler von Adam auf einer Party und Lilach ist eine Mutter, die nichts auf sich Beruhen lassen kann. Sie stellt Nachforschungen an. Plötzlich bekommt sie Hinweise, dass Adam diesen Jungen gehasst hat, dass vielleicht seine israelische Abstammung relevant sein könnte und auch die Polizei interessiert sich auf einmal für ihren Sohn. Ist es tatsächlich möglich, dass Adam etwas mit dem Tod des Jungen zu tun haben könnte? Hat sich ihr Sohn so weit von ihr entfernt, dass sie das nicht bemerken würde?

    Die Kurzbeschreibung des Romans fand ich extrem spannend. Wie weit geht man, um dem eigenen Kind (blind)zu vertrauen? Das Buchgefühl sagt „sehr weit“ und so ergeht es auch Lilach. Sie kann nicht glauben, dass ihr Sohn, ihr „kleiner“ Adam, etwas damit zu tun haben könnte. Immer wieder gibt es neue Hinweise und Indizien, die gegen Adam sprechen, aber sie tut sie alle ab. Neben der Familie gibt es noch eine weitere interessante Figur im Roman, die einen erheblichen Anteil an der Entwicklung der Geschichte hat und gerade durch diese wurde die Handlung vorangetrieben und sehr spannend. Feingefühl, psychologisches Geschick, Vertrauen, Hass, Ängste einer Mutter – all‘ das spielt in diesem Roman zusammen und hat ihn sehr interessant gemacht.

    Leider hat mich das Ende etwas enttäuscht. Auf einmal geht es gar nicht mehr um den Handlungsstrang, der sich mit Lilachs Sohn beschäftigt hat, sondern um etwas anderes, das zwar nicht unpassend ist, aber ich habe es einfach nicht erwartet und für mich war der Hauptbestandteil der Geschichte ein anderer und dieser wurde für mich nicht zufriedenstellend beendet.

    Fazit: Die Handlung fesselt durch psychologisches Geschick extrem. Ich konnte mich sehr gut in die Mutter hineinversetzen und war immer hin- und hergerissen. Lediglich das Ende hat mich persönlich enttäuscht, da der Schwerpunkt auf einmal ein ganz anderer war und die eigentliche Geschichte abrupt und offen endet. Trotzdem absolut lesens- oder hörenswert.


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  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Ayelet Gundar-Goshen - Wo der Wolf lauert“ zu „Ayelet Gundar-Goshen - Wo der Wolf lauert / רילוקיישן“ geändert.
  • Dieses Buch zeichnet ein Psychogramm über eine Familie, über Heimat, über eine Kleinstadt, die mit Antisemitismus zu kämpfen hat, über eine Ehe und die Rollenverteilung von Mann und Frau, über das Erwachsenwerden, über Zugehörigkeit, Mobbing und seine Folgen, Opfer und Täter, über die Beziehung einer überforderten Mutter zu ihrem Sohn und wie dies alles eine Familie angreifbar macht. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten entwickelte sich für mich eine interessante Geschichte, die einige überraschende Wendungen zu bieten hatte. Die Frage nach Schuld schwebt durchweg wie eine dunkle Wolke über den Ereignissen und lässt einen weiterlesen/-hören, auch wenn es hier und da einmal ein wenig an Spannung fehlte!


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