"Black-History-Month"-Challenge im Februar

  • Ich finde mein aktuelles Buch wirklich ganz interessant.

    Der Untertitel lautet ja "unlearning race", und das ist genau das, was der Autor für sich selbst versucht, nämlich Schubladen aufzubrechen, auch seine eigenen. Er selbst ist Sohn eines so genannten "Schwarzen" und einer sogenannten "weißen", ist verheiratet mit einer Europäerin, und sie bekommen ein Kind, das blond und blauäugig ist. Diese Tatsache löst in ihm einiges aus und er stellt sich viele Fragen. Unter anderem zb: Warum heißt es in Amerika, man sei Schwarz, sobald man auch nur einen Tropfen Schwarzes Blut in sich habe, und nicht mehr rein weiß?

    In Brasilien zb gilt man nicht mehr als schwarz, sobald man einen Tropfen weißen Blutes in sich trägt.

    Warum gab es nichtmal bei Volkszählungen bis zur Jahrtausendwende Möglichkeiten mehr als eine race anzugeben?

    Was sollen die Bezeichnungen "quadroon" ( Großeltern 1/4 afrikanischer und 3/4 europäischer Herkunft) oder "octoroon" (hier ist das Verhältnis 1/8 zu 7/8)?

    Auch sein kleine Tochter sieht ihn mit ihren 4 Jahren nicht als schwarz, sie sieht "beige". Sie hat noch nicht das trennende Schubladendenken, und beschreibt einfach nur,.was sie sieht, ohne Wertung. Ihr französischer Opa ist rosa....vor allem wenn er Wein getrunken hat.


    Wie sehr ist dem Autor von Kindesbeinen an, ob in der Schule oder im späteren Leben, die Schubladisierung in Fleisch und Blut übergegangen? Warum klammert er sich selbst ans "Schwarzsein"? Steht er nicht mehr zu seinen Wurzeln, sobald er über sich selbst sagen würde, er sei kein Schwarzer?

    Wie prägt einem der frühe Umgang mit weißen und die guten oder schlechten Erfahrungen?


    Ich habe noch ca 100 Seiten, werde es wahrscheinlich heute nicht mehr schaffen, berichte aber weiter.

    :study: Audre Lorde: Sister Outsider (eBook)

    :study: Joseph Roth: Hiob (eBook) - MLR

    :study: Thomas Chatterton Williams: Selbstportrait in Schwarz und Weiss - Unlearning Race



    „An allem Unrecht, das geschieht, ist nicht nur der Schuld, der es begeht, sondern auch der, der es nicht verhindert.“

    Erich Kästner

    "Das fliegende Klassenzimmer"


    Warnhinweis:
    Lesen gefährdet die Dummheit

    :study:

  • Soll ich dir um den Jahreswechsel herum einen "friendly reminder" schicken?

    Das wäre tatsächlich hilfreich :lol: :friends: :uups:


    Ich war ja anfangs etwas in Sorge, dass der Text wegen der Verse irgendwie sperrig sein könnte. Aber er liest sich ganz "normal", ich merke es fast gar nicht mehr. Von Vorteil für den Lesefluss ist es allerdings, wenn man ein wenig Latein versteht. (Und falls nicht: google is your friend! :loool: )

    Gestern Abend habe ich mit dem Buch angefangen. An die Versform habe ich mich überraschend schnell gewöhnt.


    Stichwort Latein. :mrgreen: Mein lateinischer Wortschatz beschränkt sich auf das Vokabular der Asterix und Obelix Hefte 8)

    Also durfte ich mir erst eine halbwegs vernünftige Seite fürs übersetzen suchen. Mittlerweile bin ich bei zweien gelandet. Zweifel ich die eine Übersetzung an, werde ich bei der anderen fündig und umgekehrt. Ein "Riesenspaß" gefühlt bei jeder Seite aus dem Lesefluss gerissen zu werden und Wörter nachzuschauen :evil:

    Ernsthaft, ich habe erst auf der letzten Seite des eBooks geschaut, ob es da ein Glossar gäbe. Aber Nein! Nichts! :cry: Meine Familie fand meine Genervtheit tatsächlich auch noch amüsant. Böses Volk das ist. Dafür habe ich mich mit lateinischen Wörtern gerächt :lol:



    Es ist eine interessante und teils wirklich gruselige Welt, in die Evaristo einen da eintauchen lässt. Die Frau ist wirklich vielseitig.

    Aber sowas von. Das Thema ist wirklich hart, aber die Umsetzung total spannend. Sogar die lateinischen Wörter machen da Sinn. Wenn ich mich auch ans ständige nachschauen gewöhnen darf. Immerhin wiederholen sich einige Wörter. Irgendwie werde ich sie auch kennen :lol:

    Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen.


    SuB-Leichen-Challenge 2024: Alle Bücher bis inkl. 2022 [-X

    Klassiker-Challenge 2024


  • "Rezitativ" von Toni Morrison habe ich jetzt auch noch geschafft. Hm ... ich bin mir sehr unschlüssig. 🙈


    Mir gefällt die Vermarktung nicht. Ich hätte gerne die Geschichte gelesen ohne das Vorwissen, dass man nicht weiß, wer welche Hautfarbe hat. So wird man ja quasi sofort in dieses Rätselraten gezwungen. Ich hätte die Erzählung gerne einfach gelesen und ich bin mir sicher, dass ich mir schnell eine Meinung dazu gebildet hätte, wer welche Hautfarbe hat, ohne zu merken, dass es diese Info gar nicht gibt. Dann am Ende bzw im Nachwort der Hinweis: Du kannst gar nicht wissen, wer welche Hautfarbe hat ... und BÄM ... ich hätte die Erzählung gleich noch einmal gelesen UND es wäre ein Denkprozess bei mir angestoßen worden.


    Doch jetzt habe ich dieses Buch gelesen und zwar immer wieder überlegt, was passen könnte bzw die einzelnen Szenen gedanklich durchgespielt, aber einen Erkenntnisgewinn hatte ich nicht. Dass es nicht "aufgelöst" wird, war mir klar, als ich den Autorinnenname "Toni Morrison" gelesen habe. 😅 ... das wäre zu profan gewesen und finde ich auch gut so.


    Letztendlich kam ich zu dem gleichen Schluss wie Zadie Smith, nämlich dass die Hautfarbe keine Rolle spielt, sondern das Menschsein. Dann finde ich die Vermarktung aber fast noch unpassender. 🤪


    Interessant ist sicherlich das sprachliche Experiment, alles, was auf eine bestimmte Hautfarbe hindeutet, wegzulassen. Letztendlich kann ich dann aber auch jedes beliebige Buch lesen, in dem es zwar Charaktere mit verschiedenen Hautfarben gibt, das aber keine weitere Rolle spielt. 😅


    Außerdem würde ich sagen, dass das Buch schon sehr USA-lastig ist. Viele Hinweise, wie zB den Wohnort von Twyla, habe ich gar nicht verstanden. Aus der Sicht der Autorin kann ich das nachvollziehen, ob ich damit aber die richtige Zielgruppe bin, weiß ich nicht.

  • Stichwort Latein. :mrgreen: Mein lateinischer Wortschatz beschränkt sich auf das Vokabular der Asterix und Obelix Hefte 8)

    Also durfte ich mir erst eine halbwegs vernünftige Seite fürs übersetzen suchen. Mittlerweile bin ich bei zweien gelandet. Zweifel ich die eine Übersetzung an, werde ich bei der anderen fündig und umgekehrt. Ein "Riesenspaß" gefühlt bei jeder Seite aus dem Lesefluss gerissen zu werden und Wörter nachzuschauen :evil:

    Ernsthaft, ich habe erst auf der letzten Seite des eBooks geschaut, ob es da ein Glossar gäbe. Aber Nein! Nichts! :cry:

    Das finde ich auch unmöglich und werde es definitiv in der Rezi erwähnen. Man kann doch nicht einfach voraussetzen, dass alle Leser*innen Latein beherrschen oder alternativ Lust haben, sich ständig mit google durchzuwursteln?!! :roll:


    Meine Familie fand meine Genervtheit tatsächlich auch noch amüsant. Böses Volk das ist. Dafür habe ich mich mit lateinischen Wörtern gerächt :lol:

    Sie waren bestimmt total beeindruckt. :lol:


    Soll ich dir um den Jahreswechsel herum einen "friendly reminder" schicken?

    Das wäre tatsächlich hilfreich :lol: :friends: :uups:

    Mache ich gerne, ist schon notiert. :friends:

    :study: Jutta Aurahs - Katzen :cat:

    :study: Han Kang - Griechischstunden

    :musik: Asako Yuzuki - Butter (Re-???)

    :musik: Satoshi Yagisawa - Die Tage in der Buchhandlung Morisaki

    :montag: Deb Olin Unferth - Happy Green Family (Reread)





  • mondy Danke für deine ausführlichen Kommentare zu "Rezitativ"; ich würde alles sofort unterschreiben. :thumleft:

    :study: Jutta Aurahs - Katzen :cat:

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  • Farast Ich habe den Eindruck, je weiter der Roman voranschreitet, desto öfter werden die lateinischen Bröckchen brav übersetzt. :lol:

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  • mondy Danke für deine ausführlichen Kommentare zu "Rezitativ"; ich würde alles sofort unterschreiben. :thumleft:

    :friends: Dennoch möchte ich von Toni Morrison unbedingt noch mehr lesen, sie war ja eine Ikone der afroamerikanischen Literatur.


    Insgesamt bin ich auch wieder sehr zufrieden mit der diesjährigen Challenge. 2x 4,5:bewertung1von5: kann sich sehen lassen und auch von der Menge her passt das für mich."Ich habe einen Namen" und "Drei starke Frauen" haben mich emotional stark gefordert, während mich "A Song of Wraiths and Ruin" nicht überzeugen konnte. "Rezitativ" war soweit in Ordnung.


    Ich möchte dieses Jahr unbedingt für die Weltreisechallenge noch eine*n afrikanische*n Autor*in lesen, der / die dort noch lebt. Mir ist nämlich aufgefallen, dass es relativ wenige (übersetzte) Autor*innen gibt, auf die das zutrifft. Dann würde ich hier auch kurz dazu schreiben.


    Für nächstes Jahr nehme ich mir vor, die Männer mehr in den Fokus zu nehmen. "Mr. Loverman" gibt es derzeit für 4,99€ als eBook, das ist schon auf meinem Reader gelandet. :wink:


    Ich freue mich sehr, dass diese Challenge dieses Jahr auch wieder von einigen wahrgenommen wurde und wir uns hier so schön austauschen konnten. :friends: Ich genieße das immer sehr ... bin jetzt aber auch reif für weniger emotional anstrengende Lektüre. :uups:

  • Welche kommen denn häufig vor?

    Da mein Gehirn sich ein wenig weigerte lateinische Begriffe zu merken und aus meinem Gedächtnis heraus in Deutsch: Schlafzimmer, Innenhof und ich meine "allerschönste" im Hinterkopf zu haben.



    Das finde ich auch unmöglich und werde es definitiv in der Rezi erwähnen.

    Eine freundliche Erwähnung wird sich in meiner Rezi auch wiederfinden :twisted: Ansonsten fand ich das Buch klasse. Kein Volltreffer mit 5 Sternchen, aber der Inhalt hat mich schon geflasht. Auch die Form und die Umsetzung ist so "typisch Evaristo" für mich. So bunt, so vielfältig und gleichzeitig hält man den Atem an, weil es so schrecklich ist.

    Es wäre so schön, wenn noch mehr von ihr kommen würde :love:


    Ich habe den Eindruck, je weiter der Roman voranschreitet, desto öfter werden die lateinischen Bröckchen brav übersetzt.

    Überraschenderweise ja :lol: Ich hätte mich aber auch ab einem gewissen Punkt geweigert nur noch ein Wort zu übersetzen, um meinen Lesefluss ja nicht zu stören :rambo:



    "Rezitativ" von Toni Morrison

    Ich finde es so interessant wie unterschiedlich diese Geschichte aufgenommen wird. Mir ging es ähnlich wie terry während des Lesens.

    Die Werbetrommel war schon arg geschwungen worden, da bin ich bei dir. Und auch beim USA lastig. Als ich das Nachwort von Zadie Smith gelesen habe, wurden mir auch einige Zusammenhänge erst klar, was ich so nicht wissen konnte. Trotzdem hatte die Erzählung was mit mir gemacht. Kam ich mir so klug vor für meine Wahl während des Lesens, bekam ich von Zadie am Schluss gesagt, dass ich damit eine typisch weiße Leserin war. :uups:


    Ich hätte gerne die Geschichte gelesen ohne das Vorwissen, dass man nicht weiß, wer welche Hautfarbe hat. So wird man ja quasi sofort in dieses Rätselraten gezwungen. Ich hätte die Erzählung gerne einfach gelesen und ich bin mir sicher, dass ich mir schnell eine Meinung dazu gebildet hätte, wer welche Hautfarbe hat, ohne zu merken, dass es diese Info gar nicht gibt. Dann am Ende bzw im Nachwort der Hinweis: Du kannst gar nicht wissen, wer welche Hautfarbe hat ... und BÄM ... ich hätte die Erzählung gleich noch einmal gelesen UND es wäre ein Denkprozess bei mir angestoßen worden.

    Das wäre natürlich richtig interessant geworden. Nur befürchte ich, dass so viele Informationen als Spoiler bis ich es gelesen hätte, allüberall durchgesickert wären, dass es dann das gleiche Ergebnis gewesen wäre.


    Dennoch möchte ich von Toni Morrison unbedingt noch mehr lesen, sie war ja eine Ikone der afroamerikanischen Literatur.

    Ich auch! Ich habe schon einen Essayband von ihr gelesen und bin schon sehr auf ihre Romane gespannt.


    ... bin jetzt aber auch reif für weniger emotional anstrengende Lektüre.

    Das hätte ich schreiben können :lol: Auch meine Rezensionsbücher waren noch emotional anstrengend und mein erster Griff war jetzt nach einem Pratchett. Einfach nur lustig und bitte nichts aufwühlendes im Moment. :geek:

    Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen.


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  • ... bin jetzt aber auch reif für weniger emotional anstrengende Lektüre.

    Das hätte ich schreiben können :lol: Auch meine Rezensionsbücher waren noch emotional anstrengend und mein erster Griff war jetzt nach einem Pratchett. Einfach nur lustig und bitte nichts aufwühlendes im Moment. :geek:

    Genau, ein Pratchett ist es bei mir auch geworden. :loool:

  • Schlafzimmer, Innenhof und ich meine "allerschönste" im Hinterkopf zu haben.

    Camera, atrium und pulch(e)rissima? :)

    Nicht ganz, Schlafzimmer war das cubiculum, aber ansonsten richtig. Du hattest also Latein, oder? :D

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  • Beim Schlafzimmer war ich mir tatsächlich nicht ganz sicher, ob's da noch was anderes gibt. "Camera" ist ja einfach nur "Zimmer" (oder auch "Kammer").


    Und ja, ich hatte 5 Jahre Latein und mochte es sogar gerne. Die Grammatik hat sich zwar mit Beendigung der 11. Klasse schlagartig verflüchtigt, aber der Wortschatz ist noch ganz brauchbar.

  • Magdalena Ich finde es schön, wenn man Latein Kenntnisse hat und gut, dass du sie dir bewahren konntest. Meine ganzen Kenntnisse in Französisch beispielsweise sind leider weg bzw. nur noch rudimentär vorhanden.

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  • Mir geht es so mit Spanisch, das hab ich in der Berufsschule zwei Jahre lang gemacht und kriege nur noch ein paar Bröckchen zusammen :(


    Aber schätzungsweise käme es auch wieder, wenn man sich damit beschäftigen würde.

  • Die Grammatik hat sich zwar mit Beendigung der 11. Klasse schlagartig verflüchtigt, aber der Wortschatz ist noch ganz brauchbar.

    Geht mir auch so; deshalb war ich bei diesem Buch mit meinem Latein nicht völlig am Ende. :lol: Aber okay den Leser*innen gegenüber finde ich das nicht.

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  • Ich find's auch schade, wenn man fremdsprachige Begriffe nicht wenigstens am Ende des Buches nachschlagen kann.

  • Bei Hörbüchern bin ich ja immer von der langsamen Sorte, weil ich selten viel Hörzeit am Stück habe. So konnte ich nun erst gestern mein zweites BHM-Hörbuch beenden, das ich einige Jahre zuvor bereits gelesen hatte. Es war wieder ein spannender, gruseliger Genuss und Sabina Godec hat es ganz hervorragend gelesen:

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  • Ich habe letzte Woche "Kleines Land" gelesen, das in Burundi zur Zeit des Bürgerkriegs im Nachbarland Ruanda spielt.

    Ein Coming of age - Roman, bei dem man die Hauptfigur Gabriel, Sohn einer Tutsi - Mutter und eines französischen Vaters mit seinen Freunden beim Heranwachsen begleitet. Teilweise hätte man sich vielleicht noch mehr Hintergründe und Informationen gewünscht, auch zu den einzelnen Figuren, aber alles in allem hat es mir gut gefallen und ich habe :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: vergeben.