Nora Roberts - Strömung des Lebens / Under Currents

  • Kurzmeinung

    Cocolina
    Es war einfach zu viel von allem: zu viele böse Menschen, zu viel Kitsch, zu leicht wurden schwierige Situationen gelöst
  • Kurzmeinung

    Zesa2501
    Starker Anfang, der Verlauf ist dann mit etwas zu viel Drama und schwächt dadurch ab. Lesenswert.

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  • Klappentext (Quelle: amazon):


    Von außen betrachtet ist das Leben der Bigelows perfekt. Doch hinter den Kulissen tyrannisiert der Vater seine Familie. Als Sohn Zane sich schließlich zur Wehr setzt, kommt das jahrelange Martyrium ans Licht. Fast zwanzig Jahre später findet die junge Landschaftsgärtnerin Darby McCray in Lakeview ein neues Zuhause. Auch Zane kehrt als erfolgreicher Anwalt in seinen Heimatort zurück. Die beiden fühlen sich sofort zueinander hingezogen, doch ihre aufblühende Liebe wird von der Vergangenheit überschattet. Was damals geschehen ist, holt die beiden wieder ein und wird zur gefährlichen Bedrohung ...


    Meine Meinung:


    Das Buch war schwer in ein Genre einzuordnen. Es hat etwas von einem Liebesroman und auch von einem Thriller. Am meisten war es für mich jedoch eine Erzählung, weshalb ich es in dieser Rubrik eingeordnet habe.

    Insgesamt bin ich ziemlich enttäuscht. Ich kenne nur sehr wenige Bücher von Nora Roberts, habe sie aber bisher immer als einen Garanten für gute Unterhaltung wahrgenommen. Leider wurde ich mit diesem Buch eines Besseren belehrt.


    Der Anfang der Geschichte ist wirklich klasse: es beginnt mit einem Rückblick auf die Kindheit von Zane Bigelow, dem Hauptprotagonisten des Buchs. Er und seine Schwester wachsen in einer gewalttätigen Familie auf. Der Schreibstil ist fesselnd, es ist spannend ab Seite 1. Ein richtiger Pageturner. Schon die ersten Sätze haben mich gepackt und ich wollte unbedingt wissen, wie es mit den Kindern weitergeht.


    Doch dann kommt der Rest des Buchs: wir befinden uns nun in der Gegenwart und begleiten Zane, der mittlerweile den Namen Bigelow abgelegt hat, bei seiner Rückkehr in die Stadt seiner Kindheit. Die Landschaftsarchitektin Darby McCray kommt ebenfalls neu in die Stadt, auch sie hat schreckliches erlebt. Ab hier ist für lange Zeit alles sehr ruhig und gemächlich. In diesem Teil des Buchs wird der Leser sehr viel über die Flora und Fauna dieses Teils von Amerika sowie über die optimale Bepflanzung und Verschönerung von Vorgärten lernen. Wow, das war wirklich nicht sehr spannend.


    Jedenfalls lernen Darby und Zane sich kennen und verstehen sich gut. Doch nicht jeder gönnt ihnen ihr Glück. Und alles was jetzt passiert, ist einfach zu viel von allem: zu viel Kitsch, zu viel Missgunst, zu viele böse Menschen auf einmal, zu viel Gewalt, zu viele leichte und schnelle Lösungen für schwerwiegende Probleme, ach ja, und habe ich schon erwähnt, wie schnulzig das alles ist..?


    Kurz gesagt: der Anfang war wirklich super und ich finde es toll, dass die Autorin sich eines so schwierigen Themas angenommen hat. Eventuell hätte sie sich jedoch auf ein Kernthema beschränken sollen - sie hat jedoch versucht, das Thema Gewalt in vielerlei Ausprägung einzubringen. Außerdem waren auffällig viele Menschen in Zanes und Darbys Umgebung von denselben Problemen betroffen wie sie selbst. Also noch ein Punkt, an dem etwas einfach "zu viel" war.

    Der Rest des Buchs war meiner Meinung nach nicht besonders gut. Neben zu viel Geschwafel über Blumen und Landschaftsarchitektur (ein weiteres "zu viel") treffen die „guten“ Protagonisten für ein spannendes Buch einfach auf zu wenige Widerstände. Die Story an sich ist nicht langweilig, es passiert sehr viel - doch das immer wiederkehrende Muster wie Dinge gelöst werden beginnt sehr schnell zu langweilen. Ob das alles im realen Leben so schnell und einfach ablaufen würde, wage ich zu bezweifeln. Probleme, selbst die schwierigsten, werden im Nu gelöst, man muss bloß – wie Zane und Darby – reich und beruflich erfolgreich sein und natürlich einen Polizisten in der Familie haben.


    Ich würde das Buch nicht weiterempfehlen und vergebe :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:. Ein Buch mit viel Potenzial, das leider nicht genutzt wurde.

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