Elias Hirschl - Salonfähig

  • Buchdetails

    Titel: Salonfähig


    Verlag: Paul Zsolnay Verlag

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 256

    ISBN: 9783552072480

    Termin: Neuerscheinung August 2021

  • Bewertung

    4 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

  • Inhaltsangabe zu "Salonfähig"

    Was, wenn man sich ein perfektes Leben wie eine zweite Haut überziehen könnte? Willkommen bei Austrian Psycho Stundenlang übt er vor dem Spiegel seinen Gang, sein Lächeln, seine Art zu sprechen. Julius Varga, der Parteichef, ist das ganz große Idol des namenlosen Erzählers. „Ich gebe mich für dich auf, Julius. Ich liebe dich.“ In seiner Abwesenheit gießt er seine Zimmerpflanzen, als ob dies ein Staatsakt wäre. Auf einer unteren Ebene dient der Erzähler der Partei und eifert seinem Vorbild nach. Er ist besessen von Marken und Äußerlichkeiten und der Ästhetik von Terroranschlägen. Elias Hirschls neuer Roman ist ein großer Wurf und ein Vergnügen. Das wahnwitzige Porträt der Generation Slim Fit: jung, schön, intelligent, reich, oberflächlich und brandgefährlich.
    Weiterlesen
  • Bestellen

  • Aktion

Anzeige

  • Der Ich-Erzähler, dessen Namen der Autor nicht verrät, ist ein fanatischer Fan des frisch gewählten österreichischen Bundeskanzler Julius Varga. Er liebt alles an ihm, er verehrt ihn bis zur Selbstaufgabe, er verwandelt sich schlussendlich ihn in. Er verkörpert eine Horrorgestalt.

    Ich bin zutiefst menschlich und wirke auch nach außen hin so.

    Diese Wandlung eines unbedeutenden, kleinen Mitglieds der Partei Mitte Österreich in einen besessenen Anhänger, der sich für sein Idol aufgibt, steuert in dieser gruselhaften, virtuosen Inszenierung auf einen fulminanten Showdown zu.


    Meine persönliche Leseeindrücke

    Ich gebe zu, dass ich nicht sicher bin, das Buch richtig verstanden zu haben. Bis kurz vor dem Ende dachte ich noch, ich hätte alles im Überblick, aber dann kommt es zum Gran Finale. Ich verstehe buchstäblich mit offenem Mund da und weiß nicht, ob ich das überhaupt begreifen will.

    Der Ich-Erzähler entpuppt sich peu à peu als Horrorgestalt. Er verinnerlicht die Figur seines Idols so sehr, bis von ihm selbst nichts mehr übrig ist. Als eine sensible, verletze Seele, als ein Produkt seiner Erziehung, seiner Umwelt, er ist ein Ergebnis seiner authentischen Lebensgeschichte und ein tragisches Symbol für eine verlorene Generation.

    Sie schreit, ich sei ein gefühlloses Monster, eine leere Hülle ohne Emotionen, ohne einen einzigen Funken menschlicher Wärme in meinem Blich, und ich sage, ich könne gerne an meinem Blick arbeiten, ich könne gerne über, sie auf eine wärmere Weise anzuschauen, denn das sei mir diese Beziehung allemal wert.

    Auffallend am Schreibstil des jungen Autors sind die sehr langen Sätze, die sehr gut konstruiert sind, sodass sie weder stören noch den Lesefluss unangenehm beeinflussen. Zudem darf ich eintauchen in die junge deutsche Sprache und bin froh, dass ich mit all den Anglizismen und IT- Begriffen noch gut klarkomme.


    Fazit

    „Salonfähig“ von Elias Hirschl ist, wie es die österreichische Zeitschrift Profil zusammenfasst, ein giftiger Roman voller skurriler Szenen. Hier bieten Realität und Fiktion dem Leser ein bitterböses Spiel um die Erzählfigur, die dem Wahnsinn verfällt.

  • Maesli Bitte denk dran, immer die ISBN mit einzutragen. Nur so wird die Buchinfo mit deiner Rezension verlinkt. Ich hab sie jetzt in deinem Beitrag nachgetragen. :wink:

    viele Grüße vom Squirrel


    :study: Fang Fang - Weiches Begräbnis

    :study: Charles Dickens - Little Dorrit MLR


Anzeige