Andrea Paluch, Annabelle von Sperber - Die besten Weltuntergänge

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  • Klappentext/Verlagstext
    Die Welt, wie wir sie kennen, wird untergehen. Sie ist schon dabei. Und was kommt dann? Dieses Buch entwirft in knappen Texten und auf spektakulären Bildtafeln ganz verschiedene Szenarien für unsere Zukunft. Werden wir nur in Raumschiffen überleben können? Kommt eine große Dürre oder doch eher eine Flut? Könnte es vielleicht auch schön werden, zum Beispiel ohne Kriege und Grenzen? Wie wäre das Leben ohne Autos oder mit freien Tieren? In zwölf kühnen Visionen beschreibt Andrea Paluch die möglichen Unter- und Weitergänge unserer jetzigen Welt, immer mit Blick auf den konkreten Alltag einer Familie. Die leuchtenden, großformatigen Bilder, die Annabelle von Sperber dazu geschaffen hat, sind bedrückend und berückend und lösen eine Flut von weiteren Fantasien aus.


    Die Autorin
    Andrea Paluch, Jahrgang 1970, studierte Literaturwissenschaft und schreibt Bücher für Kinder und Erwachsene. Sie hofft auf eine grüne Zukunft, kann sich aber auch düsterere Szenarien vorstellen. „Die besten Weltuntergänge“ ist ihr erstes Buch bei Klett Kinderbuch. Andrea Paluch lebt in Flensburg und Berlin.


    Die Illustratorin
    Annabelle von Sperber, Jahrgang 1973, ist Diplom-Designerin und studierte Buchkunst an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Seit Jahren illustriert sie Kinderbücher für verschiedene Verlage. International machte sie sich mit ihren Kunst- und Architektur-Wimmelbüchern einen Namen. Außerdem lehrt sie an der Akademie für Illustration und Design Berlin und an der Akademie Faber Castell. Annabelle von Sperber lebt in Berlin und im Schwarzwald.


    Inhalt
    Andrea Paluch und Annabelle von Sperber zeigen in 12 utopischen Szenarien, welche Probleme unsere Gesellschaft in naher Zukunft nicht gelöst haben wird. Ob wir unter Glaskuppeln, in Raumschiffen oder mit persönlicher Sauerstoffhaube leben werden, ist letztlich nebensächlich. Zu finden sind völlig neue Lebensformen, die bezahlbare Wohnungen, genügend Anbaufläche für Lebensmittel, funktionierende öffentliche Verkehrsmittel und zuallererst die Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben ermöglichen.


    Irritierend finde ich bereits die Familie der Zukunft mit körperlich fitten Mitgliedern aus Vater, Mutter, einer (!) Großmutter und 3 Kindern. In der Gegenwart hätten Lena, Sophie und Louis 4 Großeltern und einen oder mehrere Urgroßelternteile. (Nur 8% aller Familien mit Kindern unter 18 hatten 2019 drei und mehr Kinder.) Mit 3 Kindern in einem Ballungsgebiet eine Wohnung zu finden, ist bereits eine utopische Vorstellung. Oma Christa würde ihren Mann und ihre eigenen betagten Eltern versorgen müssen. Bis auf zwei ältere Menschen, die winzig und verschämt ihren Rollator am Bildrand schieben, habe ich keine Figur entdeckt, die körperlich eingeschränkt ist und deren Teilhabe am Alltag Zukunftsmodelle bitte mitdenken sollten – über das Allheilmittel Lastenfahrrad hinaus. In Deutschland sind in der Gegenwart 1,5 Millionen Menschen auf einen Rollstuhl angewiesen. Selbst wenn in der Zukunft angeborene Behinderungen ausgerottet wären, blieben noch immer jene, die durch Krankheit oder Unfall neu erworben werden. Die Autorinnen sprechen zwar Wassermangel in Wüstengegenden, steigende Meeresspiegel, die Zerstörung der Ozonschicht und zu hohen Fleischkonsum als Ursachen ihrer teils dystopischen Szenarien an, zeigen jedoch insgesamt nur eine Freizeitgesellschaft junger, gesunder Menschen, die weder Behinderte, ältere Berufstätige noch andere Senioren mitdenkt. Vielleicht ist das letzte Bild, auf dem die Menschen ausgestorben sind und die Natur sich die Städte zurückerobert hat, doch das realistischste von allen.


    Fazit
    Das Buch richtet sich an Kinder ab 8 Jahre mit einem Textanteil von ¼ einer Doppelseite. Die unrealistische Familienkonstellation der Figuren und die fehlende Teilhabe großer Bevölkerungsgruppen in den Szenarien gefällt mir weder für Kinder noch für Jugendliche.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    :study: -- Leopold - Ein Jahr im Sand County

    :study: -- French - Faceful Place

    :musik: --

    "The three most important documents a free society gives are a birth certificate, a passport, and a library card.!" E. L. Doctorow

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Andrea Paluch/Annabelle von Sperber“ zu „Andrea Paluch/Annabelle von Sperber - Die besten Weltuntergänge“ geändert.
  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Andrea Paluch/Annabelle von Sperber - Die besten Weltuntergänge“ zu „Andrea Paluch, Annabelle von Sperber - Die besten Weltuntergänge“ geändert.

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