Maxim Leo - Der Held von Bahnhof Friedrichstraße

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  • Michael Hartung ist ein Held wider Willen. Eigentlich ist er ein Mann der immer wenn er auf der Erfolgsspur ist, von der Zukunft überholt wird. Jetzt hat er einen kleinen Videoladen und lebt mehr schlecht als recht davon. Eines Tages steht der Journalist Landmann vor ihm und nennt ihn einen Helden. Er hat alte Berichte ausgegraben in dem von einer Massenflucht aus der DDR geschrieben wird, mit Hartung als Helden. Der streitet erst alles ab, es sei nicht so gewesen, wird aber von der Überzeugung des Journalisten und dem vielen Geld korrumpiert, auch einmal jemand zu sein zu dem aufgeschaut wird, eben ein Held sein. Alle Welt will den Helden erleben, dreißig Jahre nach der Wende braucht es etwas Neues zum Feiern. Ein neues Gesicht, ein Ostdeutsches mit Bedeutung.

    Der Autor beschreibt die Umstände so detailliert, das man das Gefühl hat in der besagten Nacht dabei gewesen zu sein. Dann wieder erzählt er die Lebensumstände der Figuren ganz nebenbei. Die Aktionen des Journalisten bekommen einen noch anderen Touch. Es ist das Spiel mit den Erzählstilen das die Menschen lebendig macht. Niemand beklagt sich über sein Schicksal, es ist eben so, fertig. Aber Träumen ist erlaubt, von einem anderen Leben, von was wäre wenn. Dazu ein feiner Humor der sich vor allem zwischen den Zeilen zeigt, oder wenn man sich die Situation bildlich vorstellt.

    Diese Art ein Lachen einzustellen habe ich auch in anderen Büchern des Autors gefunden, es ist besonders, nicht laut sondern verschwörerisch, geheimnisvoll, ein Lächeln wie, wir beide verstehen und wissen mehr als die Protagonisten.

    Gleichzeitig fordert der Autor mich und andere Leser auf, seht über euren Tellerrand, geht auf den anderen zu, versucht mal es mit seinen Augen zu sehen, probiert mal seine/ihre Meinung aus. Sagt nicht, die aus dem Osten oder auch, die aus dem Westen. So verschieden sind wir nicht. Die im Osten sind ja nicht aus Papua Neuguinea wir sprechen eine Sprache haben über lange Zeit die gleiche Kultur gehabt. Wir sind ein Volk von Helden und solchen die es gern wären.

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