Tara Haigh - Die Klänge der Freiheit

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  • Deutschland 1943.

    Inge lässt sich gegen den Willen ihres Vaters als Rotkreuzschwester ausbilden. Sie will die weite Welt kennenlernen und glaubt ein bisschen Arbeit in einem Lazarett sei nicht so schlimm. Gegen ihrem Wunsch nach Afrika zu kommen, wird sie in Russland eingesetzt. Dort holt sie die grausame Wirklichkeit ein. Ein hoher Offizier bietet ihr an ihn nach Italien zu begleiten, er ist wie sie sehr kunstsinnig und ihr gegenüber sehr zuvorkommend, kann sie ihm vertrauen? Im Kloster Montecassino findet sie ihre Liebe.

    Das Buch hat einen Schreibstil als ob es an eine sehr junge Leserschaft gerichtet ist. Es gab keine Spannung, kaum Gespräche oder eine andere Art von Emotionen.

    Die Umschreibungen der bekannten Tatsachen ist dermaßen verharmlosend, dass es für mich verstörend war. Die meisten Figuren, außer dem Vater sind sehr naiv dargestellt. Für die jungen Frauen noch einigermaßen akzeptabel weil sie ja durch die ständige Beeinflussung von Medien, BDM, Schule und dem Umfeld nichts anderes mehr kennen. Diese Entschuldigung haben die anderen nicht. Denn wenn der Vater die Geschehnisse und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im richtigen Kontext sieht, dann kann das jeder andere in seinem Umfeld auch.

    Hinzu kommt das die Beschreibung des täglichen Lebens, Essen. Reisen, Kontakte, beschrieben werden als ob es keinen Krieg gibt ( Die Züge verkehren pünktlich, es gibt Fleisch, Briefe erreichen den Empfänger ) und alle Beteiligten, bis auf die nach Aussage des Regimes verbrecherischen Juden und Russen kein Leid ertragen müssen. Allmählich hätten doch alle merken müssen das all diese Aussagen in den Wochenschauen und sonst wie verbreitet, verbrecherischer Blödsinn sind. Auch das Happy End im wahrsten Sinn des Wortes war angesichts der allgemeinen Geschichtskenntnisse nur noch als albern zu bezeichnen.

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Tara Haig - Die Klänge der Freiheit“ zu „Tara Haigh - Die Klänge der Freiheit“ geändert.
  • Freiheit ist die große Losung, deren Klang durchjauchzt die Welt. (Anastasius Grün)

    1943 Nürnberg. Die 21-jährige Inge Gerner widersetzt sich ihrem Vater Gustav und macht eine Ausbildung zur Rotkreuzschwester in der Hoffnung, damit in Nordafrika eingesetzt zu werden und ihren Traum von der weiten Welt zu realisieren. Doch nach der gemeinsam mit Freundin Annemarie bestandenen Prüfung erhält sie den Einsatzbefehlt an die Ostfront ins russische Charkow. Dort wird Inge im Lazarett sofort mit sämtlichen Auswirkungen des Krieges konfrontiert. Als Anfängerin kommt sie an die Grenzen ihrer Belastbarkeit, denn es fehlt an allen Ecken und Enden an medizinischem Material. Ein Angebot von Oberstleutnant Heinrich Preuss, ihn bei einem Einsatz ins italienische Montecassino zu folgen, nimmt sie gern an, fürchtet sie sich doch vor der immer näher rückenden Roten Armee. In Italien lernt Inge Lorenzo kennen, der schon bald ihr Herz höher schlagen lässt…


    Tessa Hennig alias Tara Haigh hat mit „Die Klänge der Freiheit“ einen kurzweiligen historischen Roman vorgelegt, der dem Leser erst die hässliche Fratze des Zweiten Weltkrieges realitätsnah aufzeigt, um dann in eine Liebesschmonzette überzugehen, die jedes Klischee bedient und zum Teil recht unglaubwürdig ist. Der flüssige und gefühlsbetonte Erzählstil lässt den Leser ins vergangene Jahrhundert reisen, wo er eine junge und naive Inge kennenlernt, die von fernen Reisen träumt und sich als überzeugte Nationalsozialistin der Realität verweigert, dass die Welt mitten in einem blutigen Krieg steckt. Anstatt wie gewünscht in Nordafrika ihren ersten Einsatz als Krankenschwester zu haben, muss sie an der Ostfront unter widrigsten Bedingungen die schrecklichsten Verletzungen und das unbändige Leid der Versehrten miterleben. Das Leben ist kein Wunschkonzert und Inge muss ganz schnell der Realität ins Auge sehen, die sehr schmerzhaft und furchtbar ist. Ihre Bedenken, das Angebot von Preuss anzunehmen, lassen sie dann viel erwachsener erscheinen, doch die Angst um ihr Leben ist menschlich, dass sie es annimmt. Die Einsätze an der Front und in dem provisorischen Lazarett hat die Autorin sehr realitätsnah und glaubhaft dargestellt, so dass der Leser alles vor seinem inneren Auge mitverfolgen konnte. Die darauf folgende Zeit in Italien allerdings wirkt, als würde hier eine zweite Geschichte angehängt, die so nicht dazugehört. Zwei Männer buhlen um Inges Herz, der eine ein Nationalsozialist, der andere ein italienischer Widerstandskämpfer. Die Kriegsgeschichte muss eine Liebesgeschichte weichen. Zudem gibt es viele unrealistische Szenen, die der Handlung ihre Glaubwürdigkeit nehmen.


    Die Charaktere wurden mit menschlichen Ecken und Kanten ausgestattet und in Szene gesetzt. Allerdings fühlt sich der Leser eher als stiller Beobachter denn als Teil der Geschichte, so dass immer eine Distanz bleibt. Zu Beginn ist Inge eine naive, verträumte junge Frau, die den Krieg noch nicht richtig ernst nimmt. Während der Zeit an der Ostfront wandelt sie sich dann in eine verantwortungsbewusste, hilfsbereite und starke Frau, die oftmals mit sich hadert. Ihr Vater Gustav ist ein kluger Mann, der schon früh die Lügen der Nazis durchschaut hat und nur um das wohl seiner Tochter besorgt ist. Preuss ist Nationalsozialist, Kunstliebhaber, gebildet und mit durchaus menschlichen Zügen. Zusätzlich machen Protagonisten wie Erna, Annemarie, Irina, Lorenzo, Don Fontana die Handlung mit ihren Auftritten abwechslungsreich.


    „Die Klänge der Freiheit“ ist ein historischer Roman, der recht kurzweilig zu lesen ist. Während die Kriegsgeschichte sehr anschaulich und realitätsnah geschildert wird, hätte man auf die Liebesgeschichte gut verzichten können. Zudem wird nicht gerade viel Wert auf realistische Details gelegt, was den Wert der Geschichte leider mindert. Eine Geschichte, die nicht in Erinnerung bleiben wird. Das kann die Autorin wesentlich besser!


    :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    gelesene Bücher 2020: 432 / 169960 Seiten

  • Erlebnisse einer jungen DRK-Schwester im 2. Weltkrieg


    Nürnberg 1943 - die junge Rotkreuzkrankenschwester Inge Gerner hat ihre Ausbildung mit Bestnoten abgeschlossen und träumt von einem Einsatz in Afrika. Doch das Kriegsgeschehen braucht Schwestern an der Ostfront und so landen Inge und ihre Kameradinnen in einem Lazarett in Charkow. Das Grauen des Krieges wird zum Alltag und die Ernüchterung der jungen Schwestern ist groß, einige können mit dem schrecklichen Leid der Verletzten nicht umgehen, doch Inge wird zu einer geschätzte OP-Schwester und spendet Trost mit ihrem Geigenspiel. Als der leicht verletzte und in sie verliebte Oberstleutnant Heinrich Preuss ihr anbietet, sie mit nach Italien zu nehmen, steht Inge vor einem Gewissenskonflikt: „Soll sie einfach alle hier im Stich lassen?“


    Der Kriegsroman „Die Klänge der Freiheit“ von Autorin Tara Haugh, enthält eine sehr bewegende und tragische Geschichte über eine ambitionierte junge Frau, die mit ihrem Einsatz als Krankenschwester Gutes bewirken will. Allerdings steht das DRK in Kriegszeiten unter Kontrolle der deutschen Wehrmacht und ist deren Befehlen ausgesetzt. Inge ist aber eine starke Protagonistin und taktiert geschickt. Sie verdient sich großen Respekt mit ihrem selbstlosen Einsatz.

    Die Autorin versteht es gut, die damaligen Stimmungen, Zwiespälte und Meinungen darzustellen ohne zu werten. Jede der Seiten ist zu verstehen in Aktion und Reaktion, das ist wirklich toll gemacht! Auch das Kriegsgeschehen finde ich gut recherchiert, die Entwicklung in Italien fand ich besonders spannend, Bedeutung und Geschichte des Klosters Montecassino war sehr spannend aufbereitet und mir gar nicht bekannt. Das bekannte italienische Partisanen-Lied "Bella Ciao", der Sommerhit 2018, spielt im Buch auch eine kleine Rolle und prägt den Gedanken an Freiheit, so wie im Titel beschrieben.

    Mein Fazit:

    Bewegend, spannend und unterhaltsam, dieser Roman hat es wirklich in sich! Hat mir wirklich gut gefallen, empfehlenswert!

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :study:

  • Eine mutige Frau in den Wirrungen des Krieges in Russland und Italien


    Als ich zum ersten mal das Cover des Buches sah, war mir sofort klar, dass es sich um einen historischen Roman handeln würde. Da unschwer erkennbar eine Krankenschwester durch ein Mohnfeld wandert, war mir auch recht schnell klar, dass es um den zweiten Weltkrieg gehen müsste. Gleich angesprochen hat mich nach Lesen des Klappentexts, dass es unter anderem um die Rolle der DRK-Schwestern gehen würde und sich ein Großteil der Handlung in Italien, in Montecassino, zutragen würde. Da ich mich seit einiger Zeit gerne durch historische Romane weiterbilde, war das für mich ein großer Anreiz, das Buch zu lesen. Denn die Rolle Italiens im zweiten Weltkrieg war für mich bisher recht unbekannt.


    Tara Haigh hat viel zu den historischen Begebenheiten recherchiert. Und hat meiner Meinung nach ihren fiktiven Roman äußerst gelungen mit den historischen Fakten verwoben. Ich habe viel über die Rolle Italiens und die Bedeutung Montecassinos für die christliche Welt erfahren. Aber auch einiges über die Ostfront in Charkow. Die DRK-Schwestern wie auch anderes arbeitendes medizinisches Personal hat damals wirklich Übermenschliches leisten müssen und es wird einem durch den Roman immer wieder vor Augen geführt, welche schrecklichen Dinge ein Krieg verursacht.


    Sehr gut gefallen haben mir die Hauptcharaktere, die sich im Laufe der Handlung stark weiterentwickelt haben. So hat die Hauptfigur Inge ihre anfänglich naiven naziregimetreuen Gedanken und Werte schnell abgelegt und eine erwachsene Sicht auf die Dinge bekommen. Durch ihre Intelligenz und ihren Mut gelingt es ihr glücklicherweise, das beste aus der Situation zu machen und auch Gutes zu tun, obwohl sie dabei gegen Regeln und Gesetze verstößt. Für meinen Geschmack waren manche Nebencharaktere an manchen Stellen etwas unausgereift oder kamen etwas wenig in Gesprächen vor, obwohl dies der Logik geschuldet, oft sinnvoll gewesen wäre. Allerdings tut dies der Handlung keinen Abbruch. Denn die Geschichte ist spannend, hat einige unerwartete Wendungen (was ich persönlich sehr mag, denn vorhersehbar vor sich hinplätschernde Geschichten habe ich schon genug gelesen), die Liebe kommt auch nicht zu kurz und es gibt auch kleinere Intrigen.


    Ein gelungener Roman über ein für mich weitestgehend unbekanntes historisches Thema. Gut erzählt mit guten Charakteren, Spannung, Liebe und gelungenen Überraschungen.

  • Neues Lieblingsbuch!


    Das Buch hat mich wirklich umgehauen und ich werde es in mein Buchregal neben meine Favoriten stellen.


    Ich bin zwar keine Expertin in Geschichte, doch die Erzählungen wirken sehr realitätsnah und sind in dieser Form oder ähnlich vermutlich wirklich passiert.


    Die Autorin hat die richtige Balance zwischen Kriegsrealität und (Liebes-)glück gefunden.

    Und der süßen Romanze der beiden jungen Menschen kann vermutlich kaum einer widerstehen.


    Das Buch hat mich so in seinen Bann gezogen, dass ich es kaum noch aus der Hand legen konnte.


    Eine absolute Empfehlung an alle, die sich für Geschichten interessieren, die im zweiten Weltkrieg spielen und persönliche Schicksale aufgreifen. Denn genau diese machen uns ja heute bewusst, dass die vielen Toten nicht nur Zahlen sind, sondern auch das Leben aller (auch Zivilisten) nachhaltig verändert oder auch zerstört wurde.

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