Fannie Kruse - Mit Herz und Hosenträgern

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    Amüsanter Roman, Ende des 19. Jahrhunderts



    Einen Beruf erlernen, die Röcke gegen Hosen eintauschen oder auch nur allein ins Theater gehen? All das ist Ende des 19. Jahrhunderts für ein Fräulein aus gutem Hause undenkbar. Ihr größter Wunsch, die Universität zu besuchen, wird wohl für immer ein Traum bleiben. Doch auch Antonias Cousin Felix ist alles andere als glücklich mit der Gesamtsituation: Obwohl er lieber die Kunstakademie besuchen und Maler werden würde, will ihn seine Mutter dazu zwingen, Jura zu studieren. In ihrer Verzweiflung schmieden Antonia und Felix einen so wahnwitzigen wie genialen Plan: Antonia soll, ausgerüstet mit einer Perücke, Felix’ abgelegtem Schüleranzug und aufgemaltem Milchbart, an der Stelle ihres Cousins die Vorlesungen besuchen und in die Studentenverbindung Concordia eintreten, damit dieser sich an der Kunstakademie einschreiben kann. Alles würde laufen wie am Schnürchen, wäre da nicht der arrogante Nikolaus Fabricius, den Antonias Tante Mathilde als Mentor und Aufpasser für Felix engagiert hat – denn ausgerechnet ihn hält sie für einen äußerst vielversprechenden Heiratskandidaten für ihre widerspenstige Nichte.



    „Mit Herz und Hosenträgern“ ist das erste Buch von Fannie Kruse. Das Cover und der Klappentext sind für mich definitiv ein Grund neugierig zu werden.


    Wir lernen direkt zu Beginn Antonia kennen, wie sie wirklich ist. Sie ist mutig, frech und hat ihren eigenen Kopf. Die letzten Jahre war sie mit ihrem Vater in Ägypten, hat ihn auf Ausgrabungen begleitet und hat alles andere als typisch Dame gelebt. Nun soll sie sich wieder in das klassische Rollenbild einfügen.


    Der Plan ihres Cousins Felix und ihr, die Rollen zu wechseln, scheint zunächst aufzugehen. Sie kann studieren und knüpft dazu noch Freundschaften. Es hat richtig Spaß gemacht, Antonia dabei zu begleiten und auch den Spagat mitzuverfolgen, wenn sie zuhause wieder in die erwartete Rolle schlüpfen musste.


    Ihre Sticheleien mit Nikolaus Fabricius waren noch zusätzlich sehr amüsant.


    Aber, als wäre das nicht schon aufregend genug, ist bei ihrem Vater noch ein Forschungskollege zu Gast, für den Antonia schon lange schwärmt und der auch ein Auge auf sie geworfen hat. So ganz läuft es aber nicht wie gewünscht.


    Auch wenn einige Dinge vorhersehbar waren und mich nicht überraschen konnten, fand ich die Geschichte trotzdem klasse. Sympathische Figuren, amüsante Szenen und eine Story, die mir einfach ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnte.


    Ich hatte meine Freude und empfehle das Buch gerne weiter!

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