Joseph Roth - Zipper und sein Vater

  • Buchdetails

    Titel: Zipper und sein Vater


    Verlag: KiWi-Taschenbuch

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 112

    ISBN: 9783462017939

    Termin: Januar 1956

  • Bewertung

    4.3 von 5 Sternen bei 3 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Zipper und sein Vater"

    In seinem Bericht teilt der Ich-Erzähler Episoden aus dem Leben der beiden Zippers mit. Zwar machte der alte Zipper im Leben alles falsch, doch hat er die Tage des Erzählers ausgefüllt, viel mehr noch – ist dem Vaterlosen manchmal Vater gewesen. Der Erzähler und sein Schulfreund Arnold Zipper sind als Heimkehrer aus dem Krieg gleichgültig geworden.Der Ich-Erzähler Joseph Roth kehrt in sein Wien zurück, will den alten Zipper aufsuchen und kommt pünktlich zu dessen Begräbnis. Frau Zipper, am Grabe, weint nicht. Alle ihre Tränen hat sie längst vergossen, denkt der Erzähler ...
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  • Autor: Joseph Roth
    Titel: Zipper und sein Vater, erschien erstmals 1928
    Seiten: 112 Seiten, unterteilt in 21 Kapitel und einem Brief
    Verlag: Kiepenheuer & Witsch
    ISBN: 9783462017939


    Der Autor:
    Joseph Roth, 1894 in Brody (Ost-Galizien) geboren, entstammt einem bürgerlichen Elternhaus galizischer Juden, studierte Literaturwissenschaften in Wien und Lemberg und nahm am Ersten Weltkrieg als Soldat teil. Ab 1918 arbeitete er als Journalist in Wien, dann Berlin, 1923-1932 war er Korrespondent der renommierten Frankfurter Zeitung. Am 30. Jan 1933, dem Tag von Hitlers Machtergreifung, verliess Roth Deutschland und emigrierte nach Paris. Dort starb er im Mai 1939 im Alter von nur 45 Jahren.
    In seinen beiden wohl bekanntesten Werken "Radetzkymarsch" und "Kapuzinergruft" schildert Roth den Untergang der österreichischen k.u.k. Monarchie als Sinnbild für eine verloren gegangene Heimat.


    Inhalt: (Klappentext)
    In seinem Bericht teilt der Ich-Erzähler Episoden aus dem Leben der beiden Zipper mit. Zwar machte der alte Zipper im Leben alles falsch, doch hat er die Tage des Erzählers ausgefüllt, viel mehr noch – ist dem Vaterlosen manchmal Vater gewesen. Der Erzähler und sein Schulfreund Arnold Zipper sind als Heimkehrer aus dem Krieg gleichgültig geworden. Der Ich-Erzähler Joseph Roth kehrt in sein Wien zurück, will den alten Zipper aufsuchen und kommt pünktlich zu dessen Begräbnis. Frau Zipper, am Grabe, weint nicht. Alle ihre Tränen hat sie längst vergossen, denkt der Erzähler ...


    Meinung:
    Der Ich-Erzähler Joseph Roth berichtet von seinem Jugendfreund Arnold, von dessen Familie, der Zeit im Krieg und die in Arnold und dessen Bruder Cäsar gesteckten Hoffnungen. Der alte Zipper, ein Lebemann, der jeden kennt und Gefälligkeiten einholt, aber beruflich eher nicht ambitioniert ist, stellt hohe Erwartungen an seine beiden Söhne. In kurzen Kapiteln mit diversen Zeitsprüngen wird insbesondere Arnolds Entwicklung beschrieben: die gemeinsame Kindheit, Militär, Berufsausbildung, Liebe und Heirat, usw – bis sich Joseph und Arnold aus den Augen verlieren.


    Es sind etwas wehmütige Erinnerungen an Kindheit und Jugend, und an gemeinsame Erlebnisse. Wichtiger als Anekdoten zum gemeinsamen Lebenslauf gefielen mir allerdings die Beschreibungen der wichtigsten Personen: Der Vater Zipper wird mit all seinen Fehlern stets verzeihend und mit einer gewissen Bewunderung beschrieben. Die Familie gerät immer mehr in eine finanzielle Schieflage, der Krieg verläuft nicht wie geplant und die Kinder entwickeln sich schon mal ganz anders als erhofft – Vater Zipper verzagt nicht, dreht sich die Welt wie es ihm gefällt. Arnold Zippers Frau Erna hingegen wird so selbstverliebt geschildert, dass es schon bösartig ist (bspw als Arnold seine Freundin erstmals in die Gesellschaft der Literaten einführt). Jedenfalls begeisterten mich Formulierungen, mit denen einzelne Situationen mit diesen Beiden beschrieben wurden, deutlich mehr, als dass ich grösseres Interesse an Arnolds Schicksal gehabt hätte. Die Hauptfigur (?) blieb mir ebenso wie Arnolds Mutter in der Novelle ziemlich blass.


    Empfehlenswert ist das Büchlein dennoch, denn neben den erwähnten Formulierungen hinterlässt die Erzählung auch eine nachdenkliche, melancholische Stimmung, vor allem auch durch den abschliessenden Brief an den Jugendfreund, den er aus den Augen verloren hat. Die Geschichte hätte für mich gerne etwas länger sein können, vielleicht auch weniger abgehackt / episodenhaft und das Ende war auch sehr plötzlich, aber nun ja, der kurze Text hat mich prima unterhalten, auch wenn es nicht Roths bestes Werk ist.

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