Jens Söring - Rückkehr ins Leben. Mein erstes Jahr in Freiheit nach 33 Jahren Haft

  • Buchdetails

    Titel: Rückkehr ins Leben: Mein erstes Jahr in ...


    Verlag: C. Bertelsmann Verlag

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 304

    ISBN: 9783570104347

    Termin: Neuerscheinung September 2021

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  • Inhaltsangabe zu "Rückkehr ins Leben: Mein erstes Jahr in ..."

    Jens Söring über seinen Kampf zurück ins Leben – nach 33 Jahren in US-Haft Drei Jahrzehnte saß Jens Söring unter härtesten Bedingungen in US-Haft, verurteilt für den Mord an den Eltern seiner Freundin. Bis heute gibt es Zweifel an seiner Schuld. Er war 19, als er ins Gefängnis kam, fast sein gesamtes erwachsenes Leben hat er hinter Gittern verbracht. Was er dort erlebt und überlebt hat, prägt Jens Söring für immer. Nachdem er am 17. Dezember 2019 auf Bewährung freigelassen wird, kehrt er im Alter von 53 Jahren nach Deutschland zurück. Eindringlich schildert Söring in seinem Buch sein erstes Jahr in Freiheit, in dem er alltägliche und für uns selbstverständliche Erfahrungen zum ersten Mal macht, aber auch immer wieder von seinen Erinnerungen ans Gefängnis eingeholt wird. Wie schafft es ein Mensch, all das zu verarbeiten? Die aufwühlende Geschichte eines Mannes, der mit seiner Vergangenheit leben und sich eine Zukunft aufbauen muss.
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  • Unschuldig hinter Gittern - Gott sei Dank für die meisten Menschen unvorstellbar und Albtraum zugleich. Der Autor des vorliegenden Buches, Jens Söring, hat es erlebt und pocht bis zum heutigen Tag auf seine Unschuld. 33 Jahre verbrachte er in verschiedenen US-Gefängnissen, bevor sein 15. Antrag auf Begnadigung erfolgreich war und er durch den Senator des US-Bundesstaates Virginia auf Bewährung freigelassen und umgehend nach Deutschland abgeschoben wurde. Seine Erlebnisse in Haft und der Weg in ein für ihn neues Leben schildert er in seinem Werk.

    24 gut lesbare Kapitel umfasst das Werk von Jens Söring. Gleich zu Beginn schildert er, wie unfassbar es für ihn ist, dass er nun wirklich frei ist, das Leben so gestalten kann, wie er es möchte und für richtig hält. Nach seiner Rückkehr gewährte ihm eine Gastfamilie freundschaftliche Aufnahme in einer Wohnung in Hamburg. Sein Denken, seine Empfindungen und die teilweise Rückkehr in ein vollkommen normales Leben beschreibt er immer wieder als großes Glück. Ein Glück, auf das er fast nicht mehr zu hoffen gewagt hatte - nach 33 Jahren Inhaftierung und 14 gescheiterten Anträgen auf Begnadigung.
    In seinen Schilderungen lernt der Leser das Justizsystem der USA, insbesondere des Bundesstaates Virginia kennen - aber sicher nicht schätzen. Seine Weggefährten vor, während und nach seiner Haftzeit spielen in den Betrachtungen des Jens Söring eine zentrale Rolle. Auch über den Fall, der zu seiner Inhaftierung in den Vereinigten Staaten führte, weiht er den Leser ein und schildert die Abläufe aus seiner Sicht.
    Ein langer Weg zurück in die Normalität und Jens Söring wird Zeit brauchen, seine Erfahrungen zu verarbeiten.

    Zweifelsfrei ein brillant geschriebenes Buch, das der Autor vorlegt. Ein ungewöhnliches Thema ist es zudem: 33 Jahre unschuldig hinter Gittern. So zumindest sieht es der Autor selbst. Die Schilderungen des Doppelmordes an den Eltern seiner früheren Freundin Elizabeth Haysom kreisen um die eigentliche Tat. Ein mehrfaches falsches Schuldeingeständnis um seine Freundin Elizabeth zu schützen, führen schlußendlich zur Verhaftung der Beiden, zunächst in Großbritannien. Die Auslieferung an die Vereinigten Staaten von Amerika führen zum Prozess und zur Verurteilung wegen Doppelmordes. Ich bin geneigt den Schilderungen des Autoren zu folgen; zu viele Unklarheiten über die wahre Täterschaft bleiben ungeklärt. Die Wertung seines eigenen "Fehlverhaltens" (mehrfaches falsches Tatgeständnis), mit dem er sich selbst als Täter abstempelt, fällt mir schwer. Einerseits macht ein 19-jähriger nun einmal Fehler - dennoch bleiben Fragezeichen, die sich im Buch für mich nicht auflösen: warum die gemeinsame Flucht und, wenn man den Schilderungen glauben darf, eine Reihe von urlaubsähnlichen Aufenthalten, bevor die Falle in Großbritannien zuschnappt.
    Wie auch immer: Söring büßt für seine Fehler. Und seine Schilderungen aus den Strafanstalten der USA haben mich immer wieder sprachlos gemacht. Eines der demokratischen Vorzeigeländer leistet sich ganz offensichtlich ein Justizsystem, das (nach unseren Maßstäben) ganz offensichtlich verbesserungswürdig und -bedürftig erscheint.
    Auf jeden Fall eine ungewöhnliche Story, die inhaltlich berührt.

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