Ursula Poznanski - Shelter

Anzeige

  • Wie und vor allem warum es dazu gekommen ist, wissen sie kaum noch. Wie es so ausarten konnte, ist ihnen unbegreiflich.


    Nach einer Party kommt Benny und seiner Clique die Idee im Internet eine Verschwörungstheorie zu veröffentlichen. Je skurriler, desto besser. Also setzen sie die Theorie in Umlauf, dass Außerirdische sich unter die Bevölkerung mischen, indem sie Menschen als „Shelter“, also als eine Art Unterschlupf, nutzen. Sie verbreiten ein paar Post auf Social Media und sprayen ein paar OC-Zeichen an verschiedene Orte. Tatsächlich springen Menschen auf ihre Idee an. Plötzlich verselbständigt sich das Ganze. Die Anhänger der Verschwörungstheorie werden immer mehr, immer aggressiver und plötzlich gibt sich jemand anderes als Initiator aus. Benny und seine Freunde haben die Kontrolle komplett verloren und als Benny versucht den Wahnsinn zu stoppen, bekommt er den Hass und die Gewaltbereitschaft der Shelter zu spüren, denn ihr Glaube an die Alieninvasion ist mittlerweile fest verankert.


    Ich freue mich jeden Herbst auf das neue Jugendbuch von Ursula Poznanski. Diese Bücher sind immer spannend und aktuell und so auch „Shelter“. Der auktoriale Erzähler bringt uns die Geschichte aus Bennys Sicht nahe. Der Roman hat mich beim Lesen ein bisschen an „Die Welle“ erinnert. Ein Experiment, dass sich verselbständigt und kaum noch aufzuhalten ist. Verschwörungstheorien gibt es mittlerweile zuhauf und egal wie abwegig der Grundgedanke ist, ein paar Anhänger finden sich immer. Das zeigt auch dieser fiktive Roman, der sich sehr realistisch anfühlt. Zuerst ist es ein Spaß, plötzlich kommt Leben in diese Alien-Theorie und auf einmal ist sie nicht mehr zu stoppen. Ich fand jeden Schritt nachvollziehbar und stimmig und war durchgängig gespannt, wie sich die Geschichte weiterentwickelt und wer sich hinter dem angeblichen Initiator verbirgt. Ein wahrer Lese-Sog ist entstanden.



    Mit der Aufklärung um die Identität des angeblichen Anführers hat Poznanski dem Roman eine ganz neue, unerwartete Wendung gegeben, aber auch diese war spannend und interessant. Ebenso gut hat die Autorin ihre Hauptfiguren ausgearbeitet und agieren lassen. Sie sind sehr unterschiedlich, aber jeder authentisch in seiner Art und Poznanski hat genau das richtige Maß getroffen an Charaktereigenschaften, Freizeitgestaltung, bisheriger Backround etc. Alle wurden dadurch zu stimmigen Figuren, alles war für die Geschichte relevant und nichts wurde überflüssigerweise aufgebläht.



    Fazit: Hier stimmt einfach alles. Eine spannende und aktuelle Grundidee, eine super gute Umsetzung, ein durchgehend hohes Spannungspotential, tolle Figuren und eine schlüssige und zufriedenstellende Aufklärung. Jetzt heißt es wieder bis zum nächsten Herbst warten und das Jahr über ihren neuen Jugendroman herbeisehnen.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

Anzeige