Tanja Weber - Betongold

  • Kurzmeinung

    Hypocritia
    sehr ruhiger Krimi, sprachlich ungewöhnlich - ich fand ihn atmosphärisch und storytechnisch gelungen
  • Kurzmeinung

    ginnykatze
    Leider ist dieses Buch kein Krimi!
  • Original Thread - Überschrift: Tanja Weber - Betongold (11.10.2021)


    Originaltitel: Tanja Weber - Betongold (2021)


    über die Autorin: Tanja Weber ihre Zeit zu gleichen Teilen in Berlin und München verbracht. Sie arbeitete als Theaterdramaturgin und war als Drehbuchautorin tätig, u.a. für Verliebt in Berlin und Türkisch für Anfänger. Ihr erster Roman Sommersaat (2011) wurde für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Sie lebt mit ihrer Familie im Umland von München.


    Klappentext: Der Schani war schon immer für das Unerwartete gut, und obwohl der Smokey gedacht hat, man könne ihn in diesem Leben nicht mehr überraschen, hat der Schani es geschafft, dort unten in der Baugrube. Dass der Smokey doch noch einmal staunt. Ausgerechnet Obergiesing, denkt er, dass sich der Schani ausgerechnet Obergiesing zum Sterben aussucht, das hätte er nicht gedacht. Vielmehr hat er auf Mallorca oder die Malediven oder wenigstens Ischgl getippt.


    Meine Meinung: Auch wenn ich absolut enttäuscht bin, fange ich meine Rezension vorne an beim Cover. Das Cover gefällt mir nämlich. Ein Mann blickt und geht auf eine Stadt zu und man ein wenig die Skyline dieser Stadt. Der Titel 'Betongold' ist zwaar weniger originell, aber passt zweifelsohne zum Buch. Wie ist das Thema und die Geschichte umgesetzt ist eine gute Frage bei einem Kriminalroman, bei einem Lokalkrimi, denn ich habe da nämlich die Eifel-Krimis als Vorbild und auch die Allgäu-Krimis vor Augen und das habe ich bei diesem Buch einfach nicht vorgefunden. Es wurde zwar der bairische Dialekt ins Buch gebracht, aber der hat mich mehr gestört, als erfreut, dann gab es Spitznamen, manchmal zwei für ein und dieselbe Person, dann wurde Land und Leute gar nicht so beschrieben, wie man es hätte machen können. Stattdessen hat man ein Hauptprotagonisten der an Morbus Bechterew leidet und das wird auch über 240 Seiten erwähnt. Insgesamt sind Kriminalkrimis mit dem Thema Bau, Immobilien und auch allgemein Wirtschaft eher schwierig. Der Schreibstil ist mehr als gewöhnungsbedürftig vor allem wenn man vorher nicht so mit dem bairischen Dialekt in Berührung gekommen ist und auch sonst sind Satzstellungen irgendwie anders als gewohnt. An sich sind die Figuren okay, aber ich hätte mehr erwartet, mehr Tiefe, mehr Charakter, weniger Wiederholungen von bekannten Merkmalen. Ich glaube, man hätte aus dem Buch ein tollen Lokalkrimi zaubern können, aber mich hat dieses Buch gar nicht überzeugt und bekommt auch keine Lese-Empfehlung von mir, da ist man in diesem Genre mit Klüpfel/Kobr oder Berndorf definitiv besser beraten.


    Fazit: :bewertungHalb:

  • Über Freundschaft von Smokey, Schani und Hias


    Buchmeinung zu Tanja Weber – Betongold


    „Betongold“ ist ein Kriminalroman von Tanja Weber, der 2021 im Hoffmann und Campe Verlag erschienen ist.


    Zum Autor:
    Tanja Weber, gebürtige Berlinerin, aber zur Schulzeit von den Eltern nach Bayern verschleppt. Abitur in Bayern, Studium der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft sowie Kunstwissenschaft wieder in Berlin. Tanja Weber hat als Theaterdramaturgin gearbeitet und war als Drehbuchautorin für zahlreiche TV-Produktionen tätig. Ihr erster Roman „Sommersaat“ erschien im Juli 2011 und wurde für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Im Frühjahr 2013 erschien mit „Oberland“ der zweite Teil der Reihe um den Postboten Johannes Stifter. Unter dem Pseudonym Marie Matisek schreibt Tanja Weber Unterhaltungsromane, als Judith Arendt Krimis.
    Mit ihrer Familie lebt Tanja Weber im Umland von München.


    Klappentext:
    Josef Frey, genannt Smokey, hat sein Leben als Mordermittler verbracht, doch seit fünf Jahren ist er raus. Morbus Bechterew, eine unheilbare Rückenkrankheit, zwingt ihn, den Blick auf den Boden zu richten, goldenen Münchener Boden. Mithilfe von Cannabis und endlosen Spaziergängen durch die Stadt will er seinen Schmerzen entkommen. Bis sein alter Freund Schani, der sich zuletzt als Immobilienhai einen unrühmlichen Namen gemacht hat, mit dem Gesicht nach unten in einer Baugrube liegt. Auf der Suche nach der Wahrheit über den Tod des Freundes muss Smokey weiter durch München laufen, denn er weiß: Die Antwort liegt irgendwo da draußen, in den Straßen seiner schönen und grausamen Stadt.


    Meine Meinung:
    Das Besondere an diesem Buch ist der lockere Erzählton der Geschichte. Smokey, Schani und Hias sind seit Kindertagen befreundet und nun liegt der Schani tot in einer Baugrube. Smokey, Polizist im Frührentnerdasein wegen seines Rückenleidens, will wissen, warum sein alter Freund sterben musste. Verdächtige gibt es genug, denn Schani war ein rücksichtsloser Immobilienhai, allerdings manchmal mit Herz. Die Geschichte wird aus der Sicht Smokeys erzählt und dreht sich vorwiegend um Beziehungen und das Leben über all die Jahre im Münchener Stadtteil Giesing. Es gibt viele Nebenhandlungen und der Kriminalfall wird zeitweilig zur Nebensache. Trotzdem hat mich die Geschichte um die drei Freunde lange Zeit gefesselt. Smokey ist eine durch und durch sympathische Erscheinung, der versucht hinter die Fassaden zu schauen. Viele kleine Episoden und der humorige Grundton sorgen für ein entspanntes Lesen. Im Gegensatz zum humorigen Grundton steht die eher traurige Tristesse des Lebens in Giesing, das durch viele Probleme und Schicksalsschläge geprägt ist. Gegen Ende widmet sich die Autorin den Immobilienhaien und ihrem Umfeld. Seltsamerweise fand ich diesen Abschnitt weniger interessant. Übrigens wird der Todesfall vollständig geklärt.


    Fazit:
    Das Buch ist eher ein Beziehungs- als ein Kriminalroman, der von der Erzählkunst der Autorin und der sympathischen Hauptfigur lebt, mich aber lange Zeit gefesselt und gut unterhalten hat. Gerne vergebe ich vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus für die Freunde von Romanen im Stil von Hakan Nesser.

    :study: James Lee Burke - Die Tote im Eisblock


    :musik: Hanna von Feilitzsch - Bittersüße Mandeln

  • „..zum Schluss hat der Tote selber Schuld“.


    Der Smokey, der Schani und der Moni sind Freunde schon seit Kindertagen. Der Smokey ist Mordermittler geworden, der Schani Immobilienhai und der Moni hat „das Eck“. Der Smokey hat wegen seines Bechterews nicht mehr arbeiten können. Raucht jetzt Cannabis und beim Laufen schaut er nur noch auf den Boden. Der Schani ist ein ganz Gewiefter und zieht so den Leuten das Geld aus der Tasche. Doch plötzlich liegt er tot, mit dem Gesicht nach unten, in seiner Baugrube. War es ein Unfall oder hat Jemand nachgeholfen? Sofort melden sich Smokeys Synapsen und so ermittelt er auf eigene Faust, um herauszufinden, was passiert ist.


    Leider ist die Ermittlung nicht so einfach und der Smokey tut was er kann. Er folgt jeder Spur und dann gibt es noch einen tödlichen Unfall. Ist das Zufall oder ist hier ein Mörder unterwegs?


    Fazit:


    Die Autorin Tanja Weber schreibt mit „Betongold“ einen Krimi, der zwar viel Lokalkolorit hat, aber leider wenig Spannung. Ihr Schreibstil wird geschmückt mit vielen bayerischen Worten, aber so gestelzt, dass er mich schon schnell nervt. So brauche ich für die 240 Seiten doppelt so lange wie üblich. Es gibt Längen und Wiederholungen. Gefühlt habe ich „den Russen“, so nennt der Smokey seinen Bechterew, auf jeder Seite ein- bis zweimal gelesen.


    Die Charaktere beschreibt sie sehr genau und sie haben auch alle ihre Ecken und Kanten. Wirklich überzeugen konnte mich keiner. Ich habe sie begleitet, aber nachdem das Buch ausgelesen war, habe ich die Namen auch schnell wieder vergessen.


    Spannung gab es leider keine. Das, was einen Krimi ausmacht, habe ich nicht vorgefunden und vermisst. Es reiht sich Satz an Satz, aus Vergangenheit und Gegenwart, aber wirklich erreicht hat mich die Story nicht. Es ist eine Freundschaftsgeschichte über Jahrzehnte, nicht mehr und nicht weniger. Klar es gibt zwei Tote, aber die Auflösung war dann auch so schnell erzählt, dass sie eigentlich nicht ins Gewicht fällt.


    Eine Leseempfehlung kann ich hier leider nicht vergeben, denn mich hat das Buch gelangweilt. Daher bekommt es von mir nur 2 Sterne, zu mehr hat es nicht gereicht. Aber lest selbst, vielleicht empfindet Ihr es anders, denn dies hier ist ganz allein meine Meinung.

    :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

    Antoine de Saint-Exupéry. Aus: Der kleine Prinz

  • Eigenwillig


    Josef Frey, jahrzehntelang Mordermittler in München, wird durch eine bösartige Krankheit frühzeitig in den Ruhestand gezwungen: Morbus Bechterew, eine Krankheit, die zu einer Verkrümmung der Wirbelsäule führt und den Betroffenen dazu zwingt, gebeugt und mit großen Schmerzen durchs Leben zu gehen.

    Um den Schmerzen zu entkommen, macht Frey endlose Spaziergänge durch München und raucht Cannabis, was ihm den Beinamen Smokey eingebracht hat.


    Als sein alter Freund Schanninger, der als Immobilienhai viel Geld verdient hat, tot in einer

    Baugrube gefunden wird, macht Frey sich auf die Suche nach der Wahrheit. Dabei

    stößt er auch auf Dinge, die er bisher über seinen Freund aus Jugendtagen nicht

    wusste. Dabei kommen immer wieder auch Erinnerungen an frühere Zeiten auf, als

    Frey, Schanninger und der Dritte im Bunde, Matthias Hinterkammer, noch recht

    unbeschwert in die Zukunft blickten, bevor alle drei völlig unterschiedliche Wege einschlugen.


    Auch wenn es um ein Verbrechen geht, das am Ende aufgeklärt wird, handelt es sich bei

    ,,Betongold“ nicht um einen Krimi im eigentlichen Sinne, sondern eher um eine

    etwas nachdenkliche, teils wehmütige, teils humorvolle Erzählung über Freundschaft und Feindschaft, Liebe und Enttäuschung, Glück und Unglück, Macht und Geld usw.


    Die vielen bayerische Wendungen und die umgangssprachliche Ausdrucksweise sind sehr gewöhnungsbedürftig und sicher nicht jedermanns Sache. Allerdings passt der Stil sehr gut zu den eigenwilligen Protagonisten und dem Schauplatz München.

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Gemütlicher Kriminal Roman


    Das Buch „Betongold“ von Tanja Weber ist ein Kriminalroman, in dem es um einen Mord am eine Immobilienspekulanten in München geht. Doch das ist nicht irgendwer, sondern der Schulfreund von Joseph Frey, der immer „Smokey“ genannt wird und ehemaliger Oberkommissar ist.

    Smokey ermittelt in dem Todesfall seines Freundes, obwohl er schon im Ruhestand ist. Doch sein Job hat Ihn nie richtig losgelassen, den die Toten aus seiner Laufbahn suchen Ihn in sein Träumen auf. Also ermittelt er im Mordfall und tauscht sich auch mit seinen alten Kollegen aus. Doch die ist keine rasante Ermittlung, sondern eher sehr ruhig und gelassen immerhin ist Smokey schon 70.

    Mir hat dieses Buch gut gefallen. Die Ermittlung verläuft ruhig und es werden auch Fragen des Lebens gestellt und erörtert und genau das macht für mich dieses Buch aus. Denn das Leben ist keine Achterbahnfahrt, sondern läuft meistens so vor sich hin.

    Der Schreibstil ist ruhig aber auch irgendwie spannend. Die bayrische Art, die mit einfließt, hört man beim Lesen im Kopf mitklingen. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und man fühlt sich mit Ihnen verbunden.

    Wer also keinen packenden Krimi braucht, sondern eher eine Roman ist hier richtig.