Antonia Michaelis - Die Wiederentdeckung des Glücks

  • Kurzmeinung

    Gudrun67
    hatte vorab komplett andere Erwartungen - insofern wurden diese nicht übertroffen, sondern ich wurde positiv überrascht

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  • Inhalt Zitat amazon.de:

    "Können wir Glück recyceln?
    Ebenso poetisch wie eindringlich erzählt Antonia Michaelisʼ Gesellschaftsroman von vier Menschen, deren Lebenswege sich auf Madagaskar immer wieder kreuzen, und die einander den Mut geben, Grenzen zu überschreiten und ihre Fesseln abzustreifen.
    Kleider, Flaschen, Schuhe – alles kann man recyceln. Warum nicht auch das Glück?
    Einst war Madagaskar ein Paradies, heute ist die Insel vor der Küste Afrikas fast komplett abgeholzt und bettelarm – und lebt vom Recycling. Vielleicht webt das Schicksal deshalb genau hier vier Lebenswege ineinander, um am Ende ihre Ketten zu sprengen?
    Da ist der Straßenjunge Biscuit, der sich einfach weigert, seine Träume aufzugeben. Da ist die junge Maribelle, die nie gelernt hat, Träume zu haben – bis sie die Kraft ihres Willens entdeckt. Und da sind Terje und seine Tochter Nora aus Deutschland, die gleich zwei Mal alles in Bewegung setzen werden.

    Antonia Michaelis hat selbst einige Zeit auf Madagaskar gelebt. Mit »Die Wiederentdeckung des Glücks« hat die preisgekrönte Autorin einen lebensklugen, tief bewegenden Gesellschaftsroman über Empowerment geschrieben, der noch lange im Gedächtnis bleibt.







    Beim Cover erkennt man schon, dass auf wichtige Details geachtet wurde. Dies zieht sich durchs komplette Buch und hat mich von Anfang bis Ende fasziniert.

    Oft verschwimmen in diesem Roman Illusion und Wirklichkeit. Und das in zweierlei Hinsicht, denn zum einen wird die Realität mit Hintergrundinfos dargestellt und zum anderen wird die Fiktion noch dadurch ausgeschmückt. So kann man als Leser*in die grenzenlose Fantasie erleben und wird zum Innehalten und Reflektieren eingeladen. Deshalb hat mich alles auch komplett vereinnahmt und die Nachwirkung dieses Buches ist enorm. Da steckt einfach so viel Tiefsinn und Liebe zum Detail darin, dass ich meine Begeisterung nur schwer in Worte fassen kann. Ich versuche es einfach ansatzweise.

    Die Darstellungen der Charaktere wie auch der Szenen wirken auf mich einzigartig kraftvoll und dennoch filigran. Ja, das scheint jetzt widersprüchlich, aber, beim Lesen wird klar, was ich damit meine.

    Die umfassenden Details machen sprachlos und gehen zu Herzen, weil die Aussagekraft überwältigt.

    Die Veränderungen und Entwicklungen jeder einzelnen Person und die Zusammenhänge, die Madagaskar betreffen, sind nachvollziehbar, greifbar und drastisch erläutert.


    Mein Fazit: hatte vorab komplett andere Erwartungen - insofern wurden diese nicht übertroffen, sondern ich wurde positiv überrascht


  • Auf Madagaskar wird alles recycelt, Schuhe, Fahrräder, Plastik, Radios und vielleicht auch das Glück menschlicher Beziehungen.

    In diesem Buch geht es vordergründig um vier Menschen. Terje der mittlerweile das dritte Mal auf der Insel ist und die Figur eines intellektuellen Weltreisenden verkörpert. Biscuit erst ein armer Straßenjunge dann die sportliche Hoffnung eines ganzen Landes, Maribelle die Träume hat aber nicht weiß wie sie sie verwirklichen soll und Nora die nicht mehr weiß was richtig und was falsch ist.

    Es gibt noch andere wie immer, aber in Erinnerung und im Herzen bleiben diese vier.

    Das Buch ist schwierig zu beschreiben., wenn etwas recycelt wird dann entsteht etwas Neues, etwas Anderes, wieviel bleibt vom Ursprünglichen erhalten.

    Madagaskar ist bitterarm, früher mal eine französische Kolonie. Durch den Raubbau an der Natur ist nichts mehr von der Schönheit geblieben. Trotzdem scheinen die Menschen immer noch fröhlich zu sein. Als ob ihnen ihr Schicksal nichts anhaben kann. So klingt zu mindestens dieser Roman, die Autorin hat einige Zeit dort gelebt, sie muss es wissen. Für mich klingt es wie ein Märchen. Nicht immer zu verstehen oder nach zu vollziehen.

    Aber das muss es auch nicht, man kann sich fallen lassen in diese Poesie und träumen. Von Bougainvillea Blüten, blaues warmes Wasser und Rikscha fahren.

    Der Schreibstil der Autorin ist wie auch in ihren anderen Büchern eine Mischung aus Realität, klare Beschreibungen der Gegebenheiten und Märchen es wird irgendwann, irgendwie alles gut. Vielleicht etwas zu viel des Guten.

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