Kristin Hannah - Die vier Winde / The Four Winds

  • Kurzmeinung

    FrankWe
    Eine anrührende Familien-Saga - doch ein bisschen dick aufgetragen
  • Kurzmeinung

    easymarkt3
    Informationen über die Dust Bowl und die Erfahrungen der Flüchtlinge in Kalifornien um 1934 meisterhaft erzählt.
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  • Großartig!



    Das Cover ist schlicht gehalten. Auf schwarzem Hintergrund sind Ähren zu sehen. Es geht um das schwere Leben der Farmer und daher ist das Cover treffend. Die Gestaltung ist hochwertig.


    Kristin Hannah nimmt den Leser mit auf den herausfordernden Lebensweg von Elsa. Feinfühlig beschreibt sie Elsa. Neben Elsa spielen ihre Schwiegereltern, ihr Mann und ihre Kinder eine große Rolle. All diese Figuren zeichnet Hannah absolut authentisch nach und man kann sie sich gut vorstellen, wie sie damals wirklich gelebt haben könnten. Überhaupt schafft sie es, sehr bildhaft zu schreiben, so dass sich beim Lesen die Bilder zeigen, als würde man sich einen Film ansehen. Der Schreibstil ist fesselnd und man möchte das Buch am liebsten nicht aus der Hand legen.


    Das Buch ist sehr interessant, weil es die schwierigen 30er - Jahre des 20. Jahrhunderts in den USA darstellen. Die Protagonistin muss sich vielen Herausforderungen stellen und ist ein Roman, der Mut macht, auch in scheinbar verzweifelten Situationen nicht den Mut zu verlieren.


    Absolut lesenswert und durchaus auch auf die heutige Situation hinsichtlich der Klimaveränderungen übertragbar.

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • WoKan

    Hat den Titel des Themas von „Die vier Winde“ zu „Die vier Winde von Kristin Hannah“ geändert.
  • WoKan Ich habe in deinem Beitrag jetzt die ISBN nachgetragen sowie die Titelzeile korrigiert. Außerdem habe ich hier eine Inhaltsangabe eingestellt, damit die Leser deines Beitrags überhaupt wissen, über welche Art von Geschichte du schreibst. Bitte denk beim nächsten Mal daran, dies alles ist v.a. bei einer Erstrezension wichtig.


    Zitat von Amazon

    Texas, 1934: Seit der Weltwirtschaftskrise sind Hunderttausende arbeitslos, und in den Ebenen der Prärie herrscht Dürre – zu viel wurde gerodet, nach Missernten droht das Land von Sandstürmen davongetragen zu werden. In dieser unsicheren, gefahrvollen Zeit muss Elsa Martinelli eine schwere Entscheidung treffen: Soll sie um das Land kämpfen, das sie liebt und das die Heimat ihrer Familie ist? Oder soll sie mit ihren Kindern wie so viele andere nach Westen ziehen? Irgendwann bleibt Elsa keine Wahl mehr, doch die Flucht nach Kalifornien birgt neue Gefahren in sich. Aber auch die Hoffnung auf ein neues Leben – und eine neue Liebe ...

    Und hier noch das Original :wink:

  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Die vier Winde von Kristin Hannah“ zu „Kristin Hannah - Die vier Winde / The Four Winds“ geändert.
  • "Die Hoffnung hilft uns leben." (Johann Wolfgang von Goethe)

    1934 Texas. Die 24-jährige Elsinore Wolcott, genannt Elsa, ist in einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie aufgewachsen, doch wurde sie als Familienmitglied nie wertgeschätzt, im Gegenteil, tagtäglich sah sie sich den Beleidigungen und Beschimpfungen ihrer Eltern ausgesetzt und zu allem Übel wurde ihr suggeriert, dass sie kränklich sei. All dies führt dazu, dass sie kaum das Haus verlässt, sich in Bücherromanzen flüchtet und sich schon dem Schicksal als alte Jungfer ausgeliefert sieht. Doch dann trifft sie am Abend vor ihrem Geburtstag auf den 18-jährigen Italiener Raffaelo „Raf“ Martinello und mit ihm die Liebe. Schnell wird Elsa schwanger und muss erleben, wie ihre eigenen Eltern sie verstoßen und an ihre Schwiegereltern nach Texas abschieben. Elsa muss sich erst einmal zurechtfinden, scheut keine harte Arbeit und lebt sich schließlich in ihrer neuen Umgebung ein, die ihr endlich mit Zuneigung und Liebe begegnet, Gefühle, die sie bisher kaum erleben durfte. Doch Jahre voller Sandstürme und Dürreperioden bescheren ein hartes Leben, so dass Raf der Familie den Rücken kehrt. Auch Elsa entschließt sich irgendwann, mit ihren beiden Kindern Loreda und Anthony nach Kalifornien zu flüchten, die Naturkatastrophen und das Elend hinter sich zu lassen…


    Kristin Hannah hat mit „Die vier Winde“ einen eindrucksvollen, tiefgründigen historischen Roman vorgelegt, der den Leser durch eine wahre Achterbahn der Gefühle jagt. Der flüssige, teilweise schon poetisch anmutende, bildgewaltige und gefühlvolle Erzählstil lässt den Leser gedanklich ins letzte Jahrhundert reisen, um während des Zeitrahmens von 1921 bis 1936 das Schicksal von Elsa genau kennenzulernen. Schon die Behandlung, die Elsa durch ihre eigenen Eltern erfährt, grenzt an Misshandlung und lässt den Leser großes Mitgefühl für die junge Frau empfinden. Es ist unbegreiflich, wie abwertend und gefühlskalt Vater wie Mutter mit Elsa umspringen, ihr sämtliche Makel suggerieren und sie dadurch praktisch ans Haus fesseln für ihre in Hintergedanken geformten eigenen Zwecke. Elsas Ausbruch aus diesem Gefängnis war längst überfällig, auch wenn sie sich an den falschen Mann hängt, der sie schon bald fallen lässt. Doch dessen Familie nimmt sie auf, dort kann sie sich beweisen und erfährt zum ersten Mal, was es heißt, geliebt zu werden. Die gewaltige Natur allerdings sorgt dafür, dass sie jahrelang ums nackte Überleben kämpfen. Auf Dauer war diese Qual für viele Menschen nicht mehr durchzuhalten, die sich nach Normalität sehnten und sich gerade deshalb nach Kalifornien flüchteten. Aber auch dort sind sie vom Regen in die Traufe gekommen, wurden ausgebeutet oder fanden überhaupt kein Auskommen. Hannah beschreibt all dies sehr düster, doch gleichzeitig auch so atmosphärisch und bildhaft, dass man als Leser zum Teil der Geschichte wird und praktisch als Elsas Schatten fungiert.


    Die Charaktere sind sehr detailliert gezeichnet und in Szene gesetzt, sie wirken glaubwürdig und authentisch. Der Leser folgt ihnen gern und nimmt regen Anteil an ihrem Schicksal. Zu Beginn ist Elsa eine zurückhaltende und schüchterne Frau, die sich kaum aus dem Haus traut. Doch im Verlauf der Geschichte wird sie mutig, gewinnt immer mehr an Stärke und Selbstbewusstsein und kämpft wie eine Löwin für ihre Familie. Ihre eigenen Eltern sind an Lieblosigkeit fast nicht zu überbieten. Raf ist ein Traumtänzer und wenig verlässlich. Loreda ist eine kleine Rebellin, was vor allem ihre Mutter Elsa zu spüren bekommt.


    „Die vier Winde“ ist ein tiefgründiges Buch gespickt mit amerikanischer Historie, Familiengeschichten und –dramen sowie Protagonisten, die einem ans Herz wachsen. Ein Roman mit sehr aktuellen Themen, über harte Zeiten, neue Chancen und die Hoffnung, dass sich alles doch noch zum Guten wendet. Sehr empfehlenswert.


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    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    gelesene Bücher 2020: 432 / 169960 Seiten

  • Der Roman läßt den Leser teilhaben am Leben von Elsa und ihrer Familie zwischen den Jahren 1925 und 1940 in Amerika.


    Elsa hatte mit 14 Jahren rheumatisches Fieber und wird seither von den Eltern klein gehalten. Angeblich sind nur ihre Schwestern hübsch und sie darf am Leben nicht teilhaben. Einmal gelingt es ihr jedoch auszubrechen, sie lernt einen jungen Mann kennen und als Folge ihrer heimlichen Treffen wird sie nach kurzer Zeit schwanger, die Eltern verstoßen sie und geben sie bei Raffaello Martinellis Familie ab. Hier beginnt nun ein absolut anderer Teil ihres Lebens. Sie wird nach anfänglichen Schwierigkeiten in den Haushalt integriert und bekommt insgesamt zwei Kinder. Ein großes Problem stellt in Texas die große Trockenheit dar, damit verbunden die ausbleibenden Erträge der Felder und es folgt eine große Armut. Stattdessen häufen sich die Staubstürme. Letzter Ausweg ist für viele Bewohner der Zug in den Westen, Richtung Kalifornien wo alles viel besser sein soll. Und eines Tages verschwindet auch Raffello und läßt seine Lieben zurück. Nach einem Krankenhausaufenthalt von Sohn Anthony wird klar, daß er in dieser Dust Bowl mit seiner Staublunge nie mehr gesund werden kann. Als die Schwiegereltern beim Abschied zugeben müssen, daß sie zurückbleiben werden, ist das ein herber Schlag für Elsa. Aber für ihren Sohn und sein Leben macht sie sich alleine mit ihm und Loreda auf den Weg gen Westen und begibt sich auf eine wahrhaft abenteuerliche und beschwerliche Reise. Nur dort müssen sie bald bemerken, daß sie nicht mir offenen Armen empfangen werden, sondern als Okies ausgegrenzt und gedemütigt werden. Sie müssen ihr Zelt auf einem provisorischen Camp aufschlagen und am Existenzminimum leben. Arbeit bekommt Elsa nur für ein paar Cent und es reicht nicht zum Überleben. Alle Träume zerfallen, aber den Schwiegereltern verschweigt sie das Elend, sondern schwärmt in den Briefen von dem neuen Leben. Elsa setzt sich auch hier durch, erlebt durchaus positive Momente der Freundschaft und lernt den Kommunisten Jack Valden kennen. Mit ihm entdeckt sie wieder die Liebe. Er animiert sie, sich und ihre Kameraden gegen den Teufelskreis der Plantagenbesitzer für eine gerechte Bezahlung zu erheben. Und hier endet mein Bericht, denn den Roman muß man einfach selbst lesen.



    Ich kannte die Autorin schon durch verschiedene andere Romane, die mich begeistert hatten. Ihre Bücher sind keine Reihen bzw. Serien, sind nicht nach Schema F geschrieben, sondern stehen für sich alleine. Das schätze ich sehr und vor allem die Erzählkunst der Autorin. Im vorliegenden Buch hat sie Elsa in den Mittelpunkt gestellt. Ein zuerst lieblos aufgewachsenes, unterdrücktes junges Mädchen, das sich zu einer zielstrebigen und mutigen Frau entwickelt. Das Thema erinnerte mich an John Steinbeck „Früchte des Zorns“, auch da spielt das Leben der Okies eine große Rolle. Gerade dieses Leben und der Kampf wird sehr bildhaft erzählt und man kann es sich als Leser sehr gut vorstellen. Die Autorin hat einen emotionalen, berührenden Roman abgeliefert, der einen mitreißt, teilhaben läßt am Leben und vor allem mitfühlen läßt.


    Für mich ein Highlight und ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter!

  • Kristin Hannah`s neuster Roman „Die vier Winde“ ist an Intensität kaum zu übertreffen und hat mich mit einem bildgewaltigen und feinfühligen Schreibstil absolut überzeugt.

    Ich habe Elsa und ihre Kinder nicht nur begleitet, ich habe regelrecht mit ihnen gelebt. Habe all ihre Höhen und Tiefen mitgefühlt und das auf jeder einzelnen Seite.
    In diesem Roman widmet sich die Autorin der verheerende Dürre in der Prärie der USA in den Jahren 1934 -1938. In dieser Zeit lebt Elsa mit ihren Kindern in Oklahoma, dem am schwersten betroffenen Gebiet. Sandstürme, Hunger und die Angst zu sterben zwingen viele Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen und ihr Glück im "goldenen" Kalifornien zu suchen.

    Hauptsächlich ist diese Geschichte sehr bedrückend, denn das Leben von Elsa ist nicht einfach und die Last, die sie auf ihren Schultern trägt, hat mich zutiefst berührt. Sie ist einfach eine so tolle Protagonistin, die nie ganz die Hoffnung und Zuversicht auf eine bessere Zukunft verliert. Ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte ist einfach bewundernswert. Wie sie immer wieder für ihre Kinder kämpft, sich von den Ungerechtigkeiten nicht einschüchtern lässt und immer wieder aufsteht.


    "Die vier Winde" ist ein mitreißender Roman über den Weg einer starken und mutigen Frau vor historischem Hintergrund. Eindrucksvoll und schonungslos beschreibt die Autorin den Kampf ums Überleben. Von Menschen, die durch eine Naturkatastrophe alles verloren haben und in einem Land ankommen, in dem sie nicht willkommen sind.
    Ein Roman, der noch lange in mir nachklingen wird und für den ich eine große Empfehlung ausspreche.

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    SuB Anfang 2022/aktuell: 842/837
    gelesene Bücher 2022: 4

    :study:


    Hier kommt ihr zu meinem Bookstagram Account . :D Schaut gerne vorbei. :love:

  • Informationen über die Dust Bowl und die Erfahrungen der Flüchtlinge in Kalifornien um 1934 meisterhaft erzählt.


    Elsa Martinelli liebt ihre eingeheiratete italienische Familie, ihre zwei Kinder und die Farm in Texas, die vor jahrelanger Dürre und Sandstürmen niemanden mehr ernährt. Sie erlebt, dass erst die Angst einen mutig werden lässt und zieht wie viele andere mit den Kindern nach Westen in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Sie erfährt. dass das, was bleibt, wenn alles andere verloren geht, die Liebe ist. Liebe in schlechten Zeiten wird zur Rettung. Die vergangenen Jahre sind schließlich eine Zeit, in der alles verloren geht: Arbeit. Das Zuhause. Genug zu essen zu haben.


    Mit allen vier Winden werden sie hergetrieben – Menschen, die aus allen Teilen des Landes am westlichen Rand Amerikas gelandet sind. Nun müssen sie stark sein und für das, was ihnen an Lohn zusteht, kämpfen – dafür, dass der amerikanische Traum wieder Wirklichkeit wird.


    Sei mutig – das ist der Wahlspruch von Elsa. Hoffnung ist ihre Währung, die sie stets bei sich trägt in Form eines amerikanischen Pennys. Beharrlichkeit und Mut. Selbstvertrauen. Das sind die Wörter, die jene Generation kennzeichnen.

  • Texas, 1934: Elsa Martinelli hatte nie ein leichtes Leben. Obwohl sie aus gutem Hause stammt, erfährt sie in der Familie nur Herabsetzung. Sie heiratet dann einen Mann und lebt mit ihm und seinen Eltern auf einem Hof. Es ist ein hartes Leben, das die Familie hier fristet. Die Böden geben nicht viel her und Dürre und Sandstürme machen alles noch schlimmer. Das was sie ernten reicht kaum zum Überleben. Nachdem ihr Mann sie verlässt, muss Elsa eine schwere Entscheidung treffen. Soll sie mit ihren Kindern – wie so viele andere – die Gegend verlassen und im Westen neu anzufangen. Es wird eine gefahrvolle Flucht nach Kalifornien, die aber mit vielen Hoffnungen verbunden ist.


    Kristin Hannah begeistert mich immer wieder mit ihren Romanen und das ist ihr auch Mit „Die vier Winde“ gelungen. Ihr Schreibstil ist einfach unvergleichlich. Sie schildert die Verhältnisse zur Zeit der Weltwirtschaftskrise sehr gut, als die Arbeitslosigkeit ungeheuer hoch ist. Aber auch das harte Leben der Bauern und die schwierige Stellung der Frauen beschreibt sie sehr authentisch.


    Es ist eine schwere Zeit und die Menschen wissen kaum, wie sie überleben sollen. Ihnen bleibt im Grunde genommen keine Wahl. Sie machen sich auf den Weg Richtung Westen. Dieser Weg ist gefährlich, ganz besonders für allein reisende Frauen wie Elsa. Auch damals schon will niemand die Flüchtenden unterstützen und bei sich haben. Häufig wird ihre Not ausgenutzt


    Elsa ist eine starke Frau, die den Kampf aufnehmen muss, wenn sie sich und ihre Kinder durchbringen will. Dabei macht es ihr die pubertierende Tochter auch nicht leicht. Ich habe mitgehofft und mitgelitten


    Kristin Hannah erzählt diese berührende Geschichte mit sehr viel Einfühlungsvermögen. Für mich war es ein absolutes Lesehighlight.

  • Eine amerikanische Familien-Saga auf dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise und der großen Dürreperiode in den 30-iger Jahren des letzten Jahrhunderts.


    Die Protagonistin ist eine aus der eigenen Familie verstoßene Frau, die sich durch ein schweres Schicksal kämpft: Da ist die Not-Heirat mit dem Vater ihres Kindes, das beschwerliche Leben auf der Farm der Schwiegereltern und eine Tochter, die mit noch so viel Liebe und Mühe nicht zufriedenzustellen ist.

    Dann kommt die Not - in Gestalt von jahrlangen Trockenheit, zerstörerischen Sandstürmen und dauerhaften Ernteausfall. Als dann der Ehemann und Vater das Handtuch wirft, bleibt irgendwann nur noch die Hoffnung auf ein besseres Leben im verheißenen Land, in Kalifornien.

    Man ahnt es schon: Der Traum geht nicht in Erfüllung; auch hier geht es ums nackte Überleben unter unsäglichen Bedingungen.


    Der Autorin liegt es ganz offensichtlich am Herzen, einen intensiven Eindruck von den bedrückenden Lebensverhältnissen der Farmern im mittleren Westen und der Wanderarbeiter auf den Plantagen in Kalifornien zu vermitteln. Parallel dazu entwirft sie die Biografie einer Frau, die es von Kindheit an gewohnt war, sich in ihr Schicksal zu fügen und klaglos Aufgaben und Pflichten erwartungsgemäß zu erfüllen. Auch unter ungünstigen Bedingungen saugt sie jede Spur von Zuwendung und Liebe auf. Erst die extremen und letztlich lebensbedrohlichen Erfahrungen mit der Ausbeutung durch Großgrundbesitzer und das Vorbild ihrer selbstbewussten Tochter machen aus der angepassten Frau eine Kämpferin. So wird dieses Buch auch zu einem Entwicklungsroman.


    Not ist Not, und Überlebenskampf ist Überlebenskampf - da gibt es nicht viel zu differenzieren. Trotzdem haftet diesem Roman etwas Klischeehaftes an: Zu böse scheint die Welt, zu eigensinnig die Tochter, zu edel und grenzenlos belastbar scheint die Mutter, zu plötzlich und vor allem zu radikal kommt der Wandel. Möglicherweise ist das der Preis der extremen Personalisierung, durch die Zeitgeschichte in die Biografie von ein paar wenigen Figuren gepresst - und vor allem - emotionalisiert wird.

    Bei mir hat das zunehmend Distanzierung ausgelöst - es war letztlich von allem eine deutliche Spur zu viel!


    Ohne Zweifel gelingt es HANNAH, ein informatives und anrührendes Panorama dieser Zeit auszubreiten. Wenn einem eine sehr starke Zuspitzung auf das Thema "Gut gegen Böse" nicht stört und man sich damit arrangiert, dass Roman-Figuren eben - aus dramaturgischen Gründen - immer im Zentrum des Geschehens stehen, dann kann hier durchaus ein lohnendes Leseerlebnis warten. Eine gewisse Empfindlichkeit gegenüber klischeehaften Überzeichnungen sollte eher zur Zurückhaltung mahnen.

    Zum Verständnis der - heute noch spürbare - Grundmentalität vieler Amerikaner (im Sinne von Eigenverantwortung und Staatsferne) leistet dieser Roman aus der Kernregion des Farmer-Lebens ganz sicher einen Beitrag.


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