Ulrike Schweikert - Novembersturm

  • Buchdetails

    Titel: Berlin Friedrichstraße: Novembersturm


    Band 1 der

    Verlag: Rowohlt Taschenbuch

    Bindung: Broschiert

    Seitenzahl: 512

    ISBN: 9783499000089

    Termin: Neuerscheinung September 2021

  • Bewertung

    4.3 von 5 Sternen bei 14 Bewertungen

    85,7% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Berlin Friedrichstraße: Novembersturm"

    Der Bahnhof Friedrichstraße. Ein Jahrhundertbauwerk. Stolzes Herz einer Stadt auf dem Sprung zur modernen Weltstadt. Als der junge Architekt Robert 1920 den Auftrag bekommt, am Neubau des Bahnhofs und der Planung der ersten U-Bahn-Linie Berlins mitzuarbeiten, ist er überglücklich. Endlich kann er seiner großen Liebe Luise einen Heiratsantrag machen. Doch ihr Glück ist nicht ungetrübt. Seit dem Großen Krieg ist Roberts bester Freund Johannes, mit dem er gemeinsam an der Front kämpfte, verschollen. Johannes war Luises erste Liebe. Als sie glaubte, er sei tot, fand sie Trost bei Robert. Ausgerechnet am Tag ihrer Hochzeit taucht Johannes wieder auf, kriegsversehrt und ohne Hoffnung, Luise eine Zukunft bieten zu können …
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  • Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)
    Der Bahnhof Friedrichstraße. Ein Jahrhundertbauwerk. Stolzes Herz einer Stadt auf dem Sprung zur modernen Weltstadt. Als der junge Architekt Robert 1920 den Auftrag bekommt, am Neubau des Bahnhofs und der Planung der ersten U-Bahn-Linie Berlins mitzuarbeiten, ist er überglücklich. Endlich kann er seiner großen Liebe Luise einen Heiratsantrag machen. Doch ihr Glück ist nicht ungetrübt. Seit dem Großen Krieg ist Roberts bester Freund Johannes, mit dem er gemeinsam an der Front kämpfte, verschollen. Johannes war Luises erste Liebe. Als sie glaubte, er sei tot, fand sie Trost bei Robert. Ausgerechnet am Tag ihrer Hochzeit taucht Johannes wieder auf, kriegsversehrt und ohne Hoffnung, Luise eine Zukunft bieten zu können …


    Autorin (Quelle: Verlagsseite)
    Ulrike Schweikert arbeitete nach einer Banklehre als Wertpapierhändlerin, studierte Geologie und Journalismus. Seit ihrem Romandebüt «Die Tochter des Salzsieders» ist sie eine der bekanntesten deutschen Autorinnen historischer Romane. Beide Bände ihrer Erfolgsreihe «Die Charité» standen in den Top 10 der Bestsellerliste und verkauften sich insgesamt über 200.000-mal. Zuletzt begeisterte die Verfilmung ihrer Jugendbuchserie «Die Erben der Nacht» zahlreiche Zuschauer.


    Allgemeines
    Erster Band der zweiteiligen Friedrichstraßensaga
    Erschienen am 14.09. 2021 bei Rowohlt als TB mit 512 Seiten
    Gliederung: Prolog (1882) – 28 Kapitel – Epilog – Bibliographie der verwendeten Literatur, Magazine und Filme – Nachwort zu Dichtung und Wahrheit – Danksagung
    Erzählung in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven
    Handlungsort und -zeit: Berlin, 1920 bis 1933 (mit Rückblenden auf frühere Jahre)


    Inhalt
    Robert Wagenbach, Johannes Rosenstein und Luise Richter wachsen gemeinsam in Berlin auf, zwischen Johannes und Luise entwickelt sich im Laufe der Jahre eine Jugendliebe. Dann kommt der Erste Weltkrieg, beide Männer werden eingezogen, doch nur Robert kehrt zurück, während Johannes als vermisst gilt. Als Robert, inzwischen Architekt, den lukrativen Auftrag bekommt, an der Modernisierung des Bahnhofs Friedrichstraße mitzuarbeiten, macht er Luise, in die er schon lange verliebt ist, einen Heiratsantrag. Sie nimmt den Antrag an, doch die Ehe verläuft nicht rundum harmonisch. Dies liegt zum einen an Roberts Kriegstrauma, das sein Eheleben dauerhaft überschattet; seine Weigerung, psychologische Hilfe zu suchen, verstärkt die häuslichen Konflikte. Zum anderen leidet die Ehe gelegentlich unter den unterschiedlichen Lebensentwürfen von Robert und Luise. Robert ist konservativ eingestellt und nimmt daran Anstoß, dass Luise ihre Arbeit als Sekretärin bei der Berliner Sittenpolizei nicht aufgeben möchte. Er befürwortet auch nicht Luises Freundschaft mit Ilse, der Schwester von Johannes. Ilse ist überaus emanzipiert, sie kümmert sich wenig um „Schicklichkeit“ und zeigt Luise das Berliner Nachtleben, aufgrund von Ilses sexueller Orientierung verkehren die Frauen auch in Szenebars lesbischer Frauen. Als Johannes zwei Jahre nach Kriegsende als Kriegsversehrter nach Berlin zurückkehrt, ergeben sich weitere Anlässe für Konflikte.


    Beurteilung
    Der Beschreibung nach könnte man hinter „Novembersturm“ einen Liebesroman vermuten, dies trifft jedoch nicht zu. Die Schicksale der Hauptfiguren Robert, Luise, Johannes, Ilse und auch Ella, einer Bewohnerin des ärmlichen „Hinterhauses“, die seit ihrer Kindheit nicht so recht zur Gruppe der Freunde gehört, vollziehen sich vor dem gründlich recherchierten Hintergrund Berlins in den 1920er und frühen 1930er Jahren. Die Autorin entwirft ein beeindruckendes Panorama dieser Zeit und führt dem Leser die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen und Strömungen der Epoche vor Augen. Die politische Lage ist instabil, ständig wechseln die führenden Politiker und die nationalsozialistischen „Braunhemden“ terrorisieren zunehmend die Bevölkerung, auf offener Straße greifen sie Kommunisten und Juden an. Die wirtschaftliche Situation ist von Inflation und für die ärmeren Bevölkerungsschichten – hier exemplarisch an Ellas Familie dargestellt – Hunger und Mangel geprägt. Die gesellschaftliche Veränderung ist gegenüber den Vorkriegsjahren enorm: Auch Frauen sind berufstätig, verlangen in der Ehe mehr Gleichberechtigung und auch sie wollen nach den harten Kriegsjahren das Nachtleben erkunden. Tanzbars mit amerikanischer Musik und Kinos bieten erweiterte Freizeitmöglichkeiten. Des Weiteren gibt es in Berlin auch schon zahlreiche Bars für homosexuelle/ lesbische Gäste. Der Leser begegnet zahlreichen prominenten Zeitgenossen, seien es Politiker, Autor(inn)en oder Künstler(inn)en. Hier wäre ein Personenverzeichnis im Anhang hilfreich gewesen.
    In die fortlaufende Schilderung der Ereignisse sind Rückblenden auf die Kindheits- und Jugendjahre sowie die Kriegserlebnisse der Protagonisten eingeflochten, die deren gründlich und differenziert ausgearbeitete Charaktere erhellen und manch ungewöhnliche Verhaltensweise nachvollziehbar machen.


    Fazit
    Ein überaus fesselndes Panorama der deutschen Hauptstadt im Zeitraum von 1920 bis 1933, ein sehr lesenswerter Roman, der schon Vorfreude auf den Folgeband „Tränenpalast“ (Mai 2022) weckt!

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    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Novembersturm von Ulrike Schweikert ist der Auftakt zur Friedrichstraßensaga und im September 2021 im Rowohlt Verlag erschienen.


    Allgemeines:

    • Band 1 der Friedrichstraßensaga
    • Erschienen am 14.09.2021 als TB mit 512 Seiten für 15,00 €
    • und als ebook für 9,99 €



    Über den Autor (lt. Verlag):

    Ulrike Schweikert arbeitete nach einer Banklehre als Wertpapierhändlerin, studierte Geologie und Journalismus. Seit ihrem Romandebüt «Die Tochter des Salzsieders» ist sie eine der bekanntesten deutschen Autorinnen historischer Romane. Beide Bände ihrer Erfolgsreihe «Die Charité» standen in den Top 10 der Bestsellerliste und verkauften sich insgesamt über 200.000-mal. Zuletzt begeisterte die Verfilmung ihrer Jugendbuchserie «Die Erben der Nacht» zahlreiche Zuschauer.


    Über das Buch (lt. Verlag):

    Der Bahnhof Friedrichstraße. Ein Jahrhundertbauwerk. Stolzes Herz einer Stadt auf dem Sprung zur modernen Weltstadt. Als der junge Architekt Robert 1920 den Auftrag bekommt, am Neubau des Bahnhofs und der Planung der ersten U-Bahn-Linie Berlins mitzuarbeiten, ist er überglücklich. Endlich kann er seiner großen Liebe Luise einen Heiratsantrag machen. Doch ihr Glück ist nicht ungetrübt. Seit dem Großen Krieg ist Roberts bester Freund Johannes, mit dem er gemeinsam an der Front kämpfte, verschollen. Johannes war Luises erste Liebe. Als sie glaubte, er sei tot, fand sie Trost bei Robert. Ausgerechnet am Tag ihrer Hochzeit taucht Johannes wieder auf, kriegsversehrt und ohne Hoffnung, Luise eine Zukunft bieten zu können …



    Die ersten drei Sätze:
    , am 6. Februar 1832, war es endlich so weit. Auguste kam es vor, als habe ihr Verlobter seit Monaten über nichts anderes mehr gesprochen: Samuel Rosensteins erstes großes Projekt als Bauingenieur sollte gleich ein Jahrhundertbauwerk werden. Achtundzwanzig Jahre und damit noch ein blutiger Anfänger war er gewesen, als der Architekt Johannes Vollmer vor vier Jahren mit dem ersten, symbolischen Spatenstich den Beginn dieses Mammutbaus eingeläutet hatte.


    Mein Leseeindruck / Fazit:
    Im Auftakt zur Friedrichstraßensaga zeigt die Autorin ihren Lesern die Welt aus den 1920ern. Der Krieg ist zuende, aber noch lange nicht aus den Köpfen. Die Menschen müssen erst wieder lernen, sich frei bewegen zu dürfen und keinen Zwängen oder Reglementierungen mehr ausgeliefert zu sein. In manchen Teilen Berlins ist zwar das Essen sehr knapp, in anderen Teilen wird jedoch schon wieder wild gefeiert. In "Novembersturm" lernen wir Luise, Ilse und Emma kennen. An dieser Stelle muss ich vielleicht vorwegschicken, dass ich anfangs recht verwirrt war. War doch im Prolog vom Bau des Bahnhofs Friedrichstraße die Rede, was auch zum Klappentext passen würde, so gestalteten sich die nachfolgenden Kapitel eher wie eine Abhandlung aus Gehörten und Gelesenen. Es wurden viele Namen aus Politik und Wirtschaft ins Spiel gebracht, aber auch damalige Prominente, die man erst mal googeln muss, um überhaupt der Geschichte folgen zu können. Die Geschichte zeigt sich auch nur wenig spannend. Für mich war es einfach zuviel Kunst und Künstlerszene, gefolgt von Politik. Aufgrund des Klappentextes hatte ich eine völlig andere Geschichte erwartet. So hatte ich nach dem ersten Viertel des Buches den Entschluss gefasst, genau diese Szenen und Seiten zu überspringen und mich auf die Geschichten der drei Damen zu konzentrieren. Leider waren auch die nachfolgenden Kapitel eher eine geschichtliche Abhandlung, in die ein kleiner Romanstrang verwoben wurde. Gegen Ende kam dann auch noch etwas Dramatik hinzu, die dem Plot nochmal etwas Dynamik verlieh. Aufgrund des Klappentextes und Titel des Buches hatte ich mir mehr Handlungen um die berühmte Berliner Friedrichstraße erhofft. Leider wurde meine Hoffnung kaum bis gar nicht erfüllt. Schade, ich hatte mir mehr Roman erhofft, dafür aber einen etwas trockenen Geschichtsunterricht erhalten. Ob ich nun auf die Fortsetzung warte? Hm, gute Frage. Ich denke, dass ich dieser Reihe erstmal eine gewisse Pause einräumen werde.


    Meine Bewertung: ⭐⭐⭐

  • Eine aufregende Zeit

    Das Cover von diesem historischen Roman sieht auf dem ersten Blick aus, wie ein typischer Roman aus diesem Genre, jedoch wird beim genaueren Hinsehen deutlich, mit wie viel Liebe zum Detail das Cover gestaltet wurde. Alleine von der Haptik her ist dieses Buch sehr schön. Das Berlin der 20er Jahre ist geprägt durch massive wirtschaftliche Veränderungen und Luise versucht das Beste aus ihrem Leben zu machen. Die Geschichte enthält viele Themen wie beispielweise Freundschaft, Erwachsen werden, Romantik und Dramatik ohne dabei überzogen zu wirken. Die Charaktere werden durch einige Rückblicke sehr greifbar und vielseitig. Ich persönlich war bereits zwei Mal in Berlin und konnte so die Schauplätze von diesem Roman wiedererkennen. Ich bin von dem ersten Teil dieser Familiensaga sehr begeistert und freue mich schon auf ein e neue Reise mit Luise, Robert, Johannes und Ella in Band zwei.

  • Roaring Twenties in Berlin

    Der Erste Weltkrieg ist vorbei, die sozialen und politischen Unruhen, die in der Weimarer Republik münden werden, sind in Vorbereitung. Die dargestellten Personen wirken sympathisch und lebensecht. Sie trauern um die Gefallenen, freuen sich über die Kriegsheimkehrer. Langsam nimmt das Leben wieder seinen Gang. Hungersnot, Inflation, Arbeitslosigkeit prägen das Leben der Deutschen. Anhand von fünf Einzelschicksalen wird versucht die Entwicklung der deutschen Gesellschaft zu thematisieren. Die fünf Hauptgestalten schaffen es, trotz aller Widrigkeiten, sich nicht vom linken oder vom rechten Spektrum der Gesellschaft einfangen zu lassen, aber um sie herum radikalisiert sich das Leben zunehmend. Die politisch sehr wirren Zeiten, die vielen Streiks, Aufmärsche, Hitlers Putsch und die immer zügellosere Gewalt gegen Juden werden im Buch deutlich gemacht.


    Und inmitten all dieser politischen und sozialen Unruhen lernen wir Ilse und ihren Bruder Johann, Luise und Ihren Ehemann Robert sowie Ella aus dem Hinterhof kennen. Damals gab es den Begriff nicht, aber heute wissen wir, Johann und Robert leiden unter posttraumatischen Störungen aus den Jahren im Krieg. Johann ist ohne einen Arm und mit einer steifen Hüfte aus dem Krieg zurückgekommen, Robert ist zwar äußerlich unversehrt, aber seine Wunden sind psychischer Natur. Ilse ist ein Freigeist, künstlerische begabt, bekennende Lesbe. Sie kennt die Bohème Berlins, verkehrt mit SängerInnen, SchriftstellerInnen, SchauspielerInnen. Vicky Baum, Marlene Dietrich, Kurt Tucholsky, Erich Kästner, The Comedian Harmonists, Hans Albers, Klaus und Erika Mann und viele andere gehören zu ihrem Bekanntenkreis. Dies zeigt auch, die Zwanziger Jahre in Berlin waren nicht nur geprägt von braunen Aufmärschen und Straßenschlachten. Die Kultur erreichte einen richtigen Höhenflug, bedeutende Maler, Schriftsteller, Musiker prägten dieses Jahrzehnt ebenso.


    Das Buch endet mit dem Schicksalsjahr 1933, mit der großen Bücherverbrennung. Ab da beginnt eigentlich die große Gleichschaltung, andersdenkende werden mundtot gemacht, die Literatur verfällt dem Blut- und Bodenwahn, Malerei, Skulptur und Architektur verkommen ins Giganteske, heroische Posen und Heldenkitsch bestimmen das Bild.


    Das Buch ist angenehm zu lesen, erstens wegen der spannenden Handlung, zweitens wegen der Zeitläufte, die uns näher gebracht werden und drittens (aber nicht letztens) wegen des fließenden und ansprechenden Schreibstils.


    Ulrike Schweikerts Roman reiht sich in eine äußerst lesenswerte Reihe von Büchern, angefangen mit Erich Maria Remarques „Drei Kameraden“ bis Helene Sommerfelds „Das Leben ein Traum“ der jüngeren Literatur.

  • Luise, Robert und die Geschwister Johannes und Ilse wohnen im gleichen Haus in Berlin und sind unzertrennlich. Aber auch Ella aus dem Hinterhaus ist ständig in der Nähe. Später verlieben sich Johannes und Luise. Bevor Johannes an die Front geht verloben sie sich heimlich. Doch Johannes kehrt nicht zurück. Berlin will nach dem Krieg in eine neue und moderne Zeit aufbrechen. Daher wird ein neuer Bahnhof geplant, der ein Zeichen setzen soll - der Bahnhof Friedrichstadt Der junge Architekt Robert ist an der Planung beteiligt. Louise und Robert wollen heiraten. Aber am Tag der Hochzeit taucht Johannes unverhofft wieder auf. Der Krieg hat Spuren bei ihm hinterlassen.


    Dieser Roman von Ulrike Schweikert spielt in einer interessanten Zeit. Das Berlin der Zwanziger Jahre hat seine lebensfrohen und strahlenden Seiten, aber auch die mit großem Leid und großer Not. Das ist der Nährboden, auf dem die Nazis stärker werden.


    Der Schreibstil der Autorin lässt sich angenehm und flüssig lesen.


    Die Charaktere sind gut und authentisch beschrieben. Louise ist eine junge Frau, die ihren Beruf bei der Polizei mag, aber sie möchte wie das damals üblich ist natürlich auch eine Familie haben. Robert und Johannes studieren gemeinsam und haben sich beide in Louise verguckt. Johannes ältere Schwester Ilse ist eine starke selbstbewusste Persönlichkeit und führt ein eigenständiges Leben. Ihre Neigungen gefallen der Familie überhaupt nicht. Sie wird Louises beste Freundin. Ella gehört aufgrund der Standesunterschiede nicht wirklich zum Freundeskreis, doch als Johannes wieder auftaucht, kümmert sie sich um ihn.


    Die jungen Leute haben ihre Träume und ihre eigenen Vorstellungen vom Leben. Doch der Krieg sorgt für Ernüchterungen und die Zeit danach sorgt für neue Schwierigkeiten.


    Mir hat dieser historische Roman gut gefallen und ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung.

  • Ein glamouröser Auftakt

    Nach ihren erfolgreichen Büchern wie z.B. Die Charite - Saga (Hoffnung und Schicksal & Aufbruch und Entscheidung) hat die Bestsellerautorin Ulrike Schweikert jetzt ihr jüngstes Werk vorgelegt. „Novembersturm - Berlin Friedrichstrasse“ ist eine neue Familiensaga, die im Oktober 2021 beim rowohlt Verlag erschienen ist. Leider muss ich gestehen, dass ich zwar den Namen der Autorin kenne, aber bisher noch kein Buch von ihr gelesen haben, aber da momentan kein Weg an Romane, deren Schauplatz Berlin ist, vorbei geht, wurde mir diese Entscheidung ganz schnell abgenommen. Diesen Roman muss ich unbedingt lesen.


    Der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin konnte mich von Anfang an überzeugen und hat mich sofort in seinem Bann gezogen. Wow, Ulrike Schweikert ist eine der wenigen Autoren, die ihr Handwerk verstehen und zudem weiß sie, wie sie ihre Leserschaft begeistern kann. Bereits ab der ersten Seite wusste ich, dass diese Geschichte genau mein Geschmack getroffen hat und so tauchte ich in das Berliner Leben um 1920 ein und ab. Allein die Charaktere waren ein Highlight. Ganz egal, welche Person ich hier rausnehmen würde, allesamt waren sie ausdrucksstrak, facettenreich und sympathisch dargestellt worden und so bereichern sie die Geschichte auf ihre eigene Art und Weise. Wodurch ich mich sehr gut in die einzelnen Figuren hineinversetzen und ihr Handeln und Tun nachvollziehen konnte. Nicht nur die Charaktere brillieren hier, sondern auch die Kulisse. Bildhaft und sehr detailliert wurde der Schauplatz Berlin um 1920 bis 1930 eingefangen und wieder gespiegelt. Hier konnte man noch die Nachkriegszeit des ersten Weltkrieges hautnah spüren. Die Berliner hatten wieder Hoffnung, dass es nach den schlimmen Jahren wieder aufwärts geht, aber sie mussten auch einsehen, dass viele Wünsche unerfüllt blieben. Zwar hatten viele eine Arbeit, aber „dank“ der Inflation stiegen die Lebensmittelpreise so rapide in die Höhe, dass es fast unmöglich war, diese Preise zu bezahlen und so kehrte auch der Hunger wieder zurück. Die Nachkriegszeit ist aber nur ein Thema, dass die Berliner beschäftigt hat. Hinzu kamen noch die zahlreichen politischen Unruhen, die bis hin zur SS Macht führen und die die Stadt immer weiter in Angst und Schrecken versetzte. Über diese Zeit gab es aber nicht nur negatives zu berichten, es wurden auch monumentale Bauwerke erschaffen, die selbst heute noch Magnetpunkte für Einheimische und Touristen sind. Wer schon einmal Berlin einen Besuch abgestattet hat, wird wahrscheinlich auch schon mal über die Friedrichstrasse flaniert oder gar am Bahnhof Friedrichstadt angekommen sein. Hinzu kommt auch noch das glamouröse Flair der besagten Künstler Cafés oder des damaligen Nachtlebens mit all seinen Clubs. Spätestens hier merkte ich, mit wieviel Herzblut Ulrike Schweikert diesen Roman geschrieben haben muss. Ihre detaillierte und umfassende Zusammentragung von historischen Daten und Ereignissen, um diese dann auszuwerten und sie letztendlich in ihre Geschichte einfließen zu lassen und gerade dies ist es, was ich an historischen Romanen so liebe: das Zusammenspiel zwischen den fiktiven und wahren Begebenheiten. Dadurch bekommt sie Authentizität, so dass der Eindruck entsteht, diese Geschichte wäre wahr. Jetzt aber zu der Handlung, die schon 1882 beginnt, denn da lernten sich die Kinder namens Luise, Johannes, Ella und Robert kennen und ihre langjährige Freundschaft begann. Keine Angst, hier wird nicht die Kindheit der vier erzählt. Mit einem kleinen Sprung von ca. 38 Jahre geht es weiter und die vier stehen bereits mit beide Beinen im Leben. Mittlerweile sind Robert und Luise ein Paar und wollen heiraten. Ella ist bereits Mutter eines Sohnes und Johannes ist seit dem ersten Weltkrieg nicht wieder aufgetaucht. Alle glauben, dass dieser gefallen sei, was aber nicht der Fall ist. Völlig unerwartet taucht Johannes an dem Hochzeitstag von Luise und Robert in Berlin auf. Da er, aufgrund seiner Kriegsverletzungen, keinerlei Zukunftschance für sich und Luise sieht, gibt er stillschweigend sein Jawort und taucht in Berlin unter. Irgendwann sieht Luise ihre große Liebe wieder. Eine Woge der Gefühle stürzt über die beiden herein, aber wird es eine Zukunft für sie geben? Schließlich hat sie Robert geehelicht. Mit all seinen Höhen und Tiefen erzählt Ulrike Schweikert eine Geschichte über eine außergewöhnliche Freundschaft, die ich 500 Seiten lang gebannt wie gespannt verfolgt habe. Eine sehr bewegende und emotionale Berlinreise in die 20er Jahre.


    Jetzt freue ich mich auf den zweiten Teil „Tränenpalast – Berlin Friedrichstrasse“ dieser grandiosen Saga, der voraussichtlich am 17. Mai 2022 erscheinen soll.


    5 von 5 Sternen und ein Muss für Leseratten.

  • Der 500 Seiten dicke, historische Roman, der in den 20er Jahren in Berlin spielt, hat mir gut gefallen.
    Das Cover sticht ins Auge, mit dem Frauenkopf und dem alten Bahnhof Friedrichstraße. Der Stadtplan Ausschnitt auf der Klappe half mir sehr, mich an den verschiedenen Orten zurecht zu finden.
    In der Schulzeit lernen sie sich kennen. Die Geschwister Ilse und Johannes aus reichem Hause, Luise, Robert und Ella aus dem Hinterhaus, die nie richtig dazu gehörte. Robert kommt traumatisiert aus dem ersten Weltkrieg, während Johannes eine Behinderung davonträgt und sich deshalb jahrelang versteckt, bis er durch Zufall Luise über den Weg läuft. Diese hat allerdings in der Zwischenzeit Robert geheiratet, obwohl sie Johann nie vergessen konnte.
    Die Autorin lässt wunderbar historische und politische Geschehnisse, und in der damaligen Zeit bekannte und berühmte Persönlichkeiten in ihre Geschichte einfließen. Wichtige Themen spielen eine große Rolle, wie Trauma und Versehrtheit der Kriegsheimkehrer, Standesunterschiede, Homosexualität, Judentum und Emanzipation der Frauen.
    Dank der Protagonistin Ilse, die das Abenteuer liebt, wird der Leser mitgenommen in verrufene Kneipen, Revue und Theater, und lernt hierbei Menschen kennen, deren Namen man auch heute noch kennt.
    Die Hauptfiguren außer Robert sind mir während des Lesens richtig ans Herz gewachsen. Vor allem die drei Frauen, die sich schon damals durchzusetzen wussten. Luise in einer Ehe gefangen, in der sie nicht glücklich ist, die lesbische Ilse, die schon in jungen Jahren ihren Weg geht. Und die arme Ella, die sich als alleinerziehende Mutter durchschlagen muss. Die einen Mann liebt, dessen Herz einer Anderen gehört.
    Das Buch ist flüssig geschrieben und war deshalb sehr gut zu lesen. Den 2.Band aus der Reihe möchte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen.

  • Etwas mehr Spannung wäre schön gewesen


    Robert ist noch jung und hat hohe Ziele für sein Leben. Er ist Architekt mit Leidenschaft. Den Krieg hat er zwar überstanden, aber losgelassen hat er ihn doch nie. Gemeinsam mit seinem Freund Johannes hat er die Schrecken dieses Krieges erlebt, aber während Robert heil nach Hause gekommen ist, galt Johannes als Tod. Für Luise ist es lange Zeit schwer, sich dieses einzugestehen und den Freund loszulassen. Schließlich beschließt sie dann doch den Heiratsantrag von Robert anzunehmen, das Leben muss ja weitergehen. Ausgerechnet am Tag ihrer Hochzeit ist Johannes plötzlich wieder da, aber er schweigt. Zu groß ist seine Angst, Luise nicht mehr das Leben bieten zu können, welches sie seiner Meinung nach verdient hat, denn er ist kriegsversehrt und hoffnungslos. Luise soll es da an Roberts Seite besser haben.


    „Novembersturm Berlin Friedrichstraße“ ist der erste Band eines Mehrteilers von Ulrike Schweikert. In diesem Teil erzählt sie von den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg. Sie schildert das Leben in den 20er-Jahren und wie schwer es für die Menschen in Berlin gewesen ist. Die politische Lage nimmt dabei in diesem Roman sehr viel Raum ein.


    Ich greife immer mal wieder gern zu einem Buch von Ulrike Schweikert, leider wurde ich in diesem Fall enttäuscht. Ich habe irgendwie so gar keinen Zugang zu dieser Geschichte gefunden. Dabei hat die Autorin den historischen Hintergrund wirklich gut durchleuchtetet. Sie schildert sehr ausführlich über die politische Situation in den 20er-Jahren und davon, was es für die Menschen in dieser Zeit bedeutet hat. Auch lässt sie ihre Protagonisten einiges durchstehen und erleben, aber irgendwie hat sie es diesmal nicht, geschafft mich an die Geschichte zu fesseln. Vieles war mir zu vorhersehbar. Gerade die Beziehungen zwischen den Protagonisten hatten nicht wirklich Überraschendes zu bieten. Das Handeln von Robert, auch wenn er so handelt, wie es seine Zeit eben vorgibt oder von Johannes, konnte mich nicht wirklich fesseln. Die gesamte Geschichte glitt gleichbleibend ohne echte Höhen und Tiefen dahin. Dabei ist der Erzählstil angenehm zu lesen und wie schon erwähnt, der historische Hintergrund gut recherchiert und wiedergegeben, aber es war in der Masse einfach zu viel an Informationen, um der eigentlichen Geschichte von Robert, Luise und Johannes und ihren Familien und Freunden folgen zu können.


    Fazit:

    „Novembersturm Berlin Friedrichstraße“ ist ein gut recherchierter Roman über die 20er-Jahre in Berlin. Der historische Hintergrund wartet mit viel Wissen auf und bringt die geschichtlichen Ereignisse dieser Zeit näher, mir persönlich war die Geschichte aber zu trocken. Ich konnte mit den Protagonisten nicht so recht mitfiebern, vieles war mir zu vorhersehbar und ohne echte Spannung. Schade, aber Band 2 werde ich wohl nicht mehr lesen.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Wunderschöner historischer Roman zu Zeiten der Weimarer Republik

    Wer aufgrund des Untertitels „Berlin Friedrichstraße“ mit dem wunderschönen Bahnhof in der Friedrichstraße auf dem Buchcover und dem Klappentext, dass dieser Bahnhof ein Jahrhundertbauwerk war, nun glaubt, dass es „nur“ um diesen Bahnhof geht, der irrt sich. Vielmehr geht es um die Menschen in Berlin während der Weimarer Republik sowie um die politische Stimmung in diesen Jahren.

    Ulrike Schweikert erzählt dies sehr facettenreich aus der Sichtweise von verschiedenen sympathischen Haupt- oder Nebenpersonen. So erhält man über die sympathische Ilse, die lesbische Künstlerin, Informationen über die Berliner Künstlerszene. Das Schicksal der Kriegskrüppel erfährt man über ihren Bruder Johannes. Während der konservative Robert als Statiker am Aufbau der Stadt Berlin, beginnend mit dem Umbau des Bahnhofs Friedrichstraße, mitarbeitet. Luise, die sowohl Johannes als auch Robert liebt, symbolisiert die moderne (arbeitende) Frau. Die Unterschicht mit ihren Problemen wird ebenfalls mit Ella und deren Bruder Paul beleuchtet.

    Ich habe bereits mehrere Bücher von Ulrike Schweikert gelesen und ich war mal wieder von ihrem Schreibstil begeistert.

    Eine klare Kauf- und Leseempfehlung für alle Fans von historischen Romanen.

  • Über die Autorin (Amazon)

    Ulrike Schweikert arbeitete nach einer Banklehre als Wertpapierhändlerin, studierte Geologie und Journalismus. Seit ihrem fulminanten Romandebüt "Die Tochter des Salzsieders" ist sie eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen historischer Romane. Zuletzt begeisterte sie Hörer und Leser mit "Die Charité". Ulrike Schweikert lebt und schreibt in der Nähe von Stuttgart.


    Produktinformation (Amazon)

    Herausgeber ‏ : ‎ Rowohlt Taschenbuch; 2. Edition (14. September 2021)

    Sprache ‏ : ‎ Deutsch

    Broschiert ‏ : ‎ 512 Seiten

    ISBN-10 ‏ : ‎ 3499000083

    ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499000089

    Abmessungen ‏ : ‎ 13.4 x 3.73 x 21 cm


    Schön und traurig zugleich

    Der junge Architekt Robert erhält den Auftrag am Neubau bzw. Umbau, des Bahnhofs Friedrichstraße in Berlin mitzuarbeiten. Er ist darüber überglücklich, denn endlich kann er seiner großen Liebe Luise einen Heiratsantrag machen. Doch ist sein Glück nicht ungetrübt. Denn seit dem großen Krieg ist Johannes, Roberts bester Freund verschollen. Er war zudem Luises erste Liebe. Doch sie glaubt, er sei tot und fand bei Robert Trost. Doch ausgerechnet an ihrem Hochzeitstag taucht Johannes auf, kriegsversehrt daher sicher, Luise keine Zukunft bieten zu können.


    Meine Meinung

    Ich habe schon ein paar Bücher von Ulrike Schweikert gelesen weshalb ich mir sicher war, dass ihr unkomplizierter Schreibstil, der keine Unklarheiten im Text zuließ mir zusagt. Dadurch wurde auch mein Lesefluss nicht gestört und ich konnte das Buch leicht und flüssig lesen. In der Geschichtge war ich schnell drinnen, konnte mich gut in die Protagonisten hineinversetzen. Ich Luise, die ihren Trost bei Robert fand, als sie annehmen musste, dass Johannes gefallen sei, auch wenn er nur als verschollen galt. In Robert, der zwar um seinen Freund trauerte, aber dadurch Luise heiraten konnte. In die selbstbewusste Ilse, die ältere Schwester von Johannes. Und dann gab es da noch Ella, die als Kind mit Luise, Johannes und Robert immer zur Schule gelaufen war. Das Buch beginnt mit dem Prolog der im Jahr 1892 spielt, als der Bahnhof gebaut worden war. Und sie endet mit einem Ereignis im Jahr 1933 für das ich einem gewissen Dr noch an den Hals springen könnte. Wer damals an der Macht war weiß wohl jeder, und daher auch wen ich meine. Ich habe schon öfter Bücher aus dieser Zeit gelesen, weiße also, was diese SA-Schläger alles angerichtet haben. Das Buch ist sehr gut recherchiert, Zwar hat es keine Personenregister, was ich sehr schade finde, und was eigentlich auch dazugehört, aber in diesem Buch ist bei jeder Person klar, wer sie ist. Wenn ich Namen lese wie Rathenau, Erzberger, Stresemann oder Hitler, dann weiß ich wer das ist, weshalb ich hier das Personenregister nicht so sehr vermisse. Es wäre mir eigentlich daher einen halben Stern weniger wert, aber halbe kann man nicht überall abziehen und vier sind mir für dieses wirklich schöne und informative Buch zu wenig. Ich bin sehr gespannt, wie diese Geschichte weitergeht, zumal es am Schluss ein Ereignis gibt, das mich kopfschüttelnd traurig gemacht hat. Ich empfehle es sehr gerne weiter und vergebe daher die volle Bewertungszahl.


    Der zweite Band trägt den Titel Tränenpalast Berlin Friedrichstraße und soll am 17. Mai 2022 erscheinen.

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    Liebe Grüße
    Lerchie



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    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • Oh je, ich habe wohl Mist gebaut. Habe die Namen vertauscht. Ich hatte das Buch unter Ulrike Renk gesucht und natürlich nicht gefunden. Aber unter Ulrike Schweikert gibt es das Thema schon. Seid ihr so lieb und fügt es zusammen? Danke und entschuldigt bitte.

    Liebe Grüße
    Lerchie



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    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • Super historischer Berlin-Roman

    Das Buchcover ist ein Hingucker. Der Klappentext verspricht eine interessante Geschichte. Restlos überzeugt hat mich die Leseprobe, so dass ich dann auch das Buch kaufte. Beginnend im Jahr 1882, befinden wir uns bereits im ersten Kapitel im Jahr 1920, also nach dem 1. Weltkrieg. Hier wird die Geschichte der Weimarer Republik anhand von Einzelschicksalen, die miteinander verbunden sind, lebendig erzählt. Mir hat auch der strukturelle Aufbau des Buches sehr gefallen. Als Leser weiß man ganz genau, in welchem Jahr man sich gerade befindet und wie die zeitliche Zuordnung des politischen Geschehen in die Geschichte ist. Der Schreibstil von Ulrike Schweikert hat mir sehr gut gefallen. Der historische Stadtplan von Berlin finde ich super. So kann man nachvollziehen, wo die einzelnen Personenn sich gerade befinden.

    Fazit: Klare Kauf- und Leseempfehlung. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch dieses Buch ein Bestseller wird.

  • Für mich war "Novembersturm" das erste Buch der Autorin und definitiv nicht mein letztes. Ulrike Schweikert nimmt mich mit nach Berlin in die 20er und frühen 30er-Jahre und hat mich mit ihrem mitreißenden und lebendigen Schreibstil sehr überzeugt.
    Es war mir eine Freude, Luise, Ilse, Johannes, Robert und Ella auf ihrem Weg zu begleiten.

    Besonders gefallen hat mir die Vielfalt der Charaktere. So bekommen wir Figuren präsentiert, die nicht den gesellschaftlichen Konventionen zu dieser Zeit entsprechen. Gerade Ilse hält nicht viel von "Schicklichkeiten" und lässt sich zu dem Leidwesen ihres Vaters nicht vorteilhaft verheirateten. Sie wohnt lieber alleine, arbeitet als Modekünstlerin und ist dem weiblichen Geschlecht eher zugeneigt als dem männlichen.
    Ja, ich glaube, sie war mir der liebste Charakter in diesem Buch. Stark, stolz und kampfbereit stellt sie sich auch den harten Zeiten. Aber ebenso die restlichen Figuren sind sehr gut ausgearbeitet. Man lernt sie Stück für Stück kennen und kann sich wunderbar in sie hineinversetzen.
    Zudem hat mir ebenfalls gefallen, dass der geschichtliche Anteil gut recherchiert wurde und die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen ausführlich geschildert wurden. Sowie, dass der Bau des Bahnhofs Friedrichstraße sehr schön mit in die Geschichte eingebunden wurde.

    Insgesamt ein toller Auftakt zu einer guten und soliden Familiensaga, die ich allen empfehlen kann, die gerne Geschichten dieser Art lesen. Ich jedenfalls freue mich sehr auf den zweiten Band und bin gespannt, wie es mit Ilse und den anderen weitergehen wird.

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    SuB Anfang 2021/aktuell: 820/812
    gelesene Bücher 2021: 14

    :study:


    Hier kommt ihr zu meinem Bookstagram Account . :D Schaut gerne vorbei. :love:

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