Patrick Hertweck - Der letzte Rabe des Empire

  • Kurzmeinung

    Pasghetti
    Sehr spannend geschrieben und fantastisch zusammengefügt, jedoch gewöhnungsbedürftig im Aufbau
  • Kurzmeinung

    Aleshanee
    Tolle Atmosphäre im düsteren London, aber sehr sprunghaft in den Szenen

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  • Nach New York und der Sierra Nevada begibt sich der Autor mit uns in seinem dritten Abenteuerroman ins viktorianische London. Seine bisherigen Kinderbücher haben mich sehr begeistert und deshalb war ich total gespannt, ob und wie sich sein Stil im Jugendbuch-Sektor ändert.


    Es ist definitiv wieder schön zu lesen! Neben der flüssigen, "einfachen" Schreibweise merkt man aber schon den Anspruch an ein älteres Publikum, da sich viele altmodische Wörter oder auch Fremdwörter einschleichen, die zur Zeit passen und das Interesse wecken. Sowas liebe ich ja, denn die jüngere Generation lernt dadurch nebenbei immer dazu! Das zieht sich durch all seine Bücher und man spürt, dass er den Kindern neben einer spannenden Geschichte auch einen authentischen Eindruck aus der damaligen Zeit näherbringen möchte und sie auch ein bisschen herausfordert, Neugier zu entwickeln. Das gefällt mir sehr!

    Der naive Charme wird vermischt mit den unglückseligen Schicksalen in einer Zeit, die für viele ein ständiger Kampf um das Überleben war. Grade vor allem auch die Waisenkinder, die auf Londons unsicherem Pflaster zum betteln und stehlen gezwungen waren machen deutlich, wie sehr sie zu kämpfen hatten, aber auch, wie wichtig dabei der Zusammenhalt war.


    Auch die Rahmenhandlung um die grausamen Morde von Jack the Ripper zeigen, dass es hier düster zugeht, dazu kommen einige unheimliche Gestalten, die man aus Schauerromanen kennt.

    Auch die Priesterschaft ist in die Ereignisse involviert, ebenso einige andere hochrangige Personen sowie Figuren am Rande der Gesellschaft, wie auch der Protagonist Melvin. Er ist wird in die schicksalhaften Ereignisse hineinmanövriert und ist ein taffer, kluger Junge, der alles versucht, um hinter die Geheimnisse zu kommen.

    Ihr seht, es wurde einiges in die Handlung gepackt was viel Abwechslung verspricht.


    Um die Spannung zu erhöhen, werden ja gerne Kapitel an besonders brisanten Stellen unterbrochen, um sie erst später weiterlaufen zu lassen. Das hat der Autor hier als striktes Muster genutzt - wobei ich zugeben muss, dass ich damit nicht so wirklich klar gekommen bin.

    Die Kapitel sind sehr kurz und wechseln sehr oft, so dass ich grade anfangs etwas schwer reingefunden habe, da die vielen Szenenwechsel und unterschiedlichen Figuren lange Zeit nicht so greifbar waren. Auch fühlte ich mich oft aus den Szenen herausgerissen und hätte gerne erstmal mehr erfahren, ohne zu schnell zwischen den Handlungen hin- und her zu springen.

    Dazu kommt, dass vieles im Rückblick erzählt wird. Stört mich an sich nicht, aber hier ist es mir besonders aufgefallen und ich hab gemerkt, dass ich das nicht so gerne mag. Ich finde es besser, direkt an den Ereignissen teilzuhaben und nicht so oft in den Gedanken der Figuren sozusagen als Rückschau auf die vergangenen Stunden zu erfahren, was passiert ist.


    Was aber wieder sehr schön gelungen ist, ist die Atmosphäre. Das düstere, neblige London, vermummte Gestalten, mysteriöse Fremde und unheimliche Begegnungen würzen die Geschichte mit vielen schauerlichen Geheimnissen, die nur nach und nach ans Licht gebracht werden.

    Auch die geschichtlichen Hintergründe, die Patrick Hertweck verflochten hat, waren spannend eingebracht und haben den Ereignissen ihre Tiefe verliehen. Die bekannten Namen einiger Charaktere haben mich sofort einen Bezug herstellen lassen (Jack the Ripper, Inspektor Abberline, Gilles de Rais) und bringen die jüngeren Leser sicher dazu, sich mehr mit dieser Zeit zu beschäftigen.

    Der Grundgedanke von Verlust und Trauer schwingt zwar mit, bleibt aber meist unter der Oberfläche, so dass es nicht zu schwermütig wird. Im Fokus steht das Rätsel um die Morde und die vielen Verbindungen und Geheimnisse, die Melvin mit seinen Freunden aufzuklären sucht.


    Mich konnte es nicht ganz so mitreißen wie die beiden anderen Bücher von ihm, auch wenn ich viele schöne Ideen entdeckt habe. Der Aufbau und die Umsetzung waren einfach nicht so meins, aber ich denke, dass andere an den vielseitigen Komponenten ihre Freude haben werden :)

    Ich bin jedenfalls schon gespannt, was der Autor als nächstes Projekt geplant hat!


    Mein Fazit: 3.5 Sterne


    Weltenwanderer

  • Über den Autor (Amazon)

    Geboren 1972, bereiste nach dem Abitur mit dem Fahrrad viele Gegenden Europas, arbeitete danach über Jahre im Management eines Medienunternehmens und beschloss irgendwann, seine heimliche Passion zum Beruf zu machen. Seither lebt und arbeitet der Vater von drei Söhnen als freier Schriftsteller in Freiburg im Breisgau.


    Produktinformation (Amazon)

    ASIN ‏ : ‎ B0935FH7H1

    Herausgeber ‏ : ‎ Thienemann Verlag; 1. Edition (24. August 2021)

    Sprache ‏ : ‎ Deutsch

    Dateigröße ‏ : ‎ 3075 KB

    Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 481 Seiten


    Wer ist Melvin?

    Unheimliche Mordfälle im London des Jahres 1888. Die Mordseirei verbreitet Angst und Schrecken und Melvin verfolgt voller Entsetzen dass er die Opfer alle kennt. Dann wird noch das Mädchen ermordet in das er verliebt ist und er will den Mörder finden. Doch er ahnt nicht, welche Wesen in den dunklen Gassen auf ihn lauern. Außerdem merkt er auch nicht, dass ihm ein einbeiniger Rabe dauernd folgt.


    Meine Meinung

    Es ist das erste Buch, das ich von diesem Autor gelesen habe, doch die Buchbeschreibung hat mich neugierig gemacht, und ich habe das Lesen nicht bereut. Der Schreibstil ist so, dass mich keine Unklarheit im Text in meinem Lesefluss stört, also unkompliziert. In der Geschichte war ich schnell drinnen, und ich konnte mich auch gut in die Protagonisten hineinversetzen. Hier natürlich zunächst in Melvin, der seine Liebe beschützen wollte und es doch nicht vermochte. Ich konnte ihn verstehen, dass er den Mörder finden wollte, doch das war für ihn sehr gefährlich. Dann gab es noch einige seltsame Gestalten, von denen mir lange nicht klar war, ob sie nun gut oder doch böse sind. Bei der anderen Gruppe musste ich auch erst überlegen, doch dann war ich mir sicher: Die sind böse. Dann gab es da noch einen Freund von Melvin, der sich auch Sorgen um ihn machte. Wer nun wissen möchte, wer gut und wer böse ist, na ja, der muss das Buch lesen. Außerdem erfährt Melvin wer er eigentlich ist. Es ist spannend geschrieben von Anfang bis Ende, es hat mich gefesselt und sehr gut unterhalten. Eine Leseempfehlung von mir und die volle Bewertungszahl.

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    Liebe Grüße
    Lerchie



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    nur wer aufgibt, hat schon verloren

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