Ellin Carsta - Der große Aufbruch

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  • Abschied von den Hansens

    1897. Seit ihre 2-jährige Tochter Viktoria ums Leben kam, besteht Luises Leben nur noch aus einer unbändigen Trauer. In ihrer Verzweiflung reist sie nach Kamerun, um möglichst viel Abstand zwischen sich und Hamburg zu bringen, aber auch, um dort ihrer Seele die Möglichkeit zu geben zu gesunden. Nach und nach erholt sie sich etwas von den hinter ihr liegenden Ereignissen und auch das Zusammentreffen mit ihrer ehemals großen Liebe Hamza trägt einiges dazu bei. Eigentlich wollte Luise Hamburg und das Kontor für immer hinter sich lassen, doch dann erfordern dringende Ereignisse ihre umgehende Rückkehr nach Deutschland. Ihr Ehemann Hans hat nicht nur die Scheidung verweigert, sondern ist im Begriff, sich Luises Besitz am Kontor anzueignen. Das kann Luise nicht zulassen und setzt alle Hebel in Bewegung, dies zu verhindern…


    Ellin Carsta hat mit „Der große Aufbruch“ den achten Band ihrer historischen Hansen-Saga vorgelegt, in dem sie den Leser in ein spannendes Finale über das familiengeführte Kaffeeunternehmen führt, an dessen Ende er endgültig Abschied nehmen muss von liebgewordenen Charakteren und einer spannenden und unterhaltsamen Geschichte. Der flüssig-leichte, farbenfrohe und gefühlsbetonte Erzählstil lädt ein letztes Mal zu einer Reise in die Vergangenheit ein, wo der Leser sich sofort an Luises Fersen heftet und ihre überstürzte Abreise nach Afrika miterlebt. Luises Verzweiflung und ihr Schmerz über den großen Verlust ist spürbar und lässt auch den Leser nicht kalt. Die Autorin zeichnet die Zeit in Kamerun lebendig nach, mal als Ruhepol und Rückzugsort für Luise, aber auch die Gefahr, der Luisa als weiße Frau in dem Land ausgesetzt ist. Während Luise trauert, spinnt ihr Noch-Ehemann eine böse Intrige und zeigt sein wahres Gesicht einmal mehr ganz deutlich. Nebenbei erlaubt die Autorin dem Leser erneut Einblicke in den Familienableger in Wien, was zur Auflockerung beiträgt, während sich in Hamburg die Lage mehr und mehr zuspitzt. Luises Gedanken- und Gefühlswelt ist gut nachvollziehbar, ihre Trauer, aber auch Zerrissenheit gegenüber ihrer Heimat dabei durchgängig spürbar. Der Spannungsbogen wird immer wieder angefacht und strebt während des Finales noch einmal zum Höhepunkt.


    Die Charaktere wurden erneut weiterentwickelt und nehmen den Leser mit ihren realistischen menschlichen Eigenschaften sofort in Beschlag. Luisa muss einen furchtbaren Schicksalsschlag verkraften. Sie, die sonst durch Stärke und Lebendigkeit glänzt, ist kraftlos und am Boden. Doch mit Hilfe lieber Menschen erholt sie sich und findet ihren alten Kampfgeist wieder. Robert Hansen ist ein integrer Mann mit Einfühlungsvermögen und Empathie. Luises Schwester Margarete ist eine arrogante und verwöhnte Egoistin, deren Welt sich nur um sie selbst dreht. Aber auch Hans, Florentinus und Hamza haben wichtige Rollen besetzt, denen die Handlung die eine oder andere spannenden Wendung verdankt.


    „Der große Aufbruch“ ist ein gelungener Abschluss der fesselnden historischen Familiensaga. Liebe, Verlust, Trauer, Intrigen, interessante Charaktere und deren Entwicklungen sowie ein gut präsentierter historischer Hintergrund sorgen für kurzweilige und unterhaltsame Lektüre. Verdiente Leseempfehlung!


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    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    gelesene Bücher 2020: 432 / 169960 Seiten

  • Über die Autorin (Amazon)

    Ellin Carsta ist das Pseudonym der deutschen Autorin Petra Mattfeldt, die zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in der Nähe von Bremen lebt. Mit ihrer »Hansen-Saga« und der Familiensaga um die von Falkenbachs landet sie regelmäßig Bestseller.


    Produktinformation (Amazon)

    ASIN ‏ : ‎ B08WRR8HGQ

    Herausgeber ‏ : ‎ Tinte & Feder (17. August 2021)

    Sprache ‏ : ‎ Deutsch

    Dateigröße ‏ : ‎ 3478 KB

    Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 359 Seiten


    Wird Luise das Leid überwinden?

    Luise ist nach den schrecklichen Ereignissen in Hamburg nach Kamerun gefahren um zu vergessen und diese hinter sich zu lassen. Doch fragt sie sich, wie sich ihr Wiedersehen mit Hamza, den sie einst geliebt hatte nach dieser langen Zeit gestalten wird? Doch dann erreicht sie eine Nachricht, die sie zwingt doch noch einmal nach Hamburg zurückzukehren. Denn ihr Noch-Ehemann Hans will sich nicht scheiden lassen. Und er versucht ihre Anteile am Kontor an sich zu reißen. Will er die Familie ruinieren? Luise muss das verhindern und muss persönlich in Deutschland vor Gericht erscheinen. Dabei wollte sie nie mehr einen Fuß in dieses Land setzen. Wird es ihr gelingen nach allem was war, noch einmal ins Leben zurückzufinden?


    Meine Meinung

    Dies ist jetzt endgültig der letzte Band der Hansen-Saga. Wie schon die vorhergehenden Bände ließ sich auch dieser, dank des unkomplizierten Schreibstils der Autorin der keine Stockung im Lesefluss zuließ, leicht und flüssig lesen. Gleich war ich wieder in der Geschichte drinnen und vermochte mich auch gut in die Protagonisten hineinzuversetzen. Natürlich in Luise, die das Land, das ihr so viel Unglück beschert hatte, nur noch verlassen wollte. Und ich war sehr gespannt, wie es mit ihr weitergehen würde. Und vielleicht auch mit Hamza? Aber das soll der geneigte Leser selbst herausfinden. In Therese, die zu spät nach Wien zurückkehrte. Warum zu spät? Auch das wird der geneigte Leser selbst herausfinden müssen. Eine Person hat mich am Ende doch überrascht, und wer das war, ja das verrate ich natürlich auch nicht. Obwohl ich mir fast etwas Ähnliches gedacht hatte. Wenn der Leser dieses Buch liest, wird er bestimmt herausfinden wen und was ich meine. Wie schon die Vorgängerbände war auch dieses Buch spannend vom Anfang bis zum Ende. Es hat mir gut gefallen, mich gefesselt und außerdem noch sehr gut unterhalten. Ich freue mich schon auf das nächste Buch von Ellin Carsta. Von mir eine Leseempfehlung sowie die volle Bewertungszahl.

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    Liebe Grüße
    Lerchie



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    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • Das Ende einer Familiengeschichte


    Luise hat ihr Ziel erreicht und ist sicher in Kamerun eingetroffen.
    Sie hofft hier Ruhe zu finden, aber diese Ruhe ist ihr nicht wirklich vergönnt. Das Leben auf der Plantage erweist sich als schwieriger wie gedacht und dann erreichen sie beunruhigende Nachrichten aus Hamburg. Ihre Scheidung verläuft nicht so, wie sie und ihre Familie sich das vorgestellt haben. Hans, ihr Ehemann, hat seine ganz eigenen Pläne. Luise muss wählen zwischen der Freiheit Kameruns und dem Wohl der Familie, wie wird sie sich entscheiden und die wohl noch wichtigere Frage, wie wird ihr Leben weiter verlaufen?


    Dies ist nun der 8. Band von „Die Hansen-Saga“ und damit auch der letzte Teil. Ich war gespannt, wie das Leben von Luise weiter verlaufen würde, nachdem sie einige Schicksalsschläge zu verkraften hatte. Ellin Carsta hat es durchaus verstanden, davon zu erzählen, wie die Geschichte weitergeht. Das Leben der Hansens wird auch in diesem Teil nicht langweilig. Einige lose Fäden aus den Vorgängern werden nun beendet, einiges erklärt sich aber nicht alles wird bis ins letzte Detail erzählt. Die Familie ist groß und wächst weiter, sie wird auch in Zukunft ihr Leben in die Hand nehmen müssen. Ellin Carsta hat nicht alles, was das Leben dieser Familie betrifft, bis zum Ende erzählt, so bleibt noch ein wenig für die Fantasie der Leserschaft übrig, was mir gut gefallen hat. Die wichtigsten Details werden aber schon zu Ende gebracht.


    Wobei ich durchaus gestehen muss, dass das Ende nicht ganz mein Fall war. Ich meine damit nicht, dass es vielleicht vorhersehbar war, sondern eher wie es eben geendet hat, für meinen Geschmack war es zu sehr romantisch und auch nicht wirklich zu Ende.


    Der Erzählstil von Ellin Carsta ist auch hier locker und leicht zu lesen. Die Autorin bleibt sich in diesem Punkt treu, die Seiten blättern sich quasi von allein. Der historische Hintergrund ist nach wie vor glaubhaft und erzählt aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Hier wird auch deutlich, dass das Leben nicht für alle gleich war. Gerade Hamza in Kamerun hat so einige Schwierigkeiten zu bewältigen. Aber überwiegend wird davon geschildert, wie das Leben für Frauen sich in dieser Zeit gestaltet hat. Im Fokus steht aber immer das Leben von Luise und ihrer Familie.


    Fazit:

    Das Ende dieser Saga führt das fort, was die Autorin die gesamte Reihe über geschildert hat. Das Leben einer Frau, die weiß, was sie will und lernt, sich durchzusetzen. Zudem hat sie es verstanden, die losen Fäden der Vorgänger mit einzubinden und einiges zu klären, dabei hat sie die Weichen dafür gestellt, dass die Familie weiterleben kann und ihre eigenen Abenteuer zu bestehen hat. Das Ende war mir zwar zu seltsam, aber irgendwie musste es eben enden. Ich habe diese Saga gern gelesen und mich dabei gut Unterhalten gefühlt.


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