Iris Hannema - Schattenbruder /Schaduwbroer

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  • Es ist erst einige Monate her, dass Hebe ihren Bruder Alec bei einem Tauchunfall verloren hat. Seitdem ist nichts mehr, wie es einmal war; das alltägliche Leben und auch die Beziehung zu ihrer besten Freundin fallen ihr zunehmend schwerer. Also bricht Hebe nach Japan auf, das Land der Träume für die beiden Geschwister. Hier will Hebe neue Dinge sehen und neue Menschen treffen – vor allem Menschen, die sie nicht so sehr an Alec erinnern. Und hier möchte sie auch wieder zu sich selbst finden. Doch in Japan liegt auch der Ort, an dem ihr Bruder verunglückt ist und für Hebe sind noch so viele Fragen offen.


    „Schattenbruder“ wird aus Hebes Perspektive erzählt, beginnend nach dem Tod ihres Bruders. Der war leidenschaftlicher Freediver und jedes Mal, wenn er zu einem Wettkampf aufbrach, gab er seiner Schwester vorher eine Postkarte mit ein paar Worten darauf. Diese Worte geben jedem Kapitel die Überschrift – bis sich eines Tages in Japan für Hebe etwas grundlegend ändert. Das Buch ist in sanfter, poetischer Sprache verfasst und es gelingt der Autorin gut, die Trauer und Verlassenheit der Protagonistin einzufangen. Hebe muss erst einmal herausfinden, wer sie ohne ihren Bruder eigentlich ist und sich von Dingen und Menschen befreien, die sie belasten.


    Der Roman ist definitiv auch etwas für Japanfans und das war für mich – neben dem Verlag – auch der vorrangige Grund, ihn zu lesen. Hebe spürt eine tiefe Verbundenheit zu Japan und ihre Reise dorthin verändert sie. In ihrer Heimat, den Niederlanden, hat sie das Gefühl, von der Reaktion der anderen erdrückt zu werden. In Japan sind die Menschen sehr diskret und Hebe kann selbst entscheiden, ob sie sich gerade mit dem Tod ihres Bruders beschäftigen möchte oder eben nicht. Ein besonderes Rätsel gibt ihr dabei Alecs letzte Karte an sie auf – eines, das sie unbedingt lösen muss, wenn sie ihren Frieden machen will.


    „Schattenbruder“ ist düster und emotional, aber auch voller Hoffnung auf einen Neuanfang – ein faszinierender Roman der zeigt, dass wir alle auf unsere ganz eigene Art trauern und das auch völlig in Ordnung ist.

    1. Schattenbruder

      (Ø)

      Verlag: Freies Geistesleben


  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Iris Hannema - Schattenbruder“ zu „Iris Hannema - Schattenbruder /Schaduwbroer“ geändert.

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