Tove Jansson - Die wundersame Reise ins Mumintal / Die gefährliche Reise / Den farliga resan

  • Buchdetails

    Titel: Die Mumins. Die wundersame Reise ins Mum...


    Band 12 der

    Verlag: Arena

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 32

    ISBN: 9783401711645

    Termin: Juni 2017

  • Bewertung

    4 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

  • Inhaltsangabe zu "Die Mumins. Die wundersame Reise ins Mum..."

    Eine geheimnisvolle Brille führt Susanna aus ihrem langweiligen Alltag in eine faszinierende Welt. Sie zu entdecken ist herrlich aufregend, aber auch gefährlich. Es beginnt eine abenteuerliche Reise, die Tove Jansson in farbgewaltigen, packenden Bildern illustriert. 
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    Jean van der Vlugt
    Wer die Einband-Illu liebt, macht hiermit nix verkehrt. Viel Platz fürne Story is nicht, aber das ist nicht so wichtig!

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  • Die Autorin (Quelle: Arena): Tove Jansson wurde am 9. August 1914 in Helsinki geboren. Ihre Eltern waren der Bildhauer Victor Jansson und die Zeichnerin Signe Hammarsten-Jansson. Tove Jansson kam über die Malerei zum Schreiben. Sie besuchte die Kunstgewerbeschulen in Helsinki und Stockholm und unternahm zahlreiche Studienreisen durch Deutschland, Frankreich und Italien. Bekannt wurde sie durch ihre Geschichten um die beliebten „Mumins“. Ihre Bücher wurden in 33 Sprachen übersetzt und für Fernsehen, Hörfunk, Film und Theater bearbeitet. Für ihr Werk wurde Tove Jansson mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und auch mit der Ehrendoktorwürde geehrt. So erhielt sie 1952 den von Stockholmer Tageszeitungen gestifteten Literaturpreis für das beste Kinderbuch, 1952 die zum Andenken an Selma Lagerlöf gestiftete Nils-Holgersson-Medaille und 1996 den Internationalen Hans-Christian-Andersen-Preis. Tove Jansson verstarb 2001.


    Klappentext (Quelle: Arena): Eine geheimnisvolle Brille führt Susanna aus ihrem langweiligen Alltag in eine faszinierende Welt. Sie zu entdecken ist herrlich aufregend, aber auch gefährlich. Es beginnt eine abenteuerliche Reise, die Tove Jansson in farbgewaltigen, packenden Bildern illustriert.


    Schwedische, finnische, deutsche, englische und französische Ausgaben:

    • Im August 1977 erschien die schwedische Originalausgabe unter dem Titel "Den farliga resan" im finnischen Verlag Schildts/Gebers in Helsingfors (28 Seiten) sowie im schwedischen Verlag Bonnier in Stockholm, neu aufgelegt u.a. zuletzt 2019 bei Förlaget M in Helsingfors.
    • 1977 kam auch eine finnische Übersetzung von Panu Pekkanen unter dem Titel „Vaarallinen matka“ im Verlag Werner Söderström Osakeyhtiö in Helsinki heraus.
    • Die erste deutsche Übersetzung aus dem Schwedischen stammt von Elisabeth Frankenburg. Sie erschien zuerst 1981 unter dem Titel „Die gefährliche Reise“ im österreichischen Verlag St. Gabriel in Mödling. Es war eine reine Prosaübertragung des gereimten Originals.
    • Die deutsche Neuübersetzung stammt von Brigitta Kicherer. Sie erschien im Juni 2017 un-ter dem Titel „Die wundersame Reise ins Mumintal“ im Arena-Verlag in Würzburg (32 Seiten). Es ist ebenfalls eine Prosaübersetzung, allerdings mit einem gereimten Zweizeiler am Ende jeder Seite. Etwas enttäuschend finde ich, dass auf das Gefahrvolle zugunsten des lascheren "Wundersamen" im Titel verzichtet wurde. [-(
    • Die englische Übersetzung von Kingsley Hart erschien 1978 als „The Dangerous Journey“ im Verlag Ernest Benn in London (28 Seiten), wieder aufgelegt u.a. 2010 bei Sort Of Books in London und 2018 bei Drawn and Quarterly in Montréal (32 Seiten).
    • Eine französische Übersetzung von Catherine Renaud erschien 2018 als "Le Dangereux Voyage" bei Cambourakis in Paris (28 Seiten).

    Auftauchende Figuren:
    Das Menschenmädchen Susanna und ihre Katze, einige Hatifnatten, ein Hemul und sein kleiner Hund Knick, die beiden Wusel Tofsla und Vifsla, das Schnüferl, die Morra (unbenannt nur im Bild), Schnupferich und sein Freund Wimsy, Tooticki, der Muminvater, die Muminmutter, die kleine Mü und zumindest im Bild noch andere Bewohner des Mumintals.


    Meine Einschätzung:
    Wer die Einbandillustration liebt, macht mit dem Buch nichts verkehrt, denn inwendig ist es genause großartig! :love: Die Geschichte wird dagegen eher hingetupft: Einige Mumintal-Standards werden nur leicht angerissen, was aber völlig ausreicht, um den gewünschten Effekt und die gewünschte Stimmung zu erzeugen. Die Leser, die Mumin-Vorwissen haben, können so allerdings mehr aus der Geschichte ziehen als Neulinge, denen bestimmte Zusammenhänge und Charakterzüge nicht direkt geläufig sind. Viel Platz für eine Story ist also nicht, aber das ist nicht so wichtig! :queen: Es handelt sich eher um eine auf den mythologischen Kern eingedampfte Heldenreise mit Versatzstücken aus den Mumin-Romanen: das ausgetrocknete Meer aus „Komet im Mumintal“, der Urwald aus „Mumins lange Reise“, ein Sturm wie in „Sturm im Mumintal“.


    Was mir besonders bemerkenswert erscheint ist, dass die ganze Geschichte ihren Ursprung im Zorn und dem Unmut der Hauptfigur Susanna hat: :thumleft: Die starke Emotion der Wut tritt als Motor für das Erschaffen einer mythisch-literarischen Welt in Erscheinung, die die Gegenwart, die einen nervt, mit Pfeffer versorgt und weniger langweilig erscheinen lässt. Der eigentlich negativ gesehene Furor verwandelt sich in etwas Positives, wenn Susanna im Kreis einiger Wegbekanntschaften auf Zufallspfaden den Weg ins Mumintal findet, das hier vielleicht für die traute Beschaulichkeit der Kindheit steht, ein heimatlicher Ort der Familie, wo man sicher und geborgen ist.
    Dass Susanna ein Menschenkind ist, mithin eine Spezies, die bisher im Mumin-Kosmos nie erwähnt wurde (der somit als völlig unverbunden mit der Welt der Menschen erschien), unterstützt die Lesart des Bilderbuches als eine metaphysische Reise in die Fantasie, nicht unähnlich Alices Absturz in das Wunderland, um mit der Vorstellungskraft und der Kreativität zu einer neuen Form der Selbstvergewisserung zu kommen, die einen die Wirklichkeit besser bewältigen lässt. Das Mumintal als ein Ort, an dem man im Geiste Sommerfeste feiert, den man aber auch wieder verlässt, wenn es Zeit ist: In diesen gewissen Nächten, wenn man sich - still und ganz allein - wieder auf den Weg machen muss. :applause:


    Ein wirklich zauberhaft illustriertes Bilderbuch, das attraktiv und spannungsreich mit Andeutungen arbeitet. Vielleicht vor allem eine Art Pastiche für Mumin-Verehrer, aber dieser beiläufige, dabei sehr gefühlvolle und expressive Tonfall, der etliche Temperamente anspricht und ernst nimmt, sollte auch einem jüngeren Publikum aus dem Herzen sprechen, das noch gar nichts mit den Mumins in Berührung gekommen ist: Auf sie wirkt das Mumintal sicherlich noch viel stärker als ein wahres Shangri-La, als mythischer Ort der Harmonie, der Gleichwürdigkeit und der Lebensfreude. :thumleft: Aber man erwarte bitte keine Mumingeschichte - vor allem nicht nach dem endgültigen Abschluss des letzten Mumin-Romans "Herbst im Mumintal": Es geht in der "gefährlichen Reise" tatsächlich nicht um die Mumins, eher um den Mumin-Mythos oder um die sehnsüchtigen Wege der Fantasie, die einen Welten bauen und verbessern lassen. :)

    Heller "Was geschah mit Slocum?" (462/570)


    Jahresbeste: Mizielińska (2022), Lorenzen (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

    Gelesen: 47 (2022), 185 (2021), 161 (2020), 127 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Kauf: P. Djèlí Clark "Ring Shout" (21.4.)

  • Im August 1977 erschien die schwedische Originalausgabe unter dem Titel "Den farliga resan" im finnischen Verlag Schildts/Gebers in Helsingfors (28 Seiten) sowie im schwedischen Verlag Bonnier in Stockholm, neu aufgelegt u.a. zuletzt 2019 bei Förlaget M in Helsingfors.


    Beim deutschen Amazon werde ich nicht fündig, aber beim "Förlaget".

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  • Die erste deutsche Übersetzung aus dem Schwedischen stammt von Elisabeth Frankenburg. Sie erschien zuerst 1981 unter dem Titel „Die gefährliche Reise“ im österreichischen Verlag St. Gabriel in Mödling. Es war eine reine Prosaübertragung des gereimten Originals.

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