Robert Merle - Malevil

  • Kurzbeschreibung:

    Eine utopische Robinsonade

    Im Schutze einer hohen Felswand gelegen, hat die mittelalterliche Burg Malevil die atomare Verwüstung der Erde überdauert. Ihre Bewohner haben für begrenzte Zeit noch Lebensmittel, etwas Vieh, Saatgut.

    Sie müssen sich der Bedrohung durch Plünderer und Söldnerbanden erwehren, und der Rückfall in eine durch Mangel bedingte Barbarei stellt ihr Überleben täglich aufs neue in Frage. Doch mit der dem Menschengeschlecht eigenen Unverdrossenheit und Energie wagen sie das Abenteuer eines neuen Anfangs. (Quelle: Aufbau Verlag)


    Autor:

    Robert Merle wurde 1908 in Tébessa in Algerien geboren. Nach Schule und Studium in Frankreich war er von 1940 bis 1943 in deutscher Kriegsgefangenschaft. 1949 erhielt er den Prix Goncourt für seinen ersten Roman "Wochenende in Zuydcoote", 1952 gelang ihm ein weltweiter Erfolg mit "Der Tod ist mein Beruf". Robert Merle starb im März 2004 in seinem Haus in Montfort-l"Amaury in der Nähe von Paris. (Quelle: Aufbau Verlag)


    Allgemeines:

    Veröffentlicht 1972, Die erste deutsche Auflage erschien 1975 im Aufbau-Verlag.


    Ich-Erzähler des Buches ist Emmanuel Comte, der in der Burg Malevil im südwestlichen Frankreich mit einigen Freunden den Bombenabwurf überlebt. Eingeschoben werden immer wieder Ergänzungen seines Freundes Thomas, der nicht immer mit Emmanuels Meinung übereinstimmt.


    547 Seiten in der Printausgabe.


    Meine Meinung:

    In meiner Jugend habe ich Robert Merles Bücher verschlungen und ich war gespannt, ob sie mich heute immer noch so begeistern können. Ja, sie können es. Merle erzählt von der großen Katastrophe, dem Kampf ums Überleben und über menschliche Abgründe und das alles völlig unaufgeregt und ohne Szenen brutaler Gewalt. Aber gerade dadurch wird die Geschichte umso eindringlicher und berührender. Mögen manche Dinge ein wenig unlogisch erscheinen (Kann es wirklich sein, dass es Überlebende in einer von einem Atomschlag vernichteten Welt gibt?) gelingt es dem Autor doch, das in den Hintergrund treten zu lassen. Man findet sich in der Gemeinschaft auf Malevil ein, man gehört dazu. Emmanuels Schilderungen des Lebens, seiner Gedanken und Entscheidungen sind dabei von so feinem Humor durchdrungen, dass die Tragik des Erlebten zuweilen sogar in den Hintergrund tritt. Und dennoch wird die Tragweite aller Handlungen bewusst und man ist als Leser gefragt, wie man sich selbst in einer solchen Situation verhalten und sich einer solchen Gemeinschaft eingefügt hätte.
    Von mir gibt es volle :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:


    Fazit:

    Immer noch lesenswerte, großartig erzählte Geschichte von gemeinschaftlichem Zusammenhalt, menschlichen Abgründen und einem möglichen Überleben nach der schier unvorstellbaren Katastrophe.

    Gelesen in 2024: 9 - Gehört in 2024: 6 - SUB: 626


    "Wenn der Schnee fällt und die weißen Winde wehen, stirbt der einsame Wolf, doch das Rudel überlebt." Ned Stark

  • Da kann ich mich Deiner Meinung nur anschliessen, ich fand das Buch auch Klasse.

    Wäre direkt mal einen re-read wert, ist schon so lange her. Ich war 18 oder 19 als ich den Film im Kino sah und danach dann das Buch als.

  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Robert Merle - Malevil / Malevil“ zu „Robert Merle - Malevil“ geändert.