Chris Offutt - Unbarmherziges Land / The Killing Hills

  • Kurzmeinung

    Annabell95
    1,5 Sterne... abgebrochen... Spannung Fehlanzeige und unzugängliche Protagonisten...
  • Kurzmeinung

    mapefue
    Was ist tödlicher? Die Menschen oder die Landschaft?

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  • Kentucky – unbekanntes Land und doch vertraut


    Chris Offutt hat einen spannenden und düsteren Krimi vorgelegt. Mit einigen Twists und Nebenhandlungen, die die Erwartung an das Buch steigern. So z.B. erfahren wir gleich zu Beginn, dass Linda Hardin, erster weiblicher Sheriff im County nicht richtig ermitteln kann weil es dem Bürgermeister ungelegen wäre, wenn eine Frau den Fall löst, der County Judge hat was gegen die Familie Hardin, Murvin Knox, ein Kohlemagnat stellt ihr gar einen Aufpasser vom FBI an die Seite, der ihm jeden Zug von Linda Hardin berichtet. Und so bittet Linda ihren Bruder Mick, der gerade auf Heimaturlaub von der Army ist, um Hilfe. Mick ist hochausgebildeter Mordermittler, hat für die Armee viele Fälle gelöst, war in Einsätzen in Syrien, Irak, Afghanistan, er ist also sehr wohl in der Lage seiner Schwester zu helfen. Er ermittelt auf eigene Faust, tauscht sich aber regelmäßig mit Linda aus, bringt sie auf den neuesten Stand.


    Eine der Nebenhandlungen sind Micks Eheprobleme mit seiner hochschwangeren Frau Peggy. Ich würde sagen, es sind zu erwartende Probleme, wenn Mann und Frau sich jahrelang nur sporadisch sehen. Mick löst elegant die Situation, so dass damit beide auf ihre Weise damit leben können.


    Interessant: bei diesem Krimi erfahren wir nicht erst im letzten Absatz auf der letzten Seite, wer der Mörder ist, sondern schon gut 100 Seiten vorher. Aber die Suche nach einem bekannten Mörder ist genauso spannend wie die Suche nach dem großen Unbekannten.


    Um die Symmetrie zu wahren, beginnt und endet der Roman mit einer humorvollen Szene, wenn man so sagen darf: . Absolut drollig fand ich in der Eröffnungsszene den alten Mann, der zuerst seine Ginseng Pflanze an einen sicheren Ort verpflanzt, bevor er die Polizei wegen der soeben entdeckten Leiche ruft. Der Mann weiß Prioritäten zu setzen. Und die Frau ist ja schließlich tot. Aber die Ginseng Pflanze muss vor dem Niedertrampeln geschützt werden. Die Schlussszene war zum Genießen. Die Liebe zwischen Army und FBI war nie sonderlich groß und was Mick da tut ist ihr auch nicht gerade förderlich. Schön!


    Die handelnden Personen sind klar definiert und wirken ansprechend: ein schluchzender Mörder, ein knallharter Ermittler,

    Wir als Leser können die Handlungen all dieser Menschen nachvollziehen, sie verstehen, ihnen Sympathie entgegenbringen. Chris Offutt schafft es, dass wir Mitleid mit den Mördern haben.


    Das Titelbild ist beeindruckend: Landschaft und Pickup sind in dramatisches Feuerrot getaucht, ein Hingucker schlechthin.

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Chris Offutt Unbarmherziges Land“ zu „Chris Offutt - Unbarmherziges Land / The Killing Hills“ geändert.
  • Blutrache auf Amerikanisch


    Bunt und ins Auge stechend... so könnte das Cover des neuen Romans von Chris Offutt beschrieben werden und vor allem eine Überraschung. Kaum 220 Seiten und dafür trotzdem mit einem stolzen Preis versehen. Doch nach der Leseprobe war es klar, dass ich dieses Buch lesen wollte und es ist sicherlich kein Literarisches Meisterwerk aber eine gute Geschichte , die mir mehr über Kentucky erzählt und der Krimi daran eigentlich fast Beiwerk ist.

    Mick Hardin erwacht total besoffen in der kleinen Blockhütte im Wald , in der auch groß geworden ist, durch den Besuch seiner Schwester Linda, die mittlerweile der Sheriff dieses Countys geworden ist. Sie bittet ihren Bruder um Hilfe, da eine Frau getötet wurde...

    Mick arbeitet normalerweise in der Army und ist auf Urlaub zu Hause um seine privaten Probleme mit seiner Frau Peggy zu lösen, was an sich nicht so einfach ist, doch wer hätte ahnen können, dass jeder in diesem County irgend eine Geschichte hat, die nicht so ohne ist.

    Die Suche nach dem Mörder wird auch zu einer Geschichte über die Einwohner und Ihre Besonderheiten, Ihre Verwandtschaftsverbindungen zu einander, Ihre Eigenarten und ihrem Weg mit Niederlagen umzugehen. Wer nicht aus dieser Gegend kommt, hat so gut wie keine Chance in dieser herrlich verstrickten Welt anzukommen. Es ist in jedem Fall ein wunderbarer Einblick in die Blutrachewelt aus den USA.

    Der Schreibstil ist sehr stark und ehe man sich versieht, ist das relativ dünne Buch auch schon gelesen, was natürlich für den Schreibstil spricht auf der anderen Seite aber auch etwas unbefriedigend ist, da die Geschichte schnell wieder vorbei huscht. Mick ist klar der Held und auch sehr sympathisch, mit Hirn , Einfühlungsvermögen und auch Durchsetzungsvermögen, die Idealbesetzung und der amerikanische Traum also...

    Es hat mir sehr gut gefallen und ich werde langsam aber sicher zu einem Tropen Verlag Fan, da mich die letzten Romane schon stark beeindruckt haben. Was mir absolut nicht gefällt, ist wie gesagt der Preis , der für 220 Seiten zu hoch ist.

    Für mich eine Empfehlung, aber die Zielgruppe ist breit gesteckt. Klarer Held, der alles kann , Krimi der eher Beiwerk ist aber auch gut gelöst wird und eine Verhaltensstudie der Bewohner von der Bergregion in Kentucky. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Linda,die in Eldridge County Sheriff ist,muss ihren ersten Mordfall lösen.Aber die lokalen Politiker sind nicht sonderlich begeistert davon und legen ihr Steine in den Weg und wollen Linda aus dem Fall drängen.Wie gut dass ihr Bruder Mick Hardin gerade auf Heimaturlaub da ist. Er ist Ermittler bei der US-Army.Mit ihm macht sie sich auf den Fall zu lösen. In der Hügellandschaft Kentucky's gibt es nur eine Frage:Wer oder was ist tödlicher?Die Menschen oder die Unbarmherzigkeit der Natur.


    Die Protagonisten waren mir gleich sympathisch besonders Linda gefiel mir dabei gut.Der Schreibstil ist klar,eher ruhig und flüssig zu lesen.Die Spannung nimmt zwar zu aber für mich bleibt auf einer gewissen Höhe "hängen".


    Fazit:Auf dem Land und in den Wäldern Kentucky's ist das Leben härter aber auch einfacher als in der Stadt.Ich konnte mich gut in die Gegend hinein versetzen.Die Bewohner in den Dörfern sind eine Spezies für sich.Die meisten sind untereinander verheiratet und man kennt sich.Das Buch fängt ruhig an was auch am Schreibstil liegt.Meiner Meinung nach ist der Krimi "leicht" ich hatte ihn mir eher dichter und düsterer vorgestellt.Was ja nicht gerade das schlechteste ist,im Gegenteil. So bin ich auch recht zügig durch das Buch gekommen.Die Dialoge sind nicht besonders lang da die Bewohner zurückhaltend und argwöhnisch sind.Der Krimi hat zwei Handlungsstränge die der Ermittlungen und das Privatleben von Mick das auch spannend gehalten wird.Bis zum Ende hin ist mir die Story doch etwas kühl vorgekommen.Der Autor schreibt mit einer gewissen Distanz meiner Meinung nach.Es ist ein "typischer"Krimi der recht gut zu lesen ist.

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Die karge und raue Landschaft Kentuckys ist in diesem Krimi nicht nur Kulisse und Schauplatz, sondern spielt eine zentrale Rolle, hat sie doch die Menschen, die hier leben, seit Generationen tief geprägt. So auch den Hauptakteur Mick Hardin, Ermittler für das CID der US-Army, der sich im Moment auf Heimaturlaub befindet. Allerdings verbringt er diesen nicht zu Hause bei seiner hochschwangeren Frau, sondern in einer Hütte im Wald, in der er bei seinem Großvater aufgewachsen ist. Denn seine Frau ist nicht von ihm schwanger…


    Als eine weibliche Leiche in den Bergen gefunden wird, muss Hardins Schwester Linda, die erst kürzlich zum ersten weiblichen Sheriff von Rowan County aufgestiegen ist, ihren ersten Mordfall aufklären. Da sowohl Linda als weiblicher Sheriff als auch die Justiz im Allgemeinen keinen guten Stand in den Kentucky Hills haben, bittet sie ihren Bruder um Unterstützung. Dieser stürzt sich mit seinen ganz eigenen Methoden in die Ermittlungen, da er dabei seine privaten Probleme gut verdrängen kann, aber auch, um für Gerechtigkeit zu kämpfen.


    Mick und Linda bilden ein eher wortkarges, aber gut funktionierendes Geschwister-Ermittlerpaar. Privatleben und der eigentliche Kriminalfall nehmen etwa gleich viel Raum ein, was aber der Spannung keineswegs abträglich ist. Der Krimi ist schlüssig, unterhaltsam und durchweg spannend. Einzig der Schluss war mir etwas zu ,,amerikanisch“ heldenhaft. Aber vielleicht darf Mick Hardin ja noch in einem Folgeband ermitteln?

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Zu wenig Tiefgang


    Dieses Buch lässt mich etwas traurig zurück, nachdem es so vielversprechend begonnen hat.


    In den Bergen von Kentucky ist ein Mord passiert. Der weibliche Sheriff Linda Hardin bittet ihren Bruder, der eigentlich bei der Armee als Ermittler für das CID dient und nur seinen Urlaub zu Hause verbringt, um Hilfe. Mick Hardin fängt daraufhin die Ermittlungen an. Zudem geht es auch um die Eheprobleme von Mick mit seiner schwangeren Frau Peggy.


    Auch wenn ich den Schreibstil und die Beschreibungen der Landschaft, sowie die Eigenheiten der Einheimischen angesprochen haben, war das Buch einfach nicht spannend. Ich habe zu keinem Zeitpunkt mitgefiebert. Mick Hardin ist mir sympathisch und ich habe das Buch auch gerne gelesen, aber keine der Figuren wurde mir näher gebracht und bei keiner hat mich ihr Leben oder Ableben näher tangiert. Ich war auch bei Wendungen nicht weiter überrascht, da das Mitfiebern einfach fehlte.


    Schade fand ich auch, dass Linda als Sheriff bei den Ermittlungen kaum in Aktion trat. Selbst scheint sie nicht großartig in den Fall involviert zu sein. Mick hingegen ermittelt, deckt alles auf, durchschaut jeden und behält zu jedem Zeitpunkt auch das große Ganze im Auge. Dabei ist er fast emotionslos. Der Leser nimmt an seinen Entscheidungsfindungen nicht teil. Ich habe seine Empfindungen nicht miterlebt, sondern wurde lediglich darauf hingewiesen, dass er nun so empfindet. Auch eine besondere emotionale Nähe zwischen den Geschwistern kam leider nicht auf.


    Die Ehekrise war derart wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden, dass ich mich frage, weshalb man diesen Aspekt nicht völlig rausgelassen hat. Mick war zwar traurig darüber und hat nicht im ehelichen Haushalt gelebt, aber jegliche Gedanken, die er sich deshalb und insbesondere hinsichtlich der Lösung des Problems gemacht haben mag, hat er ohne den Leser erledigt.


    Nachdem mich die ersten Seiten (das Auffinden der Leiche und die erste Interaktion zwischen den Geschwistern) sehr angesprochen hat und dazu führte, dass ich das Buch lesen wollte, hat es leider insgesamt meine Erwartungen an einen Krimi nicht erfüllt.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Ein Meisterwerk in wenigen Worten


    Buchmeinung zu Chris Offutt – Unbarmherziges Land


    „Unbarmherziges Land“ ist ein Kriminalroman von Chris Offutt, der 2021 bei Tropen in der Übersetzung von Anke Caroline Burger erschienen ist. Der Titel der amerikanischen Originalausgabe lautet „The Killing Hills“ und ist 2021 erschienen.


    Zum Autor:
    Chris Offutt, geboren 1958, ist Autor mehrerer Romane, für die er mit dem Whiting Writers Award und dem American Academy of Arts and Letters Fiction Award ausgezeichnet wurde. Zuletzt erhielt er 2019 für Country Dark den französischen Prix Mystère de la Critique. Er lebt im ländlichen Lafayette County in der Nähe von Oxford, Mississippi.


    Klappentext:
    Mick Hardin, Ermittler für das CID der US-Army, ist auf Heimaturlaub. Seine Frau ist hochschwanger, doch sie reden nicht miteinander. Seine Schwester Linda, erst kürzlich zum ersten weiblichen Sheriff von Rowan County aufgestiegen, steht vor ihrem ersten Mordfall, den ihr die lokalen Politiker am liebsten wegnehmen würden. Der übliche Chauvinismus oder geht es um mehr? Mit ihrem Bruder Mick macht sich Linda an die Lösung des Falls, denn sie weiß, dass unter der schönen und rauen Hügellandschaft Kentuckys die Gewalt brodelt und die offizielle Justiz keinen guten Stand hat. Bleibt nur die Frage, was tödlicher ist: die Menschen oder die Unbarmherzigkeit der Natur.


    Meine Meinung:
    Schon der Einstieg zeigt die Naturverbundenheit, aber auch die Einstellung der Menschen, sich vorwiegend nur auf sich zu verlassen. Dann der erste Auftritt der Hauptfigur Mick Hardin, der sich in eine abgelegene Hütte zurückgezogen hat, um sich sinnlos zu betrinken. Er arbeitet als Militärpolizist, der sich um Mordfälle weltweit in der US-Armee kümmert. Er hat Heimaturlaub, um seiner Frau bei der Geburt des ersten Kindes beizustehen. Mit wenigen Worten schafft der Autor eine nahezu vollständige Beschreibung der Situation. Es passt zur Mentalität der Bewohner dieses Landstreifens. Man redet nicht viel und so vermeidet auch der Autor überflüssige Worte. Auch die meisten Figuren werden nur kurz skizziert und doch wirkt die Beschreibung vollständig. Als seine Schwester, Sheriff der Region, ihn um Unterstützung im Mordfall bietet, beginnt Mick Hardin zu ermitteln. Er ist naturverbunden und er weiß, wie die Menschen hier denken und handeln. Man löst seine Probleme ohne die Obrigkeit und Blutrache ist ein Thema. Mick handelt überlegt und seine Maxime ist es, weiteren Schaden zu vermeiden. Das bestimmt sein ganzes Handeln und er versucht auf die Betroffenen in diese Richtung einzuwirken. Er wirkt sehr kompetent und das in vielerlei Hinsicht. Beeindruckt hat mich sein moralischer Kompass, der ihn sehr sympathisch wirken lässt. So hat er am Ende alles aufgelöst und doch das Gefühl, total versagt zu haben.
    Der Schreibstil ist besonders. Fast trocken beschreibt der Autor die Natur, die Gedanken und das Handeln der Menschen. Fast ausschließlich wird die Geschichte aus der Sicht von Mick Hardin geschildert. Fallrelevantes und Persönliches wechseln sich ab, Actionszenen sind selten und sind sehr dezent beschrieben. Der Fokus liegt auf der komplexen Hauptfigur. Manchmal gönnt der Autor sich eine Prise staubtrockenen Humors.


    Fazit:
    Mich hat dieses Werk begeistert und die Hauptfigur Mick Hardin ist der Hammer. Sein moralischer Kompass bestimmt sein Handeln und es ist überaus spannend, der Umsetzung zu folgen. Man gewinnt am Ende den Eindruck, kein unnötiges Wort gelesen zu haben. Deshalb bewerte ich das Buch mit der Höchstnote fünf von fünf Sternen (100 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus. Es lohnt sich.

    :study: Colson Whitehead - Harlem Shuffle

    :study: Petra Schier - Das Kreuz des Pilgers

    :study: Stephanie Schuster - Freiheit im Angebot

    :musik: Graham Norton - Ein irischer Dorfpolizist

  • Mick ist Sonderermittler der Army und auf Heimaturlaub. Da er Eheprobleme hat, wohnt er in der alten Hütte seines Großvaters im Wald. Seine Schwester Linda, der örtliche Deputy, bittet ihn um Hilfe in einer Mordermittlung. Mick wendet hier seine eigenen, manchmal unkonventionellen Methoden an.
    Das Buch ist aus Sicht von Mick geschrieben. Der Autor beschreibt eine archaische Welt in der Tradition und Blutsbande sehr wichtig sind. In dieser Welt hat es Linda schwer als Frau akzeptiert zu werden. Er schafft es, die Atmosphäre rüberzubringen. Das Buch war für mich auch kein klassischer Krimi. Eher ähnelt er einen Western, in dem die Protagonisten ihre Angelegenheiten ohne die Polizei lösen, auch wenn dadurch ein Mord nötig wird.
    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es stimmt einfach alles. Von mir gibt verdiente fünf Sterne.

    Sub: 5440:twisted: (Start 2021: 5421)

    gelesen 2021: 75 / 1 abgebrochen

    gelesen 2020: 92 / 2 abgebrochen / 42592 Seiten

    gelesen 2019: 90 / 1 abgebrochen / 36631 Seiten

    gelesen 2018: 80 / 2 abgebrochen / 32745 Seiten


    :montag: James Lee Burke - Keine Ruhe in Montana

    :study:

    Lesen... das geht 1 bis 2 Jahre gut, aber dann ist man süchtig danach.

  • So ist das in Kentucky, ein alter Mann sucht Ginseng und findet eine Frauenleiche.


    Weil es ein Kentucky-Krimi ist steht Kentucky mit seiner Landschaft und seinen Menschen im Mittelpunkt. Nicht alle sind Hinterwäldler, sie kommen halt nicht so oft raus aus Kentucky, diesem „unbarmherzigen Land“: Oh, the sun shines bright, on my old Kentucky home…

    Nur der englische Titel mit „The Killing Hills“ ist treffsicherer und drastischer.


    Wären da nicht Linda Hardin, "erster weiblicher Sheriff des Countys" und ihr Bruder Mick Hardin, Ermittler für das CID der US-Army; beide mischen die Einwohner auf und lösen den Fall. Mick ist auf Heimaturlaub, seine Frau Peggy ist schwanger, er übernachtet im Wald, oh, nicht ganz harmonisch. Harmonie gibt es nur zwischen Linda und Mick.



    Mick fährt einen Pick-Up Chevrolet 1963 (stilisierte Abbildung auf dem Cover), den bereits sein Vater und Großvater gefahren hatte.


    "Unbarmherziges Land" war das erste Buch aus einem Klett&Cotta-Paket, das ich von Chris Offut gelesen habe. Spannend und mit viel Atmosphäre geschrieben. In der Kürze – 220 Seiten – liegt die Würze.

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

  • US-Lokalkolorit und ein spannender Mordfall


    Dieser Krimi wirkt aus “europäischer” Sicht nicht nur aufgrund der Geschichte spannend, sondern auch weil er so viel Lokalkolorit und Eigenheiten hat. Ob das akkurat ist oder nicht, kann ich natürlich nicht beurteilen aber im Buch kommen die Einwohner der (fiktiven) Kleinstädte zwischen den bewaldeten Hügeln Kentuckys speziell rüber.


    Nicht nur, dass jeder jeden kennt, wenn er ihn nicht kennt, braucht er nur nach dem Familiennamen zu fragen und schon ist klar, welche der Vorfahren die eigenen Vorfahren mochten oder nicht. Alte Familienfehden halten sich hartnäckig.


    Protagonist Mick Hardin, Soldat auf Heimaturlaub und Spezialist für Mordermittlungen (innerhalb des Militärs), stellt sich nie selbst vor, wenn er Unbekannte besucht um sie zu befragen. Er stellt sich nur als Sohn seines Vaters vor. Ob das auch für Töchter gilt?


    Abgesehen davon findet Autor Chris Offutt auf den 220 Seiten auch viel Platz für die Natur, die Lebensweise der Menschen und die Dynamik einer Kleinstadt mit all ihren Vorteilen und Nachteilen.


    Obwohl er genug eigene Probleme zu lösen hat (wegen derer er Urlaub bekam), erwacht Micks Instinkt als ihn seine Schwester Linda um Hilfe bittet. Sie ist der Sheriff des Ortes und arbeitet an einem Mordfall. Sie erkennt bald, dass hinter dem Mord diverse Interessen stecken könnten, in die sie sich in ihrer Position nicht hineinziehen lassen sollte.


    Die Kapitel sind kurz, der Schreibstil flott und die Figuren nicht austauschbar und mit teilweise witzigen Eigenheiten ausgestattet. Sie driften nie zu sehr ins Klischee ab (bis auf wenige Ausnahmen, wo das definitiv gewollt ist) und obwohl man die Geschwister auch privat kennenlernt, hat man nicht das Gefühl, dass dieser Teil der Handlung zu viel Gewicht bekommt. Die Mischung stimmt.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Krimispannung Fehlanzeige

    Mick Hardin ist Ermittler beim CID der US-Armee und auf Heimaturlaub, da seine Frau hochschwanger ist. Aber er ist nicht wirklich für sie da. Stattdessen vergräbt er sich in einer einsamen Hütte im Wald. Seine Schwester Linda wurde erst kürzlich zum ersten weiblichen Sheriff ernannt und steht nun vor ihrem ersten Mordfall. Sie zieht ihren Bruder Mick zu ihren Ermittlungen hinzu.

    Man sollte meinen, dass Linda die Ermittlungen führt, aber so ganz hat es sich nicht herauskristallisiert, was sie wirklich in der Story macht. Für mich war sie eher eine Nebenperson, die Mick in seinem Tun bestätigt und nur für "Ja, Mick, toll" da war. Es hatte den Eindruck als wenn der Autor es selbst nicht genau wusste.

    Der Autor war glaube ich selbst verliebt in seinen geschaffenen Charakter Mick Hardin. Er hat ihn immer sehr großartig hingestellt, der alles kann und alles weiß. Dabei war er auch immer selbst von sich überzeugt und mit seinen Problemen beschäftigt. Allgemein war das Buch sehr männerlastig - Sohn, Enkel, Bruder... Ein bisschen sehr machomäßig wie ich finde.

    Vieles wurde auch einfach an den Haaren herbeigezogen. Ein Maultier, was als Verandahalter herhalten muss, weil ein Holzbalken kaputt gegangen ist. Wer's glaubt... ich jedenfalls nicht.

    Naja die Umgebungsbeschreibungen fand ich sehr schön. Sie haben ein wenig für das Kentucky-Flair gesorgt. Der Schreibstil war recht flüssig, hatte aber nichts Fesselndes an sich. Das war's dann eigentlich auch schon an den positiven Seiten des Buches.

    Der Einstieg ins Buch hat mir noch gefallen, aber die Ermittlungen im Mordfall wurden dann eher Nebensache. Viel eher ging es dann um Familienfehnden.

    Mein Fazit:

    Obwohl das Buch nur einen Umfang von 224 Seiten hat, habe ich es nach der Hälfte abgebrochen. Ich bin absolut nicht reingekommen und auch mit den Protagonisten nicht warm geworden. Ich habe leider nur 1,5 Sterne für dieses Buch übrig. Meine Zeit nutze ich lieber für andere bessere Bücher.


    :bewertung1von5: :bewertungHalb:

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