Tracy Wolff - Crave

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  • Inhalt:
    Nach dem Unfalltod ihrer Eltern verschlägt es Grace buchstäblich ins kalte Exil: die Wildnis von Alaska, wo ihr Onkel ein Internat leitet, in dem es nicht mit rechten Dingen zugeht. Und die Schüler sind nicht weniger mysteriös, allen voran Jaxon Vega, zu dem Grace sich auf unerklärliche Weise hingezogen fühlt – trotz aller Warnungen, dass sie in seiner Nähe nicht sicher ist. Doch Jaxon hat seinen Ruf nicht umsonst: Je näher sie und der unwiderstehliche Bad Boy einander kommen, desto größer wird die Gefahr für Grace. Offensichtlich hat jemand es auf sie abgesehen …

    Rezension:
    Innerhalb eines Monats hat sich Graces komplettes Leben auf den Kopf gestellt.
    Nach dem Tod ihrer Eltern packt sie alles, was ihr von ihrem bisherigen Leben noch geblieben ist, in drei Koffer und begibt sich auf die Reise nach Alaska, wo ihr Onkel Schulleiter der Katmere Academy ist, an der Grace ihren Abschluss machen soll.
    Schnell merkt Grace, dass dort etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und die Schüler ihr was verheimlichen. Als Grace dann auch immer wieder in lebensbedrohliche Unfälle verwickelt wird, ist klar, dass es jemand auf ihr Leben abgesehen hat.


    "Crave" ist der Auftakt der vierteiligen Katmere Academy Chroniken von Tracy Wolff, der bis auf vier Kapitel aus der Ich-Perspektive der siebzehn Jahre alten Grace erzählt wird. In den anderen vier Kapiteln dürfen wir aus der Perspektive von Jaxon Vega lesen.


    Mit dem Tod ihrer Eltern hat sich Graces Leben auf einen Schlag verändert. Sie musste ihr gewohntes Leben in San Diego hinter sich lassen, doch zum Glück hat sie an der Katmere Academy ihre Cousine Macy und ihren Onkel Finn, die sich um Grace sorgen und immer für sie da sind. Aber schon kurz nach ihrer Ankunft macht sie Jaxon Vega, den verschlossenen Bad Boy der Academy auf sich aufmerksam, der einen ganz anderen Grund hat, warum ihm Graces Wohlergehen wichtig ist. Und seinen Schutz kann Grace auch dringend brauchen, denn schnell wird klar, dass ihr jemand nach dem Leben trachtet.


    Grace hat mir insgesamt ganz gut gefallen. Sie lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen, ist aber auch leicht naiv. Ich hätte mir manchmal gewünscht, dass sie mehr hinterfragt und über manche Handlungen noch mal intensiver nachgedacht hätte, aber ich mochte sie dennoch ganz gern.
    Jaxon ist unnahbar und undurchschaubar. Die Schüler der Katmere Academy haben Respekt und vielleicht auch Angst vor ihm. In Graces Gegenwart zeigt er aber eine mitfühlende und verständnisvolle Seite, denn er kümmert sich um Grace und ist für sie da, wenn sie ihn braucht. Ich mochte Jaxon echt gerne und fand es schön, dass wir drei wichtige Kapitel des Buches am Ende noch mal aus seiner Perspektive lesen durften und so einen Einblick in seine Gedanken bekommen haben!


    Die fast siebenhundert Seiten habe ich innerhalb von zwei Tagen gelesen, denn ich mochte Tracy Wolffs Schreibstil sehr und das Buch ließ sich echt richtig gut lesen!
    Als Grace an der Katmere Academy ankommt, wird schnell klar, dass die Schüler nicht so normal sind, wie sie sich gegenüber Grace geben. Vieles konnte man sich schnell zusammenreimen, weil die Hinweise da waren, aber richtige Erklärungen bekam man erst recht spät. Gut dreihundert Seiten musste man lesen, um endlich zu erfahren, woran man bei "Crave" ist, was natürlich auch dafür gesorgt hat, dass die Spannung hoch war, eben weil man auf die Antworten hingefiebert hat!
    Ich möchte nicht zu viel vorwegnehmen, aber wer glaubt, hier nur auf Vampire zu treffen, der könnte überrascht werden.


    Ich fand es ein wenig schade, dass wir nur wenig über die verschiedenen Hintergründe der Schüler erfahren haben. Die Liebesgeschichte zwischen Jaxon und Grace stand definitiv im Vordergrund, was mir auch gut gefallen hat, denn ich mochte die beiden wirklich sehr, auch wenn es mit den beiden relativ schnell ging und zum Teil ein wenig kitschig war. Aber ich hätte mir von Grace auch mehr Fragen an Jaxon gewünscht. Das Buch ist ja relativ umfangreich, sodass für solche Fragen, deren Antworten der Welt etwas mehr Tiefe gegeben hätten, definitiv noch genug Zeit gewesen wäre!


    Für mich war das Buch aber zu keiner Zeit langweilig, auch weil Grace immer wieder in lebensbedrohliche Unfälle verwickelt war, die Spannung in die Geschichte gebracht haben.
    Mit manchen Wendungen konnte mich Tracy Wolff überraschen, manche fand ich etwas vorhersehbar, aber die Geschichte konnte mich insgesamt sehr gut unterhalten!
    Am Ende ging es mir dann doch etwas schnell und besonders hier haben mir die Erklärungen gefehlt, aber das offene Ende und natürlich der Cliffhanger sorgen dafür, dass ich sehr neugierig auf den zweiten Band bin!


    Fazit:
    "Crave" von Tracy Wolff ist ein spannender und mitreißender Auftakt!
    Mir haben Jaxon und Grace richtig gut gefallen und auch die Geschichte konnte mich fesseln!
    Ich fand es aber schade, dass Grace nicht viel mehr Fragen zu der Welt, in die sie hineingeraten ist, gestellt hat, denn hier habe ich das Gefühl, bisher nur an der Oberfläche gekratzt zu haben.
    Dennoch hat mir dieser erste Band echt gut gefallen, sodass ich vier Kleeblätter vergebe und mich schon sehr auf den zweiten Band freue!

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Oh, was hatte ich Spaß mit diesem Buch. Der Erzählstil der Autorin ist so herrlich witzig, frech und echt, dass das Lesen einfach nur ein großes Vergnügen war. Der Text sprüht vor witzigen, sarkastischen und bissigen Kommentaren, die mal nur gedacht, mal aber auch laut ausgesprochen werden. Da kommt Freude auf! Dazu ist die Protagonistin und Ich-Erzählerin so nahbar und greifbar, dass es leichtgefallen ist, mit ihr mitzufühlen und die Geschichte durch ihre Augen zu erleben.


    "Crave" ist für mich das neue "Twilight", und zwar für erwachsenere Leser. "Crave" ist blutig, ernst, heiß und prickelnd. Die Charaktere sind unglaublich tiefgründig angelegt, es gibt einen tieferen Sinn hinter ihrem Auftreten, hinter ihrer Entwicklung. Vor allem dieser Hintergrund hat mich begeistert, denn er steht in starkem Kontrast zu der witzigen und lockeren Seite, die dieses Buch auch hat, und gibt der Geschichte eine Vielseitigkeit, die ihr absolut guttut.


    Tracy Wolff nimmt sich Zeit für ihre Charaktere, lässt sich Zeit mit dem Erzählen. Kein Wunder, dass das Buch so ein Wälzer ist, aber das sollte auch genau so sein. Es kommt keine Langeweile auf, nur manchmal hatte ich den Eindruck, dass sich Szenen ein wenig zu sehr ähneln und wiederholen, aber das machen der Erzählstil und die Figuren wett.


    Mit dem letzten Viertel des Buches war ich leider nicht ganz glücklich. Hier nimmt die Handlung eine krasse Wendung, es wird übersinnlich und fantastisch. Ich mochte die etwas bodenständigere Handlung lieber, auch wenn der Showdown abzusehen war. Die Geschichte endet mit einem richtig fiesen Cliffhanger. Ich bin gespannt, wie sich Band 2 daran anschließen wird.


    Es gibt in diesem ersten Teil der Reihe schon so viel zu entdecken. So viel wird über die Welt, die Tracy Wolff erschaffen hat, angedeutet. Ich bin gespannt auf die Folgebände und freue mich auf das Wiedersehen mit den lieb gewonnenen Charakteren.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
    Hape Kerkeling


    "Jemanden zu lieben bedeutet, ihn freizulassen. Denn wer liebt, kehrt zurück."
    Bettina Belitz - Scherbenmond


    http://www.lektorat-sprachgefuehl.de

  • Neues Jahreshighlight!


    Als riesiger Twilight-Fan kam ich an diesem YA-Romantasy-Werk natürlich nicht vorbei und war unheimlich gespannt, ob Bestsellerautorin Tracy Wolff mit ihrem bei dtv erschienenen Auftakt zu den Katmere-Academy-Chroniken tatsächlich einen vergleichbaren Hype auslösen würde wie einst Stephenie Meyer mit ihrer epischen Vampirsaga, die aus unserer Popkultur nicht mehr wegzudenken ist. Ich persönlich kann nur sagen: WOW! Ich hatte enorm hohe Erwartungen, die massiv übertroffen worden sind – was für ein Wahnsinnswerk!! In weniger als 2 Tagen hatte ich die rund 700 Seiten quasi inhaliert und sämtliche Folgebände sind direkt auf meine Wunschliste gewandert!


    Zur Handlung:

    Vom sonnigen San Diego ins bitterkalte, unwirtliche Alaska – nicht gerade ein idealer Tausch, aber die junge Grace hat wenig Perspektiven; ihre Eltern sind gerade tödlich verunglückt und das sorglose Leben, das sie bisher kannte, ist auf einen Schlag vorbei. Mit ihrem Onkel Finn, der inmitten der verschneiten Wildnis ein Elite-Internat leitet und sich ihrer annimmt, hat sie ein gutes Verhältnis; auch dessen Tochter Macy ist wirklich liebenswert. Dennoch ahnt Grace, dass es mehr als einen Ortswechsel brauchen wird, um sie aus ihrer Trauer zu reißen. Allerdings hätte sie nie damit gerechnet, dass binnen weniger Tage ihr komplettes Weltbild erneut auf den Kopf gestellt werden würde, denn an der mystischen Katmere Academy, wo ihr von den meisten Schülern ein eher frostiger Empfang bereitet wird, ist nichts so, wie es scheint. Schnell steht fest, dass Grace um ihr Leben fürchten muss. Und dass ihr Herz bei jedem Zusammentreffen mit dem ebenso charismatischen wie unberechenbaren Bad Boy Jaxon Vega aus dem Takt gerät, trägt nicht gerade zu ihrer Sicherheit bei, denn Jaxon gilt nicht umsonst als extrem gefährlich…


    Selten kommt es vor, dass ich bei einem Roman nichts, absolut nichts, zu kritisieren habe – hier hat einfach alles gepasst!


    Das traumhaft schöne, minimalistisch gestaltete Cover und der blutrote Buchschnitt machen das Werk zum ultimativen Eyecatcher im Bücherregal. Die im Innencover abgebildete Zeichnung des luxuriösen Internats, welches in gewisser Weise auch Harry-Potter-Vibes versprüht, ist total gelungen und zudem superpraktisch; ich habe beim Lesen der Außenszenen immer wieder zurückgeblättert und die Wege der Protagonisten verfolgt.


    Erzählt wird aus der Perspektive von Grace, die eine wunderbar nachvollziehbare, erfrischend bodenständige Hauptfigur abgibt. Natürlich gibt es gewisse Parallelen und sogar eine direkte Anspielung auf Twilight, dennoch ist diese Story gänzlich anders; neben Vampiren und Wolfswandlern gibt es nämlich auch Hexen und Drachen, die sich in Cliquen zusammengefunden haben und nicht gerade erfreut sind über das Auftauchen der menschlichen Grace. Seid gewarnt: Ihr werdet Jaxon verfallen *schmacht*!


    Der Schreibstil ist grandios – ich würde ja sagen 'to die for': vom spannenden Anfang bis zum fiesen Cliffhanger am Schluss irrsinnig mitreißend und fesselnd, herrlich humorvoll, unerwartet actionreich, an den richtigen Stellen auch emotional und mega prickelnd, und so bildgewaltig, dass es einem den Atem verschlägt.


    Fazit: Ein Buch mit Suchtpotential, ich liebe es!!

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